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Reviews: Nintendo Wii

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Resident Evil Archives: Resident Evil Zero

Action

06.02.2010

Autor: Lukas Strübig

 

 

Der Horror ist zurück...

 

Es ist nun geschlagene 8 (!) Jahre her, dass Capcom im Zuge eines Exklusivvertrages mit Nintendo das Spiel "Resident Evil Zero" ausschließlich für den GameCube veröffentlichte. Die Handlung dieses Titels spielte einige Stunden vor dem original Resident Evil und war so ein Prequel der Serie, welches vor allem die Hintergründe der mysteriösen "Umbrella Corporation" beleuchten sollte.

 

Für die Wii sah der Support an RE-Spielen dann weniger rosig aus, es gab die "Resident Evil 4: Wii Edition" und zwei gar nicht mal so schlechte Rail Shooter. Daher überlegte sich der Publisher anscheinend, die älteren GameCube Titel unter dem Namen "Resident Evil Archives" für die Wii neu aufzulegen.

 

Resident Evil Zero gehört dazu, ist allerdings keine Neuauflage, sondern ein schlichter Port mit höherer Auflösung. Daher könnte ich jetzt einfach auf unserer älteres RE0 Review verweisen, da wir aber keines haben werde ich das jetzt nachholen. Also nochmal zum Verständnis: Wer das Spiel schon kennt muss seine Zeit nicht mit diesem Testbericht verschwenden.

 

 

Gameplay - Mehr Survival als Horror

 

Resident Evil Zero stammt noch aus der Zeit vor dem vierten Ableger, und ist daher in seiner Struktur ähnlich aufgebaut wie der erste Teil. So steuert man seinen Charakter eher schlecht als recht durch vorgerenderte Räume, die immer aus denselben Kameraperspektiven gezeigt werden. Die Steuerung ist demnach kompliziert. Die Figur läuft in die Richtung, in die sie guckt wenn man den Control-Stick nach vorne drückt, geht rückwärts wenn man ihn nach hinten zieht und biegt ab, wenn man ihn nach rechts oder links bewegt. So als sei die Kamera hinter ihr fixiert.

 

Und genau da liegt das Problem, denn das ist sie nicht! Dadurch sind die Aktionen extrem unpräzise und auch wenn man sich mit der Zeit daran gewöhnt, macht der Charakter in Stresssituationen meist das, was man nicht will. Der Charakter? Nein, das ist nicht so ganz richtig, denn das Aushängeschild des "0ten" Teils ist zweifelsohne: Teamwork. Die Hauptperson, Rebecca Chambers, ist nämlich im Laufe der Handlung gezwungen, sich mit dem zum Tode verurteilten Billy Coen anzufreunden und mit ihm gemeinsam der Zombie-Apokalypse zu entfliehen.

 

Daraus resultieren verschiedene Rätseleinlagen, die zusammen gemeistert werden müssen. Einen Coop- Modus gibt es nicht, denn der würde nur stören, stattdessen kann man die Handlungen der Beiden selbst steuern, immer wieder zwischen ihnen wechseln, sie aufteilen, wieder zusammen führen, den einen im Regen stehen lassen, den anderen in den sicheren Tod schicken und wenn einem das noch nicht reicht, einfach zusammen umher laufen.

 

Diese Partnersteuerung ist überraschenderweise sinnvoll umgesetzt und stellt einen kaum vor Probleme. Leider sind Partnerrätsel nicht so oft im Spiel wie sie sein sollten und Billy wird so zum Helferlein degradiert, den man einfach in der Lobby herum lungern lassen würde, wäre das Inventar nicht so beschissen. Natürlich gehört ein begrenztes Inventar zur Standardeinrichtung eines Resident Evil, genau wie der Fakt, dass es im eigentlichen Sinne eher ein Adventure-Spiel ist, in dem man hin und wieder Zombies erschießen darf, aber in Zero hat man es damit echt übertrieben.

 

Billy und Rebecca haben beide ein Inventar mit jeweils acht Slots, die sie mit Items befüllen können, dabei nehmen manche Geräte wie zum Beispiel Gewehre zwei Slots ein, und das ist einfach zu wenig. Ständig tauscht man zwischen Rebecca und Billy hin und her bis man endlich einen Kompromiss gefunden hat, welches Item man nun liegen lässt, und welches man mitnimmt. Natürlich gibt es für wichtige Rätselgenstände kein extra Inventar, so dass diese einen auch noch unnötig belasten, und das Tauschsystem ist auch nicht gänzlich ausgereift. Ich meine, warum kann nicht einfach Rebecca Billys Waffe mit der Munition nachladen, die sie hat? Ganz klar, weil sie gar keine besitzt.

 

Das Spiel hat drei Schwierigkeitsgrade: leicht, normal und schwer. Leicht ist gut für Anfänger und schwer ist gut für Wahnsinnige, denn schon auf normal kriecht man ständig auf dem Zahnfleisch, spart jede Patrone und wenn man dann doch mal ein bisschen Munition hat (von einem soliden Vorrat kann gar nicht die Rede sein) kommt der nächste Endgegner und lässt sie einen auch schon wieder verschwenden. Obwohl das für hart gesottene Resi-Fans sicher ein kleineres Problem ist als für mich, wäre ein bisschen weniger Survival und etwas mehr Horror sicher förderlich gewesen, besonders da letzteres kaum vorhanden ist.

 

Das Speichersystem ist ähnlich merkwürdig: man kann nur an gewissen Stellen im Spiel speichern (gut, das ist so weit normal) aber dafür braucht man Farbbänder, die nur begrenzt vorhanden sind. Dies soll den Spieler dazu verleiten, besser darüber nachzudenken wann er speichert und daher seinen Willen, am Leben zu bleiben, stärken. Es führt im Endeffekt aber nur dazu, dass man irgendwann nicht mehr speichern kann. Vor allem da man ja auch speichern muss, bevor man die Konsole ausmacht. Ein zusätzliches Pause-Speichersystem wie in Fire Emblem hätte dabei schon geholfen.

 

Aber ist das Spiel denn nun kompletter Müll? Natürlich nicht. Absolut nicht"! Was ich mache, ist meckern auf hohem Niveau. Die gerade beschriebenen Probleme sind kleine Fehlerchen, die einem beim Spielen hin und wieder beständig auf dieselbe Stelle pieken. Und manche werden das sogar nicht als Fehler, sondern als etwas Gutes empfinden.

 

Die Atmosphäre ist nämlich einzigartig. Man fühlt sich wirklich allein in dieser dunklen Villa, mal abgesehen von den Zombies und Monstern natürlich, die einem mit ihrer Übermacht sehr bald das Fürchten lehren. Die Rätsel sind zwar nicht so oft auf Teamplay ausgelegt, aber immer sehr logisch. Mir ist kein Rätsel im Spiel aufgefallen, das man nur durch Zufall lösen kann, und das gerade beschriebene Problem mit den Rätselgegenständen ist auch nur die halbe Wahrheit, da man diese ziemlich bald nachdem man sie gefunden hat verwertet.

 

Und natürlich ist die Limitierung der Munition auch gedacht, um das Überleben in den Mittelpunkt zu stellen. Man hat es eben nur ein wenig übertrieben und dafür den Horror zu kurz kommen lassen. Alles in allem ist das Gameplay von Resident Evil Zero gut umgesetzt, nur eben oft auch nervig.

 

 

Grafik

 

Ich erwähnte es bereits: Vorgerenderte Hintergründe sind hier das große Zauberwort. Diese lassen natürlich die Räume sehr detailliert und plastisch wirken. Leider nicht plastisch genug, denn man erkennt auf den ersten Blick, dass es sich hier um computergenerierte Bilder handelt. Außerdem ist die Kamera immer so weit von dem Geschehen entfernt, dass man die Details gar nicht bewundern kann.

 

Dafür sehen die Zombies und Monster sehr gut aus, ohne sich von der Umgebung abzuheben. Rebecca und Billy haben sehr schöne Modelle, die aber auch sehr glatt und sauber wirken, und daher nicht sehr realistisch sind. Für das Jahr 2002 sah es aber auf jeden Fall super aus und heute kann man sich die Darstellung immer noch geben.

 

Neu für die Wii-Version ist der 480p Modus, aber keine 16:9 Einstellung, das war den Entwicklern dann wohl doch zu anstrengend.

 

Die Hintergrundmusik fällt kaum auf, zeichnet sich aber Horror typisch mit schrillen Klängen und langsamen, dunklen Klavier-Passagen aus. Die Geräusche sind klasse, man hört gerne das Röcheln der Zombies oder die Trittgeräusche, die sich an den Untergrund anpassen. Eine Sprachausgabe gibt es auch, allerdings nur auf Englisch, diese hat aber auch nicht gerade untalentierte Sprecher.

 

 

Vielen Dank an Capcom für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Resident Evil Zero ist ein typischer RE Titel vor dem vierten Teil. Die Rätsel sind logisch, die Zombies sind böse und das Gameplay ist langsam. Resident Evil-Fans wissen was sie erwartet und werden demnach zufrieden sein. Neueinsteiger müssen sich überlegen, ob es ihnen gefällt, auf jeden Fall können sie mit diesem Teil der Serie richtig einsteigen. Das Spiel selbst bekäme von mir glattte 80% aber der einfache Wii-Port löst schon reines Unverständnis aus. Hier wurde eindeutig die Cash Cow gemolken, denn nur für einen reinen 480p Modus lohnt eine Neuportierung nicht. Aber wer es noch nicht hat, kann sich wenigstens darüber freuen, alle anderen können ihn getrost im Laden stehen lassen.

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

schwach

Spielspaß

gut

65%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

22.01.2010

Developer

Capcom

Publisher

Capcom

USK Freigabe

16+

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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