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Reviews: Nintendo Wii

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Tatsunoko vs. Capcom

Beat 'em Up

08.02.2010

Zum Video-Review

Autor: Martin Küpper

 

 

Die Protagonisten

 

Tatsunoko vs. Capcom ist der neuste Ableger der VS-Reihe, in der Capcom die hauseigenen Haudegen gegen Charaktere anderer Firmen antreten lässt. Nach bekannten Namen wie Marvel und SNK ist nun also das - hierzulande eher unbekannte - Anime-Studio Tatsunoko an der Reihe.

 

Riskieren wir zunächst einen Blick auf die Charakter-Auswahl. Für Capcom steigen unter anderem die Street Fighter Veteranen Ryu, Shun-Li und Alex in den Ring. Ebenfalls vertreten sind Superheld Viewtiful Joe, Kaijin no Soki aus Onimusha, Mega Man Volnutt sowie Batsu aus Rival Schools, um nur einige zu nennen. Für Tatsunoko hingegen treten zum Beispiel Ken the Eagle und Jun the Swan aus Gatchaman, Tekkaman, der Hauptcharakter aus Tekkaman: The Space Knight und Doronjo aus Yater Man an. Insgesamt stehen anfangs 21 Kämpfer zur Auswahl, zu denen sich aber noch ein paar versteckte Charaktere gesellen.

 

 

Das Gameplay

 

Wie in jedem Prügelspiel haben alle Charaktere natürlich ihre individuellen Eigenschaften (Schnelligkeit, Stärke etc.) und Angriffe. Während Shun-Li mit einem Affenzahn über die Arena fegt und dem Gegner mit Tritt- und Schlagkombinationen das Fürchten lehrt, gleicht Tekkaman seine Schwerfälligkeit mit der großen Reichweite seiner Waffe wieder aus. Bei derart vielfältigen Charakteren – einige haben sogar Schusswaffen – ist wohl wirklich für jeden Kämpfertypen etwas dabei. Zumal jeder Kämpfer auch seine eigenen Hyper-Combos hat, die nur unter Einsatz einer Comboleiste, die man mit erfolgreichen Angriffen füllt, verwendet werden können. Die Hyper-Combos sind dementsprechend natürlich deutlich stärker als gewöhnliche Attacken und richten je nach Level (eins bis fünf) einen verheerenden Schaden an.

 

Der eigentliche Clou ist aber, dass man bei Tatsunoko vs. Capcom immer im Tag-Team antritt. Beide Charaktere haben ihre eigene Energieleiste und man kann im Kampf jederzeit zwischen den beiden Charakteren hin und her wechseln, was eine gehörige Prise Taktik ins Spiel bringt. So kann man etwa einen Charakter, der schon einiges einstecken musste auf die Ersatzbank setzen, um zumindest einen Teil seiner Energie (durch rote Färbung markiert) zu regenerieren. Sollte dennoch einer der beiden Charaktere K.O. gehen, springt der andere selbstverständlich automatisch ein. Doch das ist bei weitem noch nicht alles. Man kann den Gefährten auch für kurze Zeit an seine Seite rufen und sogar eine Team Hyper-Combo ausführen, die natürlich noch mehr Schaden verursacht.

 

Es gibt jedoch zwei Kämpfer, die nicht im Tag-Team antreten, sondern auf sich alleine gestellt sind. Der Kampfroboter PTX-40A (Lost Planet) und der Koloss Gold Lightan (Golden Warrior Gold Lightan) sind dafür aber auch deutlich größer als die normalen Charaktere, haben mehr Power und vertragen auch deutlich mehr.

 

Wirklich erstaunlich ist, dass die verschiedenen Charaktere trotz all der Unterschiede recht gut ausbalanciert sind. Es gibt kein Kämpferduo, was alle anderen in den Schatten stellt. Jeder muss selbst ausprobieren, mit welchem Charakter er am besten zurecht kommt. So muss es sein!

 

 

Die Spielmodi

 

Ein Arcade-Modus darf bei einem vernünftigen Beat ’em Up natürlich nicht fehlen. Auch in Tatsunoko vs. Capcom prügelt man sich hier durch eine Reihe von Kämpfen bis zum Endboss, der ebenfalls aus einem Spiel von Capcom stammt. Darüber hinaus darf man sich auch im Survival-Modus (Kampf bis zum K.O.) und im Time Attack (Kampf gegen die Zeit) beweisen. Zuvor sollte man sich jedoch im Training einarbeiten, um sich keine Blöße zu geben.

 

In den unterschiedlichen Spielmodi verdient man Punkte - die so genannten Zennys - mit denen man sich beispielsweise neue Kostüme und Artworks zulegen kann. Ein netter Anreiz, doch so ganz gelingt es nicht, den Einzelspieler an den TV zu fesseln. Wenn im Arcade-Modus die Geschichte der Charaktere (möge sie noch so platt sein) ein wenig beleuchtet worden wäre, würde es vielleicht etwas anders aussehen, doch so wird es alleine schnell langweilig.

 

Beat ’em Ups leben aber seit jeher vom Mehrspieler-Aspekt. Sich mit Freunden und Spielern rund um den Globus zu messen, ist der eigentliche Sinn des Genres. Und genau an dieser Stelle weiß Tatsunoko vs. Capcom zu punkten. Ob mit dem Kumpel auf der heimischen Couch, oder über den Wi-Fi-Modus mit Spielern rund um die ganze Welt – hier ist Spielspaß garantiert. Online macht das Spiel quasi alles richtig und zeigt, wie ein Online Modus auf der Wii immer zu funktionieren hat. Die Kämpfe laufen absolut flüssig, Verzögerungen bei der Eingabe sind nicht zu spüren – alles was Super Smash Bros. Brawl falsch gemacht hat, funktioniert hier einwandfrei. Doch auch in anderen Punkten könnte sich Nintendo ruhig eine Scheibe von Capcom abschneiden.

 

Zwar ist auch hier der Austausch von Freundescodes von Nöten, wenn man seine Freundesliste erweitern möchte, doch dafür gibt es eine Rivalen-Liste, in die man Spieler nach jedem Kampf einladen kann. Willigt der andere Spieler ein, ist er unmittelbar auf der Liste und kann von nun an direkt zum Kampf herausgefordert werden. Außerdem gibt es ein motivierendes Rang-System: Nach jedem gewonnenen Match bekommt man je nach Stärke des Gegners Rangpunkte, wodurch man sich vom Neuling zur Legende hocharbeiten kann. Des Weiteren gibt es auch eine Rangliste, die zeigt, welche Spieler die meisten Punkte gesammelt haben. So macht Online-Gaming Spaß!

 

 

Die Steuerung

 

Dem erfreulichen Trend, dem Spieler die Wahl zu lassen, mit welchem Controller er das Spiel steuern möchte, ist auch Capcom gefolgt. Das Spiel unterstützt sowohl die quer gehaltene Wii-Fernbedienung, als auch die Kombination mit dem Nunchuk, sowie den Classic- und GameCube-Controller. Alle Steuerungsoption funktionieren einwandfrei – jeder kann also selbst entscheiden, mit welchem Controller er am besten zurecht kommt. Die eleganteste Wahl ist natürlich der Arcade-Stick, den es leider nicht in Europa gibt. Für Beat ’em Up Fans ist der Import aber eine echte Empfehlung, denn nur so kommt echtes Arcade-Feeling auf.

 

 

Die Präsentation

 

Um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen: Das Spiel ist optisch grandios! Die Charaktere sind in einem detailreichen Comic-Stil gehalten und liebevoll animiert. Die verschiedenen Stages, die sich thematisch wie die Kämpfer stark unterscheiden, sind ebenfalls mit zahlreichen Details gespickt. Da im Hintergrund immer etwas los ist, wirkt die Umgebung lebendig. In der einen Arena liefern sich Soldaten ein Feuergefecht mit riesigen Insekten, in einer anderen rasen Autos durch die Stadt. Ebenfalls restlos überzeugen können die Effekte, die besonders bei den Hyper-Combos für offene Münder sorgen. Tatsunoko vs. Capcom schafft es, dass man fast vergisst, gerade auf der Wii und nicht auf PS3 oder Xbox 360 zu spielen.

 

Beim Sound gibt es ebenfalls nichts zu meckern. Die Kampfgeräusche und die original japanischen Stimmen runden die gelungene Atmosphäre ab und der Soundtrack überzeugt mit Technostücken, die teilweise einen echten Ohrwurmcharakter haben.

 

Wenn es überhaupt etwas zu meckern gibt, dann die fehlende Lokalisierung der Texte, die komplett Englisch sind. Bei einem Beat ’em Up fällt das aber nicht weiter ins Gewicht, denn da es ohnehin nicht viel zu lesen gibt, sind Verständnisprobleme nicht vorhanden.

 

 

Vielen Dank an Capcom für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Danke Capcom. Danke für einen weiteren genialen Prügler, den die Wii wirklich gebraucht hat! Endlich mal ein vernünftiges Beat ’em Up mit gelungenem Online-Modus und einer spitzenmäßigen Präsentation oben drauf. Deshalb mein Appell an alle Freunde des Beat ’em Ups: Lauft in den Laden und kauft euch das Spiel! Ihr bekommt nicht nur ein vollwertiges Produkt, das den Vergleich mit HD Prügelspielen nicht scheuen muss, sondern unterstützt nebenbei auch einen Titel, der zeigt, wie 3rd Party Support auf der Wii auszusehen hat.

Grafik

super

Sound

gut

Steuerung

super

Spielspaß

gut

75%

Singleplayer

90%

Multiplayer

Release

29.01.2010

Developer

Capcom

Publisher

Capcom

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2


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