Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


Reviews: Nintendo Wii

< zurück

Guitar Hero: Van Halen

Musik

01.03.2010

Zum Video-Review

Autor: Mario Kablau

 

 

Van Halen – Niederländer in Kalifornien

 

Die Band Van Halen ist ohne Frage eine der bekanntesten Rock-Gruppen überhaupt, was nicht zuletzt an ihrem Riesenhit „Jump“ aus dem Jahre 1983 und dem Album „1984“ insgesamt liegt. Aber eins nach dem anderen. Gegründet wurde die Band im Jahr 1974 und umfasste damals als Mitglieder die Brüder Eddie und Alex van Halen als Gitarrist und Schlagzeuger sowie Sänger David Lee Roth und Bassist Michael Anthony. Die Brüder van Halen stammen ursprünglich aus den Niederlanden und sind 1962 mit ihren nach Kalifornien ausgewandert. Der Name der Band war eine Idee von David Lee Roth und er wurde schließlich auch deshalb gewählt, weil Eddie mochte, dass er sich „wie eine deutsche Atombombe“ anhört. Aha. ;-)

 

Ihr erstes Album „Van Halen“ erschien 1976 und wurde ein großer Erfolg, der in der gesamten Karriere der Band nur noch vom Album „1984“ getoppt werden konnte. Beide Scheiben verkauften sich weltweit über 10 Millionen Mal, weshalb die Band zu Recht auch heute vielen noch ein Begriff ist, obwohl es schon länger etwas ruhiger um sie geworden ist. Wie das im Genre so üblich ist, waren die letzten 35 Jahre nicht nur von Alkohol- und Drogenproblemen mitgeprägt, sondern auch von internen Streitereien, die dazu führten, dass der Sänger 1985 die Band verließ.

 

Mittlerweile habe sie sich wieder versöhnt und der alte Sänger ist wieder an Bord, allerdings hört man nur noch wenig von der Gruppe, zuletzt überraschte das 2007 erschienene Best-of-Album „Best of both Worlds“ in dem erstmals Eddies damals 15jähriger Sohn Wolfgang als Bassist zu hören war.

 

Wer sich mit der Geschichte der Band noch nicht auseinander gesetzt hat, der sollte aber zumindest wissen, dass Eddie van Halen als einer der Gitarristen gilt, die das Instrument beherrschen wie kaum ein anderer. Seine Techniken waren oft revolutionär, was ein Teil des einzigartigen Klangs der Band erklärt. Auch sonst klingen ihre Alben anders, da sie im Studio simultan eingespielt werden, was aufgrund der hohen Komplexität und Fehleranfälligkeit normalerweise nicht gemacht wird. Außerdem sollten alle Nicht-Fans mindestens zwei Songs der Band kennen. „Jump“ und „Running with the Devil“. Wem selbst diese nichts sagen, der kann sich jetzt entweder dafür entscheiden, sich mit der Band zu befassen und viel Spaß dabei zu haben oder aufhören zu lesen und die Niederländer Niederländer sein lassen. In meinen Augen wäre letzteres aber ein Fehler.

 

 

Das dritte Guitar Hero Band-Special

 

Nachdem Acitivision mit Metallica und Aerosmith bereits zwei Top-Bands „abgearbeitet“ hat, war es nur logisch, sich als nächstes Van Halen vorzunehmen und der Band ein eigenes Spiel zu widmen. Es sind nämlich nicht nur die bekannte Lieder der Gruppe, die auch heute noch viele Freunde haben, sondern auch viele andere, eher unbekannte Songs, wissen zu gefallen. Und so haben die Macher (leider nur) 28 Titel der Band, wobei drei davon reine Gitarrensoli von Eddie sind, in den neusten Ableger der Reihe Guitar Hero gepackt. Da das für ein ganzes Spiel jedoch zu wenig und zu wenig abwechslungsreich ist, haben auch noch 19 andere Songs von 19 anderen Interpreten den Weg ins Spiel gefunden. Wie für Guitar Hero seit World Tour üblich, kann man alleine oder mit bis zu drei Freunden, entweder an einer Konsole oder über das Internet an diversen Instrumenten zu den Songs abrocken. Mit dabei sind wieder Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang, die hier auch völlig frei kombinierbar sind. Man kann also auch mit vier Leuten die Gitarrenspur eines Songs nachspielen oder das Ensemble sonst wie bunt mischen.

 

Wie in der Serie üblich laufen auf einem senkrechten Band die Noten in fünf Farben auf den Anschlagpunkt herunter und als Spieler muss man im richtigen Moment entweder die entsprechende Farbe auf dem Schlagzeug treffen oder den Gitarrencontroller anschlagen, während man die passende Farbtaste gedrückt hält. Beim Singen läuft der Text am Bildschirm mit und es wird die Höhe der Töne angezeigt. Das muss man dann einfach brav nachsingen.

 

Im Wesentlichen bleibt beim Spiel also alles beim Alten, Innovationen sucht man vergeblich, was jedoch nicht allzu schlimm ist, denn Guitar Hero funktioniert einfach wunderbar und für Fans der Band sind die zahlreichen Songs der Gruppe wohl eine Offenbarung. Doch darüber hinaus zeichnet sich das Special dadurch aus, dass es jede Menge Infos über Van Halen und die Songs im Spiel zu entdecken gibt. Mit dabei sind viele kleine und große Fakten, wobei sicherlich einiges auch für Langzeitfans neu sein dürfte. So muss Fanservice aussehen!

 

Auch die bekannten Extras sind natürlich wieder dabei, so kann man im Tonstudio auch eigene Stücke aufzeichnen und diese per GHtunes mit der Welt teilen. Als Nutzer des Service darf man natürlich auch einfach nur neue Songs herunterladen, gerade für Nintendofans ist einiges dabei. Empfehlen kann ich euch nur das Nintendo Medley, das ich auch im Video-Review zeige. Das rockt!

 

 

Die Trackliste

 

In Guitar Hero: Van Halen befinden sich, wie bereits erwähnt, neben 28 Stücken der Band auch noch weitere Songs von anderen Künstlern. Zusammen mit diesen 19 Liedern kommt das Spiel also auf insgesamt 47, was nicht sonderlich viel ist. Die Hauptitel der Serie kommen in letzter Zeit immer auf etwa 80 Songs. Doch nicht nur die Masse macht es, sondern natürlich auch die Qualität und die ist hier - aus meiner Sicht - durch die Bank weg sehr gelungen:

 

Van Halen

  • Ain't Talkin' Bout Love
  • And The Cradle Will Rock
  • Atomic Punk
  • Beautiful Girls
  • Cathedral (Solo)
  • Dance The Night Away
  • Eruption (Solo)
  • Everybody Wants Some!!
  • Feel Your Love Tonight
  • Hang 'Em High
  • Hear About It Later
  • Hot For Teacher
  • I'm The One
  • Ice Cream Man
  • Jamie's Cryin'
  • Jump
  • Little Guitars
  • Loss Of Control
  • Mean Street
  • Panama
  • Intruder/(Oh) Pretty Woman
  • Romeo Delight
  • Runnin' With The Devil
  • So This Is Love?
  • Somebody Get Me A Doctor
  • Spanish Fly (Solo)
  • Unchained
  • You Really Got Me

 

Andere Künstler

  • Alter Bridge - Come To Life
  • Billy Idol - White Wedding (Part 1)
  • Blink-182 - First Date
  • The Clash - Safe European Home
  • Deep Purple - Space Truckin'
  • Foo Fighters - Best of You
  • Foreigner - Double Vision
  • Fountains of Wayne - Stacy's Mom
  • Jimmy Eat World - Pain
  • Judas Priest - Painkiller
  • Killswitch Engage - The End of Heartache
  • Lenny Kravitz - Rock and Roll is Dead
  • Queen - I Want It All
  • Queens of the Stone Age - Sick, Sick, Sick
  • Tenacious D - Master Exploder
  • The Offspring - Pretty Fly (For A White Guy)
  • Third Eye Blind - Semi-Charmed Life
  • Weezer - Dope Nose
  • Yellowcard - The Takedown

 

Gerade wenn man die Karriere spielt, wo man abwechselnd ein Konzert mit Van Halen Songs und eins mit Gaststars spielt, kommt absolut keine Langeweile auf. Die Songs machen (mir persönlich) einfach alle Spaß und deshalb habe ich auch beim ersten Mal direkt alle gespielt, obwohl man das eigentlich gar nicht muss. Um ein neues Konzert mit vier bis fünf neuen Songs freizuschalten reichen in der Regel 5-10 Sterne und man kann pro Auftritt bekanntlich ja maximal fünf Sterne sammeln.

 

Freischalten muss man allerdings keine Songs, nur in der Karriere geht es erst Schritt für Schritt weiter. Im freien Spiel und online ist direkt von Anfang an alles verfügbar.

 

 

Rocken mit mehr Spielern

 

Auch einen Mehrspieler-Modus gibt es, wie bereits erwähnt, natürlich wieder. Wenn man mehrere Instrumente zu Hause hat, dann ist es am spaßigsten, sich ein paar Freunde dazu zu holen und loszurocken. Dabei kann man wie wild auch Instrumente mischen, das heißt, in einer Band zu viert auch mit zum Beispiel vier Drummern zocken. So hat man die freie Instrumentenwahl und es gibt keinen Streit, wer welches spielen darf, natürlich nur, sofern man genug davon zur Verfügung hat.

 

Hat man keine Freunde, was Activision so übrigens auch ganz unverblümt auf einem Ladebildschirm schreibt, dann empfiehlt sich der Online-Modus. Hier kann man entweder zusammen mit Freunden (über die allseits beliebten Freundescodes) oder mit zufälligen Spielern eine Band bilden. Das Ganze hat jedoch einen leichten Beigeschmack, denn scheinbar sucht das Spiel nur nach Online-Zockern, die auch mit Guitar Hero: Van Halen online sind. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass ich bei World Tour immer sehr schnell Mitspieler finde, bei Van Halen aber manchmal ziemlich lange suchen muss.

 

Das ist echt schade, denn es wäre wünschenswert gewesen, dass man einfach mit jedem, der einen Teil der Serie hat, der alle Instrumente unterstützt, zocken kann, aber vermutlich war die Umsetzung zu komplex. So ist es bei Guitar Hero: Van Halen tatsächlich von Vorteil, wenn man Freunde in der Nähe wohnen hat oder Leute im Internet kennt, die das Spiel auch haben, um sich gezielt zu verabreden.

 

Hat man einmal Mitspieler gefunden, dann läuft es aber absolut einwandfrei und macht großen Spaß. Offline ist es allerdings dennoch lustiger, weil man zusammen vor einem Fernseher einfach viel besser abrocken kann.

 

 

Grafik und Sound

 

Bevor ich zum Fazit und der Bewertung komme, noch ein paar Worte zur technischen Seite. Die Grafik ist bei einem solchen Spiel zum Glück nur sekundär, denn in meinen Augen sieht der Titel irgendwie sehr lieblos aus. Auch im direkten Vergleich mit Guitar Hero World Tour und dem fünften Teil habe ich das Gefühl, dass alles weniger detailliert ist. Am meisten stört mich das arg pixelige und zweidimensional wirkende Publikum. Warum die Macher nicht auf den Pfad von Rock Band aufsteigen, als Hintergund einfach komplette Videos zu nutzen, wundert mich ein bisschen, denn das sieht einfach viel besser aus. Doch ist die Grafik, wie gesagt, kaum von Bedeutung, denn man achtet als Spieler eh nur auf die Noten, die angeflogen kommen.

 

Anders stellt sich zum Glück der Sound des Titels dar. Vor allem per Dolby Pro Logic II klingen die Stücke extrem gut und man ist geneigt, die Anlage höher zu drehen als das eigentlich nötig ist. Aber genau so muss das ja auch sein! Gerade beim Drummen ist das, da das Instrument an sich ja leider doch recht viel Krach macht, ein echter Segen. Der Nachteil ist nur, DASS ICH NUN SCHLECHT HÖRE UND IMMER BRÜLLEN MUSS. ;-)

 

 

Vielen Dank an Activision für die Bereitstellung des Testmusters.


Wenn euch das Review gefällt, dann unterstützt uns via:

Fazit

Guitar Hero: Van Halen ist eine sehr gelungene Umsetzung der Serie, die vor allem durch die in meinen Augen großartige Songauswahl auftrumpfen kann. Natürlich muss man Van Halen mögen, um das auch genießen zu können, dann ist es aber uneingeschränkt zu empfehlen. Auch der Fanservice ist mit jeder Menge Hintergrundinfos absolut vorbildlich. Das Gesamtbild wird nur davon getrübt, dass man online nicht immer sofort Mitspieler findet und dass es bloß 47 Songs gibt. Das ist schwach und kostet daher Wertungspunkte. Auch hätte ich mir etwas mehr Innovation gewünscht, aber das behalten sich die Macher wohl die Hauptserie vor. Unterm Strich ist das Spiel für alle, die Van Halen nicht abgeneigt sind, sehr zu empfehlen. Und außerdem ist es auf den höheren Stufen bockschwer, so dass Guitar Hero Veteranen auch etwas davon haben.

Grafik

ok

Sound

super

Steuerung

gut

Spielspaß

super

78%

Singleplayer

82%

Multiplayer

Release

19.02.2010

Developer

Underground

Publisher

Activision

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2-4


Aktuell auf 10doTV

10do Show

Oktober-Ausgabe: Die Metroid-Reihe

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes