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Reviews: Nintendo Wii

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Silent Hill: Shattered Memories

Action Adventure

08.03.2010

Zum Video-Review

Autor: Mario Kablau

 

 

Silent Hill – Auf der Wii neu aufgebaut!

 

Es mussten erste über 10 Jahre vergehen, bis es zu diesem Spiel kam. Silent Hill, ursprünglich 1999 auf der Playstation erschienen findet nun, 2010, seinen Weg auf Nintendos aktuelle Heimkonsole. Doch neben der natürlich deutlich verbesserten und für Wii-Verhältnisse sehr gelungenen Grafik, gibt es noch eine ganze Menge Neuerungen, weshalb das Spiel auch für Veteranen interessant sein dürfte. Aber eins nach dem anderem, begeben wir uns zunächst ins Spiel.

 

Silent Hill Shattered Memories beginnt mit einer Videoaufnahme von Harry Mason, wie er mit seiner 7jährigen Tochter Cheryl ins Auto einsteigt. Die nächste Szene zeigt die beiden hinter einer Fotowand und Cheryl sagt in die Kamera, dass sie ihren Vater liebt. Danach sehen wir einen Wechsel von Szenen. In der einen sieht man einen Mann, der offenbar in einer Praxis steht, sich einen Drink eingießt und dann die Information bekommt, dass sein nächster Patient da ist, zu früh. Die andere Szene zeigt Harry Mason in einem Auto, wie er einen Unfall baut. Er befreit sich aus dem Auto und fällt in Ohnmacht. Das Spiel beginnt.

 

Aus der Egoperspektive sieht man, dass man nun in die Rolle des Patienten geschlüpft ist und sich vom Psychiater behandeln lässt. Zunächst muss man dazu einen Fragebogen ausfüllen, der das Spielgeschehen entscheidend beeinflussen wird. Denn Silent Hill spielt mit dem Spieler wie es auch umgekehrt der Fall ist. Der Patient erzählt seine Geschichte und man kehrt immer wieder in die Praxis zurück, um dem Psychiater Fragen zu beantworten, Aufgaben zu lösen etc. Damit passt sich das Spiel an den Spieler an und kann so perfekten psychischen Druck aufbauen, zumindest in der Theorie. Jedenfalls unterscheiden sich ziemlich viele Sachen, je nachdem, wie man antwortet und sich in den Tests verhält, was absolut gelungen ist. Aber zurück zum Spiel.

 

Den Hauptteil der Geschichte machen die Geschehnisse nach dem Unfall aus. Harry erwacht und stellt fest, dass seine Tochter verschwunden ist. Also macht er sich auf die Suche nach ihr, quer durch Silent Hill, das natürlich wieder der pure Albtraum ist. Es beginnt zunächst sehr harmlos, man bewegt sich durch die dunkle Stadt, mit einer Taschenlampe bewaffnet, und erreicht nach den ersten kleineren Rätseln ein Diner. Je nachdem, wie man den Fragebogen am Anfang beantwortet hat, trifft man dort auf eine nette, böse, zynische oder genervte Polizistin. Hier merkt man schon, wie deutlich sich das Erlebnis unterscheidet, denn die Polizistin trifft immer wieder auf Harry und hilft ihm oder auch nicht.

 

Danach beginnt der erste Albtraum, die Stadt verändert sich, alles friert ein und die Realität weicht einer Welt, in der Harry von gesichtslosen Monstern gejagt wird, die er nicht aufhalten kann. Es gibt also dort nur eins zu tun: wegrennen. Man hat in jeder dieser Szenen ein festes Ziel vorgegeben, das man erreichen muss und die Monster versuchen, Harry daran zu hindern. Da man sie nicht bekämpfen kann, schaltet man die Taschenlampe besser aus und versucht, den blauen Markierungen folgend, das Ende unbeschadet zu erreichen. Wird man doch einmal erwischt, kann man sich natürlich wieder befreien, wird jedoch verletzt und nach und nach immer langsamer. Wenn man zu oft erwischt wird, muss man den Albtraum erneut beginnen. Hat man das Ziel erreicht, kehrt man in die normale Welt zurück und muss wieder kleine Rätsel lösen, auf dem Weg, Cheryl zu finden.

 

 

Horror oder kein Horror?

 

Wie oben schon erwähnt, kann man in Shattered Memories nicht gegen die immer gleichen Monster kämpfen, sondern nur weglaufen. Das sorgt natürlich für große Angstgefühle, wenn man auf einmal von mehreren gejagt wird, die immer näher kommen. Es gibt einfach keinen Ausweg, außer man erreicht das Ziel. Das kann schon ziemlich auf die Nerven schlagen, allerdings stellt dieser duale Aufbau auch ein größeres Problem dar: außerhalb der Albträume droht so gut wie nie Gefahr, ergo ist es kaum gruslig, weil man weiß, dass nix passieren kann. Eine Ausnahme gibt es, die auch sehr gelungen ist, davon hätte ich mir aber mehr gewünscht, denn bei einem Silent Hill will ich dauerhaft Angst davor haben, dass gleich etwas schlimmes passiert und nicht nur nach Ankündigung.

 

Dementsprechend bleibt das Spiel unterm Strich leider recht harmlos, was es aber nicht schlecht macht, im Gegenteil! Die Rätsel sind extrem gelungen, die Story ist toll und sehr spannend erzählt und die Ereignisse an sich, die immer wieder die Frage aufwerfen, was zum Teufel eigentlich los ist, machen das Spiel spielenswert. Es ist eben nur nicht der pure Psychoterror wie einst.

 

 

Technik und Steuerung!

 

Bei der Grafik haben die Entwickler gezeigt, was man auf der Wii alles tun kann, denn das Spiel sieht absolut gut aus. Klar, es gibt einige optische Schwächen und nur einen Gegnertyp, aber das gehört alles zum Spieldesign und ist daher zu verschmerzen. Dafür sind die Figuren und Umgebung sehr detailliert, die Spiele mit Licht und Schatten per Taschenlampe nahezu perfekt und sogar die Mimik der Figuren beinahe realistisch. Hier kann man sich kaum mehr wünschen. Auch das Gefühl, dass der Fernseher ein Fenster in die Welt von Silent Hill ist, wird gut vermittelt, da das Bild an bestimmten Stellen stark rauscht, sich die Tonabmischung verändert etc. Der Sound ist natürlich auch eine Wucht. Die englische Sprachausgabe weiß zu überzeugen, die Musik wird sehr gut eingesetzt, um die Stimmung zu unterstützen und generell macht die Geräuschkulisse viel Freude, bzw. eher Horror. ;-)

 

Die Steuerung kann man auch nicht viel besser machen. Man steuert Harry per Nunchuk, die Z-Taste lässt ihn laufen und die Wiimote steuert die Taschenlampe und sein Handy. Dieses kann man sowohl über die Minus-Taste aus der Tasche holen oder die wichtigsten Funktionen (Karte, Fotos, Telefon) direkt über das Steuerkreuz anwählen. Drückt man nach unten auf dem Kreuz, schaut sich Harry nach hinten um, was vor allem in den Albträumen hilft. Der Plus-Knopf schaltet die Taschenlampe ein und aus. In den Sitzungen beim Psychiater wird das Geschehen aus der Egoperspektive gezeigt und sogar Gestik wurde verbaut, indem man Fragen durch Nicken oder Kopfschütteln, ausgelöst durch entsprechende Bewegungen der Fernbedienung, beantwortet. Der einzige Kritikpunkt an dieser Stelle ist, dass sich die Kamera nur sehr langsam drehen lässt, was in den hektischen Verfolgungsjagten echt nervig sein kann.

 

 

Meckerecke

 

Bevor ich Gunnar zu Wort kommen lasse und danach zum Fazit komme, habe ich noch ein paar Dinge zu kritisieren. So nerven zum Beispiel die Albtraumszenen nach einer Weile total. Sie sind zwar an sich eine gute Idee, aber da man hier immer in Eile ist, gehen dort viele wichtige Dinge verloren. Auch hier gibt es versteckte Extras, man hat aber kaum die Zeit, sie zu finden, da man ja ständig weglaufen muss. Auch blöd ist, dass man, wenn man das Handy aus der Tasche nimmt, nur langsam weitergehen kann. Man braucht es jedoch gerne mal, um zu sehen, wo man am besten langläuft, um zum Zielpunkt zu kommen. Das geht aber nur, wenn man gerade keine Monster an den Fersen heften hat, weshalb man oft einfach stupide rumläuft und hofft, das Ziel irgendwann zu erreichen. Verstärkt wird das dadurch, dass die Wege meist nicht so leicht zu finden sind. Da es sich aber um beschränkte Gebiete handelt, kommt man da immer irgendwie durch.

 

Dazu ist es etwas störend, dass die Gegner immer gleich aussehen. Man braucht zwar eigentlich keine Unterschiede, da man ja eh nur weglaufen kann, jedoch wäre etwas Abwechslung durchaus wünschenswert gewesen.

 

Der letzte Kritikpunkt ist der Umfang, zwar gibt es eine ganze Menge abseits des Weges zu entdecken und man findet haufenweise Telefonnummern, die man jederzeit anrufen kann, um interessante oder auch banale Dinge zu erfahren, allerdings ist das Spektakel nach 6-8 Stunden vorbei. Gut, dafür kostet das Spiel auch nur knapp 30 Euro, aber mehr wäre mir trotzdem lieber gewesen. Allerdings kann man es durchaus mehrmals spielen, das Erlebnis ist jedes Mal etwas anders und verschiedene Enden gibt es natürlich auch...

 

 

Gunnar meint: Silent Hill ist Horror pur!

 

Von Zeit zu Zeit kommt man mal in den Genuss eines Spieles, was nach dem Ende ein wohliges Gefühl hinterlässt. Ein Gefühl was Besonderes gezockt zu haben, etwas, was gleich motiviert ein zweites Mal anzufangen. Silent Hill Shattered Memories ist so ein Titel. Es gibt einfach viel zu viel, was man mögen muss und was wirklich frisch ist. Die Rätsel sind gut gemacht, fordern manchmal sogar Hirnschmalz und erinnern von der Art her an die guten alten Resident Evil Puzzle.

 

Silent Hill ist eine verdammt glaubwürdige Kleinstadt, mit abgefahrenen, interessanten Charakteren, gefangen in einem surrealen Horrorszenario. Das hat auch Bioshock mit der Darstellung der Unterwasserstadt Rapture nicht besser hinbekommen. Dazu kommt der clevere Einsatz des Handys, was mit GPS System und Fotokamera ausgestattet, Anruflisten etc. bietet und somit das Ingame-Menü komplett ersetzt, was eine viel glaubwürdigere Verbindung zwischen Spieler und Spielfigur schafft.

 

Aber am überzeugendsten ist die Geschichte, die als simple Vater sucht Tochter Episode beginnt, irgendwann immer mehr Fragen aufwirft, um am Ende wirklich eine überraschende Auflösung zu bieten. Ach ja, und der Psychiater ist ein weiterer Schritt bei dem Versuch, den Spieler in die Geschehnisse einzubinden und somit auf subtile Art und Weise, ohne einen Editor oder ähnlichem, das Abenteuer mitgestalten zu lassen. Ein Ansatz, der im gerade gehypten PS3 Spiel Heavy Rain auf die Spitze getrieben wird. Leider erntet Silent Hill bisher nicht Lorbeeren, die es verdient hätte...

 

Klar gibt es deutliche Kritikpunkte, Mario hat sie genannt, so dass die Note nicht höher ausfallen kann. Einen von Mario angesprochenen Makel, dass man während der Albtraumsequenzen nicht komfortabel auf seine Karte gucken kann und sich deshalb öfters verläuft, sehe ich allerdings komplett anders. Denn damit haben die Entwickler tatsächlich dafür gesorgt, dass der Albtraum greifbar und die Anspannung packend ist. Man hat eben keine Zeit gemütlich auf sein Handy zu schauen. Das könnte man in der Realität auch nicht. Das Spiel setzt sogar noch einen drauf. Selbst während die Speichernachricht auf dem Bildschirm erscheint, greifen die Kreaturen weiter an. Man hat also keine Sekunde, um Luft zu schnappen, Horror pur. Respekt.


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Fazit

Silent Hill Shattered Memories ist für mich ein echter Überraschungshit. Nicht nur die Technik ist extrem gelungen, dazu sind auch noch Steuerung und Story überzeugend. Lediglich einige Schwachstellen sorgen dafür, dass es keine absolute Top-Note gibt, was aber nicht heißt, dass jeder mindestens 16jährige Spieler ohne zu überlegen zuschlagen kann. Spiele von diesem Kaliber müssen einfach unterstützt werden, nicht zuletzt, weil ich unbedingt einen Nachfolger haben will.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

85%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

25.03.2010

Developer

Climax

Publisher

Konami

USK Freigabe

16+

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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