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Big Brain Academy

Party

29.07.2007

Autor: Mario Kablau

 

 

Große Gehirne braucht das Land

 

Wer hat sich nicht schon immer mal gewünscht, eine Schule zu besuchen, in der man nur Sachen lernt, die man auch wirklich fürs Leben gebrauchen kann. Also kein sinnloses pauken von linearer Algebra, wenn man eigentlich Dichter werden will und keine Kämpfe durch die Tiefen der englischen Literatur des 17. Jahrhunderts, wenn man eigentlich Automechaniker als Berufswunsch hat. Und genau das liefert die Big Brain Academy: Es geht nicht darum, sich Wissen anzueignen oder komplexe mathematische oder wirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen, sondern schlicht darum, sein Gehirn zu vergrößern. Das ist jetzt natürlich nicht bildlich zu verstehen, denn natürlich wird durch den Besuch der Academy weder der Kopf größer noch in kurzer Zeit um 500 Gramm und mehr schwerer. In einfachen Übungen werden das Konzentrationsvermögen und die Aufmerksamkeit gezielt trainiert, so dass man einfach besser durchs Leben kommt, weil man geistig fitter ist.

 

Um sich selbst optimal zu trainieren und seine eigenen Schwachstellen zu erkennen und auszumerzen, gibt es in der Academy fünf Hauptfächer: Vision, Memoria, Analyse, Algebra und Piktura. Jedes Fach trainiert eine bestimmte Fähigkeit und verbessert sie so über die Zeit. Auf die Aufgaben und Ziele der einzelnen Fächer gehe ich später noch genauer ein.

 

Bevor man mit dem Studium beginnen kann, muss man sich zunächst einschreiben. Dazu wählt man einfach einen Mii aus und dieser geht dann für euch direkt zur Schule. Außerdem bekommt er oder sie ein eigenes Studienbuch, wo die Leistungen festgehalten und später nachgelesen werden können. Hier sieht man zum Beispiel den aktuellen Level, gesammelte Medaillen und die eigene Hirnmasse. Sobald man sich eingeschrieben und vom Leiter der Big Brain Academy alle nötigen Instruktionen erhalten hat, ist es sinnvoll zunächst einen Test zu machen, um zu sehen, wo man eigentlich steht und was am dringendsten verbessert werden muss. Im Test macht man in jeder der fünf Fächer 12 zufällig ausgewählte Aufgaben und stellt so fest, wie schwer das eigene Gehirn ist. Dabei kommt es, wie im ganzen Spiel, nicht nur auf Korrektheit, sondern auch auf die Geschwindigkeit an, in der man die Aufgaben löst.

 

Den Test erreicht man von der Aula aus, die direkt hinter dem Eingang der Academy zu finden ist. Geradeaus befindet sich das Büro, in dem man allerhand formale Dinge erledigen kann, das schwarze Brett, das eine Übersicht der Hirnmassen aller eingeschriebenen Studenten zeigt und die Abzweige zu den Einzel- und Mehrspielermodi. Geht man nach rechts, dann betritt man den Bereich mit Aufgaben für 1-8 Schüler (dazu später mehr) und geht man nach links, dann kommt man zum Bereich mit Aufgaben für einen Schüler alleine. Dort befinden sich auch der Test und daneben die Übungen, mit denen man sein Können verbessert.

 

 

Studium in fünf Fächern

 

Wie schon erwähnt, gibt es an der Academy fünf Hauptfächer, die alle in unterschiedliche Richtungen gehen und damit verschiedene Fähigkeiten des Gehirns trainieren. In Vision kommt es auf ein waches Auge und einen flinken Geist an, Memoria verlangt ein gutes Gedächtnis, Analyse erfordert Flexibilität in sehen, begreifen und strukturieren, Algebra setzt mathematischen Grundfähigkeiten voraus und Piktura benötigt ein gutes bildliches Gedächtnis. Hier die Aufgaben im Einzelnen.

 

Vision: Bei der Pikto-Jagd muss man bestimmt Symbole, die kurz auf dem Bildschirm erscheinen, finden, beim Bildfokus wird ein Bild langsam schärfer oder größer und man muss erkennen, was darauf abgebildet ist und bei der Nacht-Safari leuchtet man einen Bereich mit einer Taschenlampe aus, um zu sehen, welches Tier am häufigsten auf dem Bildschirm vertreten ist.

 

Memoria: Im Käfigdreh muss man die Käfige verfolgen, in denen sich Vögel befinden, bei Passanten muss man erkennen, welche der gezeigten Figuren vorher durchs Bild gelaufen ist und beim Rücklauf geht es darum, eine gezeigte Reihenfolge von Symbolen, Noten oder Zahlen rückwärts wiederzugeben.

 

Analyse: Bei den Fallklötzen wird ein Bild angezeigt und man bekommt eine Ausgangssituation präsentiert, in der man bestimmte Klötze entfernen muss, um die Vorlage exakt nachzubauen, im Bild-Quiz werden vier Bilder gezeigt und dazu eine Frage gestellt, die es korrekt zu beantworten gilt und beim Roto-Block sieht man Figur, die aus mehreren Würfeln besteht und muss aus einer Auswahl von vieren entscheiden, welcher derselbe, wie der oben abgebildete ist.

 

Algebra: Bei der Ballonfolge muss man diverse Ballons aufsteigend in der Zahl, die drauf gedruckt ist, zerstören, beim Zahlenstoß stehen diverse Klötze mit Nummern aufeinander und man muss Klötze entfernen, bis die Summe der vorgegebenen Zahl entspricht und bei der Ball-Bilanz fliegen rote und blaue Bälle in einen Korb und man muss mitzählen, welche Farbe am Ende öfter im Ball liegt.

 

Piktura: Hier muss man entweder eine Collage nach Vorlage nachbauen, eine Eisenbahn mit verschiedenen Schienenstücken ans vorgegebene Ziel führen oder eins von vier Bildern finden, das sich von den anderen unterscheidet.

 

Bei allen 15 Aufgaben gibt es je drei Schwierigkeitsgrade (leicht, mittel und schwer), die sich nicht nur in der Schwere der Aufgaben, sondern auch in der benötigten Grammzahl für eine gute Bewertung unterscheiden. Am Ende des Trainings wird man nämlich vom Schulleiter persönlich bewertet und bekommt bei guten Leistungen eine Medaille. Diese gibt es in vier Farben: Bronze, Silber, Gold und Platin. In der leichtesten Stufe bekommt man für 100 Gramm Hirnmasse Bronze, bei 200 Gramm Silber, bei 300 Gold und bei 400 Platin. In Stufe 2 braucht man dann schon 450 Gramm für Platin. Das ultimative Ziel eines jeden Studenten sollte es also sein, überall Platin zu erreichen. Es ist jedoch auch schon sehr gut, wenn man überall eine goldene Medaille erhält, denn dann wird pro Aufgabe der vierte Schwierigkeitsgrad (Experte" freigeschaltet, der es extrem in sich hat, weil die Aufgaben dann etwas anders, als zuvor gelöst werden müssen.

 

Im eigenen Studienbuch und bei der Auswahl der Trainingsaufgaben bekommt man zur Verdeutlichung der eigenen Fähigkeiten ein Fünfeck angezeigt, das an jeder Ecke eines der fünf Hauptfächer stehen hat. Je besser die Leistungen in einem Fach, desto höher steigt der Punkt auf dieser Achse. Da alle Punkte miteinander verbunden sind, spannt sich eine Art Spinnennetz innerhalb des Fünfecks, das ganz gut die eigenen Fähigkeiten wiedergibt.

 

Das einzig störende am Spiel sind die sehr nervenden Auswertungen nach jeder Trainingseinheit, da sie nicht beschleunigt oder abgebrochen werden können. Es wird zunächst die Gehirnmasse gezeigt, dann sagt der Schulleiter ein paar Worte dazu, verleiht eine Medaille und am Ende bekommt man noch eine Gesamtübersicht angezeigt. Alles in allem kann das gute 30 Sekunden dauern, was ziemlich störend ist, wenn man trainieren will und immer wieder dadurch unterbrochen wird. Wirklich nervig wird es bei Aufgaben, die weniger als 30 Sekunden dauern, denn dann wartet man mehr, als man trainieren kann. Hier wäre eine Möglichkeit, die Auswertung zu beschleunigen sehr wünschenswert gewesen.

 

 

Die FB-Assistentin

 

Wie schon die DS-Version durch die einfache Stylus-Steuerung, sorgen auch hier die Möglichkeiten der Wii-Fernbedienung dafür, dass jeder sofort loslegen kann, ohne sich lange mit der Steuerung vertraut machen zu müssen. Zu Beginn erklärt der Schulleiter, dass jeder Student eine FB-Assistentin an die Hand bekommt, die ihn die ganze Zeit während des Studiums begleitet und unterstützt. Wie nicht anders zu erwarten, handelt es sich dabei um die Wii-Fernbedienung.

 

Sämtliche Aufgaben bauen dabei auf der Pointer-Funktion aus. Man muss im Wesentlichen immer „nur“ auf etwas zeigen und dann mit dem A-Knopf seine Auswahl bestätigen. Diese Einfachheit der Steuerung macht nicht nur den Einstieg leicht, sondern sorgt auch dafür, dass man sich voll und ganz auf die Aufgaben konzentriert und nicht überlegen muss, was man mit dem Ding in seiner Hand zu tun hat, um die Aufgabe zu lösen.

 

Vorbildlich ist darüber hinaus auch die Nutzung des integrierten Lautsprechers, der dazu benutzt wird, wichtige Mitteilungen an den Spieler zu übergeben oder ihn zu motivieren. Während der Aufgaben kommen schon mal lobende Aussagen, wie „Super, noch kein Fehler.“ oder „Nur noch 2 Aufgaben.“ von der Assistentin. In manchen Aufgaben der Mehrspieler-Modi wird der Lautsprechen auch dazu verwendet, wichtige Informationen an den Spieler weiterzugeben, wie zum Beispiel eine telefonische Bestellung, die dann unmittelbar danach auf einem virtuellen Bestellzettel festgehalten werden muss.

 

 

Je mehr Schüler desto besser

 

An einer Uni macht es natürlich nur dann besonders viel Spaß, wenn möglichst viele Studenten zusammen lernen können, weshalb Nintendo einen grandiosen Mehrspieler-Modus eingebaut hat, der nicht nur dafür sorgt, dass man gemeinsam besser werden kann, sondern auch eine Menge Spaß bringt. Dazu gibt es drei verschiedene Möglichkeiten, die es erlauben, sowohl im Team als auch alleine gegen seine Gegner anzutreten. Besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit, gegen die eigene Bestleistung aus dem Studienbuch oder sogar gegen Bestleistungen anderer Spieler aus deren Studienbuch anzutreten. Man kann sogar via WiiConnect24 mit weit entfernten Freunden indirekte Duelle austragen.

 

Beim Gehirn-Sprint treten zwei Teams aus je maximal vier Spielern gegeneinander an. Der Bildschirm wird dazu vertikal geteilt und jedes Team bekommt eine eigene Seite auf der es Aufgaben gestellt bekommt. Das Team, das die gewählte Anzahl an Aufgaben aus den vorher festgelegten Kategorien am schnellsten erledigt, hat das Duell gewonnen. Dies ist auch die einzige Option in der man gegen das eigene oder fremde Studienbücher antreten kann. Das Duell gegen Studienbücher ist nicht zu verachten, denn es macht großen Spaß, sich mit anderen Spielern messen zu können, auch wenn sie gerade nicht neben einem sitzen können. Natürlich wäre ein direkter Online-Modus noch besser gewesen, aber den haben die Entwickler leider gar nicht integriert.

 

Der Gehirn-Marathon ist für bis zu acht Spieler, die direkt gegeneinander antreten, geeignet. Hier geht es darum, fehlerfrei und möglichst schnell die Aufgaben aus den vorher festgelegten Kategorien zu bewältigen. Wenn mehr als ein Spieler dabei ist, dann wird alle paar Spieler ein Wechselbildschirm angezeigt und man hat Zeit, in Ruhe die Wii-Fernbedienung weiterzugeben. Besonders sinnvoll ist, dass man auch einen automatischen Schwierigkeitsgrad wählen kann, der dann dafür sorgt, dass jeder Spieler Aufgaben bekommt, die zu seinem eigenen Können (abgeleitet aus dem Studienbuch) passen. Schade ist allerdings, dass der Marathon gleich beendet ist, wenn einer einen Fehler macht. Besser wäre gewesen, wenn ein Schüler rausfliegt, wenn er einen Fehler macht und der gewinnt der am Ende übrig bleibt. So ist es leider nur eine gemeinsame Highscore-Jagd und kein direktes Duell

 

Ganz anderes ist dagegen das Gehirn-Quiz, wo sich vier Spieler wirklich direkt gegeneinander messen können. Auf einer vier mal vier Felder großen Tafel wählen die Spieler nacheinander ein gewünschte Kategorie aus und bekommen dann ein zufälliges Spiel in einem zufälligen Schwierigkeitsgrad als Aufgabe gestellt. In dem gesetzten Zeitrahmen geht es dann darum, möglichst viele Punkte zu sammeln, die auf das Konto des jeweiligen Spielers fließen. Wer nach 16 Runden die meisten Punkte hat, der gewinnt das Spiel.

 

Zumindest zwei der drei Modi sind sehr gut gelungen und der dritte kann auch Spaß machen, wenn alle ungefähr gleich fit sind oder jeder ein eigenes Studienbuch auf der Konsole hat, damit man entsprechend schaffbare Aufgaben bekommt. Wirklich toll sind jedoch die beiden anderen Modi, die zu echten Partygranaten werden können. Im großen Kreis ist der Gehirn-Sprint sehr zu empfehlen, denn eine Runde dauert nicht so furchtbar lange und so kann jeder mal einsteigen und zeigen was er drauf hat. Das Gehirn-Quiz empfiehlt sich eher für kleinere Runden, da hier jeder auf sich gestellt ist und ein Durchgang schon mal 15 Minuten dauern kann und man immer relativ lange warten muss, bis man selbst wieder an der Reihe ist.

 

Die Idee, dass Studienbücher über WiiConnect24 ausgetauscht werden können, ist wirklich toll und sorgt dafür, dass man noch mehr angespornt wird, die eigenen Leistungen zu verbessern, da ja jeder sehen kann, wie man sich entwickelt, wenn man das eigene Buch verschickt hat. Ein wirklicher Ersatz für den sehr wünschenswerten Online-Modus ist das aber leider nicht. Dennoch ist die Wii-Version in Sachen Mehrspieler-Optionen dem DS-Pendant überlegen.

 

 

Grafik? Wer braucht denn sowas...?

 

Auf die Technik gehe ich jetzt nur noch ganz kurz ein, denn sie steht bei Spielen der „Touch Generation“ wahrlich nicht im Vordergrund. Deshalb erinnert die Grafik auch stark an die der DS-Version und wurde nur an einigen Ecken etwas aufpoliert, wie zum Beispiel bei den Lichteffekten der Medaillen. Positiv ist auf jeden Fall, dass es einen 16:9 und Progressive Scan Modus gibt, der dafür sorgt, dass man auch auf einem HDTV gute Bildqualität geboten bekommt. Allerdings hätte man schon erwarten können, dass die Entwickler zumindest irgendeine Art von Kantenglättung einbauen, denn die Treppchen sind so extrem, wie bei noch keinem Wii-Spiel bisher.

 

Klickt mal drauf... Aber nicht erschrecken!

 

Der Sound ist ähnlich unauffällig. Es gibt wenige Melodien, die immer wiederkehren und kaum Ohrwurm-Charakter haben. Dafür ist die Sprachausgabe wirklich vorbildlich, was vor allen Dingen durch die tolle Einbindung des Lautsprechers auf der Wii-Fernbedienung erreicht wird.

 

Aber wie schon gesagt, ist die Technik bei einem solchen Spiel eher zweitrangig, allerdings kann man ein gewisses Mindestmaß erwarten, das hier und da leider nicht erreicht wird und deshalb zu leichten Notenabzügen führt.

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Big Brain Academy für Wii ist ohne Zweifel das bisher beste Spiel dieser Art für eine Nintendo-Konsole. Sowohl der gut durchdachte und abwechslungsreiche Einzelspieler-Modus, als auch der vielseitige und spaßige Mehrspieler-Modus sorgen für langen Spielspaß für wirklich Jedermann. Grafik und Sound sind zweckmäßig und es fehlt lediglich ein wenig Feinschliff hier und dort. Ansonsten ist der Titel auch wegen des geringen Preises sehr zu empfehlen. Wer die DS-Version schon geliebt hat, der wird auf der Wii mit Sicherheit noch mehr Spaß haben.

Grafik

schwach

Sound

schwach

Steuerung

super

Spielspaß

super

80%

Singleplayer

86%

Multiplayer

Release

20.07.2007

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (WLAN)

1-8


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