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Reviews: Nintendo Wii

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Endless Ocean 2: Der Ruf des Meeres

Adventure

29.03.2010

Autor: Martin Küpper

 

Der Knall einer Explosion ertönt. Von der Druckwelle erfasst, kracht ihr gegen eine harte Betonmauer. Euer Kollege hilft euch auf die Beine, nur um im nächsten Moment von Kugeln durchsiebt zu werden. Wutendbrand eröffnet ihr das Feuer, einer nach dem anderen fällt, doch es sind einfach zu viele. In Panik nehmt ihr eure Beine in die Hand und rennt um euer Leben. Im Hintergrund hört ihr Motorenheulen, die Jagd auf euch ist eröffnet. Eilig seht ihr euch nach einem Gefährt um und entdeckt ein Motorrad. In Windeseile jagt ihr eine Böschung hinab und spürt, wie der Feind euch im Nacken sitzt. Schüsse verfehlen euch knapp, doch in der Hektik habt ihr einen Baum übersehen, der eure Fahrt abrupt stoppt. Game Over. Schweißgebadet legt ihr den Controller aus der Hand, die noch ganz zittrig ist. Nur langsam senkt sich der Adrenalinpegel und euer Herz schlägt wieder in normaler Frequenz. Auf der Suche nach Entspannung zappt ihr durchs TV-Programm. Doch auch hier erwarten euch in Alarm für Cobra 11 und Co. nur wilde Action. Ist ein wenig Entspannung nach einem harten Arbeitstag denn zu viel verlangt? Gibt es denn nichts, um dem Alltag zu entfliehen und ein wenig Ruhe zu genießen? Mein Tipp: Einfach mal abtauchen.

 

 

Unter dem Meer...

 

...ist es echt toll. Was Sebastian die Krabbe schon 1989 besang, haben uns Arika und Nintendo spätestens vor zwei Jahren beweisen. In Endless Ocean sind wir in die Tiefen des Meeres getaucht, haben Fische beobachtet und Korallenriffe erkundet. An diesem entspannenden Spielkonzept hat sich auch beim zweiten Teil mit dem Beinamen „Der Ruf des Meeres“ nicht viel geändert. Erneut packt ihr eure Taucherausrüstung, springt ins kühle Nass und steuert euren Charakter aus der Verfolgerperspektive durch die zauberhafte Unterwasserwelt.

 

Wie bei einem echten Tauchgang erkundet ihr die Umgebung und geht mit den Bewohnern auf Tuchfühlung. Gleichzeitig müsst ihr aber auch euren Luftvorrat im Auge behalten. Die Hauptmotivation, auch den entlegensten Winkel zu erforschen, ist eure Datenbank, in der ihr Informationen über die Meeresbewohner sammelt. Dafür reicht es aber nicht aus, eine neue Art bloß zu entdecken, ihr müsst euch durch Futter erst mit den Tieren anfreunden, um alle Infos zu bekommen. Die Möglichkeit, die Tiere zu streicheln, wurde seltsamerweise gestrichen. Neben der Datenbank motivieren auch verborgene Schätze zu Erkundungen. Mit dem Geld könnt ihr dann euer eigenes Aquarium ausbauen, das ihr beliebig gestalten und mit Tieren besetzen könnt.

 

Insgesamt liegt der Fokus in Endless Ocean 2 aber nicht mehr so stark auf dem freien Erkunden wie im Vorgänger. Stattdessen gilt es vermehrt richtige Aufgaben zu lösen, die über banale Touristenführung hinaus gehen. Auf der Suche nach einem legendären Schatz gilt es nun auch in teils gefährliche Gegenden zu tauchen, in der euch Haie, Krokodile und andere Raubtiere erwarten. Dementsprechend haben die Entwickler nun doch ein paar Tropfen Action in die Meeressuppe geträufelt. Doch keine Sorge, oder falsche Hoffnung, die Action ist wohl dosiert. Begegnet ihr einem hungrigen Räuber, zückt ihr euren Pulsar, der die Tiere durch gezielten Beschuss nicht etwa zu Haifiles und Krokosteak verarbeitet, sondern ihre Nerven beruhigt, so dass sie friedlich davon schwimmen. Mit dem überaus nützlichen Pulsar könnt ihr zudem auch verletzten Tieren helfen.

 

 

 

Meer, Flüsse und noch mehr Meer.

 

Dem Ruf des Meeres folgt ihr nun rund um den Globus. Die Suche nach besagtem Schatz führt euch etwa auch in das Polarmeer und die Flusslandschaften des Amazonas. Das Erkunden der Umgebung ist somit deutlich abwechslungsreicher als es noch im Vorgänger der Fall war, da euch überall eine andere Flora und Fauna erwartet.

 

Spielerisch macht das jedoch wenig aus. Wer dem Spiel Böses will, kann auch Endless Ocean 2 Monotonie und Ereignislosigkeit vorwerfen – aber das wäre nicht fair. Umgekehrt kann man einem Super Smash Bros. auch schlecht vorwerfen, es wäre chaotisch und überladen. Man muss sich eben klar darüber sein, worauf man sich einlässt. In Red Steel 2 erwartet euch aufreibende Action, in Silent Hill blanker Horror und in Endless Ocean 2 eben herrlich entspannende Tauchgänge.

 

Ein wenig Abwechslung vom Tauchen gibt es dann aber doch. Wie im Vorgänger könnt ihr euch mit einem Delfin anfreunden, dem ihr Tricks beibringen könnt. Der Meeressäuger erfüllt zudem den Traum eines jeden Delfin-Vernarrten: Ihr könnt euch von ihm tragen lassen.

 

Mindestens genauso toll ist es, per WiFi Connection mit einem Freund zu tauchen. Dank Wii Speak ist die Kommunikation dabei nun merklich einfacher. Es mag zwar eigentlich komplett unrealistisch sein, sich Unterwasser zu bequasseln, doch das wäre Realismus auf Kosten von Spielspaß. Ebenfalls lobenswert ist die Möglichkeit, im Spiel Bilder zu schießen und diese dann auf einer SD-Karte zu speichern.

 

 

Grafik, Sound und Steuerung

 

Die Steuerung per Wii Remote ist identisch zum Vorgänger und funktioniert nach wie vor tadellos. Per Pointer steuert ihr euren Taucher durch die Unterwasserwelt, wollt ihr mit Tieren und Gegenständer interagieren, klickt ihr sie einfach an. Neu ist hingegeben die Option, das Spiel mit dem Classic Controller zu bedienen. Die Tastenbelegung ist allerdings etwas ungünstig gewählt, weswegen die Steuerung per Fernbedienung die bessere Wahl bleibt.

 

 

Auch optisch legt Arika im Vergleich zum Vorgänger noch einen (Achtung Wortwitz!) Kanister drauf. Die kurzen Passagen, die ihr an Land verbringt, sehen schon richtig gut aus, doch erst Unterwasser entfaltet die Grafik ihr volles Potential. Fische, Meeresschildkröten, Wale und Co. sind aufwändig gestaltet und den lebenden Originalen detailgetreu nachempfunden. Auch die Umgebung schaut fantastisch aus und wirkt nicht zuletzt wegen Spiegelungen und Lichteffekten absolut stimmig. Hier gibt es wirklich nichts zu meckern, denn das Spiel ist auch in 480p spielbar.

 

Anders schaut es beim Sound aus. Dass es immer noch keine Sprachausgabe gibt, nervt bei den vielen Dialogen extrem, ist aber noch zu verzeihen. Aber was ist bitte mit der Musik passiert? Statt orchestralen Klängen gibt es jetzt nur noch Fahrstuhlmusik von der Stange. Das schlimmste aber ist, dass die Möglichkeit, eigene Songs ins Spiel zu implementieren, komplett gestrichen wurde. Ein echter Rückschritt im Vergleich zum Vorgänger, aber kein Totalausfall. Die Musik ist dennoch noch ganz okay und die Unterwassersounds sind zweifelsfrei gelungen.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Wer mit dem ungewöhnlichen Spielerlebnis warm wird, der wird durch ein herrlich entspannendes Unterwasserabenteuer belohnt, das im Vergleich zum Vorgänger fast alles besser macht. Einzige Wehrmutstropfen sind der Wegfall der Streicheleinlagen und ganz besonders der recht enttäuschende Sound. Ich wollte auch weiterhin mit Metallica auf den Ohren durch die tiefen des Meeres tauchen. Dafür gibt’s nun aber noch bessere Grafik, interessantere Aufgaben, eine nette Story und abwechslungsreiche Locations. Somit ist Endless Ocean 2: Der Ruf des Meeres unterm Strich sogar noch ein wenig besser, als der ohnehin gelungene Vorgänger.

Grafik

super

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

83%

Singleplayer

75%

Multiplayer

Release

05.02.2010

Developer

Arika

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2


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