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Monster Hunter tri

MMO

31.05.2010

Autoren: Mario Kablau und Lukas Strübig

 

 

Wenn HD zu teuer wird...

 

Auch wenn die Wii oft Probleme hat, weil sie nicht dieselben technischen Fähigkeiten hat wie die beiden Konkurrenzkonsolen, kann genau diese Tatsache auch von Vorteil sein. Zwar werden Spiele, die für die beiden HD-Konsolen programmiert werden, in der Regel nicht für Nintendos weißen Kasten umgesetzt, manchmal wird ein Spiel in HD aber einfach zu teuer und dann landet es eben plötzlich in einem neuen zu Hause. Genau das ist mit dem dritten Teil der Monster Hunter Reihe passiert, die bisher einen großen Bogen um Nintendo gemacht hat.

 

Als Capcom eben diesen Schritt angekündigt hatte, waren viele Jäger verzweifelt. Sie hatten sich auf riesige Welten in hoch aufgelöster Grafik gefreut, in denen sie alleine und online auf Monsterjagd gehen können. Auf der Wii konnte sich das so recht keiner vorstellen. Doch die Macher haben es tatsächlich geschafft! Der dritte Teil sieht nicht nur bombig aus, er ist auch noch sauber programmiert, spielt sich super und bietet einen grandiosen Online-Modus mit allem Pipapo.

 

Es hat zwar 10 Monate gedauert, bis das Spiel es aus Japan auch in den Westen geschafft hat, jedoch ist das immer noch besser als beim direkten Vorgänger, der komplett den Japanern vorbehalten geblieben ist. Doch zum Glück hat sich Nintendo der Serie angenommen und Monster Hunter tri in Europa veröffentlicht, dazu sogar noch in einer limitierten Special Edition, was sonst so gut wie nie vorkommt. Diese umfasst neben dem Spiel auch einen Classic Controller Pro, Wii Speak und eine limitierte Lagriacus-Figur. Aber bevor ich jetzt detailliert vom Spiel berichte - später wird dann Lukas seine Eindrücke vom Online-Modus schildern - zunächst ein paar Infos für alle, die noch nie etwas von Monster Hunter gehört haben.

 

 

Größe spielt keine Rolle!

 

Im Spiel schlüpft man in die Rolle eines Jägers, der seine Brötchen damit verdient, Monster zu töten und zu zerlegen. Die gewonnenen Rohstoffe bringen ihm Geld ein und machen bessere Waffen und Kleidung möglich. Dazu wird er für das Beseitigen gewisser Gefahren von anderen Menschen belohnt. Doch er begibt sich nicht bloß alleine auf die Jagd, sondern kann sich auch drei weiteren Jägern online anschließen, bzw. einen offline zu sich holen und gemeinsam auf Beutejagd gehen. Ein eigentliches Spielziel im klassischen Sinne gibt es nicht, Monster Hunter ist im Prinzip ein Online-Spiel, das man aber auch ausschließlich alleine genießen kann, was ich jedoch niemandem empfehle.

 

Jedenfalls wird man im Laufe der Zeit immer stärker, erhält bessere Waffen und erlangt Zugang zu neuen Gebieten mit schwerer zu besiegenden Monstern. Und genau das macht den Reiz des Titels aus, es geht darum, den wirklich fetten Endgegnern den Garaus zu machen. Dazu ist nicht nur die Wahl der richtigen Waffen entscheidend, sondern natürlich vor allem die richtige Strategie. Für diese ist es auch immens wichtig, dass man seine Ausrüstung korrekt zusammenstellt. Realistischerweise kann man nämlich nicht unendlich Gegenstände mit sich herumtragen, so dass man vor dem Aufbruch gut überlegen sollte, welche Dinge man unbedingt braucht. So ist zum Beispiel ein Schleifstein von entscheidender Wirkung, denn die Waffen werden im Laufe der Kämpfe immer mal wieder stumpf. Ebenso sollte man ausreichend Köder mitnehmen, wenn man Angeln will, ein Schürfwerkzeug dabei haben, wenn man Erze abbauen möchte oder einen Kescher in der Tasche haben, plant man, Insekte zu fangen. Wie man unschwer folgern kann, findet man auf der Jagd also laufend neue Gegenstände. Diese kann man nur dann mitnehmen, wenn man Platz in der Tasche hat bzw. bereit ist, einen Slot freizumachen, indem man etwas anderes wegwirft.

 

Spielt man alleine, dann nimmt man in einem Dorf Quests an, für die man dann eine bestimmte Zeitspanne zur Verfügung hat. So muss man zum Beispiel eine bestimmte Anzahl kleinerer Gegner in 50 Minuten besiegen, besondere Pilze finden, Fische fangen oder auch mal ein großes Monster ausschalten. Mit den dadurch gewonnenen Rohstoffen und der stetig steigenden Bezahlung verbessert man seinen Helden immer weiter. Dazu wird das Gebiet immer größer und somit öffnen sich nach und nach neue Möglichkeiten. Ganz neu im Spiel ist die Unterwasserwelt, quasi Endless Ocean mit bösen Monsterfischen.

 

Als Unterstützung auf der Jagd und beim Sammeln trifft der Jäger im Spielverlauf auf Cha-Cha. Der Masken tragende Tänzer begleitet den Spieler und greift in einem Quest nicht nur Monster an, sondern hilft auch beim Sammeln von Gegenständen. Indem man ihm verschiedene Masken anzieht, verändern sich seine Eigenschaften, so dass auch er an bestimmte Aufträge angepasst werden kann. Kehrt man ins Dorf zurück, übergibt er dem Spieler auf Anfrage die gesammelten Items, allerdings hat auch er in seinem Beutel nicht unendlich viel Platz.

 

Zu guter letzt noch ein paar Worte zum Offline-Multiplayer. Das Arenaspiel bietet die Möglichkeit, auch ohne Zugriff auf das Internet, gemeinsam zu zocken. Maximal zwei Spieler begeben sich hier auf einem geteilten Bildschirm auf die Jagd, um zusammen Quests zu erfüllen. Dafür benötigt man jedoch immer einen eigenen Charakter, den man entweder im Spiel selbst erstellt oder auch von einer anderen Konsole über die Wiimote importieren kann. Erfüllt man in der Arena Aufgaben, dann erhält man dafür Belohnungen, auf die man im davon getrennten Hauptspiel ebenso Zugriff hat.

 

Dieser Modus ist vor allem für solche Leute gut, die keinen Zugang zu schnellem Internet haben oder die einfach mal mit einem Kumpel zusammen auf einem Bildschirm auf die Jagd gehen wollen. Alles bereits gesagte und noch kommende trifft auch für diesen Modus zu, allerdings hat der Splitscreen zur Folge, dass in der Landschaft einige Details verloren gehen, was aber zu verschmerzen ist. Zum Abschluss sei noch erwähnt, dass sich der Arena-Modus auch alleine spielen lässt.

 

 

Von Waffen und Monstern!

 

Bei einem so vielseitigen Action RPG ist es natürlich klar, dass man als Spieler auf viele verschiedene Waffen zurückgreifen kann. Jedoch legt Monster Hunter in diesem Zusammenhang einen Wert auf Realismus, denn man kann immer nur eine Waffe mit sich tragen. Wo sollte man den fetten Hammer auch hin stecken, wenn man plötzlich doch mal mit dem Langschwert kämpfen will? Insofern muss man sich entweder vor jeder Mission überlegen, welcher Waffentyp dafür am besten geeignet ist, oder sich einfach auf einen festlegen und damit eins zu werden.

 

Letzteres ist durchaus zu empfehlen, denn die einzelnen Waffen unterscheiden sich so stark, dass man schnell in die Bredouille kommt, wenn man sich umstellen muss. Kämpft man mit Schwert und Schild dann ist man extrem flexibel, richtet dafür aber kaum Schaden pro Treffer an, während der Hammer sehr mächtig ist, dafür aber auch einen langsam macht. Hat man sich also an flotte Angriffe gewöhnt, braucht man eine Weile, um das Handling einer langsameren Waffe zu lernen. Man muss einfach ausprobieren, was am besten zu einem passt.

 

Doch natürlich haben auch die Monster einen großen Einfluss auf die optimale Waffe. Man kann zwar jedes auf viele Arten erlegen, aber ein schwaches, flinkes Monster ist mit einer mächtigen Waffe einfach schwerer zu besiegen. Gleiches gilt für die Kombination großes Monster und kleine Waffe, man würde ja auch keinen Blauwal mit einer Fliegenklatsche oder eine Mücke mit einer Harpune angreifen... Außer natürlich, man ist der ultimative Spezialist an einer der beiden Waffen.

 

Bedienen lassen sich die Waffen im Übrigen natürlich nicht nur mit Wiimote und Nunchuk sondern auch mit dem Classic Controller. Es ist also jedem selbst überlassen, ob man Angriffe durch Schütteln oder Knöpfe auslösen möchte. Ich kann den Einsatz des Classic Controllers auf jeden Fall empfehlen, gerade die Pro-Version aus der Special Edition macht einen guten Eindruck. Mir persönlich macht es mit Wiimote und Nunchuk aber wesentlich mehr Spaß, auch wenn das rumwackeln manchmal etwas nerven kann. Jedoch kommt mit dem Duo auch hin und wieder die Pointer-Funktion zum Einsatz und das macht dann unterm Strich für mich die Entscheidung leicht.

 

Zum Abschluss meines Teils will ich nur noch sagen, dass vor allem auch die Grafik und die Musik extrem überzeugen, das Spiel sieht einfach atemberaubend gut aus. Die riesige Welt ist wunderschön gestaltet und strotzt nur so vor liebevollen Details. Dazu sind die Monster nicht nur riesig, sondern auch toll animiert und wirken teilweise wirklich gefährlich. Besseres habe ich auf der Wii selten gesehen, wobei die Ladezeiten, die beim recht häufig vorkommenden Gebietswechsel nötig werden, leicht nerven können. Aber bei diesem Ergebnis ist der Preis dennoch ein sehr geringer.

 

Aber das Wichtigste am Spiel ist ohnehin der Online-Modus, der nicht nur auf der Wii neue Maßstäbe definiert. Und genau deshalb berichtet euch nun ein erfahrener Jäger von seinen Online-Erlebnissen:

 

 

Eine Online-Erfahrung als Beispiel!

 

Was Online-Modi angeht, humpeln die Konsolen dem PC immer noch etwas hinterher. Bisher gab es weder für die Xbox noch für die PS3 und erst recht nicht für die Wii ein richtiges MMORPG. Am nächsten kommen da höchstens Titel wie GTA IV oder MAG heran, das erste ist allerdings nur eine Art virtuelle Sightseeing Tour, in der man sich alles erlauben kann und das zweite ein Online-Egoshooter, der eine Masse an Spielern auf eine Map bringt.

 

Monster Hunter Tri reiht sich in diese Truppe von halben MMOs ein und bietet im Grundsatz eigentlich nur die Höhepunkte eines solchen: nämlich die Bosskämpfe. Diese sind dafür aber größer, epischer und dynamischer als jede WoW Massenschlacht.

 

Aber beginnen wir von vorne: Meine erste Online-Erfahrung machte ich als kleiner Anfänger, ich hatte mich im Singleplayer gerade mal von meiner Anfangs-Ausrüstung getrennt und noch nicht einmal den ersten Boss besiegt, wollte aber einfach nicht mehr alleine spielen. Ich wählte mich also völlig planlos irgendwo ein und loggte mich in eine Lobby, die groß mit "Alle können mitmachen" gekennzeichnet war. Und natürlich landete ich bei einer Gruppe High Levlern, die sich sofort die großen Brocken vorgenommen hatten.

 

 

Mit dem schlechten Gefühl, den Anderen ein Klotz am Bein zu sein, hängte ich mich also an die Versen der Großwildjäger, die alsbald begannen, auf einen großen Vogel einzudreschen, der sich mit der Kraft des Feuers zu Wehr setzte. Und obwohl ich gerade mal ein Anfänger war, kloppte ich fröhlich mit. Es dauerte eine Zeit, bis ich bemerkte, dass ich so wehrlos und schwach gar nicht war. Natürlich machte ich nicht den Schaden, den meine Kollegen verursachten, doch könnte ich trotzdem helfen, den Gegner von einem der Anderen ablenken, wenn der mal kaum noch HP hatte und mit einem Horn mich selbst und meine Mitspieler heilen. Meine Rüstung hatte zwar kaum eine Chance gegen die Angriffe des Vogels, doch da ich als Schwertkämpfer recht flink war, wich ich ihm einfach aus.

 

Bei Monster Hunter kommt es nämlich nicht nur auf die Ausrüstung und das Level an, sondern auch auf den Skill. Wenn man sich eine neue Rüstung kauft, steigt nämlich beispielsweise der Verteidigungswert nur um zwei oder drei Punkte. Das Leveln hier macht einen überhaupt nicht stärker, sondern gibt einem nur neue Quests. Es ist viel wichtiger, sich mit seinen Teamkollegen zu koordinieren und das Monster zu studieren. So können alle zusammen kämpfen: Die, die gerade erst anfangen und die, die schon 100 Stunden Spielzeit oder mehr haben, vor allem, da die Kämpfe in Echtzeit ablaufen.

 

Technisch gesehen ist der Online-Modus perfekt. Es gibt keine Abzüge in der Grafik, keine Laggs und nicht einmal minimale Unterschiede zwischen dem, was man macht und dem, was davon bei den anderen Spielern ankommt. Es ist lediglich schade, dass man seine Offline-Quests nicht auch online mit anderen zusammen machen, sondern nur offline lösen kann. Dazu kommt noch der kleine Kritikpunkt, dass man nur Spieler in seine Freundesliste aufnehmen kann, wenn sie selbst online sind, und selbst dann ist das Ganze eine kleine Frickelarbeit.

 

 

Davon unabhängig ist die Struktur der Server sehr übersichtlich, man wählt zuerst einen der vier angebotenen, der den eigenen Vorstellungen am besten entspricht. Auf dem freien Server ist jeder willkommen, der für Neulinge heißt Jäger mit einem Rang von höchstens 30 und der für Experten darüber hinaus. Zuletzt gibt es noch den Server Anwerbung, den man wählen sollte, wenn man ganz bestimmte Monster jagen will. Nachdem man sich für einen Server entschieden hat, wählt man noch ein Stadttor, um zu einem Knotenpunkt zu kommen. Von dort aus betritt man einzelne Städte, die mit maximal vier Jägern bevölkert sein dürfen, um gemeinsam auf die Jagd zu gehen.

 

Diese Struktur ist gut durchdacht und sorgt dafür, dass man sich auch dann online finden kann, wenn man nicht auf der Freundesliste steht. Und wem das zu kompliziert ist, der nutzt einfach die Suchfunktion, um nach Namen, ID oder Ähnlichem zu suchen. Die bei Nintendo sonst üblichen Freundescodes gibt es hier zum Glück nicht.

 

Alles in Allem bin ich von dem Online-Modus begeistert! Jede Jagd ist großartig, episch und eine lohnende Zeitinvestition.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Was soll ich da noch ergänzen? Ich denke, die Erfahrung, die Lukas geschildert hat, spricht für sich selbst. Wir hätten zwar noch viele weitere anführen können, aber die wichtigste Aussage war für uns, dass man keine Berührungsängste haben muss und einfach jederzeit online drauf los zocken kann. Sowohl mit als auch ohne Wii Speak, das hier übrigens sehr gut funktioniert, macht das Spiel online noch mehr Spaß als offline. Technisch ist es einwandfrei und der Umfang ist riesig, was will man mehr? Monster Hunter tri ist nicht nur mit Abstand das beste Online-Spiel auf der Wii, es mischt auch darüber hinaus ganz oben mit. Danke, Capcom!

Grafik

super

Sound

super

Steuerung

gut

Spielspaß

super

80%

Singleplayer

92%

Multiplayer

Release

23.04.2010

Developer

Capcom

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2-4


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