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Reviews: Nintendo Wii

Award für Multiplayer

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Mario Party 8

Party

04.08.2007

Autor: Gunnar Schreiber

Keine Nintendokonsole ohne einen Mario Party Teil, so scheint es. Deshalb ist es überhaupt nicht verwunderlich, dass nun auch schon ein Ableger des virtuellen Brettspiels für die Wii im Handel steht. Doch kann das Spiel überhaupt genug Neues bieten, damit man auch beim nunmehr achten Teil der Serie sein Geld mit gutem Gewissen investiert? Diese Frage soll der folgende Test klären.

 

Mario Party 8 spielt auf dem Jahrmarkt der Sterne. Gleich zu Anfang wird der Spieler von einer schräg reinschauenden Figur, die irgendwie zu 80% aus einem Hut besteht, begrüßt. Dieser nervige Geselle führt einen in die Möglichkeiten des Jahrmarkts ein und ist auch sonst euer stetiger Begleiter und Moderator im gesamten Spiel. Auf dem Jahrmarkt befinden sich verschiedene Zirkuszelte und Attraktionen. Mit dem Pointer der Wiimote könnt ihr euch einen Standort aussuchen und diesen dann anklicken. Der Jahrmarkt fungiert als innovatives Menü. Zur Auswahl stehen der Party Pavillon (Mehrspieler-Modus), die Sternenrallye (Singleplayer-Modus), der Minispiel Pavillon, das Extraspiel-Palais und der Bonus Basar.

 

Kommen wir doch gleich zum Herzstück des Spiels, dem Multiplayer-Modus. Die anderen Modi werde ich im Anschluss noch kurz erklären. Für diejenigen unter euch, die tatsächlich noch nie ein Mario Party gespielt haben, sei erklärt, dass es sich bei dem Spiel um ein virtuelles Brettspiel handelt. Zu Anfang wählt ihr einen Charakter aus dem Mario Universum aus. Insgesamt 14 Charaktere stehen zur Auswahl, darunter zum Beispiel Mario, Yoshi, Peach, Birdo oder Wario. Euren Charakter könnt ihr rein nach Vorliebe auswählen, denn die Wahl hat keinen Einfluss auf den Spielverlauf. Danach müsst ihr noch festlegen wie viele Runden lang die Partie dauern soll und ihr bestimmt, auf welchem Spielbrett gespielt wird. Es gewinnt am Ende immer derjenige, der nach der Partie am meisten Sterne gesammelt hat. Aber die muss man erstmal bekommen. Jede Runde beginnt mit einem rotierenden Würfel über den Kopf eures gewählten Charakters. Mit einer kurzen Bewegung der Wiimote nach oben, übrigens braucht ihr bei dem Spiel nicht den Nunchuk, springt eure Spielfigur gegen den Würfel, der so dann stoppt und bestimmt, wie viele Felder ihr auf dem Spielbrett gehen dürft. Die Bewegungen übernimmt dabei das Spiel. Auf dem Spielbrett gibt es blaue und rote Felder sowie diverse Ereignisfelder, die euch positives wie negatives bringen können. Landet ihr auf einem blauen Feld, bekommt ihr drei Münzen zu eurem Startguthaben von zehn Münzen dazu. Landet ihr auf einem roten Feld, dann werden drei Münzen abgezogen.

 

Am Ende einer Runde findet dann immer Minispiel statt. Da immer vier Charaktere auf der Karte aktiv sind (falls ihr keine drei Mitspieler gefunden habt, werden die fehlenden Charaktere vom Computer gesteuert), gibt es drei verschiedene Minispielarten, deren Wahl von den Feldern abhängt, auf denen ihr gelandet seid. Es gibt Minispiele, wo jeder gegen jeden, zwei gegen zwei oder einer gegen drei antreten muss bzw. müssen. Die zu absolvierenden Minispiele werden dann zufällig ausgewählt. Diese wurden natürlich für die Fähigkeiten der Wiimote maßgeschneidert. So müsst ihr mal Kettenhunde von Schmutz befreien, indem ihr eure Wiimote schnell hoch und runter schüttelt und so den Lappen bewegt. Oder ihr sollt mittels Pointer und A Taste eine Torte garnieren. Bei diversen Rennspiel- und Flugeinlagen müsst ihr die Wiimote auch mal horizontal halten und dann eure Vehikel stilecht lenken. Die Minispiele sind größtenteils gut gelungen. Natürlich gibt es bei einer so großen Anzahl auch welche darunter, die nicht so viel Spaß machen oder die man genauso gut auch für einen normalen Controller hätte umsetzen können, aber im Großen und Ganzen hat man schon das erfrischende Gefühl was neues gespielt zu haben, vor allem, wenn man die vorherigen Teile auswendig kennt.

 

Die Gewinner eines Minispiels bekommen Münzen. Diese Münzen werden vielfältig eingesetzt. Zum einen braucht ihr diese, um an bestimmten Stellen auf der Karte die wertvollen Sterne zu kaufen. Ihr könnt die Münzen aber auch als Wegezoll für die Benutzung verschiedener Abkürzungen ausgeben, oder um Items zu kaufen. Apropos Items: Eine wichtige Rolle in dem Titel spielen Bonbons. Diese bekommt ihr teilweise geschenkt, könnt sie aber auch in verschiedenen Shops auf dem Spielbrett kaufen. Die Bonbons haben unterschiedliche Fähigkeiten und jeweils eines kann vor jeder Runde eingesetzt werden. So gibt es zum Beispiel Dreimal-Bonbons, die einen dreimal in der nächsten Runde würfeln lassen. Oder auch Schnarch-Bonbons, die die möglichen gewürfelten Zahlen von eins bis zehn auf eins bis fünf reduziert. Dies kann z.B. sehr sinnvoll sein, wenn man kurz vor einem besonderen Feld steht und man so die Wahrscheinlichkeit erhöhen will, um auch auf diesem zu landen. Natürlich gibt es auch jede Menge Bonbons, deren Einsatz ziemlich fies ist. Setzt man z.B. das Steinblock-Bonbon ein, verwandelt sich die Spielfigur zu einem Steinblock, überrollt die Spieler vor einem auf dem Brett und nimmt dabei noch die Hälfte aller Münzen ab. Diese Bonbons sind wirklich abwechselungsreich und bringen eine zusätzliche taktische Tiefe in den Spielablauf.

 

Am Ende der Partie wird abgerechnet. Wie gesagt, es gewinnt derjenige, der die meisten Sterne gesammelt hat. Nur heißt das nicht zwangsläufig, dass der derjenige, der im Spiel die meisten Sterne gesammelt hat, auch schon gewonnen hat. Klingt verwirrend? Ist es aber gar nicht ;). Denn nach jedem Match werden noch drei Bonussterne vergeben. Im Gegensatz zu den bisherigen Mario Party Teilen, weiß man aber nicht vorher, welche Bonussterne vergeben werden. Denn diesmal gibt es insgesamt sechs Sterne, aus denen drei zufällig ausgewählt werden. Darunter sind bekannte Bonussterne, wie den für die meisten gewonnenen Minispiele, aber auch neue, wie den Pechstern, den man bekommt, wenn man besonders oft auf rote Felder getreten ist. Sind auch die Bonussterne verteilt, steht endgültig fest, wer der Gewinner ist.

 

Sicherlich werden viele jetzt denken, dass das Spiel bis auf die Wiimote angepassten Minispiele und den neuen Bonussternen relativ wenige Neuerungen enthält und sich vielleicht fragen, ob sich die Anschaffung dann überhaupt lohnt!? Die Frage muss man mit einem klaren „JA!“ beantworten. Die große Stärke von Mario Party 8 sind weniger die Minispiele oder die Items. Einen großen Pluspunkt erntet das Spiel durch die Spielbretter, die zum ersten Mal in der Serie wirklich vom Schema F abweichen und voller Ideen und Überraschungen stecken. Vorbei sind die langweiligen Rundkurse, die allenfalls durch Abzweigungen Komplexität versprachen. Hier mal drei Beispiele für besonders ausgefallene Bretter:

 

Shy Guys Wunderbahn: Hier beginnt ihr im letzten Wagon eines Zuges und müsst euch auf gerader Strecke bis zur Lokomotive vorarbeiten, wo Shy Guy mit einem Stern auf euch wartet, vorausgesetzt ihr habt das nötige Kleingeld. Habt ihr Shy Guy passiert, müsst ihr auf dem Dach des Zuges wieder nach hinten laufen. Besonders witzig sind die Ereignisfelder, die bei Betreten dafür sorgen, dass ein ganzer Wagon entfernt und am Ende des Zuges wieder angehangen wird. Dies ist besonders ärgerlich, wenn man sich gerade kurz vor der Lokomotive samt erhofftem Stern befindet und dann ausgerechnet dieser Wagon nach hinten durchgereicht wird.

 

König Buu Huus Horrorhof: Die Runde startet vor Buu Huus Geisterhaus. Betretet ihr das Haus, offenbart sich vor euch ein Labyrinth aus Räumen. Auch die Karte gibt euch keine Anhaltspunkte, was der richtige Weg sein könnte. Ziel ist es den Raum zu finden, indem sich Buu Huu aufhält. Findet ihr den Geist, könnt ihr für 10 Münzen einen Stern kaufen und alle Spieler werden wieder vor das Geisterhaus gesetzt. Besonderer Clou der Karte ist, dass nach jedem Stern das Labyrinth im inneren des Hauses komplett neu gestaltet wird, so dass man nie den Weg weiß.

 

Koopas Stadt der Mogule: Sicherlich eine der innovativsten und spaßigsten Karten in Mario Party 8. Auf der Karte könnt ihr keine Sterne direkt kaufen, sondern bekommt diese, indem ihr in Hotels investiert, von denen sich mehrere am Wegesrand befinden. Kommt ihr als an einem Hotel vorbei, könnt ihr so viel Geld reinstecken, wie ihr möchtet. Solange ihr derjenige seid, der bisher am meisten Geld rein gesteckt hat, bekommt ihr einen, zwei oder drei Sterne zugesprochen, abhängig davon, wie viel das Hotel wert ist. Witzig ist, dass man auch Geld reinpumpen kann, selbst wenn man nicht den Kaufpreis überbietet. Denn das investierte Geld wird gespeichert und man kann beim nächsten Vorbeischauen wieder was draufpacken. Wenn aber jemand insgesamt 100 Münzen rein gesteckt hat, dann ist ihm das Hotel nicht mehr zu nehmen.

 

Diese 3 Beispiele zeigen sehr schön, wie clever und abwechselungsreich die Karten in Mario Party 8 entworfen sind. Hier bekommen auch Veteranen der Serie endlich mal was Frisches geboten. Schade ist nur, dass mal wieder kein Onlinemultiplayer-Modus integriert wurde. Außerdem gibt es leider immer noch keine Option die Spielgeschwindigkeit positiv zu beeinflussen, indem man sämtliche unnötigen Animationen etc. ausstellt.

 

Wie am Anfang bereits erwähnt, hat das Spiel aber noch mehr zu bieten als nur den Multiplayer-Modus. Auf dem Jahrmarkt könnt ihr noch zum Beispiel die Sternenrallye auswählen, also den Singleplayer-Modus. Hier tretet ihr auf einem der sechs Spielbretter an und müsst bestimmte Aufgaben erfüllen. So müsst ihr nicht immer die meisten Sterne sammeln, sondern bei einigen Karten reicht es auch, schneller als der Computer-Gegner eine bestimmte Anzahl an Sternen gesammelt zu haben oder ihr müsst eine definierte Anzahl an Münzen bei jemanden abgeben. Natürlich macht das Spiel alleine, wie auch in den vorherigen Teilen der Serie, nicht allzu viel Spaß. Die einzige wirkliche Motivation erhält man dadurch, dass man nach dem Absolvieren des Singleplayer-Modus als Belohnung das Bowser Spielbrett für den Multiplayer freischaltet.

 

Wählt ihr auf dem Jahrmarkt den Minispiel-Pavillon aus, könnt ihr dort sämtliche im Multiplayer- oder im Singleplayer-Modus bereits gezockte Minispiele so oft spielen wie ihr wollt und das sowohl alleine als auch mit Freunden. Der Minispiel-Pavillon ist immer eine nette Option, wenn man die besten Minispiele zocken möchte, ohne aber gleich ein ganzes Spielbrett angehen zu müssen.

 

Dann gibt es noch das Extraspiel-Palais. Hier gibt es acht besondere Minispiele zum ausgiebigen Zocken, wobei vier davon erst frei geschaltet werden müssen.

 

Als letzte Option bietet sich dem Spieler noch der Bonus-Basar an. Hier kann man sich ansehen, was man in Spiel schon alles frei gespielt und geschafft hat. Außerdem bekommt man für die Sterne, die man in den Partien sammelt so genannte Party-Karten, die man auf dem Basar gegen Minispiele, Figuren, Musikstücke und sogar gegen Spieleinstellungen tauschen kann.

 

Zum Schluss noch ein paar Worte zur technischen Umsetzung. Natürlich erwartet man von einem Mario Party Spiel keine audiovisuelle Meisterleistung, dennoch hätte ein bisschen mehr schon sein müssen. Zum einen fällt negativ auf, dass die Grafik gegenüber den GameCube Vorgängern allenfalls minimal verbessert wurde. Die Charaktere sind zwar sehr detailliert und auch die Umgebung bieten viel Liebe zum Detail, dennoch wären bei den begrenzten Arealen ganz andere grafische Möglichkeiten gegeben. Vor allem die Texturen sind extrem langweilig und unplastisch. Besonders ärgerlich ist auch der schlecht umgesetzte 16:9 Modus, der nicht ohne Balken auskommt. Der Sound und die Musik sind grundsolide, ohne negativ oder positiv aufzufallen.

 

Wir danken Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters!


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Fazit

Mario Party 8 macht vieles richtig. Der Multiplayer-Modus ist wie immer eine Spaßgarantie und überzeugt vor allem durch innovative und sehr abwechselungsreiche Spielbretter. Auch die an die Fähigkeiten der Wiimote angepassten Minispiele können bis auf wenige Ausnahmen überzeugen. Eine höhere Note ist aber dennoch nicht drin, da Nintendo mal wieder auf einen Online-Modus verzichtet hat und die Spielgeschwindigkeit immer noch zu träge ist. Der Singleplayer-Modus ist, wie in den Vorgängern auch, nur begrenzt genießbar.

Grafik

schwach

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

59%

Singleplayer

85%

Multiplayer

Release

22.06.2007

Developer

Hudson Soft.

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung


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