Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


Reviews: Nintendo Wii

< zurück

The Kore Gang

Jump 'n Run

20.10.2010

Autor: Martin Küpper

 

 

Es ist fast, als hätte sich alle Welt gegen unser Review zu The Kore Gang verschworen. Erst baut die Post Mist, so dass unser Testmuster mit großer Verspätung ausgerechnet während der stressigen gamescom eintrudelt und dann nimmt mich die Schule gleich wieder voll in Beschlag. Doch nichts in der Welt kann mich davon abhalten, hier und jetzt endlich das Spiel zu testen, dass ich vor über einem Jahr zum besten Titel der gamescom 2009 ernannt habe. Da der Preis jüngst gesenkt wurde, ist der Test ja doch noch ein wenig aktuell. Ein wenig...

 

 

Wahre Schönheit kommt nicht immer von innen...

 

Wie oft wurde die Welt nun schon von Außerirdischen angegriffen? 1938 hat man für so eine Geschichte noch das Radio lauter gedreht, aber heute sind Aliens nur noch kalter Kaffee. Wenn es tatsächlich einmal zu einem ersten Kontakt kommen sollte, haben wir allen möglichen Szenarien schon in der Fiktion erlebt und sollten daher gut vorbereitet sein. Was aber tun, wenn der Angriff nicht von außen, sondern von innen erfolgt? Genau das ist nämlich die Rahmenhandlung von The Kore Gang. Die fiesen Krankbrüder haben das Leben im Erdinneren satt und streben daher mit einem gigantischen Bohrer ans Tageslicht um die Oberwelt zu unterjochen. Zum Glück gibt es aber noch Pixie, Madboy und Rex, die in einem fähigkeits-steigerndem Anzug, Kore-Suit genannt, die drohende Outvasion aufhalten wollen.

 

 

Ein dynamisches Trio

 

Wie funktioniert dieser Anzug nun genau? Je nachdem, welcher Charakter am Hebel sitzt – ihr könnt mittels Z jederzeit durch das Trio wechseln – ändert der Anzug seine Funktionen. Das wirkt sich natürlich auch auf das Gameplay aus. Je nach Spielsituation ist ein anderer Charakter gefragt und somit ist der Wechsel ein zentrales Spielelement.

 

Anfangs seid ihr nur mit Pixie unterwegs, die als Freeclimberin natürlich die erste Wahl für Sprungpassagen ist. Sie kann mit einem Doppelsprung über große Abgründe springen, oder mit einer Pirouette über giftige Substanzen schweben. Mit den Fangarmen des Kore-Suits kann sie sich außerdem an bestimmten Punkten festhalten, um sich hochzuziehen oder wie an einer Liane hin und her zu schwingen.

 

Madboy, der sich Pixie schon früh im Spielverlauf anschließt, ist hingegen eine echte Kämpfernatur und lässt gerne die Fäuste sprechen. Dementsprechend verwandeln sich die Fangarme des Kore-Suits auch in eben solche. Mit den eisernen Fäusten vermöbelt ihr die Untertanen und Komplizen der Gebrüder Krank und schickt sie ins Land der Träume. Madboy kann zudem auch Bomben schmeißen und feindliche Geschosse auf den Schützen zurück werfen.

 

Der letzte im Bunde ist Madboys Hund, der auf den Namen Rex hört. Er ist auf vier Pfoten deutlich schneller unterwegs, doch seine wahren Talente liegen in seinem exzellenten Geruchssinn und ausgezeichneten Gehör. Wie Link in Twilight Princess kann er eine Geruchsspur wittern, die durch kleine Wölkchen dargestellt wird. Feinde kann er auch auf große Distanz belauschen und ihnen so wichtige Informationen entlocken – wenn ihr die richtige Frequenz gefunden habt. Außerdem ist Rex äußerst talentiert darin, Schlösser zu knacken. Das ist übrigens besonders interessant und kreativ gemacht: ihr haltet die Wii Remote an euer Ohr und dreht mit dem Nunchuk in die angegebene Richtung, bis ein „Klack“ aus dem Lautsprecher der Wii ertönt, dann dreht ihr in die andere Richtung und wieder zurück, bis das Schloss schließlich geöffnet ist. Dreht ihr allerdings zu weit, müsst ihr noch mal von vorne beginnen.

 

 

Kreativität wohin das Auge reicht!

 

Nicht zuletzt dank den unterschiedlichen Fähigkeiten spielen sich die 30 Level äußerst abwechslungsreich. Zwar gibt es einige wiederkehrende Elemente, wie etwa das einsammeln von Knöpfen, aber es ist keine Floskel wenn ich behaupte, dass euch in jedem Level etwas Neues erwartet.

 

Das gilt insbesondere auch für das Setting. Eure Reise führt euch durch die unterschiedlichsten, teils äußerst abgefahrenen Orte wie etwa den Magen eines riesigen Monsters, eine Müllhalde, einen verrückten Müllhalde, den Hochhäusern von New York etc. pp. Die Welt und die Charaktere sind äußerst liebevoll gestaltet und versprühen viel Liebe zum Detail. Es sind Kleinigkeiten wie die Info, dass der blaue Himmel im inneren des Bohrers gar nicht wirklich existiert, sondern von den Krankbrüder aufgemalt wurde, die das Spiel so reizvoll machen. Besonders witzig sind auch die Dialoge, die es dank der exzellenten deutschen Sprachausgabe punktgenau schaffen, den Humor an den Mann zu bringen, der darüber genauso schmunzeln kann, wie ein Kind.

 

Das wahre Highlight des Spiels sind aber die Songs, die euch von Freund und Feind vorgeträllert werden. Ich bin jemand der mit Songs in Filmen eigentlich nicht viel anfangen kann und sich bei Musicals fast immer fragt, was diese albernen Songs und vor allem die affigen Tänze denn bitte sollen. Aber hier passen die Songs einfach wie die Faust aufs Auge! Der absolute Höhepunkt ist ein Bosskampf, bei dem euch einer der Krankbrüder vorsingt, was seine Waffe alles kann und wie er euch damit ausschalten will. Einfach zum totlachen!

 

 

Meckerecke

 

Leider merkt man dem Spiel an einigen Stellen doch an, dass es nicht mit dem Budget eines großen Studios entwickelt wurde. Auch wenn die Grafik größtenteils gut ausschaut, gibt es doch ein paar hässliche Stellen und auch wenn der Stil des Spiels auf geschnörkelte Rundungen setzt, ist nicht alles rund. Ob man den Stil nun mag oder nicht ist sicherlich Geschmackssache, unabstreitbar ist aber, dass dem Spiel hier und da ein wenig Feintuning fehlt. Selbiges müsst ihr mit der ungenauen Kamera leider oftmals manuell machen, um nicht die Übersicht zu verlieren. Ansonsten ist die Steuerung aber tadellos.

 

 

Vielen Dank an Pixonauts für die Bereitstellung des Testmusters.


Wenn euch das Review gefällt, dann unterstützt uns via:

Fazit

The Kore Gang ist sicherlich nicht perfekt und qualitativ weit von einem Super Mario Galaxy entfernet, kann mit vielen innovativen Ideen und seinem Humor aber dennoch punkten. Zwar ist das Spiel nicht ganz so gut geworden, wie ich mir das 2009 auf der gamescom ausgemalt habe, aber ich bleibe dabei: das Spiel erinnert an das gute alte Rare aus der N64-Ära – und das nicht nur, weil auch in einem Spiel der Britten ein Junge, ein Mädel und ein Hund die Hauptrollen inne hatten. Auch wenn (oder gerade weil) The Kore Gang nicht ganz so schwer ist wie die damaligen Rare-Titel, sollten alle Rare Fans und Jump ’n Run Freunde zugreifen – zumal das Spiel für rund 30 Euro schon günstig zu bekommen ist.

Grafik

ok

Sound

super

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

82%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

09.10.2010

Developer

Pixonauts

Publisher

Pixonauts

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1


Aktuell auf 10doTV

10do Show

Oktober-Ausgabe: Die Metroid-Reihe

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes