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Reviews: Nintendo Wii

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Rapala Pro Bass Fishing 2010

Sport

05.11.2010

Autor: Gunnar Schreiber

 

 

Urlaub im Wohnzimmer

 

Auch wenn vielleicht manchem beinharten Nintendofan schwer fällt es zuzugeben, muss man doch Sega attestieren, dass sie für einige Innovationen im Videospielsektor verantwortlich gewesen sind. Gerade was das erweiterte Sportspielgenre anbelangt, haben Titel wie Sega Rally oder Virtua Tennis ihren Konkurrenten erst den Weg geebnet. Aber auch was den virtuellen Angelsport angeht, war es Sega mit Sega Bass Fishing auf der Dreamcast, die erstmals einen Angelcontroller beilegten und somit ein Nischengenre kreierten, was bis heute regelmäßig mit neuer Software versorgt wird.

 

So ist auch Activision längst auf den Zug aufgesprungen und veröffentlicht regelmäßig neue Spiele unter dem Namen Rapala Pro Bass Fishing. Der Name kommt übrigens von dem Finnen Lauri Rapala, dem Erfinder des Wobblers, eiemn Kunstköder, der mit einem speziellen Knoten an die Angelschnur befestigt wird und sich in Szenekreisen weltweit hoher Beliebtheit erfreut. Somit wird auch schon klar, dass das Spiel durchaus den Anspruch hat, nahe an der Realität zu sein. Das zeigt sich vor allem an der Vielzahl an unterschiedlichen Ködern und anderem Equipment. Aber keine Angst: Auch Trockenschwimmer und Coachangler haben ihren Spaß!

 

 

Die Angel

 

Dass Rapala Pro Bass Fishing tatsächlich Spaß macht, liegt vor allem an der mitgelieferten Angelhülle für Wii-Fernbedienung und Nunchuk.

 

 

Beide Controller werden in der Hülle verstaut und sitzen dann wirklich rüttelfest in der Angel. Die wichtigen Tasten wie „A“ und „B“ sind weiterhin gut erreichbar und auch eine Öffnung für den Pointer wurde gelassen. Das Wichtigste ist aber, dass die Angel gut in der Hand liegt und durch die Spule, mit der man durch Drehen des Griffes Fische noch schneller einholen kann, eine Menge an Authentizität gewinnt. Da man zum Ausholen und Werfen der Angelschnur auch noch die entsprechende Bewegung machen und beim zappelnden Fisch gegen halten muss, ist das Angelgefühl perfekt.

 

 

Eine Bootstour, die ist lustig…

 

Doch bevor das Fischen beginnen kann, müsst ihr zuerst euren eigenen Sportsfreund kreieren. Ihr habt dabei verschiedene Kleidungsstücke und Accessoires zur Auswahl. Sogar euer Boot dürft ihr bestimmen. Als nächstes steht die Wahl des Spielmodus an. Ratsam ist es zu Anfang den „Wettkampf“ Modus auszuwählen, da hier der Schwierigkeitsgrad sukzessive ansteigt und ihr so am besten lernt, was zu tun ist.

 

Im Wettkampfmodus tretet ihr gegen mehrere Profi-Angler an. Alle starten gleichzeitig und am selben Ort. Sobald der Startschuss fällt, dürft ihr mit eurem Boot losschippern und euch der gestellten Aufgabe widmen. Im Wettkampf geht es pro Aufgabe darum, eine bestimmte Fischart innerhalb eines Zeitlimits zu fangen. Dabei entscheidet entweder der dickste oder längste Fisch, bzw. die Anzahl oder das Gewicht des gesamten Fanges. Das Coole ist, dass man die wirklich sehr großen Seen frei mit seinem Boot erkunden und nach passenden Fischgründen absuchen kann. Deshalb pesen zu Anfang erstmal alle Sportsfreunde mit ihren Booten los, auf der Suche nach der richtigen Stelle.

 

Dabei gibt es mehrere Hinweise: Zum einen hat man natürlich einen Vorteil, wenn man weiß, welche Fischarten sich wo bevorzugt aufhalten. Aber auch ohne diese Kenntnis kommt man ans Ziel. Denn oft markieren Vogelschwärme in der Luft mögliche Fischgründe darunter. Oder Fische springen aus dem Wasser. Dann gibt es noch eine Karte, die ertragreiche Stellen zeigt sowie ein Sonar, das mögliche Fischschwärme andeutet. Beim professionellen Angeln wird eben nichts dem Zufall überlassen.

 

Dazu gehört auch die Wahl des richtigen Köders. Denn die Objekte der Begierde haben unterschiedliche Vorlieben. Wenn also die Richtigen mal nicht anbeißen, sollte man das Lockmittel wechseln. Ist alles vorbereitet und ihr habt einen geeigneten Angelplatz gefunden, stoppt einfach das Boot und begebt euch in Position. Ihr könnt nun einen Cursor über das Wasser bewegen, der einmal die Reichweite der Angelschnur anzeigt, mit seiner Farbe aber auch impliziert, ob sich das Auswerfen überhaupt lohnt.

 

Und nun wird geangelt. Haltet „B“ gedrückt, holt aus und kippt mit losgelassener Taste die Wiimote schnell nach vorne. Je nach Stärke der Ausholbewegung fliegt der Köder weiter oder kürzer nach vorne weg. Im Wasser angekommen, wechselt die Ansicht in eine Unterwasserperspektive, so dass ihr alle Fische in der Nähe des Köders sehen könnt. Nun gilt es die Angel langsam wieder einzuholen und dabei die Barsche, Forellen, Hechte oder was auch immer ihr gerade haben möchtet, anzulocken. Das geht am besten, in dem ihr mit eurer Angel die Bewegungen einer Animation am Rand nachmacht.

 

Hat ein Fisch angebissen, reißt die Angel schnell nach oben und holt dann gezielt die Leine ein. Eine Meteranzeige verrät euch, wie weit es noch bis zu eurem Boot ist. Um schneller die Schnur einzuholen, dreht ihr an der Kurbel am Controller. Dabei wird der Nunchuk in seiner Fassung auf und ab bewegt. Natürlich wehren sich die Biester wie sie nur können, so dass ihr gegensteuern oder manchmal auch einfach noch mal Leine geben müsst, damit sie sich nicht losreißen. Manchmal kommt sogar ein kleines Geschicklichkeitsspiel dazu, bei dem ihr im richtigen Moment die „A Taste“ drücken müsst. Ist der Fisch am Boot angekommen, zieht euer Charakter diesen automatisch aus dem Wasser und präsentiert seinen Fang stolz der Kamera. Nach Ablauf der Zeit gilt es noch, in einem erneuten Zeitlimit den Ausgangsdock zu erreichen, damit der Sieger ermittelt werden kann.

 

Für erfolgreiche Platzierungen oder Fische, die ihr zum ersten Mal gefangen habt, werdet ihr mit neuen Ködern und anderen Items belohnt. Und wem das alles noch zu arcadelastig ist, der kann sämtliche Hilfen wie den Cursor, die Bewegungsanweisungen etc. einfach im Menü abschalten.

 

Habt ihr die Aufgaben in der Amateurliga alle gemeistert, dürft ihr euch an zwei weitere Schwierigkeitsgrade heranwagen und bekommt neue Wettkämpfe, die aber prinzipiell immer gleich ablaufen. Auch die Anzahl an verfügbaren Seen, übrigens alles real existierende Wasserlandschaften aus den USA, ist sehr überschaubar. Da diese aber allesamt ziemlich groß und von der Art her sehr unterschiedlich sind, ist das nicht weiter schlimm.

 

Braucht ihr eine Pause von den Wettkämpfen, könnt ihr als Alternative das freie Fischen auswählen. Hier dürft ihr auf dem See eurer Wahl herumfahren und tun und lassen, wonach euch der Sinn steht. Es gibt aber auch mehrere Herausforderungen, die optional absolviert werden können. Diese sind etwas anders als die Aufgaben im Wettkampfmodus. Beispielsweise müsst ihr euren Köder genau in einen Zielring werfen oder vier Fische unterschiedlicher Sorte innerhalb eines Zeitlimits fangen.

 

Darüber hinaus gibt es noch einen Modus für zwei Spieler: Hier ist man quasi wie beim freien Fischen auf einem See mit einem Boot unterwegs. Mit dem Unterschied, dass man bei den Herausforderungen nun gegeneinander oder miteinander angelt. Auch wenn der integrierte Multiplayermodus eher langweilig ist, macht das Spiel doch gerade in geselliger Runde besonders viel Spaß. Einfach einen Wettkampf auswählen und die Angel regelmäßig weiterreichen und Kurzweiligkeit ist garantiert.

 

 

Die audiovisuelle Umsetzung

 

Die technische Umsetzung gewinnt sicherlich keinen Blumentopf. Gerade die Grafik ist eher als zweckmäßig zu bezeichnen. Nicht wirklich schlecht, schließlich gibt es frei befahrbare, riesige Seen und ziemlich authentisch anmutende Fische. Dennoch wäre da mehr drin gewesen.

 

Hinweis zu den Screenshots: Falls ihr euch nun wundert, nachdem ihr die Screenshots angeschaut habt, was für einen Müll ich labere: Die Bilder stammen von der Xbox 360 Version. Da Activision nur zu der Version Bilder zur Verfügung stellen konnte, müssen wir halt damit auskommen. Das Spiel ist aber identisch, ihr müsst euch nur die Grafik eine Ecke schlechter vorstellen ;)

 

Schon besser ist die Soundkulisse. So ist das Spiel komplett lokalisiert und bietet beispielsweise deutsche Sprachausgabe. Auch der Soundtrack kann sich hören lassen, zumindest wenn man Rockmusik mag. Gerade weil die Songs irgendwie alle an bekannte Stücke erinnern, wie „Rats in the Cellar“ von Aerosmith oder „American Woman“ von The Guess Who.

 

 

Die Meckerecke

 

Zu meckern gibt es einige Kleinigkeiten: So ist, wie gesagt, die Grafik nur zweckmäßig. Außerdem hätten es ruhig ein paar Seen mehr sein dürfen. Am liebsten wäre mir aber gewesen, wenn neben den Seen zusätzlich noch andere Gewässertypen wie Flüsse zur Auswahl stünden. Auch auf einen Onlinemodus, und sei er nur für Highscores, muss man verzichten.

 

Darüber hinaus ist mir nach einigen Stunden Spielzeit folgendes Malheur passiert:

 

 

Ja, richtig gesehen. Bei meinem Übereifer, den Köder möglichst weit auszuwerfen, ist die Angel einfach auseinander gebrochen. Da ich nun aber nicht weiß, ob es sich hierbei tatsächlich um einen Ermüdungsbruch oder einen seltenen Produktionsfehler handelt, hat das keinen Einfluss auf die Wertung, zumal man das Spiel auch ohne die Peripherie zocken kann. Dennoch möchte ich darauf hinweisen, dass dies ein generelles Problem sein könnte.

 

 

Wir danken Activision für die Bereitstellung des Testmusters!


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Fazit

Es ist immer wieder erstaunlich, dass eine Runde virtuelles Angeln, zumindest wenn es gut umgesetzt ist, doch so viel Spaß machen kann. Wer dafür etwas übrig hat, macht mit Rapala Pro Bass Fishing absolut nichts falsch. Gerade durch den beiliegenden Angelcontroller, kommt tatsächlich ein recht authentisches Gefühl rüber. Ohne die in der Meckerecke beschriebenen Mängel, wäre die Note sogar noch was höher ausgefallen.

Grafik

schwach

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

70%

Singleplayer

75%

Multiplayer

Release

29.10.2010

Developer

Activision

Publisher

Activision

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

2


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