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Reviews: Nintendo Wii

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Sengoku Basara: Samurai Heroes

Action Adventure

09.11.2010

Autor: Lukas Strübig

 

 

Einführung!

 

Das Hack 'n Slay Genre hat sich in dieser Generation weiter entwickelt als kaum eine andere Spielegattung. Was früher Devil May Cry war, heißt heute God of War oder Dantes Inferno. Sengoku Basara: Samurai Heroes ist der insgesamt sechste Teil einer Hack 'n Slay Reihe, die in ihrer Geschichte lose auf einer Ära der japanischen Geschichte basiert; und "lose" ist da eigentlich noch etwas untertrieben. Wenn Magoichi Saica, die hier historisch unkorrekt eine Frau ist, mit vollautomatischen Sturmgewehren, Schrotflinten und Raketenwerfern eine Festung stürmt, Oichi Oda von einem dämonischen Albtraum kontrolliert wird und Tadakatsu Honda eine Rüstung trägt, die kein gewöhnlicher Mensch stemmen kann ist das Wort "Historie" wohl das letzte was einem dazu einfällt.

 

 

Gameplay!

 

In Sengoku Basara übernimmt der Spieler die Kontrolle über einen von 16 verschiedenen Charakteren, die allesamt auf historischen Figuren des Sengoku Zeitalters basieren. Ziel ist es, ganz Japan unter sich zu vereinen. Die Charaktere sind allesamt sehr bunt und entsprechen dabei deutlichen Anime-Klischees, sprechen nur einen epischen Satz nach dem anderen und zeigen jedem, dass sie die Besten sind. Neben den typischen toughen Frauen, kleinen, naiven Mädchen, Emo-Kämpfern und verrückten Herrschern finden sich hier aber auch einige sehr kreative Figuren, so zum Beispiel Oichi, die unter der Kontrolle eines Dämonen steht und in einer ewigen Trance zwischen wachem Zustand und Schlaf gefangen ist. So unterschiedlich die Kämpfer auch sind, die Kämpfe sind es nicht. Und hier kommt leider der große, unumstößlich ewig geltende Schwachpunkt des Spiels: es ist zu einseitig!

 

In jeder Mission kämpft man sich durch Horden von Gegnern, deren KI nicht weiter geht als "d'oh?" Sie stehen tatsächlich nur in der Gegend herum und lassen sich umhauen. Dazu kommt noch, dass jedem Charakter insgesamt nur vier Attacken zur Verfügung stehen, die sich, abhängig vom Kämpfer, mal mehr mal weniger unterscheiden. Die vierte Attacke ist zudem nur eine Art Combo, die man nach einem gewissen Bodycount einsetzen kann. Mit einer weiteren Anzeige, die sich langsamer füllt, kann man in eine Art Berserker Modus wechseln, der aber auch unnütz ist, da die Horden der Gegner eh nur selten einen Schlag landen. Anfangs macht diese Art des Gameplays, diese absolute Übermacht, ja Spaß, aber ohne eine Herausforderung wird das Gameplay bald sehr langweilig. Sollte man dann tatsächlich mal von der Übermacht der feindlichen Soldaten übermannt werden, muss man die gesamte Mission von vorne beginnen. In jedem zweiten Review wird sich darüber beschwert, aber mal ernsthaft: was soll's? Man stirbt eh selten und da das Spiel nicht gerade ein Vorbild an Abwechslung ist, macht man eh immer nur dasselbe.

 

Die einzige Herausforderung sind Bossgegner. Und ja, bei denen sollte man hin und wieder in Deckung gehen oder ausweichen, aber da eine so geringe Attackenvielfalt besteht sind die Kämpfe gegen diese Kontrahenten eh nicht besonders spannend.

 

Außerhalb des Kampfes lassen sich dann kleinere Änderungen vornehmen. So zum Beispiel die Bewaffnung des Helden. Auf dem Schlachtfeld kann es nämlich vorkommen, dass man hin und wieder eine neue Waffe findet. In den meisten Fällen kam es bei mir aber vor, dass die erste neue Waffe meist auch die Beste ist, hin und wieder mit weitem Abstand. Auch kann man die Kraft seines verlängerten Armes mit einigen Verbesserungen aufstocken und einen Gefährten für den Kampf wählen. Dieser wird dann vom einem zweiten Spieler gesteuert, möchte sich dieser dem Kampf anschließen.

 

Als letzte Option gibt es dann noch die Möglichkeit, ein zweites Kostüm anzuziehen, dieses erhält man aber erst, nachdem man die Kampagne des jeweiligen Charakters durch gespielt hat.

 

Ansonsten gaukelt einem das Spiel zwischen den Schlachten vor, ein Strategie Spiel zu sein. Die Karte von Japan und die Auswahl, welchen Gegner man angreifen möchte sowie die stilistisch dargestellten Ausgänge von Schlachten suggerieren ein durch den Zufall bestimmtes Spiel, dabei wird die Handlung nur durch die Wahl des Gegners minimal beeinflusst, der ganze Rest ist vorgeschrieben.

 

Neben dem normalen Story Modus gibt es auch einen Freie Schlacht Modus, in dem man mit einem der Charaktere eine schon vorher in der Story bestrittene Schlacht nachspielen kann. Rollenspiel-Fans werden also froh sein, dass es nach dem eigentlichen Ende dort weiter geht, man seinen Lieblingscharakter weiter aufleveln und weitere Items finden kann. Sonst wird man noch mit ein paar Extras wie einer Kunstgalerie oder einer Soundtrack-Galerie beglückt. Ich finde ja, dass jedes Spiel so etwas haben sollte.

 

 

Grafik und Sound!

 

Was auf der PS3 stark bemängelt wurde sieht auf der Wii eigentlich ganz gut aus. Die Charaktermodelle sind schön gestaltet und geizen nicht am Polygoncount, die Framerate bleibt stabil, es gibt ausreichend Anti-Aliasing und die Farben leiden auch nicht, anders als zum Beispiel in CoD4.

 

Dafür sind die Effekte sehr schwach und nichts, was man nicht schon seit der PS2 kennt, die Ingame-Animationen wirken teils etwas Hölzern und die Umgebung in den Levels ist sehr trist und vor allem immer gleich. Zwischen den einzelnen Leveln gibt es in der Umgebung aber zum Glück ein großer Unterschied, mal kämpft man auf Schiffen, dann in einem dunklen Wald, auf einer hellen Lichtung oder in einer mächtigen Festung. Somit bringt zumindest das Leveldesign ein wenig Abwechslung ins immer gleiche Gameplay.

 

Auf die Ohren gibt es natürlich auch was, nämlich schönen asiatischen Soundtrack, der die Charaktere und die Situation, in der sie sich befinden, passend unterstreicht. Es ist kein Soundtrack auf dem Niveau eines "Muramasa", aber er macht seinen Job gut.

 

Ihren Job gut macht auch die englische Sprachausgabe. Die meisten Charaktere klingen hier zwar tatsächlich wie aus einem Anime entnommen, doch wieder andere wurden wirklich verdammt gut vertont. Leider hört man als Spieler, wie viel zu oft, die gleichen Sprüche immer wieder und wieder und wieder. Aber das kennt man ja bereits.

 

 

Vielen Dank an Capcom für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Also schön, es scheint da draußen wirklich Leute zu geben, die Fans der Samurai Heroes sind. Und diese wird es nicht interessieren, was ich dazu zu sagen habe, da ich selbst kein Fan des Gameplays bin und diesen Titel für sie nicht bewerten kann. Allen anderen sei gesagt: Sengoku Basara ist bei Leibe kein schlechtes Spiel. Es bietet teilweise eine gute Story und vor allem viele, in ihren Klischees gut gemachte, Charaktere. Wer sich mit repititiven Gameplay ohne viel Anspruch zufrieden geben kann, kann sich diesen Titel anschauen und sogar Gefallen an ihm finden. Wer ein Spiel vom Kaliber God of War erwartet wird unweigerlich enttäuscht.

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

ok

Spielspaß

schwach

69%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

15.10.2010

Developer

Capcom

Publisher

Capcom

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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