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Reviews: Nintendo Wii

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Sports Island 3

Sport

15.11.2010

Autor: Mario Kablau

 

Wii Sports nur anders!

 

Nintendo hat es angefangen, viele andere machen es nach. Wii Sports ist damals zum Launch der Wii eingeschlagen wie eine Bombe. Und dass ist es nicht nur, weil es in den USA und in Europa der Konsole beiliegt, denn auch in Japan sind die Verkaufszahlen exzellent. Kein Wunder, dass also viele andere Entwickler auch auf den Zug aufspringen, einer davon ist Hudson, die über Konami bereits den dritten Teil ihrer Sports Island Serie auf der Wii herausgebracht haben.

 

Und natürlich wurde dabei nicht nur auf die Wiimote zurück gegriffen, sondern es kommt auch Motion Plus zum Einsatz, anders als in Wii Sports Resort jedoch nicht zwingend. Weiteres Unterscheidungsmerkmal ist ein Online-Modus, der dafür sorgen könnte, dass sich das Spiel positiv vom Vorbild von Nintendo abhebt. Könnte! Aber eins nach dem anderen.

 

Bevor es los geht, sollte man zunächst sein eigenes Team erstellen. Eine Pflicht ist das jedoch nicht, da es auch vorgefertigte gibt, auf die man einfach zurückgreifen kann. Richtet man sich sein Eigenes ein, dann geht es nicht nur darum, einen Namen festzulegen, seine Lieblingsfarbe anzugeben und ein Logo auszuwählen, sondern natürlich auch um die sechs Teammitglieder. Da keine Miis zum Einsatz kommen, lassen sich die Figuren direkt im Spiel bearbeiten, wobei sich Hudson kräftig von Nintendo hat inspirieren lassen.

 

Wichtig ist, dass man ein ausgewogenes Team hat, denn während für manche Sportarten ein großer Sportler gut ist, sollte man für andere auch kleinere und mittelgroße Athleten im Aufgebot haben. Allerdings darf man auch die Teamsportarten nicht komplett vergessen, bei manchen sind viele Große von Vorteil, bei anderen dagegen viele Kleine… Die Körpergröße legt vor allem Geschwindigkeit und Kraft fest, womit klar ist, wann wer am besten geeignet ist. Da im Spiel bereits acht Teams voreingestellt sind, darf man sich da auch gerne bedienen, wenn man mit der eigenen Mannschaft mal nicht weiter kommt.

 

Sobald man sein Team eingerichtet hat, kann es schon losgehen. Da das Spiel explizit zwischen Einzel- und Mehrspieler unterscheidet, sollte man zunächst diese Entscheidung treffen. Für den Anfang empfiehlt sich der Singleplayer, um mit den Sportarten in Ruhe warm zu werden. Und dazu wiederum sollte man sich zunächst das Tutorial anschauen, denn dort bekommt man die verschiedenen Sportarten genau erklärt.

 

Bereits hier merkt man, wie sehr kleine Fehlentscheidungen doch nerven können. Jede Sportart hat ein eigenes Tutorial, zu dem man quasi gezwungen wird, da weder die Anleitung noch das Spiel ansonsten in Textform ausdrücken, wie sich die einzelnen Sportarten bedienen lassen. Dazu kommt noch, dass jedes Tutorial aus mehreren Teilen mit Ladenzeiten davor und danach bestehen und man nicht direkt von einem Teil zum nächsten kommt. Hat man diese Hürde dann jedoch irgendwann genommen, kann es endlich richtig losgehen. Und damit beende ich die wohl längste Einleitung in der Geschichte der 10do.de Reviews.

 

 

Spielmodi und Sportarten!

 

Spielt man alleine, dann hat man sogar eine recht breite Auswahl an Spielmodi, um langen Spielspaß zu garantieren. Neben dem freien Spiel, dass sich gut zum trainieren der Sportarten eignet, gibt es noch Turniere, Herausforderungen und eine Liga. In einem Turnier spielt man nacheinander in einer Sportart gegen drei Teams und gewinnt das Turnier, wenn man alle besiegt hat. Im Laufe der Zeit kommen schwerere Turniere dazu. Eine Liga ist im Prinzip das gleiche nur eben mit allen Sportarten und Wettkämpfen unter allen teilnehmenden Teams. Auch hier schaltet man im Spielverlauf schwerere Ligen frei. Hinter den Herausforderungen verbergen sich kleine Minispiele, in denen man bestimmte Vorgaben erfüllen muss.

 

Hat man Freunde neben sich stehen, dann empfiehlt sich der Mehspieler-Modus. Cool daran ist, dass man sowohl im selben Team als auch gegeneinander antreten kann. So lassen sich zum Beispiel Turniere auch gemeinsam meistern oder man kann sich im freien Spiel in beliebigen Konstellationen mit- und gegeneinander messen. Im freien Spiel lässt sich übrigens die KI der COM-Gegner an die eigenen Fähigkeiten anpassen, jedoch nicht mehr als eine Stufe über der eigenen Teamstärke. Das eigene Team entwickelt sich nämlich immer weiter, wenn man erfolgreich ist und wird im Laufe der Zeit immer besser.

 

Sportarten sind insgesamt zehn dabei, die ich jedoch nicht alle im Detail vorstellen werde, sondern nur einen Auswahl. Der Vollständigkeit halber fange ich jedoch mit einer Auflistung der Integrierten an: Squash, Volleyball, Fechten, Kajak, Baumstamm sägen, Turmspringen, Ski Slalom, Snowboard Halfpipe, Lacrosse und Kunstfliegen.

 

Ich fange mal klein an: die wohl einfachste Sportart ist das Baumstamm sägen. Hier geht es darum, vor dem gegnerischen Team eine Scheibe von einem Baumstamm abzusägen. Die zwei Spieler eines Teams stehen sich gegenüber und müssen die große Säge synchron bewegen, um schnell voran zu kommen. Daher ist es hier vor allem wichtig, sich mit seinem Teampartner abzustimmen, was man zu zweit tatsächlich auch in der realen Welt umsetzen sollte, um wirklich gut zu sein.

 

Auch nicht so schwer zu verstehen sollte Squash sein. Im Prinzip spielt es sich wie Wii Sports Tennis, jedoch mit dem Unterschied, dass man den Ball eben gegen eine Wand schmettert. Einfach die Wiimote im richtigen Moment schwingen, um den Bal möglichst genau zu treffen, Die Bewegung der Figuren wird automatisch gesteuert, Squash ist also sehr einsteigerfreundlich, jedoch maximal zu zweit spielbar. Ohne Motion Plus habe ich jedoch fest gestellt, dass das gar nicht so leicht ist, dass der Schlag schon bei der kleinsten Bewegung ausgelöst wird, was oft zu Fehlern führt.

 

Volleyball bietet sich vor allem an, wenn man zu viert antritt, vor allem in einem Team kann das lustig werden. Die sechs Feldspieler bewegen sich zwar von alleine, baggern, pritschen und schmettern muss man aber natürlich selber. Es kommt also darauf an, möglichst zum richtigen Zeitpunkt, die passende Bewegung auszuführen, um den Gegner auszuspielen. Zusätzlich lässt sich per Steuerkreuz vor einem Ballkontakt festlegen, in welche Richtung man abspielen will.

 

Eher für Einzelspieler ist das Turmspringen geeignet, da man hier nacheinander antritt. Zunächst muss man die Wiimote im richtigen Moment nach oben schwingen, um optimal abzuspringen und dann in der Luft vorgegebene Bewegungen nachmachen, damit Figuren ausgeführt werden. Zum möglichst aalglatten Eintauchen ins Wasser genügt dann ein gut getimter Schwung nach unten und schon sollte die Maximalpunktzahl erreicht sein. So einfach ist es natürlich nicht, es soll ja schließlich Spaß machen und herausfordern. Etwas schade finde ich hier lediglich, dass man nur vorgegebene Figuren nachmachen muss und nicht selbst kreativ sein darf.

 

Zuletzt noch ein paar Worte zum Kajak: Man hält die Wii-Fernbedienung einfach quer in beiden Händen und stellt sich vor, sie wäre ein zweiseitiges Paddel. Schon kann man los schippern und muss einen Parcours mit Stromschnellen, Hindernissen und zu durchfahrenden Toren möglichst schnell meistern, um als Sieger aus dem Wettkampf hervorzugehen.

 

 

Keine Freunde parat?

 

Hat man keine Lust auf die Einzelspieler-Herausforderungen und gerade auch keine Freunde in der Nähe, dann bietet sich der Online-Modus an. Nach allem was ich bisher schon beschrieben habe, dürfte klar sein, dass das wohl das einzige wirkliche Unterscheidungskriterium zu Wii Sports (Resort) ist. Leider sind jedoch nicht alle Sportarten online gemeinsam spielbar, lediglich Lacrosse, Volleyball, Squash und Fechten sind verfügbar.

 

Zum Start empfiehlt sich das freie Spiel, um sich mit dem Vorgehen vertraut zu machen. Anschließend darf man noch wählen, ob man ein schnelles (= Standart-Regeln) oder ein benutzerdefiniertes Spiel machen möchte, danach geht es gleich los. Die Auswahl der Gegner beschränkt sich dabei bei uns auf die europäische Region.

 

Hat man bereits Leute auf seiner Freundesliste, wobei jedoch blöderweise auf die Freundescodes-Logik von Nintendo zurück gegriffen wird, lässt sich ein Match auch gemeinsam mit diesen spielen. Hierzu einfach einen Raum aufmachen oder einem beitreten. Wenn man selbst den Raum aufmacht, darf man Sportart und Regeln selbst festlegen, im anderen Fall muss man mit der Auswahl des Hosts leben. Abstimmungsmöglichkeiten gibt es keine.

 

In der Punkte-Offensive geht es darum, alleine einen Highscore aufzustellen und diesen dann auf eine Online-Rangliste zu stellen. Hier sind auch die anderen Sportarten verfügbar, die man nicht direkt online spielen kann. Warum man das jedoch nicht einfach als Feature im Einzelspieler-Modus integriert hat, ist mir ein Rätsel…

 

Insgesamt ist der Online-Modus eine ganz nette Sache, er kann jedoch nur schwachen Trost spenden, denn trotz allen bisher recht positiv klingenden Worten, wird ein mittelmäßiges Spiel durch mehr Optionen auch nicht besser. Warum es nur mittelmäßig ist? Weiterlesen!

 

 

Steuerung und Technik

 

Wer bis hierher durchgehalten hat, weiß bereits, dass man sich über mangelnde Abwechslung sicher nicht beschweren kann. Es gibt viele Spielmodi für Einzelspieler und Gruppen sowie den soeben erwähnten Online-Modus. Was jedoch essentiell für ein (Casual) Sportspiel ist, fehlt Sports Island 3 zu großen Teilen. Weder die Sportarten noch die Steuerung sind intuitiv, was das Spiel ziemlich frustrierend machen kann.

 

Vor allem Einsteiger kommen nicht umhin, sich entweder die quälend langsamen Tutorials reinzuziehen oder einen Freund da zu haben, der die Steuerung schon kennt. Einfach drauf los spielen funktioniert nicht, da man außerhalb der Tutorials nicht genug Infos bekommt, um wirklich erfolgreich spielen zu können. In diesem Bereich ist Sports Island 3 meilenweit von Wii Sports entfernt.

 

Doch nicht nur die unnötige Komplexität der Steuerung ist ein Hindernis, die Steuerung an sich ist auch nicht wirklich gut gelungen. Ohne Motion Plus reagiert die Wiimote oft viel zu empfindlich und mit dem Extra fehlt trotzdem die aus Wii Sports Resort liebgewonnene Genauigkeit. Die Entwickler hätten sich besser für eine Option entschieden und die Sportarten dann darauf hin optimiert.

 

Die schwache Technik brauche ich wohl kaum anzusprechen. Seit Nintendo den Maßstab quasi direkt auf den Boden gelegt hat, strengen sich andere Entwickler scheinbar auch nicht mehr wirklich an. Klar, richtig schlecht sieht Sports Island 3 nicht aus, der Comic-Stil der Figuren passt ja auch gut zu einem solchen Titel, einen Blumentopf gewinnt Hudson damit jedoch auch nicht. Die Bewegungen der Figuren wirken nicht rund und strotzen dazu auch nicht vor Details. Auch hier ist der Titel also bestenfalls mittelmäßig, was im Übrigen auch für die Musik gilt.

 

 

Vielen Dank an Konami für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Auf dem Papier klingt Sports Island 3 nach einem echten Konkurrenten für Wii Sports. Es bietet Unterstützung für Motion Plus sowie einen Online-Modus und eine große Vielfalt an Sportarten. Im Test zeigt sich dann jedoch, dass es große Mängel bei der Steuerung gibt, die vor allem viel zu komplex ist und dazu auch noch nicht immer einwandfrei funktioniert. Auch sind die Sportarten auf Dauer ziemlich langweilig oder wer sägt schon gerne virtuell Scheiben von einem Baumstamm ab oder folgt stupiden Bewegungsanweisungen beim Turmspringen? Wäre die Steuerung besser und die Spiele durchdachter, dann hätte es leicht das Nintendo-Pendant schlagen können, so ist es nur ein weiteres mittelmäßiges Casual-Sportspiel. Schade!

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

schwach

Spielspaß

ok

47%

Singleplayer

52%

Multiplayer

Release

14.10.2010

Developer

Hudson Soft

Publisher

Konami

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

1-4


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