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Reviews: Nintendo Wii

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Tom Clancy's H.A.W.X. 2

Action

17.11.2010

Autor: Mario Kablau

 

 

Warum eins mehr nicht immer besser ist!

 

Der erste Teil der H.A.W.X.-Reihe, der von Ubisoft in Rumänien entwickelt wurde und Anfang 2009 für PS3, Xbox 360 und den PC auf den Markt kam, war alles andere als ein Überflieger. Und dass, obwohl man in modernen Kampfjets und Helikoptern den Feinden mächtig einheizen konnte. Aber es ist ja nicht schlimm, wenn man aus Fehlern lernt und es beim Nachfolger besser macht. Umso schlimmer ist es jedoch, wenn das Gegenteil passiert. Ich habe den ersten Teil auf der PS3 zwar nur kurz anspielen können und verlasse mich daher auf die Aussagen von Freunden, jedoch machte das Spiel nicht wirklich glücklich.

 

Vermutlich dachten sich die Entwickler, dass die Fortsetzung besser würde, wenn man eine weitere Konsole ins Boot nimmt und auch diese berücksichtigt. Dieser Plan funktioniert vermutlich nur dann, wenn die Konsolen ungefähr auf Augenhöhe liegen, was bei der Wii ja bekanntlich nicht so ist. Daher unterscheidet sich H.A.W.X. 2 auf der Wii grundsätzlich von der HD-Version, allerdings muss das ja nicht unbedingt etwas Schlechtes sein. Viele Entwickler haben bereits bewiesen, dass man auch auf Nintendos Konsole gute Spiele, ja sogar bessere Spiele als auf den Konkurrenzprodukten machen kann. Dieses Urteil kann ich mir bei H.A.W.X. 2 zwar nicht erlauben, weil ich die HD-Version nicht kenne, es spricht jedoch vieles dafür, dass es bei diesem Spiel nicht so ist.

 

Zwar sind die Bewertungen von H.A.W.X. 2 auf den HD-Konsolen in der Regel schlechter als die des Vorgängers, was heißen könnte, dass die Entwickler mit jedem Spiel auf einer Konsole schlechter werden – was der Wii-Version einen Vorteil verschafft hätte – aber dieses Kalkül geht nicht ganz auf. Aber warum falle ich eigentlich so mit der Tür ins Haus, bzw. dem Fazit in den Testbericht? Also: wer jetzt noch nicht abgeschreckt ist und zu meinen echten Abschlussworten vorscrollen will, dem lege ich die folgenden Zeilen umso mehr an Herz.

 

 

Wie ein Vogel so frei!

 

Ich könnte euch jetzt hier lang und breit beschreiben, was in der Geschichte von H.A.W.X. 2 passiert, wer der Hauptcharakter Cole „Arrow“ Bowman ist und was ihn antreibt, jedoch ist diese ganze Handlung trotz einer recht umfangreichen Kampagne alles andere als wichtig für das Spiel, einfach weil sie total trivial, langweilig und austauschbar ist. Das Spiel versucht verzweifelt cool zu sein, man könnte sogar fast sagen „badass“, jedoch ist das gründlich in die Hose gegangen. Die Charaktere sind flach, die Handlung vorhersehbar und langweilig und die Dialoge so platt wie die sprichwörtliche Flunder. Ich habe mir aber gedacht, dass ich mich davon nicht stören lassen will, weil ich einfach mal wieder Bock auf ein gutes Flugspiel hatte. Und ich wurde erstaunlicherweise nicht allzu sehr enttäuscht.

 

Ich habe mich also darauf konzentriert, wie sich das Spiel anfühlt und wie viel Spaß es macht, ohne zu viel Wert auf die Handlung oder die Grafik zu legen. Nach der ersten Trainingsmission, die einem fast die Tränen in die Augen treiben kann (weil sie so schlecht ist), geht es aber zum Glück bergauf. Im Prinzip sitzt man in jeder Mission in einem anderen Fluggerät und bekommt so genügend Abwechslung geboten. Darüber hinaus gibt es auch noch verschiedene Ansichten je nach Mission, die für weitere Variation sorgen. Aber eins nach dem anderen.

 

Man steuert sein Fluggerät ganz einfach per Stick auf dem Nunchuk bzw. durch Bewegung desselbigen. Die Tasten C und Z setzt man ein, um zu bremsen und zu beschleunigen, man sollte jedoch nicht zu lange bremsen, denn obwohl man so engere Kurven fliegen kann, reißt irgendwann die Luftströmung ab und es geht nur noch nach unten. Der Pointer der Wiimote dient ausschließlich als Fadenkreuz und über die Tasten B und A feuert man die beiden Waffen ab. Dabei dient B für die Projektilwaffe und A für Raketen, die man jedoch nicht einfach so abfeuern kann. Zum Zielen visiert man einen Gegner mit dem Pointer an und hält dann A gedrückt. Wenn man ihm nun lange genug folgt und weder zu weit weg noch zu nah dran ist, loggt sich die Rakete ein und es kann losgehen. Sollte der Gegner über ein Raketenstörsystem verfügen, dann helfen jedoch nur die Projektile.

 

Obwohl die Missionen sich ziemlich ähnlich sind und man im Prinzip immer nur Gegner bekämpft, haben sich die Entwickler ein paar spannende Dinge einfallen lassen. So muss man hin und wieder unter dem Radar fliegen, bestimmte Gegner verfolgen, ein Objekt umkreisen, um per Funkverbindung Daten zu klauen oder den beinahe zerstörten eigenen Jet möglichst schnell sicher ans Ziel bringen. Einmal muss man sogar per Helikopter einen Zug verfolgen und dabei durch Tunnel fliegen, Stromleitungen unterqueren und Flugabwehrgeschützen ausweichen. Action gibt es also mehr als genug.

 

Neben der Kampagne bietet das Spiel auch noch ein paar Extras, So kann man sich die freigeschalteten Fluggeräte ansehen und sogar ihre Farbe ändern, etwas über den Hintergrund der Figuren erfahren und seine Auszeichnungen begutachten, die man für bestimmte Leistungen in den Missionen bekommt. Darüber hinaus gibt es noch den Spielmodus „Überleben“, in dem man – wie der Name schon verrät – möglichst lange überleben und dabei so viele Gegner wie möglich besiegen muss. Beim „Blick von oben“ handelt es sich um ein ganz klassisches Shoot ’em Up, in dem man sein Flugzeug mal von oben und mal von der Seite sieht und auf diverse Gegner trifft. Das ist wirklich eine nette Idee, um etwas Abwechslung zu bieten. Später schaltet man auch noch „Schauplatz“ und „Verfolger“ frei, wobei man gegen bestimmte Gegner antritt und als Wanderfalke die Landschaft erkundet.

 

 

Technik, Flugmodi und Steuerung!

 

Nach ein paar Absätzen mit etwas Lob, reduzieren wir die Flughöhe nun wieder etwas, denn die Technik ist auch für Wii-Verhältnisse alles andere als gut. Schon in der ersten Mission, wenn man das erste Mal die Welt unter dem Flugzeug sieht, hatte ich irgendwie das plötzliche Gefühl, meine Brille suchen zu müssen. Unscharf ist es zwar nicht, aber detailarm, repititiv und langweilig. Wasser, Land und Berge sehen einfach nicht gut aus, doch zum Glück fallen die beim schnellen Gameplay nur selten ins Auge. Nur bei Tiefflugszenarien merkt man wirklich, wie schlecht die Umgebung dargestellt wurde. Dafür können die Fluggeräte überzeugen und auch das Waffenfeuer sowie Explosionen sind ganz ordentlich gelungen.

 

Die Musik fällt irgendwie nur am Ende eine Mission auf, was jedoch nur am platten Songtext (No one said, that this would be easy) liegt. Im Spiel selbst habe ich nur selten überhaupt gemerkt, dass es Musik gibt; schade. Die deutsche Sprachausgabe ist zwar generell eine feine Sache, wegen der platten Dialoge aber eher lustig als fesselnd. Die Sprecher machen ihren Job zwar ordentlich, aber ein schlechtes Skript macht auch der beste Sprecher nicht zu einem guten Gesamtwerk; und hier sind sicher auch nicht die besten Sprecher am Werk gewesen.

 

Die Steuerung hingegen, und darauf kommt es ja im Wesentlich an, ist gut gelungen. Man muss sich zwar anfangs etwas dran gewöhnen, dass man nicht mit dem Pointer bzw. der Wiimote lenkt und dass Kurven mit einem Überschalljet nicht so leicht zu fliegen sind, aber viel falsch gemacht haben die Entwickler nicht. Die Option, durch Bewegungen des Nunchuks zu steuern, ist eine gute Idee, denn sie bringt noch mehr Realismus ins Spiel. Ich finde es sogar viel besser, dass man nicht durch Bewegungen der Wii-Fernbedienung das Flugzeug steuert, weil sich ein Stick bzw. der Nunchuk dafür einfach besser und richtiger anfühlen. Auch finde ich positiv, dass sich jedes Fluggerät wirklich unterschiedlich anfühlt und die Eigenarten gut ins Spiel gebracht wurden. Ein Helikopter ist eben wesentlich wendiger als ein Tarnkappenbomber. Auch die (nicht veränderbare) Belegung der Tasten ist gut durchdacht.

 

Übrigens kann jederzeit ein zweiter Spieler mit einsteigen, indem er sich einfach eine eigene Wii-Fernbedienung schnappt und dann das zweite Fadenkreuz bedient. Durch diese Trennung ist es sogar möglich, dass man sich die Arbeit komplett teilt, einer steuert und der andere feuert. Das ist eine spaßige Ergänzung, die vor allem in schwereren Missionen helfen kann.

 

Zuletzt an dieser Stelle noch ein paar Worte zu den Flugmodi. Je nach Mission hat man nämlich nicht nur ein anderes Fluggerät unterm Hintern, sondern bedient es auch anders. Während es im normalen Luftkampf alle Optionen gibt, sind diese beim Bodenangriff eingeschränkt, da der Fokus hier auf dem zielgerichteten Abwurf von Bomben liegt. Im Helikopter-Modus sitzt man sogar direkt im Cockpit und ist im Übersichts-Modus besonders weit weg vom Flieger. Neben den recht abwechslungsreichen Missionen sorgt das für weitere Variationsvielfalt. Für Anfänger gibt es sogar einen Autopilot, so dass man nur noch feuern muss, quasi ein Onrails-Shooter in der Luft.

 

 

Vielen Dank an Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Na... Vorgescrollt bis hierhin? Oder tatsächlich den ganzen Bericht gelesen? Falls du ersteres mit Ja beantwortest, wirst du dich jetzt vermutlich etwas wundern: H.A.W.X. 2 ist zwar kein sehr gutes Spiel, aber ein Titel der trotz seiner Mängel je nach der eigenen Vorliebe durchaus Spaß machen kann. Die Steuerung ist gelungen, es gibt ausreichend Umfang und über zu wenig Abwechslung kann man sich auch nicht beklagen. Lediglich die platte und absolut uncoole Geschichte sowie die - abseits der im Prinzip guten und grundsätzlich wünschenswerten deutschen Sprachausgabe - sehr schwache Technik bremsen den Falken unnötig aus und kosten Wertungspunkte. Wer Lust auf ein recht abwechslungsreiches Flugspiel hat und nicht so sehr auf tolle Technik fixiert ist, der kann es bedenkenlos zocken. Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht, zu zweit ist es sogar noch etwas besser.

Grafik

schwach

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

70%

Singleplayer

72%

Multiplayer

Release

11.11.2010

Developer

Ubisoft Romania

Publisher

Ubisoft

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2


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