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Reviews: Nintendo Wii

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Trackmania

Rennspiel

23.11.2010

Zum Testbericht der DS-Version

Autor: Timo Hellmund

 

 

Zoom Zoom

 

Das Spiel hat es mir nicht leicht getan. Als alter Trackmania-Veteran, der die meisten Versionen auf dem PC gespielt hat, war die Messlatte ziemlich hoch und ich ebenso skeptisch, ob das geniale Konzept auch auf einer Konsole funktioniert. Daher muss sich Trackmania für Wii dem Vergleich mit den großen Brüdern stellen.

 

Was? Ihr habt von Trackmania noch nie etwas gehört? Dann heiße ich euch herzlich willkommen zum vielleicht skilllastigsten Arcade-Racer, den es gibt. Anders als in den meisten Rennspielen, fährt man hier in der Regel nicht auf Rundkursen, sondern auf Strecken, die von A nach B führen. Dabei gibt es weder Waffen, noch irgendwelche Gadgets, die dem Spieler beim Durchfahren der Abschnitte behilflich sind. Es zählt nur sein fahrerisches Können. Genau das macht auch das überaus hohe Suchtpotenzial der Trackmania-Serie aus. Man findet stets eine Stelle, die man noch eine Hunderdstel Sekunde schneller passieren kann. Die Strecken werden dadurch nie langweilig und das Motivationssystem sucht im Genre seinesgleichen.

 

 

Wie bei den Olympischen Spielen

 

In Trackmania Wii gibt es eine Zusammenkunft aus sechs aus den Vorgängern bekannten Szenarien. Stadium, Island, Desert, Snow, Rally und Coast. Jede von ihnen bietet unterschiedliches Fahrverhalten der Autos. Während der Stadionflitzer eher träge einlenkt, dafür kaum ausbricht, ist der Jeep im Snow Szenario extrem kurveneng zu lenken. Die Sportwagen im Island Szenario haben die höchste Geschwindigkeit und heben leicht ab, in Dessert bricht der Wagen bei längerem und stärkerem Einlenken aus. Der Rallybolide fährt sich äußerst rutschig und die Coast Autos müssen auch mal vor Kurven abbremsen, um nicht im nächstgelegenen See zu landen.

 

Drei Spielmodi sorgen für Abwechslung: Einzelrennen, Puzzle und Plattform. Im Puzzlemodus müsst ihr zunächst die Strecke anhand vorgegebener Teile zusammensetzen und dann die Bestzeit herausfahren. Der Plattformmodus ist eindeutig der forderndste, gleichzeitig aber auch stellenweise frustig. Hier gilt es, sich so wenig wie irgend möglich an den vorherigen Checkpoint zurücksetzen zu lassen. Am besten, man fährt die Strecke in einem Zuge durch. Hier ist perfekter Skill gefragt.

 

Doch das Spiel ist in Sachen Fairness ganz weit vorne. Fahrt ihr gegen eine Mauer oder seht, dass ihr das Ziel nicht in einer neuen Bestzeit erreichen könnt, dürft ihr jederzeit mitten im Spiel von vorne beginnen. Mit einem Druck auf – werdet ihr direkt an den Anfang der Strecke zurückgesetzt. Wahlweise könnt ihr per Druck auf Z zum letzten Checkpoint gesetzt werden. So kann es auch mal sein, dass man über zehn Minuten an einer Strecke spielt, nur um vielleicht doch noch eine Zehntel-Sekunde herauszukitzeln.

 

Dabei gibt es zu jedem Szenario vier Schwierigkeitsgrade mit fünf Strecken, plus einen Extrem-Modus. Hat man sich für eine Strecke entschieden, gilt es schnellstmöglich ans Ziel zu kommen. Dabei motiviert ein Medaillensystem, das besser kaum ausfallen könnte. Gold, Silber, Bronze und als Schmankerl oben drauf die „Nadeo Medaille“. Diese bekommt ihr nur, wenn ihr die Zeit der Entwickler unterbietet und das ist alles andere als einfach. Um diese Medaille zu erlangen, müsst ihr die Strecken auswendig kennen und möglichst keine Hundertstel auf dem Weg liegen lassen. Dazu gibt es Achievements, z.B. für das Beenden eines Szenarios in einem Schwierigkeitsgrad oder dem erfolgreichen Erstellen einer Strecke.

 

Die Strecken des Spiels sind selten länger als eine Minute. Sie erfordern mal gutes Augenmaß, mal perfekte Beherrschung des Boliden. Mit dem Singleplayer-Modus werdet ihr, solltet ihr tatsächlich alle Strecken freispielen wollen, viele Stunden beschäftigt sein. Viel länger, als zum Beispiel bei Trackmania Nations, in dem der Solospieler nur als Aufwärmrunde für künftige Onlinesessions dient.

 

 

Perfektes Onlinesystem?

 

Jetzt kommen wir zum Herzstück eines jeden Trackmanias. Kaum ein Spieler kauft sich die Spiele für den Solospieler-Modus. Viel eher ist der Online-Modus der eigentliche Reiz. Mit menschlichen Kontrahenten macht es doch gleich viel mehr Spaß – und man lernt von ihnen. Dabei unterstützt Nadeo die Community wo sie nur können; sie geben alle Freiheiten zum Erstellen von Maps und zum Austausch tausender Strecken. Kann das Wii Pendant also mit dem vorbildlichen Onlinesystem der PC Trackmanias mithalten?

 

Leider nicht. Es gibt keine Server, auf die man sich einfach draufschalten kann. Große Partien mit 32, ja 64 Spielern gibt es in der Wii-Version nicht. Ein einfaches Onlinematch bietet Platz für sechs Spieler. Jeder darf seine Lieblingsstrecke auswählen, die dann nacheinander gefahren werden. Wahlweise als Runden oder als Zeitrennen. Im Rundenmodus zählt in der Tat, wer zuerst ins Ziel kommt. Für den ersten Platz gibt es 5 Punkte, wer 15 hat, gewinnt das Match. Die Zeitrennen sind auf 4 Minuten beschränkt. Hier hätte Nadeo viel mehr Optionen bieten können, sein Wunschrennen einzustellen. Dafür gibt es bereits jetzt zahlreiche Karten zum Herunterladen. Das ist man von Nadeo gewohnt.

 

Dennoch mag die überaus witzige Stimmung nicht aufkommen, die ich mit Trackmania Nations hatte. Sechs Spieler pro Spielrunde sind zu wenig und durch das Fehlen der Server wirkt alles etwas zu abwechslungsarm. Zumal in den Sessions, die ich spielen konnte, nur Standardkarten erlaubt waren und keine kreativen Einfälle der Community. Diese darf man nur im Duell mit Onlinefreunden auswählen. Auch ein Chat und das Beobachten der Mitspieler fehlen. Schade.

 

Dafür gibt es eine umfangreiche Online-Rangliste. Gewinnt man Rennen oder beendet sie in den vordereren Rängen, verdient man Ladderpoints. Es gibt allerdings bereits jetzt zwei Spieler in der weltweiten Liste, die sich ihre Punkte ermogelt hat. Oder wie erklärt ihr euch die 999.999 Punkte in solch kurzer Zeit? Spaß machen die Online-Duelle aber allemal. Man will immer Erster werden und entwickelt einen unbändigen Ehrgeiz, die Rennen für sich zu entscheiden. Wenn die Mitspieler nicht immer nach einer gespielten Strecke aus dem Match gehen würden und mich gänzlich alleine ließen. Ob das an meinem Skill liegt?

 

Wer keine Lust auf Online hat, darf sich mit drei Freunden im Splitscreen oder mit acht Spielern im Hotseat-Modus heiße Rennen liefern. Hier gibt es auch die Schadenfreude gratis dazu!

 

 

Wie sieht’s aus?

 

Grafisch bleibt sich Trackmania treu. Die Szenarien sind insgesamt abwechslungsreich gestaltet, doch die Streckengrafik dient nur dem Zweck. Man muss sich schließlich aufs Fahren konzentrieren. Durch die fehlende optische Ablenkung bleibt auch das Geschehen fast immer flüssig. Nur manchmal gibt es Mikroruckler. Kommen die aber an der falschen Stelle, landet man schnell im Graben. Dafür ist das Geschwindigkeitsgefühl im Island Szenario sehr gut.

 

In Sachen Sound bietet Trackmania einige schöne Musikstücke, die man auf Dauer aber ausschaltet. Die Motorensounds sind typisch Trackmania trashig und nicht realistisch.

 

 

PC vs. Wii

 

Zugegeben, der Vergleich ist ein wenig unfair, doch dient er mir als Referenz. Das Stadion-Szenario gefällt mir generell seit Nations Forever nicht mehr, als die Schotterelemente eingebaut wurden. Das reine Stadionsetting von Nations (ohne Forever) gefiel mir von allen Szenarien stets am besten. Das ist in der Wii-Version nicht anders.

 

Die Steuerung auf dem PC funktioniert tadellos und ist frei konfigurierbar. Auch auf der Wii kann man sich nicht beklagen, wenn man mit Nunchuk spielt. Achtung! Spielt das Spiel nicht mit Neigungssensor, es wird unspielbar. Auch die Alternative mit Steuerkreuz ist nicht das Gelbe vom Ei.

 

Der abgespeckte Onlinemodus hat nicht den Reiz der Originale. Dadurch geht viel Potenzial verloren. Hätte Nadeo alternativ Server aufgestellt, auf denen auch mal Custom-Build Strecken zu sehen sind, wäre der Multiplayer eine Wucht geworden. So zieht er im Vergleich leider den Kürzeren.

 

 

Vielen Dank an dtp entertainment für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Wer noch kein Trackmania besitzt, sollte sich dieses Spiel auf jeden Fall anschauen. Man benötigt viel Skill und es gibt keine blauen Panzer, die einem den Sieg zwei Meter vor der Ziellinie kaputt machen; nur das eigene Können. Das hebt es von anderen Arcade-Racern angenehm ab. Wer sich noch nicht traut, kann sich auch die kostenlose Nations Version auf dem PC herunterladen. Diese läuft auch auf Mittelklasse-PCs flüssig.

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

81%

Singleplayer

83%

Multiplayer

Release

28.10.2010

Developer

Firebrand Games

Publisher

dtp-entertainment

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-8

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2-4


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