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Reviews: Nintendo Wii

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Donkey Kong Country Returns

Jump 'n Run

11.12.2010

Zum Video-Review

Autor: Mario Kablau

 

 

Eine längst überfällige Rückkehr!

 

Donkey Kong: einer der ältesten Charaktere aus dem Hause Nintendo und außerdem der einzige, der Mario das Wasser reichen kann, wenn es um ein ganz bestimmtes Genre geht. Okay, Super Mario Bros. 3 und World waren Meilensteine, allerdings steht Donkey Kong Country dem in nichts nach. Auch die Spiele mit der 64 im Titel waren zumindest ebenbürtig. Danach wurde es leider ruhig um die Affenbande, mal von ein paar etwas anderen Spielen und diversen Gastauftritten abgesehen. Jetzt ist Donkey Kong Country wieder da, in Stammbesetzung, von den Retro Studios. Was für ein Fest!

 

Die Macher von Metroid Prime haben sich nach drei Spielen mit Samus an etwas Neuem versucht und sich bei Leibe keine leichte Aufgabe ausgesucht, gelten die Klassiker von Rare auf dem SNES doch als zeitlos, brillante 2D Jump ’n Runs. Doch ich kann schon vorweg nehmen, dass die Texaner einmal mehr gezeigt haben, was sie auf dem Kasten haben, denn Donkey Kong Country Returns muss sich hinter dem Schatten der drei Vorgänger keineswegs verstecken – im Gegenteil!

 

Wie schon damals ist die Geschichte eher banal: Die Bösen, leider nicht mehr King K. Rool und seine Schergen, haben DKs Vorrat an Bananen geklaut, jedoch haben sie das nicht selbst getan. Die komischen Wesen, die aus dem Vulkan der Heimatinsel gekommen sind, können mit ihrer Musik Tiere hypnotisieren und haben sie so dazu gebracht, das Verbrechen für sie zu begehen. Es geht also nicht nur um Bananenraub sondern auch noch um Tierquälerei. Zum Glück ist DK resistent gegen die Musik und zeigt einem der komischen Wesen gleich mal wo der Hammer hängt.

 

Danach übernimmt der Spieler das erste Mal die Kontrolle über den Affen. Man steuert ihn ganz klassisch durch zweidimensionale Levels und kommt so dem Vulkan ganz oben auf der Insel immer näher. Das Spiel ist in acht Welten eingeteilt, die sich jeweils thematisch unterscheiden. Nach den anfänglichen und offensichtlichen Umgebungen wie dem Dschungel, einem Strand und einer Mine, wird es spätestens in der Fabrik so richtig kreativ.

 

Jede Welt besteht aus mehreren Levels die durch eine Übersichtskarte miteinander verbunden sind, doch sie leistet noch etwas mehr. So befindet sich in jeder Welt nicht nur ein verstecktes Bonus-Level sondern auch die Hütte von DK senior, bei dem man für Bananenmünzen nicht nur weitere Leben sondern auch jeweils einen Schlüssel kaufen kann. Dieser gibt einen alternativen Weg zum Ziel frei, man hat von Anfang an also Wahlmöglichkeiten. Von daher ist es nicht schlimm, wenn man einen Level nicht schafft, auf einem anderen Weg klappt es vielleicht. Außerdem kann man bei dem heute als Cranky Kong bekannten alten Affen Extraleben und besondere Items kaufen. So hilft der Papagei Squawks bei der Suche nach Puzzleteilen. Ein Extraherz erweitert DKs Energieleiste für einen Level von zwei auf drei Herzen und der Bananensaft macht DK beim Einsatz 10 Treffer lang unverwundbar.

 

Und wo wir gerade beim Thema sind. Im Spiel ist der aus New Super Mario Bros. für Wii bekannte Superassistent eingebaut. Scheitert man in einem Level sieben Mal, dann bekommt man die Möglichkeit, von ihm den Level spielen zu lassen. Die Folge ist jedoch, dass man die gesammelte Extras und Gegenstände am Ende nicht behalten darf und damit habe ich schon die zweite perfekte Überleitung hintereinander geschrieben...

 

In jedem Level kann DK zahllose Dinge finden, durch die man jede Menge Bonusinhalte frei spielt. So sind pro Level die Buchstaben K, O, N und G versteckt, die ein weiteres Level in jeder Welt freischalten, wenn man alle Buchstaben der Welt gefunden hat. Außerdem sind Puzzelteile gut versteckt, die Konzeptgrafiken und weitere Dinge verfügbar machen. In den Extras lässt sich auch noch der gesamte Soundtrack finden, er wird für eine Welt verfügbar, sobald man sie durch hat. Und dazu muss man am Ende nur den Boss bezwingen, womit wir bei perfekter Überleitung Nummer 3 angelangt sind.

 

Am Ende jeder Welt wartet ein übler Boss. Und damit meine ich wirklich übel. Auch der Weg dahin ist oft alles andere als ein Zuckerschlecken, dort werden aber sicher einige ihre Meister finden, nicht zuletzt, weil es an dieser Stelle keinen Superassistenten gibt. Anders als in den Klassikern von Rare liegt auf diesen Duellen ein großer Fokus des Titels, denn die Endgegner sind kreativ, meist witzig und absolut retro. Nur wer genau beobachten kann, welches Verhalten einer bestimmten Attacke voraus geht, der wird am Ende zum Ziel kommen; stupides Herumgehüpfe führt nie zum Ziel.

 

Dazu hält sich das Recycling im Rahmen, denn es gibt nur einen Kampf, der sich später in schwererer Form wiederholt, alle anderen Bosskämpfe sind wirklich einzigartig. Und nicht wenige davon haben mich an den Rand der Verzweiflung gebracht, komischerweise war ich jedoch niemals frustriert, was bei mir eigentlich recht schnell passiert.

 

 

Grandioses Gameplay!

 

Das Tolle an Donkey Kong Country Returns ist, dass sich alles absolut stimmig anfühlt. Während die soeben ausführlich beschriebenen Rahmenbedingungen schon dafür sprechen, dass das Spiel eine Granate ist, spürt man die wirkliche Genialität der Entwickler erst, wenn man selbst intensiv eingetaucht ist. Wie ich schon mehrfach gesagt habe, war ich anfangs absolut nicht interessiert an dem Spiel, auch die Demo auf der gamescom hat diese Meinung nicht geändert. Erst als ich selbst mehr Zeit mit dem Titel verbracht habe, verfing ich mich immer mehr im Netz der Sucht.

 

Bereits nachdem ich mit Welt 1 durch war (mal abgesehen von den Extras, daran arbeite ich noch), habe ich im Ansatz gemerkt, was die Entwickler geleistet haben. Jetzt, nachdem ich das Meiste gesehen und gespielt habe, bin ich absolut umgehauen, sogar an die etwas träge Steuerung habe ich mich mit der Zeit so gewöhnt, dass ich sie nun mag. Okay, ab und an hätte ich gerne etwas mehr Punktgenauigkeit, aber man steuert hier nunmal einen großen und schweren Affen und das darf sich ruhig auch so anfühlen.

 

Apropos Steuerung, hier hat man grundsätzlich zwei Optionen, von denen aber nur eine wirklich zu empfehlen ist. Entweder steuert man den Affen mit dem Nunchuk und setzt A zum springen und B oder Z zum greifen ein oder man hält die Wii Remote quer und nutzt dann das Steuerkreuz sowie die beiden Tasten für Sprünge und Griffe. Letzteres finde ich nicht wirklich spaßig, einfach weil das Steuerkreuz viel zu klein ist. Option 1 ist dagegen sehr gelungen, alles geht leicht von der Hand, was auch für die Bewegungssteuerung gilt. Trommelt man mit Wiimote und Nunchuk, dann bringt DK die Umgebung mit seinen Fäusten zum beben, was viele Gegner in der Nähe für kurze Zeit betäubt. Ist DK in Bewegung während der Spieler mit seinen Händen wedelt, dann rollt er durch die Welt und macht alles platt, was keine Stachel hat. Bückt man sich erst und schüttelt dann, pustet DK, womit man allerhand Dinge freilegt oder auch brennende Gegner auspustet, um ihnen anschließend den Garaus machen zu können.

 

Natürlich sind auch die Fässer wieder mit an Bord, diese dienen meistens dazu, ein neues Element im Gameplay zu implementieren: verschiedene Ebenen. So kann man sich in den Vorder- oder Hintergrund schießen lassen, was das Spiel weniger platt werden lässt. Manchmal bleibt die Kamera sogar an ihrem alten Platz, so dass man nun einen viel weiter entfernten Affen steuern muss. Zuletzt seien noch Rambi und die Lore erwähnt: Wie schon im Vorgänger gibt es auch wieder tierische Hilfe für DK, leider hat es (anders als ich vorher irgendwo gelesen hatte) nur Rambi ins Spiel geschafft, das stürmische Nashorn sorgt dafür allerdings für jede Menge Wirbel. Mit ihm ist nicht nur fast jeder Gegner kein Hindernis mehr, er kann auch sonst versperrte Bereiche aufbrechen.

 

Hier und da steigt der heldenhafte Affe auch wieder in oder auf eine Lore und rast dann auf Schienen durch die Umgebung. Hier ist neben Präzision dann auch noch schnelle Reaktion erforderlich, denn ein Fehler führt meist dazu, dass man abstürzt und von vorne beginnen muss. Glücklicherweise gibt es in den Levels jedoch auch Checkpoints, so dass man einmal gemeisterte schwere Stellen als endgültig abgehakt betrachten kann, sofern man anschließend nicht alle Leben verliert. Gespeichert wird übrigens automatisch nach jedem geschafften Level. Ach ja, hin und wieder steigt DK auch auf ein Raketenfass, dass durch Druck auf A an Höhe gewinnt.

 

Übrigens ist DK natürlich nicht alleine unterwegs, sondern er wird von Diddy begleitet. Das bringt dann nicht nur zwei zusätzliche Herzen, sondern auch die Möglichkeit, mit seinem Jetpack über kurze Distanzen zu schweben. Ebenso dient der kleinere Affe einem zweiten Mitspieler als Charakter, so kann man das gesamte Abenteuer auch zu zweit meistern, was wirklich Spaß macht, solange beide Spieler ungefähr gleich gut sind. Der große Vorteil ist, dass man nicht direkt vom Anfang oder vom letzten Checkpoint anfangen muss, wenn einer der beiden beide Energiepunkte verliert oder abstürzt.

 

 

Traumhafte Technik!

 

Auch was die Grafik angeht, war ich anfangs skeptisch. Mich hat vor allem gestört, dass DK nicht mehr so schön pelzig aussieht wie in Jungle Beat auf dem GameCube. Nach kurzer Zeit habe ich das jedoch völlig vergessen, einfach weil alles andere nahezu perfekt ist. Neben tollen Animationen und abwechslungsreichen Gegnern ist es vor allem die Umgebung, die mich umgehauen hat. Zum einen wäre da die Vielseitigkeit; ich habe das Gefühl, noch nie acht so verschiedene Welten in einem Spiel erlebt zu haben, okay Dschungel und Wald sind ein wenig redundant, aber darüber hinaus ist von Strand über Höhle und einer Fabrik bis zum Lava speienden Vulkan wirklich alles dabei, was man sich so vorstellen kann. Es fehlt einzig eine Unterwasserwelt, anders als Martin finde ich das aber sehr gut, denn so etwas habe ich in 2D Spielen schon immer gehasst.

 

Die Entwickler haben sich wirklich große Mühe gegeben, die Welt lebhaft zu gestalten. Bäume wehen im Wind, Tiere bewegen sich im Hintergrund und diverse Licht- und Schatteneffekte sorgen für den Rest der Stimmung. Dazu gibt es Level, die von Nebel durchzogen sind oder im Dämmerlicht spielen, so dass man DK nur als Silhouette sowie seine rote Krawatte sieht. In normaler Auflösung geht es in zwei Dimensionen einfach nicht mehr besser, die Designer bei Retro haben mehr als ganze Arbeit geleistet.

 

Darüber hinaus ist die Akustik des Spiels ebenso gut. Es gibt nicht nur zahllose Neuauflagen bekannter Klassiker aus den Vorgängern sondern auch jede Menge neue Stücke. Alt und neu verschmelzen in perfekter Symbiose zu einer andauernden Schmeichelei für alle Gamer-Ohren. Dazu sind die Soundeffekte witzig und gut ausgewählt. Zuletzt ist Donkey Kong eines der wenigen Spiele, bei dem ich Sprachausgabe nicht vermisse, das Geschehen spielt schließlich in der Tierwelt, von daher lässt sich auch das begründen. Davon unabhängig braucht die Geschichte eh keine Worte, vor allem nicht bei so guten Bildern.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Abschließend lässt sich zu Donkey Kong Country Returns eigentlich nur sagen, dass jeder, der auch nur entfernt Spaß mit 2D Jump ’n Runs haben kann, den Titel unbedingt kaufen muss, viel besser geht es nicht mehr. Die Technik ist nahezu perfekt, die Steuerung ist passend und der Schwierigkeitsgrad ist gewohnt hoch. Dazu kommen Nerven aufreibende Bosskämpfe, viel Abwechslung im Gameplay und ein gelungener 2-Spieler-Modus. Ein wenig meckern könnte man höchstens über den Umfang, denn ein einfacher Durchgang ist in unter 10 Stunden möglich, aber es gibt so viel zu entdecken, dass man sich wesentlich länger mit dem Spiel beschäftigen kann. In meinen Augen hat Mario ein weiteres Mal seinen Meister gefunden, der hoffentlich bald einen Nachfolger spendiert bekommt.

Grafik

super

Sound

super

Steuerung

gut

Spielspaß

super

91%

Singleplayer

92%

Multiplayer

Release

03.12.2010

Developer

Retro Studios

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2


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