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Reviews: Nintendo Wii

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Bakugan: Beschützer des Kerns

Beat 'em Up

09.12.2010

Autor: Marvin Gräfe

 

 

Baku-was? Bin ich zu alt?

 

Meine frühe Jugend haben damals Serien wie Pokémon oder Digimon geprägt. Es waren magische Welten, in die ich eingetaucht bin und manchmal habe ich sogar davon geträumt, wie ich mit meinem eigenen kleinen Taschenmonster durch die Welt ziehen würde. Natürlich waren damals die Gameboy-Spiele ein absolutes Muss. Jeder in der Klasse spielte sie und ich kann mich noch gut an die vielen Stunden mit der „Roten Edition“ erinnern.

 

Aber ich schweife ab. Hier geht es um „Bakugan – Beschützer des Kerns“. Ein Spiel, dass Activision pünktlich zum Weihnachtsgeschäft 2010 in die Läden gebracht hat. Als ich das Testmuster erhielt las ich zunächst die Beschreibung auf der Rückseite: „Steuere die gigantischen Bakugans zum ersten Mal in Echtzeit und entfessele ihren Zorn auf dem Schlachtfeld. Kannst du die Bewohner der ganzen Welt vor dem Bösen Spectra und seiner Vexos-Armee retten? Das Schicksal der Welt liegt in deinen Händen!“

 

Ähm ja. "Wer ist Spectra und die Vexos und was überhaupt ist ein Bakugan?" waren die ersten Fragen, die mir durch den Kopf gingen. Ihr merkt, ich hatte absolut keine Ahnung von dem Spiel, außer dass ich mir wohl dachte, dass es eine Versoftung einer Anime-Serie sein musste. Ich habe also das Spiel eingelegt und ohne jegliche Vorkenntnis angefangen.

 

 

Rette als Schicksalskämpfer die Welt!

 

Nachdem ihr euren Protagonisten erstellt habt - der Editor bietet wirklich große Auswahl – gebt ihr ihm einen Namen und findet euch danach im sogenannten „Interspace“ wieder. Dort seid ihr gerade in einer Trainingseinheit mit dem Serienheld Dan. Plötzlich spielt die Maschine, die für diese virtuelle Realität verantwortlich ist, verrückt. In letzter Sekunde erreicht ihr Teleportationsplattformen, mit denen es euch gelingt zu entkommen.

 

Ihr wacht mitten in Japan auf und habt keine Ahnung, wo eure Freunde Dan und Marucho abgeblieben sind. Eine Zwischensequenz zeigt, dass die beiden im Kampf mit Spectra, einem Mitglied der Räuberbande Vexos, nicht nur ihre Bakugans, sondern auch die Fähigkeit zu kämpfen verloren haben. Ihr schreitet ein und haltet das Böse nach einem spektakulären Kampf davon auf, die Welt komplett zu erobern. Die Vexos stellen nämlich überall Kristalle auf, um ihre Macht zu stärken und die Erde vollkommen in ihren Bann zu ziehen.

 

Ein Flugzeug dient euch als Basis, von der aus ihr die Missionen startet. Außerdem habt ihr dort die Möglichkeit, im Interspace bereits abgeschlossene Kämpfe noch einmal zu bestreiten oder aber auch euer Outfit zu ändern und eure Sammlung zu bestaunen.

 

Eine Mission besteht aus einem Kampf, sowie dem Weg zu diesem Kampfplatz. Von der Basis in Maruchos Flugzeug startet ihr die jeweiligen Levels. Auf dem Weg findet ihr viele Energiekristalle sowie Schatztruhen. In diesen finden sich nützliche Dinge, wie Fähigkeitskarten für eure Bakugans oder aber Vexos-Ausweise. Letztere sind wichtig, wenn euch eine Wache erwischt. Mit einem Ausweis könnt ihr einmalig entkommen. Das Sichtfeld der Wachen wird durch einen Trichter dargestellt. Diesem gilt es, auszuweichen, was sich als nicht sehr schwierig herausstellt. Ihr könnt sogar ganz nah neben ihnen oder sogar gegenüber von ihnen stehen, befindet ihr euch nicht innerhalb des Trichters, sehen sie euch nicht.

 

Tummeln sich mal mehrere Wachen an einem Ort und ein Weiterkommen scheint unmachbar, könnt ihr euer Bakugan einfach gegen eine Mülltonne oder ähnliches schleudern. Der Lärm lenkt die Wachen für einige Sekunden ab und der Weg wird frei. Im weiteren Spielverlauf bekommt ihr zudem die Fähigkeit, für wenige Sekunden unsichtbar zu werden und mit einer Spezialbrille nicht sichtbare Geheimnisse zu entdecken. Kurios ist, dass sich der Protagonist diese Fähigkeiten oder Items quasi aus dem Nichts bastelt und man sich vor dem Fernseher fragt, wie zur Hölle das nun gehen könnte. Diese Szenen hätte der Entwickler durchaus glaubhafter gestalten können.

 

Schafft ihr es, euch an allen Wachen vorbeizuschleichen und zum Ziel zu gelangen, wird der nachfolgende Kampf meist mit einer Zwischensequenz eingeleitet. Ist diese vorbei, gelangt ihr nach kurzer Ladezeit in den „Besprechungsraum“. Er ist eine Art Vorbereitung auf den Kampf. Hier kommt die taktische Komponente des Beat 'em Ups ins Spiel.

 

Bakugans sind kleine Kugeln, die im Kampf aufklappen und zu riesigen Monstern heranwachsen. Es gibt sechs Eigenschaften und jedes Bakugan ist gegen eine besonders stark, wiederum aber auch gegen eine andere schwach. So müsst ihr klug entscheiden, welches Bakugan ihr in den Kampf schickt. Am besten eins, welches sowohl stark gegen die gegenerische Eigenschaft ist, aber auch bezüglich der Verteidung dem Gegner nicht ausgeliefert ist. Hier kommen auch die vorher fleißig gesammelten Energiepunkte zum Einsatz. Gegen einen bestimmten Betrag könnt ihr die Fähigkeiten eures Kriegers aufbessern.

 

Außerdem könnt ihr Hologramme an vorgegebenen Plätzen auf der Karte platzieren. Diese sind sehr nützlich, da sie eure Energie erneuern, wenn ihr euch in ihrer unmittelbaren Nähe aufhaltet. Zudem irritieren sie den Gegner und halten ihn zunächst davon ab, euer Wahrzeichen zu zerstören, welches über Sieg und Niederlage entscheidet. Ist es zerstört, so ist der Kampf verloren. Seid ihr zufrieden mit eurer Aufstellung, startet ihr den Kampf.

 

 

„Bakugaaaaan... Kampf!“

 

Die Schlachten wirken sehr mächtig und sind durch eine gute Kameraführung toll in Szene gesetzt. Ihr steuert euer Bakugan aus Third-Person Sicht und bewegt euch mit dem Analogstick. Die Wahl eures Bakugan entscheidet darüber, ob ihr zudem noch fliegen oder springen könnt.

 

Eure Aufgabe ist es, den Vexos-Kristall sowie alle gegenerischen Bakugans zu besiegen. Gleichzeitig müsst ihr dafür sorgen, dass euer Wahrzeichen vom Gegner nicht zerstört wird. Ist ein Monster der Vexos besiegt, droppt es eins von vier nützlichen Pickups, so etwa ein grünes, welches eure Gesundheit wieder auffüllt oder ein rotes, das die Angriffskraft verdoppelt. Jedes Bakugan verfügt zudem über spezielle Fähigkeitskarten. Diese – sofern sie im vorherigen Spielverlauf gefunden wurden – sind nach einiger Aufladezeit einsatzbereit und lösen beispielsweise eine mächtige Komboattacke aus oder erhöhen eure Stärken.

 

Natürlich sind die Kämpfe fordernd, doch ist durch die vorherige Wahl des Bakugans und der Hologramme schon viel über den Verlauf der Schlacht entschieden. Es sei also gut überlegt, wen ihr in den Kampf schickt.

 

 

Grafik und Sound

 

Grafisch liegt das Spiel im soliden Mittelfeld. Sie reißt einen nicht vom Hocker und die Treppchenbildung ist teilweise recht stark, aber andererseits erfüllt sie ihren Zweck. Die Kämpfe sind schön in Szene gesetzt und die Kamera folgt dem Spieler recht gut – alles ist immer im rechten Licht. Trotzdem hätte man grafisch noch viel mehr aus der Wii rausholen können.

 

Was das Spiel grafisch nicht optimal löst, macht es soundtechnisch wieder wett. Ein besonderes Schmankerl für Fans und Kenner der Fernsehserie ist die Sprachausgabe. Der Entwickler hat, soweit ich dies in Erfahrung bringen konnte, sogar die Originalsprecher der Serienhelden ins Boot geholt. Die Musik ist immer passend gewählt, die Kämpfe wirken dadurch actionreich und energiegeladen.

 

 

Vielen Dank an Activision für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Ich gebe es ja zu: Ich war ein wenig voreingenommen und bin so doch etwas von dem Spiel überrascht. Nach einem gewonnen Kampf springt man auf und freut sich, die böse Macht weiter zurückgedrängt zu haben. Es ist aber auch auf Dauer langweilig. Das Spielprinzip ändert sich nicht, ihr müsst immer wieder den Wachen ausweichen und dann einen Kampf bestreiten; nach einiger Zeit schleicht sich eine gewisse Monotonie ein. Neben dem Storymodus bietet das Spiel zudem zu wenig Umfang. Man kann lokal zu zweit spielen. Entweder zusammen gegen Computergegner oder gegeneinander. Einen Online-Modus wie bei der PS3 oder Xbox 360 Version gibt es nicht. Hier hat der Entwickler Potenzial verschenkt. Es ist aber trotzdem ein gutes Spiel und Fans der Serie kommen alleine wegen der Sprachausgabe und der deshalb grandiosen Atmosphäre auf ihre Kosten.

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

super

72%

Singleplayer

75%

Multiplayer

Release

05.11.2010

Developer

Activision

Publisher

Activision

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2


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