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Call of Duty Black Ops

Ego Shooter

06.12.2010

Autor: Lukas Strübig

 

 

Und schon wieder ruft die Pflicht<

 

Wenn eine Spielereihe in dieser Generation den Zenit ihres Erfolges erreicht hat, dann ist das wohl ohne Frage Call of Duty. Call of Duty 4 gilt als einer der besten Ego-Shooter überhaupt und seine Fortsetzung "Modern Warfare 2" hat sich bereits am Releasetag 4,7 Millionen Mal verkauft und hielt damit ein Jahr lang den Rekord. Und allen Unkenrufen zum Trotz hat es diese Spieleserie auch irgendwie verdient, immerhin findet man selten ein Spiel mit einer so gut inszenierten Handlung, das dazu noch einen richtig guten Multiplayer bietet.

 

Call of Duty: Black ops ist mit 5,6 Millionen verkauften Exemplaren der neue Rekordhalter und gilt darüber hinaus auch noch als erfolgreichstes Kulturprodukt bis heute. Doch kann es seinem Erfolg auch gerecht werden?

 

 

Der Singleplayer

 

Alex Mason ist ein Bruch in der Tradition der CoD Reihe. Denn er ist nicht nur der erste spielbare Hauptcharakter, dessen Gesicht man von Anfang an kennt, er redet auch während man ihn spielt und nimmt darüber hinaus auch noch eine zentrale Rolle in der Geschichte von Black Ops ein.

 

Die Story selbst wirft auch die meisten Konventionen über Bord, anstatt also einer chronologisch korrekt erzählten Handlung zu folgen, dessen Videosequenzen zwischen jeder Mission eine Weltkarte zeigen, wird der Großteil des Spiels in Rückblenden erzählt. Alex Mason ist ein Soldat für geheime Operationen, er ist der Beste und er hat die wichtigsten Ereignisse des kalten Krieges miterlebt. Nun jedoch ist er in Gefangenschaft und wird ausgefragt, nach einem Attentat auf Fidel Castro, nach seinem Aufenthalt im Gulag und allem, was danach passiert ist, dabei geht es nur um eine Reihenfolge von Zahlen, die er zwar nicht kennt, jedoch nicht aus seinem Kopf bekommt.

 

Die Story von Black Ops nimmt sich starke Vorbilder und wäre selbst eine starke Geschichte, wenn sie nicht so unoriginell wäre. In der ersten Hälfte des Spiels versteht man nämlich absolut nichts, scheinbar zusammenhanglose Ereignisse werden nach und nach erzählt, Namen werden durch den Raum geworfen und verschwinden gleich wieder nur, um dann wieder aufzutauchen, nachdem man sie bereits vergessen hat.

 

In der zweiten Hälfte lichtet sich dann der Nebel und alles beginnt einen Sinn zu ergeben. Jedoch wird die Handlung ab hier vorhersehbar, versucht dennoch weiterhin Spannung aufzubauen, wo keine mehr besteht. Jedoch bleibt die Story interessant, bis zum klischeehaften Ende.

 

Die Charaktere in Black Ops werden dabei viel besser eingeführt und nehmen auch größere Rollen ein. Anders als in Modern Warfare 2 tauchen sie nicht plötzlich auf und sterben dann auch wieder sofort, sie sind da, wenn sie da sein müssen und erfüllen ihren Zweck. Der Spieler baut zwar nie eine Art emotionale Bindung mit ihnen auf, wie es in CoD 4 der Fall war, jedoch sind es Charaktere, bei denen man sich freut sie zu sehen und sie im Rücken zu haben.

 

Das ändert jedoch nichts daran, dass Black Ops die wohl düsterste Story von allen CoD Spielen hat, mir persönlich gefällt die militärverliebte Atmosphäre von Modern Warfare zwar besser, jedoch hat Treyarch etwas neues versucht und das rechne ich ihnen hoch an.

 

Die Inszenierung ist dabei natürlich wieder CoD typisch bombastisch. Und "bombastisch" kann da ruhig wörtlich genommen werden. Die ganze Zeit explodiert etwas um einen herum, die Hälfte des Spiels verbringt man damit hinter Deckung darauf zu warten, dass einem das Blut vom Gesicht fällt, in der anderen Hälfte rennt man vor Granaten weg, während man aus allen Richtungen beschossen wird. Daher geht das Wort "bombastisch" auch mit dem Wort "übertrieben" einher: Ich habe nichts gegen Action, aber diese absolute Reizüberflutung sorgt dafür, dass das Spiel keine richtigen Höhepunkte hat. Leute, die CoD 4 gespielt haben, erinnern sich sicher noch an die Sniper Mission, in der man Zakahev ausschalten sollte, oder den Moment, in dem man mit Stinger Raketen einen Helikopter abschießen muss. In Black Ops erinnere ich mich gerade mal daran, wo die einzelnen Missionen statt gefunden haben, aber nicht, was in ihnen passiert ist.

 

Dazu kommt noch die KI, die so ziemlich die dümmste KI ist, die ich seit langem gesehen habe. Manchmal laufen befeindete Soldaten einfach an einander vorbei, die Suche nach Deckung ist höchstens in Skripten vorhanden und meistens kämpft man gegen eine Wand von Gegnern, die über ein freies Feld laufen. Das bedeutet aber nicht, dass die KI keine Herausforderung ist. Im Gegenteil, da die eigenen Leute ihre Gegner manchmal völlig ignorieren, wird man von hinten beschossen, die Gegner konzentrieren ihr Feuer meist nur auf den Spieler, während Freunde gerne einfach nur in die Luft schießen. Man stirbt sehr häufig, nicht nur wegen den manchmal sehr fies versteckten Gegnern, sondern auch wegen den überraschend auftretenden Instant-Kills. Vor allem schlimm ist es deshalb, weil Freund und Feind meist völlig gleich aussehen und die Zielhilfe gerne mal vorbei zielt.

 

Dann gibt es noch die Momente, in denen man intuitiv handeln muss, in CoD 4 hat dies noch gut funktioniert, in Black Ops weiß man manchmal gar nicht, was los ist. In einer Mission muss man sich zum Beispiel abseilen, da einem aber nur gesagt wird, welche Knöpfe man braucht, stürzt man erst ein paar Mal ab, bevor man den Dreh raus hat. Später steht man auf einem Steg, der bombardiert wird. Da von oben eine Lavine kommt, muss man schnell herüber auf die andere Seite. Es dauerte seine Zeit bis ich bemerkte, dass man dafür allen ernstes den Sprungknopf auf dem oberen D-Pad braucht, ja genau, diesen Sprungknopf, den man sonst nie braucht.

 

In einer Mission trägt man eine Gasmaske, die nicht beschädigt werden darf, man hat also temporär eine Energie, die sich nicht von selbst regeneriert, schade nur, dass die Gegner irgendwo hinten im Nebel sitzen, nur den Spieler beschießen und durch das Wärmesichtvisier nicht von den eigenen Leuten zu unterscheiden sind.

 

Darüber hinaus ist das Missionsdesign in den meisten Missionen eher eintönig und uninspiriert. Erst gegen Ende holt Treyarch das gewisse Etwas heraus und serviert dem Spieler etwas Abwechslung. Am Ende hat man also eine bombastisch inszenierte Kampagne, die sich zwar nach wie vor auf einem hohen Niveau befindet, jedoch dem großen Vorbild Call of Duty 4 nicht annähernd das Wasser reichen kann.

 

 

Unterschiede zur HD Version

 

Unlängst kündigte Treyarch noch an, dass die Wii Version das volle Paket haben wird, die volle "Call of Duty: Black Ops. Erfahrung". Natürlich waren alle überrascht, die volle Packung auf der Wii? Als es dann so weit war, machte sich Enttäuschung breit. Ich lehne mich wohl nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass das nämlich einfach eine Lüge war.

 

Das auffälligste werden wohl zwei Missionen sein. In diesen wird nicht gekämpft, der Spieler muss nur einem vorgefertigten Weg folgen, diese Missionen fehlen in der Wii Version völlig, statt dessen wurden Cutscenes eingefügt, die die Missionen als abgefilmte HD Version präsentieren. Dadurch wird die eh schon zu schnelle Erzählweise noch weiter beschleunigt und sorgt für weitere Verwirrung. Da fällt es gar nicht auf, dass Missionen hin und wieder etwas kürzer ausfallen, so zum Beispiel ein Level, das eigentlich mit einer Bootsschlacht beginnt. In der Wii Version hat man zwar das Boot und die Waffe, jedoch ist die Schlacht schon vor Missionsbeginn vorbei und man muss nur andocken. Wer darauf verzichten kann, kann vielleicht auch auf das Zombielevel "Five" verzichten, das absolut grundlos ausgelassen wurde.

 

Teamspieler wird es da auch nicht freuen, dass der Splitscreen Modus, in dem man, ähnlich wie in Mario Kart, mit einem Gast zusammen online spielen kann, auch nicht vorhanden ist. Genau so wenig wie die Killstreak Belohnung "Chopper Gunner", mit der man von einem Helikopter aus seine Feinde am Boden beschießen kann. Aber gut, letztere fehlen aufgrund der geringen Leistung der Wii, aber warum kann man sich keine eigenen Embleme entwerfen? Ist die Wii etwa zu schlecht für ein simples Paint Programm? Ich glaube nicht. Auch die in der HD Version vorhandene Gesichtsbemalung fällt aus.

 

Auch aufgrund der fehlenden Leistung der Konsole fehlt das Minispiel "Dead Ops Arcade", aber gut, das müssen selbst HD Spieler erst finden. Auch fällt die Killcam weg, sowie die Möglichkeit, seine Spiele aufzuzeichnen, aber dafür würde es der Wii wohl eh an Speicher fehlen.

 

Ob es DLCs geben wird ist auch ungewiss. Es steht zwar tatsächlich in der Anleitung (S.7) und als ich das erste Mal online ging gab es bereits ein kleines Update, aber an DLC Support hängt mehr als nur die Möglichkeit, ihn zu bieten. Es kann sein, dass Activision einfach keine DLCs für die Wii heraus bringen will, weil der Markt möglicherweise nicht groß genug ist. Ob es DLCs gibt wird also nur die Zeit zeigen.

 

 

Was die Schere so mitgenommen hat...

 

Natürlich hat es Black Ops als einer der brutaleren Ego Shooter nicht ganz unbeschadet an der USK vorbei geschafft. Treyarch hat vorher die Schere angesetzt und alles heraus genommen, was die USK ihrer Meinung nach der Deutschen Bevölkerung nicht antun wollte. Diese Schnitte sind jedoch nicht immer sehr logisch, so können die meisten wahrscheinlich auf abtrennbare Gliedmaßen, Folterszenen und Hakenkreuze verzichten, warum jedoch die Blut Effekte, die es schon in den letzten drei CoDs nach Deutschland geschafft haben, gegen USK 16 Blutwölkchen ausgetauscht wurden, ist unverständlich. Manche Szenen werden somit einfach nur unatmosphärisch, wenn zum Beispiel in Zeitlupe gezeigt wird, wie eine Kugel das Auge eines Gegners durchbohrt, sollte Blut fließen. Selbst manche Messer Szenen kommen gänzlich ohne den roten Lebenssaft aus.

 

Das heißt aber nicht, dass die USK Einschätzung zu hart war. Ein Spiel, indem man mit einem Messer das Gehirn eines Gegners fast schon auskratzt, Wachen eine Axt in den Rücken kriegen und, von einer Blutfontäne begleitet, hoch gehoben werden oder Menschen in der Kehle herum gestochert werden, gehören nicht in die Hände von Minderjährigen, liebe Eltern.

 

 

Der Multiplayer

 

Das Herzstück von Call of Duty war aber schon immer der Multiplayer, und der ist nach auch hier richtig gut geworden und ist im Multiplayer Bereich wohl das Beste, was die Wii bisher zu bieten hat!

 

Für alle, die nicht wissen worum es im Multiplayer von CoD geht, hier eine kleine Einführung: In CoD geht es nur um dich! Teamplay ist absolut zweitrangig, es geht nur um dich, um deine Fähigkeiten, deine Waffen und deinen Skill. Es ist relativ egal, ob dein Team nun diese Schlacht gewinnt, es zählt nur, was du machst. Und das wurde konsequent umgesetzt.

 

So gibt es nicht nur einen großen Umfang an Waffen aus denen man wählen kann, sondern auch einiges an Aufsätzen, mit denen man sie aufwerten kann. Dir gefällt Kimme und Korn deines Lieblingsgewehrs nicht? Dann setze ein Rotpunktvisier auf, oder ein Reflexvisier. Oder brauchst du zu lange zum Nachladen? Dann klebe doch einfach zwei Magazine aneinander und spare dir so öfter das leidige greifen nach einem neuen.

 

Unterstützt wird die freie Wahl der Waffen noch durch Extras, die deinem Avatar besondere Fähigkeiten geben, zum Beispiel einen leiseren Schritt, schnelleres Nachladen oder bessere Munition. Es gibt drei Bereiche von Extras, von denen du jeweils einen wählen kannst, so hast du nachher eine Kombination aus drei Extras, die, wenn du sie lange genug benutzt, sogar noch stärker werden.

 

Dann gibt es noch die Abschussserien, wenn du zum Beispiel drei Gegner erschossen hast, ohne selbst gestorben zu sein, kannst du ein Aufklärungsflugzeug los schicken, um Feinde zu orten, bei fünf Abschüssen kannst du Versorgungsgüter anfordern, bei Sieben bekommst du Unterstützung durch einen Kampfhubschrauber. Von diesen Abschussserien Belohnungen gibt es noch viel mehr, von denen man drei auswählen kann. So kann man seine Abschussserien perfekt seinem Spielstil anpassen.

 

Neu gegenüber CoD 4 ist auch die Punkteverteilung. Bei Black Ops bekommst du, je nach Situation mehr Punkte. Wenn du beispielsweise durch das Ausschalten eines Gegners ein Teammitglied rettest oder schnell rächst, bekommst du mehr Punkte. Auch bekommst du mehr Punkte, wenn du in letzter Zeit nur gestorben bist und endlich mal wieder einen Gegner zu Boden gerungen hast. Im Hintergrund laufen dabei so genannte "Herausforderungen" ab, durch sie bekommst du extra Punkte, wenn du ein bestimmtes Ziel erreicht hast, zum Beispiel 50 Leute im liegen zu töten.

 

Dieses System ist sehr motivierend und drängt dazu, weiter zu spielen, es stellt sich sehr bald das "Nur noch eine Runde" Gefühl ein, wenn man eigentlich aufhören möchte. Noch motivierender ist das Balancing, das hier gut funktioniert hat. Die Waffen sind nun weitestgehend ebenbürtig, die Extras nie übertrieben, die 40mm Granaten, die so verhassten "Noob Tubes", werden aufgrund ihrer herabgesetzten Stärke nicht mehr so inflationär eingesetzt und selbst die Abschussserien sind nicht mehr so unfair. Der Kampfhubschrauber fliegt zum Beispiel nicht mehr über das ganze Feld, sondern bewegt sich nur über einem Gebiet, das der Spieler vorher festlegt.

 

Die Fairness ist leider dennoch nicht immer gewährleistet, denn das System, mit dem die Spieler miteinander verbunden werden, ist alles andere als perfekt. Es werden nämlich alle über den Spieler mit der stärksten Internetverbindung verbunden. Somit laufen alle Informationen über ihn, ist er aber langsam, haben die Spieler mit der besten Verbindung zu ihm meistens einen Vorteil. Es wird manchmal vorkommen, dass man sein halbes Magazin in einen Gegner pumpt, und dieser einen trotzdem mit zwei Schüssen tötet. Das liegt nicht daran, dass der Spieler cheatet, sondern daran, dass seine Konsole gar nicht weiß, dass er beschossen wird, da dich aber die Information über seine Schüsse erreicht, stirbst du sofort. Diese Lags sind der einzige Nachteil eines großartigen Multiplayers, der seinen Vorgänger bei Weitem übertrifft. Nur Leute, die absolute Teamspieler sind, sollten sich vorsehen, für sie ist die Ego-Show CoD vielleicht nichts.

 

 

Grafik

 

Und wieder wird Treyarch auf eines ihrer Versprechen fest genagelt: Sie meinten, die Wii Version würde uns "umhauen". Was die Grafik angeht ist die Wii Version von Black Ops natürlich nicht annähernd das, was uns die HD Konsolen so bieten. Doch Treyarch hatte ja die Wii Version von Anfang an mit entwickelt und aus Nintendos kleinem Wunderkasten lässt sich ja doch so einigen heraus kitzeln.

 

Und ja, Black Ops sieht besser aus als CoD 4 auf der Wii. Die Texturen haben eine höhere Auflösung, auch wenn sie nachladen müssen, das Aliasing ist nicht so stark und die Framerate bricht nicht so oft ein.

 

ABER

 

Es ist weit davon entfernt, die Wii auszureizen. Die Grafik schwankt dabei extrem, manche Missionen sehen ihrem HD Vorbild erstaunlich ähnlich.

 

 

Während andere aussehen wie... Ach, ich sage es einfach, sie sehen einfach scheiße aus!

 

 

Ein großes Problem ist dabei die kaum vorhandene Beleuchtung. Ja, die HD Version ist ein Schwergewicht was Licht und Schatten betrifft und das wollen wir nicht von der kleinen Wii verlangen, aber kein bisschen ordentliche Beleuchtung? Ja, hin und wieder sieht man mal wie sich die Schattierung etwas verändert, aber eine ordentliche Beleuchtung ist das trotzdem nicht, ich habe GameCube Spiele gesehen die bessere Lichteffekte hatten, von Wii Größen wie Metroid Prime 3 ganz zu schweigen.

 

Wo die Grafik aber wirklich den Vogel abschießt sind die Gesichter.

 

Ja, in CoD 4 hatten die Gesichter weniger Polygone als in der HD Version, aber es waren die gleichen Gesichter und sie sahen gut aus.

 

 

Aber was man in Black Ops sieht, sind manchmal völlig andere Menschen. Es ist mir ja egal, ob die Gegner nun schöne Gesichter haben, Marine XY darf von mir aus auch mit einer Bratpfanne unter der Stirn herum laufen, aber zumindest die Hauptcharaktere müssen etwas Aussagekraft haben.

 

Als Beispiel nehme ich da mal Viktor Reznov, einen der wichtigsten Charaktere des Spiels:

 

 

Dieses Bild zeigt ein und dieselbe Person in exakt der selben Situation. Das große Bild ist Reznov in der HD Version, links unten sieht man ihn in der Wii Version.

 

Merkt man überhaupt, dass der Mensch links unten seit 20 Jahren im Gulag sitzt? Nein, er sieht so aus, als würde er gleich auf eine Hochzeit gehen, schön getrimmter Bart, sauberes Gesicht und ein sanfter Gesichtsausdruck, so kennen wir doch unseren Reznov.

 

Ich will ja gar nicht verlangen, dass diese Schweiß Effekte in der Wii Version enthalten sind, genau so wenig die super realistischen Gesichtsanimationen. Aber zumindest etwas von allem? Manche Gesichter sehen noch schlimmer aus, manchmal hat man das Gefühl, die Gesichtstexturen würden nicht laden, manchen Gesichtern fehlen sogar Augen, statt dessen haben sie dort nur schwarze Punkte. Was war los Treyarch, zu wenig Zeit?

 

GoldenEye hat uns gezeigt, wie Ego Shooter auf der Wii aussehen müssen, mit Gesichtsanimationen, die selbst so einigen HD Spielen das Wasser reichen. Es ist nach wie vor beeindruckend, dass ein Spiel wie Black Ops, das voll und ganz für HD Systeme entwickelt wurde, so auf der Wii umgesetzt werden kann, aber umhauen tut das niemanden.

 

Im Endeffekt hat man ein Spiel, das eine bessere Grafik als CoD 4 hat, diese Grafik wirkt jedoch nicht so gut, weil sich die Dramaturgie von Black Ops mittlerweile auf Effekte stützt, die die Wii Version nicht hat. CoD 4 wirkte da der HD Version ähnlicher, da dieses Spiel vor Allem seine Beleuchtung noch nicht so ausnutzte.

 

Aber gut, im Mehrspieler Modus ist die Grafik tatsächlich um einiges Besser als sie beim Vorgänger war. Und das wird einigen wohl reichen.

 

 

 

 

Zweite Meinung von Gunnar:

 

Im Großen und Ganzen kann ich Lukas Ausführungen nur zustimmen. Die Singleplayerkampagne kann mich ebenfalls nicht vom Hocker reißen, aber ganz ehrlich, das hat bisher kein Call of Duty Spiel geschafft. Dazu ist mir das alles zu durchgescriptet und das Gameplay zu schlauchförmig. Wer ein gutes Abenteuer will, der greift lieber zu GoldenEye für Wii. Dafür haut mich der Multiplayermodus echt aus den Socken. Der wischt mit jedem anderen Wii-Onlinemodus den Boden auf. Lukas hat ja schon viele der Vorzüge genannt. Es gibt aber noch viel mehr, was man positiv hervorheben muss:

 

Da wäre die Tatsache, dass das Spiel erstmals auch VoiceChat unterstützt. Das dazu gehörige Headset ist zwar momentan extrem selten und schwer zu bekommen, das wird sich zum Glück aber in naher Zukunft ändern.

 

Darüber hinaus ist das Patch- und Updatesystem viel bedeutender als man vermutet. Neben den größeren Updates, die man sich bewusst herunterladen muss, verbessert Treyarch vieles quasi nebenher, ohne dass man die Updates extra anstoßen muss. Wenn man sich im offiziellen Forum umschaut, sieht man eine Liste an Fixes, die bereits gemacht wurden und welche in naher Zukunft folgen werden. Treyarch liest dabei die Diskussionen und Probleme der Spieler und reagiert darauf. Vorbildlich!

 

Auch bei den herunterladbaren Inhalten bin ich weniger skeptisch als Lukas. Treyarch hat längst bestätigt, dass es neue Features und Karten zum Download geben wird. Es scheint dabei sicher, dass die fehlende Zombiemap „Five“ sehr bald kostenlos nachgereicht wird. Darüber hinaus ist von einem „World at War“ Kartenpack die Rede!

 

Und dann gibt es ja noch die CoD Points. Wie Lukas bereits berichtet hat, gibt es in Black Ops dutzende von Aufsätze, Waffen und anderes Equipment. Dies alles kostet Geld, nämlich die so genannten CoD Points, die man sich in Matches verdienen kann. Es ist sehr motivierend, sich nach und nach sein Equipment zusammenzustellen. Zumal diesmal auch ein paar exotischere Sachen wie ein Tomahawk oder eine Armbrust mit explodierenden Pfeilen dabei ist. Es ist einfach ein geniales Gefühl, wenn man seinen Tomahawk quer über die Karte wirft und einem nichts Böses ahnenden Gegner aus dem Nichts einen verschärften Juckreiz im Rücken verpasst ;)

 

Erwähnen muss man auch noch den aufgebohrten Prestigemodus. Hat man das Maximallevel erreicht, kann man sich entscheiden, alles wieder aufzugeben und mit dem Prestigemodus zu beginnen. Es gibt insgesamt ganze 15 Prestigestufen, also 15 mal die Chance alle 55 Level neu zu erreichen. Auf diese Weise schaltet man weitere Slots für eigene Klassen und extra Prestigevarianten einzelner Spielmodi frei. Man ist also für Monate, wenn nicht für Jahre beschäftigt, wenn man möchte.

 

Ach ja, nicht zu vergessen die eingeführte Playercard mit besseren Leaderboards und die Möglichkeit Freunde nach einem Match in die Freundesliste hinzuzufügen, ohne den Code tauschen zu müssen und und und.....einfach nur geil!!!

 

 

Wir danken Activision für die Bereitstellung des Testmusters!


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Fazit

Eine Kampagne, die nicht so gut ist, wie die vom Vorgänger, einige Schwächen in der Grafik und vor allem starke Einbußen gegenüber der HD Version. Die Wii Version von Black Ops macht so einiges falsch.

Der Multiplayer ist dafür jedoch das Beste, was es momentan auf der Wii gibt. Noch motivierender als der Vorgänger besticht er vor allem durch die zahllosen Aufrüstungsmöglichkeiten des eigenen Charakters, viele Spielmodi, Maps und vor allem ein ordentliches Balancing, das über die hin und wieder starken Verbindungsfehler, die es schon in CoD 4 und auch auf HD Konsolen gibt, hinweg tröstet.

Die Steuerung ist genau so gut wie vorher, vielleicht sogar etwas flüssiger und präziser, und wer sich von den Vorteilen der WiiMote nicht überzeugen lassen will, kann dieses Mal auch zum Classic Controller greifen. Wer nur eine Wii hat und nach einem guten Online Multiplayer Ego-Shooter sucht, kann blind zugreifen, auch die Leute, die den Multiplayer von CoD 4 mochten werden den von Black Ops. lieben.

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

super

Spielspaß

super

79%

Singleplayer

94%

Multiplayer

Release

09.11.2010

Developer

Treyarch

Publisher

Activision

USK Freigabe

18+

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2-10


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