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Reviews: Nintendo Wii

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Super Paper Mario

Jump 'n Run

27.09.2007

Autor: (Paper) Mario Kablau

 

 

Wer hat die Prinzessin entführt?

 

Eines schönen Tages sitzen Mario und sein kleiner Bruder Luigi in ihrer Hütte etwas abseits des Zentrums des Pilzkönigreiches. Ihr Nachmittag verläuft bisher recht ruhig, so dass sich die Geschwister langweilen. Um ein wenig Abwechslung zu bekommen, entschließen sie sich, die Prinzessin im Schloss zu besuchen. Doch sie haben kaum ihre Hütte verlassen, da kommt ihnen schon ein aufgeregter Toad brüllend entgegen gelaufen. Die Prinzessin wurde entführt und Luigi ist so geschockt, dass er sich dieses unwahrscheinliche Ereignis gar nicht vorstellen kann. Wer würde nur so etwas tun? Wer wäre für eine solch grausame Tat in der Lage?

 

Luigi ist wahrlich ratlos. Ihm fällt niemand ein, der dafür verantwortlich sein könnte. Doch nach einigen Augenblicken ist auch bei ihm der letzte Pfennig des Groschens gefallen und der mutmaßliche Täter ist identifiziert. Also machen sich die zwei Helden auf zu Bowsers Schloss, um Peach aus den Fängen der Echse zu befreien.

 

Zur gleichen Zeit plant der König der Koopa in seinem Schloss einen Angriff auf das Pilzkönigreich, um die Prinzessin ein für alle mal zu sich zu holen. Im Jubel seiner Armee gehen die Notrufe einiger „Soldaten“ zunächst unter, doch irgendwann fällt Bowser auf, dass die Worte „Wir werden angegriffen!“ kein typischer Schlachtruf sind. Und in dem Moment entdeckt er die Mario Bros. direkt vor sich. Er ist geschockt, wie sie so leicht zu ihm vordringen konnten, doch dieses Rätsel ist schnell gelöst: Sein Tor war nicht verschlossen... Nach den wenig herzlichen Begrüßungsworten packt Luigi direkt aus und beschuldigt Bowser des Kidnappings.

 

Doch der weiß natürlich von nichts, denn sein genialer Plan wurde ja bisher noch gar nicht in die Tat umgesetzt, also scheint er in der tat „unschuldig“ zu sein. Selbstverständlich glauben die zwei Klempner ihm kein Wort, bis auf einmal ein Hilfeschrei durch das Schloss hallt. Die Stimme kommt den beiden sofort bekannt vor: Peach! Also war es doch Bowser?!? Als die Prinzessin dann, gefangen in einem Käfig aus Licht, über den Köpfen der Brüder erscheint und gleichzeitig ein anderer Fiesling auftaucht, der die Tat zugibt, ist Bowser endgültig aus dem Schneider. Aber wer ist dieser neue Gegner? Er verrät Teile seines grausamen Plans, um dann Mario ins Land der Träume zu verfrachten und die anderen verschwinden zu lassen.

 

So wird der Held dann von einem kleinen Wesen, einem sogenanntes Pixl, gefunden, das ihn zu einem mysteriösen alten Mann mitnimmt, der Antworten auf einige seiner Fragen zu haben scheint... Das Abenteuer beginnt!

 

 

Fremde, aber doch bekannte Welten!

 

Nachdem Mario erfahren hat, was der Bösewicht wirklich im Schilde führt, macht er sich natürlich gleich auf den Weg, um dem einen Riegel vorzuschieben. Um das zu tun, muss er acht reine Herzen finden, die ihm die Kraft geben, die Schlacht am Ende gewinnen zu können. Das erste Herz bekommt er von dem alten Mann übergeben mit dem Auftrag, es in einer der Herzsäulen in der fremden Stadt zu setzen, in der er sich gerade befindet. Kaum ist das erledigt, öffnet sich eine Tür zu einem (un)bekannten Gebiet. Mario geht hindurch und damit beginnt Kapitel 1-1, das eine nicht zu verachtende Ähnlichkeit zur Welt 1-1 aus Super Mario Bros. für das NES aufweist.

 

Damit sollte auch endgültig klar sein, dass es sich beim dritten Teil der Paper Mario Reihe nicht länger um ein RPG handelt, sondern primär um ein Jump & Run, das allerdings gewisse Adventure- und RPG-Elemente beinhaltet. Folgerichtig hält man zur Steuerung die Wiimote quer, also wie ein NES Pad. Gesteuert wird der Klempner mit dem Steuerkreuz, er springt mit 2 und führt mit 1 eine Spezialaktion durch.

 

Besonders wichtig ist jedoch der A-Knopf, mit dem Mario die Dimension wechseln kann. Der hauptsächliche Spielfluss läuft in 2D ab, also wie die alten Spiele aus der Super Mario Bros. Reihe, aber schon bald bekommt er die Möglichkeit, in die dritte Dimension zu springen, wann immer er es will. Dann dreht sich die Perspektive und der Held kann sich auf allen drei Achsen bewegen. Allerdings geht das nur für eine begrenzte Zeit, denn wenn er sich zu lange in diesem Zustand bewegt, dann verliert er irgendwann Energie. Die Steuerung ist in diesem Punkt leider nicht ganz so optimal, denn das Steuerkreuz der Wii-Fernbedienung ist für genaue Bewegungen im Raum weniger gut geeignet. Nach einer gewissen Zeit bekommt man dieses Problem allerdings in den Griff.

 

Die Leiste, auf der seine Lebensenergie angezeigt wird, ist eins der Elemente, die aus den RPGs mitgenommen wurde. Zu Beginn hat Mario 10 Lebenspunkte, aber im Laufe des Abenteuers sammelt er Erfahrungspunkte durch das Besiegen von diversen Gegnern. Mit Hilfe dieser Erfahrung erhöht sich irgendwann sein Level, was entweder seine Lebensenergie oder seine Angriffsstärke erhöht oder seine Verteidigungswerte verbessert. Darüber hinaus gibt es diverse Items, die seine Stärke verbessern können und sogar Spezialkarten, die seine Angriffe gegen ganz bestimmte Gegner effektiver machen.

 

In der platten Ansicht ist es außerdem möglich, den Pointer der Wii-Fernbedienung einzusetzen, um Geheimnisse zu entdecken. Dazu dreht man die Fernbedienung einfach so, dass sie auf den Fernseher zeigt und schon sieht man einen Kreis, wie den Kegel einer Taschenlampe, mit dem man die Gegend „ausleuchten“ kann, um geheime Türen oder Schätze aufzuspüren, die danach sichtbar werden.

 

Der Wechsel zwischen den Dimensionen ermöglicht nicht nur eine ganze Reihe von neuen Gameplay-Elementen, sondern auch Rätsel, die zuvor nicht möglich waren. Was zum Beispiel in 2D wie eine unüberwindbare Mauer aussieht, könnte in 3D durchaus über ausreichend große Löcher verfügen, so dass Mario doch vorbei kommt. Ebenso kann es Geheimnisse geben, die sich hinter Bäumen, Zäunen oder Mauern verstecken, die man in der klassischen Ansicht überhaupt nicht sehen kann. Natürlich spielen die Entwickler auch mit der zweidimensionalen Struktur der Charaktere, so dass es möglich ist, in der 2D-Ansicht komplett unsichtbar zu werden, wenn man sich richtig hinstellt. Später im Spiel erlernt auch Mario diese Technik und natürlich noch viele weitere, die vorher kaum vorstellbare Möglichkeiten bieten.

 

Natürlich spielt auch der Humor wieder eine ganz große Rolle. Es gibt komische Situationen und Lacher am laufenden Band, wobei der Titel vor allem sich selbst gerne auf den Arm nimmt. Besonders Kenner von anderen Mario-Spielen werden ziemlich viel zu lachen haben, aber auch andere Videospieler werden mit sich selbst und ihren Schwächen konfrontiert. Und falls ihr euch jemals gefragt haben, ob Gumbas eigentlich Namen haben, wird diese Frage jetzt endlich beantwortet, natürlich auch das mit einem großen Lacher.

 

Das anfängliche Misstrauen, dass der Dimensionswechsel auf Dauer langweilig werden könnte, ist zumindest teilweise unbegründet. Zwar wiederholen sich einige Elemente und auch das Suchen nach geheimen Wegen in der versteckten Dimension kann nicht in jedem Level neu erfunden werden. Die speziellen Aktionen, die man im Laufe des Abenteuers lernt und die Möglichkeit, nicht nur einen Charakter zu steuern, sorgen aber für mehr als genug Abwechslung.

 

Nicht gut gelungen sind die Szenen zwischen den Kapiteln, die immer gleich aufgebaut sind: Herzsäule finden, gefundenes Herz einlegen, nächste Welt betreten. Das muss man acht Mal machen und schon nach dem dritten Herz ist die Luft raus. Das liegt vor allen Dingen daran, dass die Säulen überall in Flipstadt liegen können und man daher nach jedem Hauptkapitel wieder die ganze Stadt absuchen muss.

 

 

Mehr Auswahl = Mehr Abwechslung!

 

Neben Mario sind außerdem noch Peach und Bowser (+ X) steuerbar, allerdings nicht von Anfang an. Die Prinzessin befreit man schon ziemlich am Anfang und ab diesem Moment ist es möglich, die Spielfigur über das Menü einfach zu ändern. Peach kann zwar dem Dimensionswechsel nicht, aber dafür setzt sie ihren Schirm ein, um zu schweben und um sich im Stand vor gegnerischen Attacken zu schützen. Etwas später kommt dann noch Bowser dazu, der als Spezialangriff Feuer speit, wenn man das Steuerkreuz nach unten drückt.

 

Ganz wichtig für den Spielablauf sind auch die eingangs schon erwähnten Pixl. Es handelt sich dabei um sehr alte Wesen, die den Helden beim Erfüllen ihrer Aufgaben helfen. Im Laufe des Abenteuers befreit das Team immer mehr Pixl und jeder erweitert das Repertoire um weitere Spezialitäten. So kann man zum Beispiel durch einen Pixl Gegenstände oder Gegner greifen und wieder wegwerfen, durch einen anderen Bomben legen oder sich durch einen weiteren um 90 Grad drehen, dass man sonst unerreichbare Stellen doch erreichen kann. Die Pixl werden, wie auch die Spielfigur, über das Menü gewechselt und dann mit der Aktionstaste (1) eingesetzt. Toll ist, dass die Entwickler auch in späteren Kapiteln immer wieder auf die Fähigkeiten von „älteren“ Pixln zurückgreifen, so dass sie nicht in Vergessenheit geraten. Allerdings muss man auch sagen, dass die Pixl größtenteils einfach nur altbekannte Fähigkeiten von Mario ersetzen, also nichts wirklich Neues sind.

 

Da es nach kurzer Zeit ein wenig lästig wird, immer über das Hauptmenü die Charaktere und Pixl zu ändern, bzw. Items einzusetzen, haben die Entwickler ein Schnellmenü eingebaut, über das man direkt auf diese Dinge zugreift. In dieses Menü gelangt man, wenn man die Tasten 1 und 2 gleichzeitig drückt.

 

Ein weiteres RPG-Element sind die schon genannten Items, die die Helden bei ihren Aufgaben unterstützen. Dabei sind fast alle der bekannten Gegenstände aus der (Paper) Mario Serie wieder dabei und natürlich auch ein paar völlig neue. So gibt es zum Beispiel einen einfachen Pilz, um 10 Punkte der Lebensenergie wieder herzustellen oder einen POW-Block, der allen auf dem Bildschirm sichtbaren Gegner den Garaus macht. In diversen Läden können Items ge- und verkauft und natürlich auch gelagert.

 

 

Technik in einer neuen Dimension...

 

Da das Spiel ursprünglich für den GameCube erscheinen sollte, darf man natürlich kein grafisches Meisterwerk erwarten, doch das war bei Paper Mario noch nie das Hauptmerkmal. Der Look ist einzigartig, so dass die Erwartungen an das Aussehen des Spiels auf jeden Fall erfüllt werden. Vor allen Dingen die 2D Ansicht ist sehr gelungen, farbenfroh, abwechslungsreich und detailliert. Zwar wirkt die 3D Ansicht manchmal etwas leer, was aber vermutlich so gewollt ist, da es ja hauptsächlich ein „plattes“ Spiel sein soll.

 

Sound- und Musiktechnisch gibt es absolut nichts auszusetzen. Die Melodien sind abwechslungsreich und extrem gut gelungen. Vor allen Dingen Kapitel 1-1 überzeugt durch einen genialen Remix alter Melodien. Solche Klänge werden auch später noch eingesetzt und mit neuen Tönen gemischt, so dass den Ohren eine gute Kombination von Alt und Neu geboten wird.

 

Der Umfang ist für ein (primäres) Jump & Run ziemlich üppig, denn zum einfachen Durchspielen braucht man etwa 20 Stunden. Wenn man sich die Zeit nimmt, alle Geheimnisse zu entdecken, dann dauert es deutlich länger. Allerdings erfordert der Spielablauf das absolut nicht, sondern ist mehr als pures Extra zu sehen.

 

Etwas getrübt wird das Erlebnis durch einen Fehler, der sogar noch komplett reproduzierbar ist: In Kapitel 2-2 wird man aufgefordert, diverse Räume nach einer Person zu durchsuchen. Da man diese aber nicht finden kann, kehrt man nach der Suche zum Tippgeber zurück, um erneut nachzufragen. An dieser Stelle frieren Bild und Ton ein und man muss die Wii hart ausschalten. Dieser Fehler ist umso unverständlicher und unverzeihlicher, weil er schon in der US-Version aufgetreten ist, die im April auf den Markt kam. Nintendo hätte also genug Zeit gehabt, dafür zu sorgen, dass dieser Fehler behoben wird.

 

Rawiioli Wiiview: Super Paper Mario

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Super Paper Mario ist eine sehr gelungene Mischung aus Jump & Run, Abenteuer und RPG, die vor allem Fans der Paper Mario Reihe begeistern dürfte. Die Grafik ist zweckmäßig, die Steuerung gut gelungen und die Geschichte so witzig, wie man das von einem Titel der Reihe erwartet. Die einigermaßen lange Spielzeit und die Geheimnisse sorgen dafür, dass man lange etwas zu tun hat, weshalb die 50 Euro in das Spiel auf jeden Fall gut investiert sind. Allerdings sollte man kein perfektes Spiel erwarten, denn die paar Schwächen (z.B. wenig Abwechslung zwischen den Kapiteln) kosten auf jeden Fall Spielspaß und damit auch Wertungspunkte.

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

84%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

14.09.2007

Developer

Intelligent Systems

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung


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