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Reviews: Nintendo Wii

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Kirby und das magische Garn

Jump 'n Run

10.03.2011

Autor: Nico Ahrens

 

 

Einführung

 

Im Jahr 2010 kehrte die E3 zu ihrem alten Konzept und somit auch zu ihrem alten Glanz zurück. Leider färbte dies nicht allzu stark auf Sony und Microsoft ab, deren Präsentation zwar routiniert verliefen, aber wenig Neues hervor brachten. Anders verlief es bei Nintendo, die mit dem Nintendo 3DS ihren neusten Handheld der Weltöffentlichkeit präsentierten. Weiterhin heizten die Japaner mit eindrucksvoller Software die Stimmung an, in denen unter anderem Legenden des Nintendo-Universums ihr Comeback auf dem Wii feiern durften.

 

Einen solchen Titel stellte „Kirby und das magische Garn“ dar, welcher vor allem durch seine Optik vielen im Gedächtnis hängen blieb. Bonbonfarben war die Serie schon immer, doch nun überraschte die rosa Kugel Kirby mit einem bunten Look aus Filz und Wolle. Sein letztes großes Abenteuer hatte der Vielfraß mit „Kirby 64 – The Crystal Shards“ im Jahr 2000 auf dem Nintendo 64. Nachdem anschließend das Rennspiel „Kirby Air Ride“ aus dem Jahr 2003 auf dem GameCube nur dürftig den Appetit der Dreamland-Fans besänftigen konnte, kam nun endlich ein neuer Hauptgang für die ausgehungerten Fans. Leider mussten wir uns jedoch länger als der Rest der Welt in Geduld üben, denn Nintendo bevorzugte zum Weihnachtsgeschäft lieber die Casual Gamer mit „Wii Party“ und so schleppte sich der europäische Release ins Jahr 2011.

 

 

Kirby vollkommen von der Rolle

 

Wer ein Abenteuer mit Kirby beginnt, der muss sich stets darauf einstellen, in einem Universum des Frohsinns zu versinken. Kunterbunte Welten prallen auf den Spieler ein, in der Feinde eigentlich viel zu niedlich sind als dass man ihnen wirklich was Böses tun möchte.

 

Mit einem Intro werden wir in die Geschichte eingeführt, wobei sich Nintendo dieses Mal nicht Lumpen lies. Eine freundliche Stimme mit Großvaterton spricht in deutschen Worten, was sich in Dreamland aktuell ereignet. Und schon sind wir auch schon wieder gefangen in diesem Videospiel-Bonbonglas. Aber irgendwie ist es dieses Mal doch anders.

 

Nachdem er aus Versehen eine Metamomate vertilgt hatte, wurde Kirby von dem ursprünglichen Besitzer, dem fiesen Zauberer Grimmgarn, in ein Stück Garn verzaubert und in ein Land aus Wolle und Filz verbannt. In diesem Land aus Stoff trifft er auf Prinz Plüsch, der wie eine grimmig drein blickende Kopie von Kirby wirkt, nur mit einer Krone auf dem Haupt, welche auf seine aristokratische Stellung in diesem Land hindeutet, passender Weise ist er dazu auch noch blau. Das Blaublut verrät unserem Helden, dass der Zauberer Grimmgarn die Macht in Stoffland an sich gerissen hat und dieses in sieben Teile zerpflückte. Nun gilt es, magisches Garn aufzuspüren um die einzelnen Welten wieder zusammen zu flicken um die rechtmäßige Ordnung wiederherzustellen. Auf der anderen Seite des Bildschirmes greifen wird derweil zur Wiimote und lassen uns verzaubern von Kirbys neustem Abenteuer.

 

Durch die neue Form hat Kirby all seine alten Fähigkeiten verloren. Gegner können nun nicht mehr eingesaugt und herunter geschluckt werden, um deren Eigenschaften zu kopieren und auch das Fliegen gehört ebenfalls zur Vergangenheit. Als Garnfaden lassen wir Kirby nun die Gegner mittels eines Peitschenhieb erledigen und bei Bedarf rollen wir die Fadenreste anschließend auf. Abgründe überqueren wir sanft als Fallschirm und rummsen als Schwergewicht auf Hindernisse nieder. An bestimmten Stellen im Spiel treffen wir auf Metamortex, mit dessen Hilfe unser Körper Zuwachs an Garn bekommt und Kirby mutiert zur Dampflock, einem Panzer oder einem anderem Gegenstand. Dann verlangt das Spiel zusätzliches Geschick, denn je nach Gestalt variieren Steuerung, Geschwindigkeit oder die Begebenheit des jeweiligen Levelabschnitts.

 

Dank seiner Peitsche ist Kirby aber auch in seinem normalen Zustand unschlagbar. Er kann das Stück Garn nutzen um Reißverschlüsse zu öffnen, sich an Knöpfe zu baumeln oder Stoffflicken vom Hintergrund zu lösen, hinter denen sich allerlei Nützliches verbirgt.

 

 

Wie fühlt es sich an?

 

Konsequent besticht dieser Titel mit einer Welt, die direkt aus einem Bastelladen für Textilien entsprungen sein könnte. An jeder Ecke warten neue Muster, Stoffe, Knöpfe und Formen auf ihre Entdeckung und altbekannte Gegner, nun aus Garn, fügen sich harmonisch in dieses neue Design. Dabei fallen die einzelnen Welten so unterschiedlich bunt aus, wie es sich für ein Jump 'n Run gehört. Ihr durchquert auf eurer Reise heiße Wüsten, dichte Dschungel und sonnige Strände. Es ist alles bunt, es gibt viel zu entdecken und doch wirken die einzelnen Level stets auf ihr Thema genausten abgestimmt und keinesfalls überladen. So scheint der Boden in der Winterwelt aus der Wolle eines dicken Pullis zu bestehen, während Wolken aus sanfter Watte geformt wurden und das Gras wunderbar samtig erscheint. Die Darstellung bleibt dabei stets sauber und kein Geflimmer trübt den optischen Genuss, selbst im Format 16:9 und bei einer vollen Auflösung 60Hz (480p-Modus).

 

Nachdem die visuellen Sinne also vollends auf ihre Kosten kommen, wie steht es da um die akustischen Eindrücke? Während ich diese Zeilen tippe schwirren mir immer wieder die netten Melodien von Kirbys neusten Abenteuer durch den Kopf. Nicht nur an der Optik wurde ordentlich geschraubt. Komponist Tomoya Tomita gilt ebenfalls ein ganz großes Lob. War die Serie sonst eher für seine fröhlichen und teils überdrehten Arrangements bekannt, verzaubert Tomita mit einem orchestralen Soundtrack. Von verspielten Klavierstücken, die teilweise an Klänge von Mozart erinnern, bis hin zu fantasievollen Melodien im Orchestergewand, diese Musik bleibt noch lange Zeit in den Köpfen hängen. Jedoch passt die Musik trotz ihres teilweise opulenten Gewandes stets zum Szenario. Während viele neue Melodien entdeckt werden wollen, mischen sich für Kenner aber auch wundervolle Arrangements bekannter Stücke in das Spiel, wie etwa der Klassiker „Fountain of Dreams“. Ebenso wie der visuelle Eindruck scheint auch die Musik entschleunigen zu wollen und unterstreicht damit den zauberhaften Charakter dieser Märchenwelt aus Plüsch.

 

 

Randerscheinung

 

Waren Kirbys Abenteuer bisher stets für Einzelgänger gedacht, wird mit diesem Titel nun auch ein Multiplayer geliefert. Prinz Plüsch gibt sich schließlich nicht mit einer einfachen Statistenrolle zufrieden, er möchte selbst eingreifen, um sein Land aus den Fängen vom fiesen Zauberer Grimmgarn zu befreien. Ein zweiter Spieler schnappt sich dazu ebenfalls eine Wiimote und schon kann der Spaß zu zweit beginnen. Während sich der Partner an einigen Stellen als echt nützliche Unterstützung entpuppt, da mit ihm z.B. vertrackte Stellen einfacher erreicht werden können, kann das zusätzliche Gewusel gerade bei hektischen Szenen wie einem Bosskampf zu einer Belastungsprobe werden. Aber wie schon beim Alleingang nimmt euch das Spiel auch hierbei freundlich an die Hand. Verschwindet mal einer der Beiden aus dem Bildschirm, so wird er sofort von „Angie“ zum vorauseilenden Helden getragen. Ein besonderer Spaß kommt auf, wenn die Metamorphose nun beide Spieler zusammen schweißt. Dann wird der Panzer beispielsweise nicht nur von einem Spieler geführt, denn der andere sitzt ebenfalls an Bord und steuert mit seiner Wiimote eigene Angriffsbefehle.

 

In jedem Level gilt es außerdem Perlen zu sammeln. Hat man eine bestimmte Anzahl gesichert ans Levelende gebracht, so winkt euch eine Belohnung in Form einer Bronze-, Silber- oder Goldmedaille. In Prinz Plüsch Heimatstadt „Filzingen“ gelten Perlen zudem als Zahlungsmittel und so könnt ihr dem Immobilienmakler Willi Webstuhl bei dem Ausbau seines Filzhauses helfen. In den Geschäften seiner beiden Brüdern könnt ihr zusätzliche Möbel und Gegenstände erwerben und damit euer eigenes Stoffzimmer dekorieren.

 

Neben den Perlen gilt es außerdem noch jeweils zwei Schätze und den jeweiligen Soundtrack des aktuellen Levels zu finden. Die Schätze dienen danach als Einrichtungsgegenstände der weiteren Zimmer im Filzhaus. Sind diese nach den Vorstellungen von Willi Webstuhl möbliert, ziehen freundliche Wesen aus Stoffland in die Zimmer ein. Was diese mit der Spielzeit zu tun haben, erfahrt ihr im nächsten Abschnitt.

 

 

Meckerecke

 

Man könnte diesem Spiel eigentlich nur eines vorwerfen: Es spielt sich für erfahrene Spieler zu einfach und ist zu kurz. Aber wenn man genauer hinschaut, muss man eigentlich beide Vorwürfe revidieren. Das sammeln der einzelnen Items in jedem Level wird mit jeder neuen Stufe kniffliger. Wer dazu alle Geheimnisse aufspüren möchte, der muss beim Endgegner die maximale Anzahl an Perlen sammeln um auch die letzten Level einer Welt besuchen zu können. Gerade in den späteren Abschnitten entpuppt sich die Sammelleidenschaft für Perlen echt schwierig. Darüber hinaus wächst das Filzhaus von Willi Webstuhl nur mit einer ausreichenden Finanzierung. Zusätzliche Spannung erhält das Spiel durch die Bewohner des Filzhauses, die euch erneut in die einzelnen Levels des Spiels jagen. Ob auf der Suche nach den fünf „Suchmichs“ oder bei dem sammeln einer bestimmten Anzahl an Perlen für Perline, diese Zusatzaufgaben fordern noch einmal alles Können und verlängern hierbei geschickt die Spielzeit.


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Fazit

Als der erste Trailer zu diesem Spiel über meinen Bildschirm flimmerte, hatte mich das neuste Abenteuer von Kirby bereits umgarnt. Die „geschnürten“ Erwartungen konnten nun auch beim Spielen erfüllt werden. Sicherlich bleibt Kirby auch dieses Mal wieder seiner Linie treu, die kleinsten und jüngsten Spieler zu erreichen, was den Schwierigkeitsgrad erheblich niedrig ansetzt. Mit seiner plüschigen Präsentation schafft es dieser Titel jedoch, auch in mir das Kind zu wecken. Man ertappt sich stets dabei, wie ein Lächeln über das eigene Gesicht huscht, wenn man beim Streifzug durch die Stoffwelt auf eines der vielen kleinen versteckten Wunder trifft. Der Reißverschluss versteckt bestimmt einen geheimen Zugang?! Der kaputte Teddybär will sicherlich geflickt werden?! Neben seiner zuckersüßen Präsentation besticht das Spiel mit einem wundervollen Soundtrack aus sanften Orchester- oder solo Pianoklängen. In einer turbulenten Zeit wie heute entschleunigt und verzaubert „Kirby und das magische Garn“ auf eine angenehme Weise und versetzte mich in eine Ruhe, welche ich zuletzt wohl als Kind beim Spielen erlebt habe.

Grafik

super

Sound

super

Steuerung

gut

Spielspaß

super

93%

Singleplayer

91%

Multiplayer

Release

25.02.2011

Developer

HAL Laboratory / Good-Feel

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2


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