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Reviews: Nintendo Wii

Award für Optionsvielfalt

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Conduit 2

Ego Shooter

17.05.2011

Autor: Mario Kablau

 

 

Werden diesmal die Erwartungen erfüllt?

 

Als High Voltage Software vor etwa drei Jahren erstmals davon sprach, für die Wii zu entwickeln, habe sie ziemlich große Töne gespuckt. Sie wären die einzigen Drittentwickler, die die Wii wirklich ausnutzten und Features böten, die sonst der HD-Konkurrenz vorbehalten blieben. Das Spiel sollte also ein wahres Fest für Fans von Egoshootern werden, doch leider konnten diese Erwartungen aufgrund diverser Mängel nicht wirklich erfüllt werden. Nun, zwei Jahre nach dem Release von The Conduit ist Michael Ford wieder da. Das lose Ende wird aufgegriffen und zusätzlich versprechen die Entwickler, dass alle Mängel des Vorgängers beseitig wurden. Ist Conduit 2 also das uns schon vor Jahren versprochene Highlight für die Wii?

 

Die Antwort ist ein ganz klares jein. Warum? Eins nach dem anderen! Nachdem Michael Ford am Ende des ersten Teils in ein Conduit gegangen ist und die Spieler anschließend vom Abspann überrascht wurden, greift der Nachfolger die Szene in eben jenen Moment wieder auf. Eine Stimme erzählt, während in einem Video die Ereignisse rund um das Syndikat und den Erzfeind John Adams rekapituliert werden, von dem Stein, den Ford ins Rollen gebracht hat: Er hat sie alle verdammt. Wer damit gemeint ist und warum das so ist, wird zunächst nicht erklärt. Anschließend findet sich der Protagonist auf einer Ölbohrplattform wieder, von der aus Adams seine Mission scheinbar leitet. Gemeinsam mit dem im ASA gefangenen Prometheus geht die Jagd auf den Erzfeind weiter. Denn erst, wenn Adams besiegt ist, kann das ganze Chaos ein Ende haben.

 

Zeitsprung: Nachdem Ford erklärt hat, was bei Deepwater Horizon auch passiert sein könnte, geht es durch einen weiteren Conduit in eine verlassene Stadt, die später der Hub für seine Mission als Befreier wird. Um der Geschichte nicht vorzugreifen, schreibe dazu jetzt nicht mehr. Nur soviel: Von dort aus bereist er verschiedene Orte auf dem Planeten, so dass im Nachfolger zumindest schon mal mehr grafische Abwechslung sicher gestellt ist. Der Vorgänger hatte da noch für wenig Verständnis gesorgt, da vieles gleich aussah und sich sogar ganze Abschnitte teilweise wiederholt haben. Die Kritik der Fans haben sich die Entwickler zu Herzen genommen und sie im Spiel sogar noch kommentiert. Es gibt nämlich eine Stelle, an der Ford direkt hintereinander zwei Mal durch denselben Raum läuft und dazu sagt, dass er gerade ein Déjà-vu erlebt. Prometheus gibt daraufhin neunmalklug zum Besten, dass das eine beliebte Methode ist, um Kosten zu sparen, die auch gerne in „diesen Videospielen“ eingesetzt wird. Köstlich!

 

Jedenfalls hat sich bei der Grafik auf jeden Fall was getan. Vor allem durch abwechslungsreichere Umgebungen sieht das Spiel besser aus, auch wenn die Entwickler trotzdem noch Meilen vom Artdesign eines Metroid Prime 3 weg sind. Viel zu meckern gibt es an der Grafik jedoch nicht mehr, vor allem, weil das Spiel dazu ausnahmslos ruckelfrei läuft. Das einzige Manko am Singleplayer ist dessen Länge, denn nach etwa 6 Stunden sieht man bereits den Abspann – natürlich erneut mit einem Cliffhanger-Ende. Das ist zwar für heutige Egoshooter normal, für mich als Einzelspieler aber einfach zu wenig. Aber zum Glück bietet das Spiel noch mehr.

 

 

Der Mulitplayer-Modus!

 

Vorab ein Hinweis in eigener Sache: wir testen den Multiplayer-Modus zur Zeit noch intensiv, daher wird dieser Abschnitt in Kürze überarbeitet.

 

Ein weiteres Versprechen haben die Entwickler in Conduit 2 eingelöst: Ein gibt nun auch einen Mehrspieler-Modus für vier Spieler an einer Konsole per Splitscreen. Das weckt Erinnerungen an alte Zeiten und ist auch heute noch ein echter Spaß. Daneben ist natürlich der Online-Modus das Hauptaugenmerk der Entwickler, um die Käufer lange bei der Stange zu halten. Nun kann man sich mit bis zu 12 Menschen gegenseitig die Kugeln und Energiebälle um die Ohren hauen und zeigen, wer der Allerbeste ist. Dabei sind die auswählbaren Regeln identisch, egal ob man nun an einer Konsole oder online zockt.

 

Neben Klassikern wie Deathmatch oder Fahneneroberung befinden sich noch weitere Varianten im Angebot, die alle sowohl jeder gegen jeden als auch im Team gespielt werden können. So gibt es zum Beispiel den Modus Kopfgeldjäger, in dem jeder Spieler ein Ziel zugewiesen wird. Man bekommt dann nur Punkte, wenn man das richtige Ziel ausschaltet, bzw. sich erfolgreich gegen den eigenen Jäger zur Wehr setzen kann. Dabei entstehende Kollateralschäden führen hingegen zu Punktabzügen. Der Modus Ballon-Kampf wurde ganz dreist aus Mario Kart geklaut, mehr muss ich dazu wohl nicht sagen. Darüber hinaus ist auch das ASA-Rugby wieder mit dabei, hier bekommt man Punkte, wenn man das ASA in seinem Besitz hat, der Spieler mit der längsten Besitzdauer gewinnt. Erschwerend kommt hinzu, dass man keine Waffe einsetzen kann, wenn man das ASA herumträgt. Beim Deathmatch gibt es im Team noch besondere Regeln, so geht es entweder darum, das gegnerische Team komplett zu besiegen oder den gemeinsamen Lebensvorrat der Gegner zu dezimieren. Zuletzt sei noch der Modus Invasion erwähnt, den es nur im Splitscreen gibt, hier geht es darum, als ein Team gegen Horden von Gegnern zu bestehen, während Wiederbelebungen nur durch noch lebende Mitspieler möglich sind.

 

Da es jedoch nicht nur vielseitige Optionen, sondern auch 12 relativ geräumige Karten gibt, macht der Mehrspieler-Modus insgesamt einen besseren Eindruck als beim Vorgänger. Für viele dürfte außerdem die Splitscreen-Option ein echter Spaßbringer sein, mir macht das jedenfalls nach wie vor wesentlich mehr Spaß als online, da es einfach kommunikativer und direkter ist. Zusätzlich lief die Verbindung bei mir immer stabil, so dass es quasi keinen Grund zur Klage gibt, außer vielleicht, dass die lästigen Freundescodes noch immer nicht tot sind. Wenigstens kann man Freunde direkt aus der Wii-Freundesliste einladen und auch zufällig getroffene Gegner lassen sich einfach auf die Rivalenliste setzen. Eine gute Idee ist hingegen, Freundesanfragen direkt aus dem Spiel an andere Konsolen zu schicken.

 

Zuletzt sei noch der Sprach-Chat erwähnt. Während der Vorgänger noch auf WiiSpeak zurückgreifen musste, unterstützt Conduit 2 das Headbanger Headset, was ich jedoch leider nicht testen konnte, Gunnar hat jedoch bereits wenig überraschend festgestellt, dass das grundsätzlich wesentlich besser klappt als mit WiiSpeak. Auch darauf gehen wir in der Überarbeitung genauer ein.

 

 

Technik und Steuerung!

 

Wie schon erwähnt, ist die Grafik der des Vorgängers auf jeden Fall spürbar überlegen, was vor allem an einem großen Plus an Vielfalt liegt. Technische Mängel gibt es dazu auch so gut wie keine, so dass die Entwickler hier ihrem Eingangsversprechen einen Schritt näher gekommen sind. Dass sie aber noch immer nicht mit Spielen wie Metroid Prime Corruption mithalten können, zeigt, dass Anspruch und Wirklichkeit nicht immer auf demselben Niveau liegen müssen.

 

Dafür sind Sound und Musik erste Sahne. Es gibt viele atmosphärisch passende Stücke und gerade mit einer Dolby-Anlage macht die Geräuschkulisse insgesamt echt was her. Dazu kommt eine gute, wenn auch teilweise ungewollt lustige, Sprachausgabe. Mich stört dabei nur, dass die Sätze manchmal so überzogen sind, dass man fast loslachen möchte. Allerdings ist das von den Entwicklern vermutlich nicht gewollt, was zeigt, dass „Cool sein“ gelernt sein will.

 

Die Steuerung ist auch sehr gelungen, vor allem per Wiimote geht alles leicht und schnell von der Hand. Da MotionPlus die Genauigkeit des Pointers noch zusätzlich verstärkt, hat man immer das Gefühl, die volle Kontrolle zu haben. Im Vorgänger und in vielen anderen Shootern hat man oft das Gefühl, der Cursor fängt sehr schnell an zu zittern und überzieht auch gerne mal, bei Conduit 2 hatte ich dieses Gefühl mit M+ nie. Darüber hinaus wird auch der Classic Controller unterstützt. Somit können auch Freunde von der klassischen Steuerung eines Egoshooters ihren Spaß haben, wobei ich persönlich das nicht verstehen kann. Die Pointer-Steuerung ist der Variante mit zwei Sticks einfach so weit überlegen, dass man hier meiner Meinung nach gar keine Entscheidung zu treffen hat.

 

 

Pros und Cons!

 

Bevor ich zu meinem Fazit komme, noch ein paar Worte zu Dingen, die wirklich gut und wirklich schlecht sind. Besonders gut gefällt mir, dass nun Updates möglich sind und somit Bugs ausgemerzt und Cheater bekämpft werden können. In der heutigen Zeit ist so was zwar eigentlich eine absolute Pflichtübung, aber auf der Wii dreht sich die Welt halt ein bisschen langsamer, von daher werte ich das als klaren Pluspunkt.

 

Daraus leitet sich jedoch gleich ein Kritikpunkt ab: Das Spiel hat insgesamt wesentlich mehr Bugs als der Vorgänger, teilweise auch echt störende. Dass hin und wieder mal eine Kugel durch eine noch geschlossene Tür gelangt, kann ich noch verschmerzen, nicht tolerierbar ist hingegen, wenn ein Bug mich zur Rückkehr zum letzten Speicherpunkt zwingt. Es kann nämlich beim Waffenwechsel dazu kommen, dass dieser mittendrin hängen bleibt und man dann nur noch langsam gehen und nicht mehr schießen kann. Einen sicheren Weg aus dieser Misere gibt es leider nicht, egal welche Tasten man drückt. Manchmal hilft es jedoch, wenn man kurz in die Steuerungsoptionen geht und dort eine Kleinigkeit verändert. Das klappt jedoch auch nicht jedes Mal, so dass man gezwungen ist, das Spiel vom letzten automatischen Speicherpunkt neu zu starten.

 

Was mich zum nächsten positiven Punkt führt: Vielfalt. Nicht nur bei den Optionen hat man alle Möglichkeiten, die ein solches Spiel bieten kann, sondern auch die Waffenauswahl stimmt. Es gibt eine Vielzahl an realistischen Menschen-Waffen sowie nach wie vor auch Alien-Kanonen. Darüber hinaus sind ein paar echt coole, neue Teile dabei. Schon der Vorgänger bewegte sich auf hohem Niveau aber Conduit 2 setzt da sogar noch einen oben drauf. Das ist vorbildlich!

 

 

Vielen Dank an Sega für das Testmuster.


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Fazit

Um die Eingangsfrage nun abschließend zu beantworten, möchte ich mein „jein“ erklären. Der Ja-Teil kommt daher, dass es wirklich einen spürbaren Fortschritt im Vergleich zum Vorgänger gibt und die Entwickler es geschafft haben, beinahe alle Schwächen abzustellen. Der Nein-Teil ergibt sich jedoch unmittelbar daraus, denn das Spiel bietet nur wenig Neues, es fühlt sich in vielen Teilen wie ein „The Conduit 1.5“ an. Es fehlen entscheidende Impulse, neue Maßstäbe und eigene Ideen der Entwickler. Dazu ist die Kampagne für meinen Geschmack – wenn auch spannend und gut erzählt – viel zu kurz. Wäre Conduit 2 jedoch bereits vor zwei Jahren als erster Teil erschienen, dann wären die Entwickler ihrem Ziel zumindest einen großen Schritt näher gewesen. So ist es heute nur ein guter Shooter unter vielen, der Spaß macht, aber nicht außergewöhnlich ist.

Grafik

gut

Sound

super

Steuerung

super

Spielspaß

gut

80%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

21.04.2011

Developer

High Voltage Software

Publisher

Sega

USK Freigabe

16+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2-12


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