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Reviews: Nintendo Wii

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Pro Evolution Soccer 2011

Sport

25.05.2011

Autor: Martin Küpper

 

 

The same procedure as every year

 

Als Konami 2007 Pro Evolution Soccer 2008 auf den Markt brachte, hallten Schlagworte wie „Innovation“ durch die Weiten des Internets - und 2011 hallt als Echo „kennen wir“ zurück...

 

Pro Evolution Soccer – oder kurz „PES“ – ist auf der Wii nach der innovativen Initialszündung längst wieder in den Trott verfallen, den man von Fußball-Spielen kennt. In anderen Worten: Jedes Jahr dieselbe Suppe. Aber spulen wir noch mal auf Anfang und schauen uns diese Suppe mal genauer an. Verzeihung, mal wieder.

 

Pro Evolution Soccers große Trumpfkarte war und ist die Steuerung per Point und Klick. Quasi per Fadenkreuz könnt ihr zielgenaue Pässe und Flanken schlagen oder Mitspieler in den freien Raum schicken. Schießen könnt ihr Wahlweise per Nunchuk-Schüttler oder indem ihr mit dem Pointer in eine Ecke zielt und mittels B-Knopf abzieht. So weit zur Offensive, kommen wir zur Defensive: Per A-Taste kann man Gegenspieler ganz leicht mit einem oder mehr Spielern versehen, die den betreffenden Spieler dann je nach Situation verfolgen oder decken. Im Zweikampf hat man natürlich weiterhin die Wahl zwischen Bedrängen und Grätschen, wobei Timing bei beiden Varianten der Schlüssel zum Ballgewinn ist.

 

Des Weiteren gilt auch dieses Jahr: Übung macht den Meister, denn die komplexe Steuerung benötigt eine gewisse Einspielzeit. Falls man mit der Steuerung aber absolut nicht klar kommen sollte, darf man auch zu Classic- und GameCube-Controller greifen, wobei dabei Einiges an Spielwitz verloren geht.

 

Wer erkannt hat, dass ich dreister Weise einige Zeilen aus meinem Test von PES 2009 wiederverwendet habe, der kriegt nen Keks. Zwei Kekse wenn er die tiefere Bedeutung erkannt hat. Ja richtig! Seit dem hat sich kaum etwas getan. Oder doch?

 

 

Was ist neu?

 

Neu im Paket ist die manuelle Passkontrolle. Diese ermöglicht eine sehr direkte Ballkontrolle und somit viele Freiheiten im Spiel. Das heißt aber natürlich auch, dass man erst hartes Training investieren muss, bevor man mit der manuellen Passkontrolle punkten kann. Viel Arbeit, die sicher nicht jeder bereit ist zu investieren. Aber wenn ihr zu der Sorte Mensch gehört die nichts Besseres zu tu... ich meine, die sich intensiv genug mit einem Spiel beschäftigt, dann werdet ihr Fußball virtuell genießen können wie nie zu vor. So real und punkgenau war Fußball an der Konsole noch nie! Und das Beste: Das manuelle Passspiel funktioniert mit dem Nunchuk / Wii Remote Duo genauso gut wie mit dem Classic Controller!

 

Auf der Verpackung steht zu dem etwas von einer neuen 360°-Steuerung und von stark verbesserter KI. Aber die Wahrheit steht leider nicht auf dem Covertext, sie liegt auf dem Platz – und da merkt man von diesen angeblichen Neuerungen leider so gut wie gar nichts.

 

 

Die Lizenz zu spielen!

 

Machen wir uns nichts vor, zum Realismus eines Fußballspiels gehören auch die Lizenzen. Wenn man nicht mit Neuer, Uchida, Höwedes, Draxler, Holtby, Farfan, Raul oder Huntelaar spielt, ist Fußball einfach kein Fußball. Deshalb zaubert PES nun auch wieder neue Lizenzen aus dem Hut! Zwei Jahre nach dem man sich die Champions League gesichert hat, folgt nun der „Copa Santander Libertadores“ – das südamerikanischen Pendant zur europäischen Champions League. Mit im Paket sind drei Originalmanschaften mit lizensierten Spielern und stimmiger Präsentation. Doch Hand aufs Herz, die meisten dürften sich nicht für den neuen Modus nicht interessieren. Es wäre vielleicht sinniger gewesen das volle Parket der Champions League zu bieten – mit allen teilnehmenden Vereinen!

 

Mit dabei sind nur zwei Bundesliga-Vereine: Bayern München und Werder Bremen. Der deutsche Meister, der Pokalsieger oder Überraschungsmannschaften wie Hannover oder Mainz sucht man vergebens. Als deutscher Fußballfan tröstet es wohl kaum, dass die Ligen aus Spanien, Italien und Holland voll lizenziert sind. Ach, einige Mannschaften aus England sind auch noch dabei. Hand aufs Herz, das ist einfach nicht das Wahre!

 

 

Multiplayer

 

Neben dem Karriere-Modus, der Champions League und dem Copa Santander Libertadores könnt ihr natürlich auch gegen Freunde antreten – auch online! Der Online-Modus läuft meist flüssig, mit sehr wenigen Lags. Und das ist auf der Wii ja überdurchschnittlich! Es gibt normale Spiele mit Zufallsgegnern und Freunden sowie Ranglistenspiele. Für Wii-Verhältnisse wird hier großartige Arbeit geleistet.

 

 

Technik

 

Auch hier herrscht Stillstand. PES 2011 sieht aus wie der Vorgänger. Und der sah aus wie ein PS2 Spiel. Der Optik fehlt es an Liebe und an Farbe, die Animationen könnten flüssiger sein und allgemein ist die Präsentation eher trocken, auch wenn man sich gerade bei der Champions League große Mühe macht, das Ganze ansprechend auf den Bildschirm zu bringen.

 

Der Sound ist leider einfach nur dröge. Wolf Fuß und mein Namensvetter Hansi Küpper foltern den Spieler mit meist unpassenden Kommentaren, die sich viel zu schnell wiederholen. Das kennt man ja. Aber Konami hat tatsächlich noch einen drauf gelegt! Nun quatschen Hansi und Wolf manchmal gleichzeitig los! Man würde den Kommentatoren am liebsten den Saft abdrehen, aber die „Fangesänge“ aus der Dose sind auch kein angenehmer Sound. Am besten ihr lasst über die Anlage nebenher laute Musik laufen. Das ist Balsam für die Seele.

 

 

Vielen Dank an Konami für das Testmuster.


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Fazit

Selten ist es so einfach eine Kaufempfehlung auszusprechen: Ihr mögt Fußball? Ihr habt keine anderen Konsolen oder habt gefallen an der Pointer-Steuerung gefunden? Super! Habt ihr schon einen Ableger von PES? Nein? Dann macht ihr sicher nichts falsch. Doch habt ihr? Könnt ihr euch fürs manuelle Passspiel begeistern? Nein? Dann lasst die Finger davon! Oder anders gesagt: PES ist noch immer gut, aber da es wenig Neues gibt, lohnt sich der Kauf nur dann, wenn ihr ein absoluter Fan seid oder ihr noch keinen Teil zu Hause habt.

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

super

Spielspaß

gut

80%

Singleplayer

80%

Multiplayer

Release

28.10.2010

Developer

Konami

Publisher

Konami

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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