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Reviews: Nintendo Wii

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Eledees

Action

19.10.2007

Autor: Mario Kablau

 

Die Energie der Eledees!

 

Die Geschichte von Eledees ist schnell erzählt: Vor langer Zeit kamen die kleinen Energiewesen bei einem großen Blitz auf die Erde. Seit dem sorgen sie durch ihre mysteriöse Energieform für unseren Strom. Der 10-jährige Junge Kai mag die Eledees jedoch nicht besonders, da seine Eltern diese seit Jahren erforschen und daher keine Zeit für ihn übrig haben. Als eines Abends ein Blitz in Kais Stadt einschlägt und der gesamte Strom ausfällt, fangen die Eledees an, sich seltsam zu verhalten. Seine Eltern wollen dem sofort nachgehen und lassen den Jungen alleine zu Hause. Kai will sich die Zeit mit fernsehen vertreiben, aber der Strom ist ja ausgefallen. Also schnappt er sich den Fangstrahler seines Vaters und nimmt sich vor, alle Eledees im Haus zu fangen, da sie für ihn die Schuldigen sind.

 

Nach dieser Einleitung schlüpft der Spieler in die Rolle von Kai und nimmt den Fangstra... äh, die Wiimote in die Hand, um die kleinen Energiewesen einzusammeln. In 28 Aufgaben geht es darum, die vorgegebene Wattzahl an Eledees in einer bestimmten Zeit einzufangen. Die kleinen Wesen gibt es in unterschiedlichen Farben, die gleichzeitig für unterschiedliche Wattzahlen stehen. Grüne Eledees bringen zum Beispiel 15 Watt, rote 40 und blaue 100. Daneben gibt es noch Gelbe, die den Fangstrahler verstärken. Diese Wesen verstecken sich in Elektrogeräten und kommen dort nur raus, wenn man genug Watt hat, um das Gerät zu aktivieren. Sammelt man genug davon ein, dann bekommt der Fangstrahler ein Update und man kann fortan mehr Gewicht damit heben.

 

Im ersten Level in Kais Zimmer ist das Ganze noch recht gediegen. Man hat mehr als genug Zeit, um das Zimmer in aller Ruhe abzusuchen und genug Eledees zu finden. Dort gibt es auch hauptsächlich viele kleine Gegenstände, die man von Beginn an bereits hochheben kann, um die kleinen Wesen darunter zu entdecken. Das wichtigste im Spiel ist Gründlichkeit, denn man findet Eledees wirklich überall. Manche stehen einfach nur irgendwo im Regal herum und warten förmlich auf den Fangstrahler. Andere dagegen verstecken sich hinter Büchern, unterm Schreibtisch oder an anderen Orten, die es zu entdecken gilt.

 

Der Spieler bewegt Kai mit dem Stick auf dem Nunchuk, zielt mit dem Pointer der Wiimote und setzt den Fangstrahler mit A oder B ein. Zielt man auf ein Eledee und setzt den Strahler ein, dann wird es gefangen und die Wattzahl steigt. In späteren Leveln muss man teilweise auch noch zusätzlich darauf achten, dass man bei seiner Suche keine Gegenstände kaputt macht oder dass man besonders leise ist. Läuft die Zeit ab oder bricht man eine der anderen beiden Regeln, bevor man genug Watt gesammelt hat, dann ist der Versuch gescheitert und man muss von vorne anfangen.

 

Am Ende jedes Auftrages wird die eigene Leistung bewertet. C steht dabei für extrem schlecht, B für mittelmäßig und A für gut. Besonders talentierte Sucher schaffen es vielleicht sogar, die Stufe S zu erreichen. Neben den normalen Aufträgen kann man für die Level auch andere Möglichkeiten freischalten, so zum Beispiel den Punkteangriff, den ewigen Auftrag oder den Challenge Auftrag. In ersterem kommt es darauf an, möglichst viele Watt in der vorgegebenen Zeit zu sammeln, beim zweiten geht es um die Gründlichkeit in möglichst kurzer Zeit und letzteres ist identisch mit den normalen Aufträgen nur eine Ecke härter.

 

Ab und an trifft Kai auch auf ein besonders großes Eledee, das es dann zu bezwingen gilt. Hier ist die Energieleiste des Fangstrahlers von entscheidender Bedeutung, da das Gerät sehr empfindlich ist. Wird man zu oft von Angriffen des Gegners getroffen, dann ist der Versuch gescheitert. Das kann übrigens auch in normalen Leveln passieren, denn später tauchen auch schwarze Eledees auf, die man nicht fangen kann. Versucht man es doch, dann starten sie einen Angriff auf Kai und zerstören so über kurz oder lang den Strahler.

 

Je weiter das Spiel voran schreitet, desto größer werden die abzusuchenden Gebiete und die Leistung seines Hilfsmittels. Während man zu Beginn gerade ein Buch oder einen Ball hochheben kann, fliegen später ganze Autos oder sogar Häuser durch die Lüfte. Ein paar nette Spielereien mit der Schwerkraft sorgen außerdem für Abwechslung in den einzelnen Aufträgen. So arbeitet sich Kai von seinem Zimmer über den Flur und die Küche ins Wohnzimmer vor, um letztlich auch das Haus zu verlassen, um Orte wie den Garten, die Garage oder gar den ganzen Ort nach Eledees abzusuchen. Dabei wird die Geschichte, die in schön gezeichneten Zwischensequenzen erzählt wird, immer mysteriöser. Doch wenn Kai sich anstrengt, dann wird er alle Geheimnisse sicher lösen können und irgendwann werden sicher auch seine Eltern nach Hause kommen...

 

 

Wie ein Egoshooter, bloß ohne töten!

 

Die Steuerung funktioniert wie oben beschrieben und es gibt kaum mehr dazu zu sagen. Die Bewegungen mit dem Stick funktionieren sehr gut und auch das Umsehen mittels Pointer ist sehr gut gelungen. Man kann sich sowohl schnell als auch sehr präzise umsehen, was durch eine gute Wahl der Sensibilität sichergestellt wurde. Leider kann man diese jedoch nicht ändern, so dass jeder mit denselben Einstellungen klar kommen muss. Nach meinen Erfahrungen sollte das jedoch kein Problem sein.

 

Da man nur einen Knopf braucht, kommen auch Genre Neulinge ganz schnell und einfach in das Spiel rein. Das gute Tutorial trägt zusätzlich dazu bei, dass man schnell alle wesentlichen Dinge aufnimmt und umsetzen kann. Da die Regeln zu Beginn sehr einfach sind, gibt es absolut keine Probleme beim Einstieg in das Spiel.

 

Später wird es dann deutlich komplexer und man benötigt immer mehr Fingerspitzengefühl, um ausreichend Eledees einzufangen und dabei möglichst keinen Schaden anzurichten. Daher passiert es nicht selten, dass man einen Level mehrmals spielen muss, bevor es dann endlich klappt. Da man jedoch von Versuch zu Versuch deutliche Fortschritte sieht, da man immer besser weiß, wo man suchen muss, kommt es nur sehr selten zu Frust. Der stetig steigende Schwierigkeitsgrad ist nahezu perfekt, um souverän durch das Spiel zu kommen. Wer mehr haben will, wird durch die zusätzlichen Aufgaben, ganz besonders die Challenge Aufträge, zusätzlich bedient.

 

Wenn man das Spiel einfach nur Auftrag für Auftrag durchspielt, dann wird man etwa 10 Stunden damit beschäftigt sein. Für die härteren Aufträge benötigt man dann noch mal etwa dieselbe Zeit. In den beiden Highscore-Modi kann man sich auch danach noch stundenlang austoben. Am Umfang gibt es also kaum etwas zu meckern, außer vielleicht, dass nur wenige jeden Level mehrfach zu spielen bereit sind und daher nach 10 Stunden Spielzeit nichts mehr geboten bekommen. Dazu kann ich nur sagen: Selber schuld, denn eine zweite Runde lohnt sich auf jeden Fall.

 

 

Entwickler gesucht!

 

Wem die Aufträge im Spiel nicht reichen, der kann sich selbst Aufträge basteln. Eledees verfügt nämlich über einen Editor mit dessen Hilfe man eigene Aufgaben in den bekannten Umgebungen konstruieren kann. Im Laufe des Spiels schaltet man dazu neue Gegenstände und Umgebungen frei und kann diese dann dort einsetzen. Man kann jedoch nicht nur komplett neue Level selber basteln, sondern auch die bestehenden nach Belieben verändern.

 

Da es langweilig wäre, nur selbst gebaute Aufgaben zu lösen, hat Konami dem Spiel außerdem die Möglichkeit spendiert, diese über das Internet mit anderen Spielern auszutauschen. Auf diesem Wege kann man immer wieder neue Aufgaben spielen, die entsprechenden Freunde, die solche auch herstellen wollen, vorausgesetzt.

 

Anfangs ist die Arbeit im Editor sehr frustrierend, da es einen Spagat zwischen möglichst einfach und gleichzeitig möglichst vielfältig versucht und der aber leider nur teilweise gelingt. Vielfalt wird auf jeden Fall erreicht, aber durch die extrem vereinfachte Steuerung braucht man bei den ersten Versuchen sehr viel Zeit, um etwas Brauchbares auf die Beine zu stellen. Ein Blick in die Anleitung ist an dieser Stelle auf keinen Fall verkehrt. Ist man einmal hinter das Prinzip gekommen, dann läuft es immer flüssiger. Wegen der Einfachheit der Bedienung muss man jedoch lange Suchen nach den richtigen Gegenständen in Kauf nehmen. Mit der Zeit bessert sich das aber, da man lernt, wo genau was zu finden ist.

 

Neben selbst gebauten Aufträgen kann man im Spiel selbst Screenshots machen und besonders tolle Aufnahmen an seine Freunde schicken. Über diesen Weg kann man wertvolle Tipps weitergeben oder Hilfe bei der Suche nach besonders seltenen Eledees erhalten. Wirkliche Tiefe bringt das zwar nicht, aber es ist ein lustiges Gimmick, mit dem sicherlich einige ihren Spaß haben werden.

 

 

Wer ist der schnellste Sucher?

 

Zusätzlich zu den Einzelspieler Aufträgen bietet Eledees auch einen Mehrspielermodus für bis zu vier Spieler. Dabei gibt es sowohl die Möglichkeit, mit Nunchuk zu spielen oder ohne. Spielt man ohne Nunchuk, dann ändert das Spiel die Ansicht selbst und die Gegner müssen sich nur darum kümmern, Eledees einzufangen. Die Einstellungen sind dabei recht umfangreich. Man kann das Zeitlimit zwischen einer und 99 Minuten frei festlegen und wählen, wer die Kamera steuert. Diese Macht kann entweder einem Spieler gegeben werden oder auf Zufall gestellt werden. Bei letzterer Option kann man noch die Zeit einstellen, in der ein Spieler die Kontrolle über die Kamera hat, bevor es zum nächsten über geht. Hier sind 10, 30 und 60 Sekunden möglich. Hat man sich darauf geeinigt, dann geht es weiter zur Auswahl der Umgebung. In diesem Fall braucht natürlich jeder ein eigenes Nunchuk.

 

Genügend Auswahl ist dadurch sichergestellt, dass man alle Level aus der Story und zusätzlich auch die selbst gebauten in diesem Modus spielen kann. Ebenso kann man heruntergeladene Umgebungen von Freunden spielen. Der Spieler, der nach Ablauf der Zeit die meisten Watt gesammelt hat, der gewinnt das Spiel.

 

Unterm Strich macht der Mehrspielermodus sehr viel Spaß und ist vor allem deshalb gelungen, weil nicht jeder zwingend einen Nunchuk braucht. Durch die einfache Steuerung hat jeder schon nach kurzer Zeit den Dreh raus und somit ist Chancengleichheit schnell gegeben. Man benötigt zwar einige Zeit, um wirklich alle möglichen Verstecke, in denen sich Eledees tummeln können, zu identifizieren, aber da der Spieler, der zum Beispiel ein Buch hochhebt, immer einen gewissen Zeitnachteil hat – er muss ja erst das Buch los werden, bevor Eledees gefangen werden können – können die anderen in der Zeit fleißig einsammeln. Dieser Modus ist für das Spiel auf jeden Fall ein Gewinn. Was allerdings fehlt, ist die Geschichte, die der Einzelspieler-Modus bietet. Schade, denn ein Coop-Modus wäre eine echte Bereicherung gewesen.

 

 

Ein Wii-Spiel der ersten Stunden!

 

Das Eledees schon ein wenig betagt ist, sieht man dem Spiel auf alle Fälle an. Die Grafik ist zwar okay, aber aus den Socken haut sie bestimmt niemandem, was vor allen Dingen an den beschränkten Umgebungen liegt. Zum einen sind die Räume größtenteils recht klein und zu anderen ist außer den Eledees kaum Bewegung im Spiel. Alles wirkt irgendwie statisch und leblos, was sicher auch daran liegt, dass man im Spiel selbst niemals auf andere Menschen trifft. Das Haus und die Stadt sind ausgestorben, was zwar sicherlich zur Geschichte des Spiels gehört, aber dann hätte man ja einfach auf andere Weise für Leben sorgen können. Die einzelnen Objekte an sich sehen gut aus und man fühlt sich tatsächlich fast wie in einem echten Haus, da alles originalgetreu nachgebildet wurde. Ein bisschen mehr Farbe und Abwechslung bei den Texturen hätte dem Titel aber auf alle Fälle gut getan.

 

Das wichtigste Element ist mit Sicherheit die Physik und die ist sehr gut umgesetzt. Das Anheben der einzelnen Gegenstände fühlt sich realistisch an und auch die Bewegungsgeschwindigkeiten sind je nach Gewicht optimal getroffen. Wirft man Gegenstände herum, dann fliegen sie realistische Kurven und zerbrechliche Dinge gehen tatsächlich kaputt, wenn sie zu hart auf eine Wand oder den Boden treffen. Ein wenig komisch ist bloß, dass man manche schwere Gegenstände wegen mangelnder Kraft nicht anheben kann, allerdings lassen sich diese verschieben, wenn man sie mit einem leichteren Gegenstand schiebt.

 

Etwas nervig ist das Öffnen von Türen, da diese keine feste Anfangs- oder Endposition haben. Es passiert also nicht selten, dass sie immer wieder zufallen oder partout nicht mehr zugehen wollen. Vor allem bei Küchenschränken ist das nervig, da es sehr viel Feingefühl erfordert, um es richtig zu machen. Besonders gut gelungen ist die Physik jedoch in den Leveln mit reduzierter Schwerkraft, in denen alles realistisch schwebt, sobald es einmal in Bewegung gesetzt wurde.

 

Bei der musikalischen Untermalung und den Soundeffekten gibt es wenig zu bemängeln. Jeder Level hat ein eigenes Musikstück, was absolut vorbildlich ist. Zwar wiederholen sich einige Melodien ab und an, aber genügend Vielfalt gibt es auf alle Fälle. Die Qualität ist auch okay für ein Spiel dieser Art, man muss die Musik der Eledees jedoch mögen, sonst wird man wenig Spaß haben. Wer einen Eindruck gewinnen will, sollte sich mal den ersten Trailer zum Spiel ansehen.

 

Vielen Dank an Konami für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Eledees ist ein tolles Spiel, das auch Einsteigern und Wii-Neulingen sehr viel Spaß machen wird. Der Umfang ist gut, die Zusatzoptionen wie der Editor gelungen, die Steuerung funktioniert einwandfrei und die Technik ist annehmbar. Der Mehrspielermodus ist eine willkommene Abwechslung, an der man auch viel Spaß haben wird. Wer so kurz vor der Spieleflut zu Weihnachten auf der Suche nach einem kurzweiligen Titel ist, der kann bei Eledees nichts falsch machen. Wer sich nicht sicher ist, der sollte sich ein paar Videos ansehen und dann eine Entscheidung treffen.

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

super

Spielspaß

gut

81%

Singleplayer

75%

Multiplayer

Release

02.05.2007

Developer

Konami

Publisher

Konami

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (WLAN)

2-4


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