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Reviews: Nintendo Wii

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Sonic Colours

Jump 'n Run

09.07.2011

Autor: Martin Küpper

 

 

Zurück zu den Wurzeln, auf ins Weltall!

 

Sonic, der gefallene Held. Immer wieder liest man von Sonics Krise oder überspitzt ausgedrückt von seinem Untergang. Dabei entspricht das nur bedingt den Tatsachen. Ja, es gab in den vergangenen Jahren teils unfassbar schlechte Sonic Spiele, aber es gab auch sehr gute! Dabei lässt sich aber eine grobe Trennlinie ziehen: 2D hui, 3D pfui. Nun, nicht alle 3D Sonics waren grauenhaft, aber es lässt sich wohl nicht bestreiten, dass es Sonic, im Gegensatz zu Mario, über Jahre hin nicht geschafft hat, ein 3D Spielkonzept zu entwickeln, das seinen Qualitäten entspricht. Mit Sonic Colors hat Sega den nächsten Versuch gestartet das endlich zu ändern.

 

Der Ansatz? Zurück zu den Wurzeln, sich endlich auf das Besinnen was Sonic ausmacht – und das von der ersten Sekunde an. Nach dem ihr das Spiel gestartet habt, erwartet euch kein ewig langes Intro, keine nervigen Charaktere und keine perverse Liebesgeschichte zwischen Sonic und irgendeiner Prinzessin. Das Spiel startet prompt mit dem ersten Level. Ihr saust mit Sonic durch einen optisch eindrucksvollen Vergnügungspark, sammelt Ringe und besiegt feindlich gesinnte Roboter mit Dash-Attacken. Dann plötzlich wechselt die Kameraperspektive, ihr seht Sonic nun nicht mehr von hinten, sondern von der Seite. Dynamisch wechselt das Spiel zwischen 3D und 2D Perspektiven, während Sonic wie in der guten alten Zeit mit rasanter Geschwindigkeit durch Loopings sprintet und über Abgründe hüpft. Da wird einem klar, das ist Sonic! Das ist Sonic in Bestform, so wie man ihn aus seiner Glanzzeit auf dem Megadrive kennt.

 

Erst nach den ersten Levels meldet sich die Handlung zu Wort. Dr. Eggman will seine Missetaten wieder gut machen und hat zu diesem Zweck einen Freizeitpark gebaut, der Spaß und Freude verbreiten soll. Aber wie heißt es so schön? Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Und so machen sich Sonic und sein guter alter Kumpel Tales auf, um Dr. Egman auf den Zahn zu fühlen. Und – oh Wunder – er hat tatsächlich nichts Gutes im Sinn!

 

 

Highspeed, Ringe und Dash-Attacken

 

Um Dr. Eggmans Pläne zu durchkreuzen, bereist Sonic diverse Spielwelten, die ihr von der Oberweltkarte aus erreichen könnt. Jede Spielwelt ist in mehrere Level unterteilt und am Ende wartet der obligatorische Bosskampf auf euch. Doch erst gilt es durch farbenfrohe Welten zu sausen, Gegner mit Dash-Attacken auszuschalten, Sprungpassagen zu meistern und Ringe zu sammeln. Ach, das wisst ihr ja schon. Doch viel mehr gibt es auch nicht zu berichten. Zu diesen klassischen Merkmalen der Sonic Spiele gesellt sich allerdings ein neues Element. Durch die Whisps, eine außerirdische Lebensform, erlernt Sonic im Spielverlauf diverse Fähigkeiten. So kann er sich etwa durch den Boden bohren, um an sonst unerreichbare Orte zugelangen.

 

Diese Fähigkeiten hat Sega optimal genutzt, um den Spieler zu motivieren. Habt ihr ein Level abgeschlossen, werdet ihr nämlich benotet. Für die Note entscheidend ist eure Geschwindigkeit, die gesammelten Ringe und Punkte die ihr durch besondere Aktionen erlangt. Besonders lohnenswert ist das aufsammeln von Spezialringen, die aber oft an Orten versteckt sind, die ihr ohne die entsprechende Fähigkeit gar nicht erst erreichen könnt. Wenn ihr alle Level mit einem S-Rang abschließen wollt, musst ihr oft zu einem späteren Zeitpunkt zurück kommen, um eure Benotung aufzubessern.

 

 

Viel Farbe, viel Abwechslung!

 

Durch diese Fähigkeiten kommt aber auch viel Abwechslung ins Spiel. So könnt ihr mit den blauen Whisps Blöcke erschaffen, oder mit den grünen Whisps in luftige Höhen aufsteigen. Diese Fähigkeiten sind alle hervorragend in das ausgezeichnete Leveldesign eingearbeitet und ergänzen das klassische Gameplay um eine neue Komponente, die nicht völlig aufgesetzt oder unpassend wirkt, wie das bei den letzten 3D Ablegern ja leider üblich war. Und auch wenn Sonic Colours zu keiner Sekunde an die spielerische Brillanz eines Super Mario Galaxy heranreicht, hat man es doch endlich geschafft ein 3D Sonic zu entwickeln, dass von Anfang bis zum Ende überzeugt.

 

Natürlich ist es nicht perfekt, gerade die Steuerung ist in manch einer Situation zu ungenau. Egal ob ihr mit Wii Remote und Nunchuk, Classic- oder GameCube Controller steuert, in manchen Situationen habt ihr einfach zu wenig Kontrolle. Im Klartext geht es um diverse Jump ’n Run Passagen, die genaues Timing und Punktlandungen erfordern. Darauf ist die Steuerung einfach nicht ausgelegt – und außerdem nimmt es das Tempo aus dem Spiel!

 

Optisch gibt es hingegen nichts zu meckern. Das Spiel ist eines der schönsten Wii Spiele überhaupt und wird seinem Namen mehr als gerecht. Es ist wirklich sehr, sehr farbenfroh! Aber auch sonst ist die Präsentation von Sonic Colours eine Bank. Die Hintergründe sind detailreich, die Kameraführung ist teils atemberaubend und das Geschwindigkeitsgefühl wird dank stets flüssiger Darstellung optimal vermittelt.

 

Der Sound bietet vorwiegend schnelle Elektro-Klänge, packt aber auch hin und wieder die E-Guitarre aus. Vielleicht hätten es ein paar mehr klassische Sonic Melodien sein dürfen, aber wer den Sound der letzten 3D Sonics mochte, der wird auch hier nicht meckern können. Bei der Sprachausgabe bleibt alles beim Alten, dieselben Sprecher hauen die gleichen platten Sprüche raus. Das ist wohl reine Geschmackssache.

 

 

Vielen Dank an Sega für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Sonic kann es doch noch, sogar in 3D! Spielerisch kommt Sonic Colours zwar nicht an die Brillanz von Mario heran, aber dieser Anspruch ist auch äußerst vermessen. Das Spiel ist gut, macht Spaß und sieht toll aus. Was will man mehr? Wer Sonic mag, muss diesem Spiel eine Chance geben. Eine kurze Erwähnung ist auch der Sonic Simulator wert, in dem ihr euch auch zu zweit weiteren Herausforderung stellen könnt. Nett!

Grafik

super

Sound

ok

Steuerung

ok

Spielspaß

gut

85%

Singleplayer

70%

Multiplayer

Release

12.09.2010

Developer

Sega

Publisher

Sega

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2


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