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Reviews: Nintendo Wii

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Wii Play Motion

Party

14.07.2011

Zum Video-Test

Autor: Mario Kablau

 

 

Ein unschlagbares Angebot!?

 

Fast fünf Jahre sind vergangen seit Nintendo die Wii auf den Markt gebracht hat. Damals gab es, um den Spielern schnell mehr der neuen Controller zu verkaufen, ein Spiel, das man für etwa 10 Euro Aufpreis zusammen mit einer Wii Fernbedienung bekam. Damals war das für mich ein unschlagbares Angebot, bei dem ich einfach zugreifen musste. Da das noch viele andere taten, ist Wii Play heute eines der meistverkauften Spiele überhaupt. Das ist für Nintendo Grund genug nun einen Nachfolger auf den Markt zu bringen, der dafür sorgen soll, dass sich Wii MotionPlus endlich stärker durchsetzt. Vermutlich auch deshalb, weil das der Wii U zu Gute kommen könnte.

 

Um die Fähigkeiten der Wii-Fernbedienung Plus wirklich auszunutzen, hat Nintendo mehrere Entwickler gebeten, perfekt darauf ausgelegte Minispiele zu programmieren. Das Ergebnis ist Wii Play Motion, das aus 12 solchen Spielen besteht, die alle auf unterschiedliche Weise mit der verbesserten Bewegungserkennung arbeiten. Ein paar Beispiele:

 

Bei „Gruselvilla“ blickt man zu Beginn in Richtung Fernseher und sieht dort ein paar Miis stehen, die von Geistern im Raum bedroht werden. Der Blick auf den Fernseher zeigt aber nur einen Teil des Raumes, während die Geister überall herum schwirren. Um sie zu fangen, muss man sich nun in der realen Welt umsehen und mit der Fernbedienung nach ihnen suchen. Durch Geräusche erfährt man, ob man nah dran ist. Hat man einen Geist im Visier, wird er mit B festgehalten und muss dann auf den Bildschirm gezogen und in eine Falle verfrachtet werden. Das erfordert manchmal auch noch einen kleinen Kampf, da der Geist natürlich lieber fliehen will. Dieses Spiel ist echt klasse und macht vor allem zu viert Spaß, wenn man sich bewusst macht, dass das System nur die Richtung des Controllers erkennt und nicht die genaue Position im Raum. Jagd man also denselben Geist, dann muss man nicht auf denselben Punkt im Raum zeigen, sondern die Wii Fernbedienung identisch halten.

 

Ein weiteres Spiel ist „Steine-Flitschen“. Hier wählt man sich am Anfang einen möglichst flachen Stein aus und muss diesen dann so werfen, dass er möglichst oft über einen See titscht, bevor er untergeht. Nach fünf Versuchen werden alle Sprünge addiert und das Endergebnis steht fest. Später muss man hier auch noch kleine Parcours meistern, was wirklich alles andere als leicht ist. Ich habe eine ganze Weile gebraucht, um die Steuerung wirklich zu verinnerlichen, man neigt nämlich am Anfang dazu, die B-Taste, mit der man den Stein festhält, zu früh los zu lassen.

 

Darüber hinaus möchte ich auch „Raumstation“ noch erwähnen, mein persönliches Lieblingsspiel. Das eigene Mii sitzt in einem Raumschiff, das Teile an einer Raumstation andocken muss, um diese fertig zusammenzubauen. Um das Schiff durch den Weltraum zu steuern hält man die Wiimote ganz normal in einer Hand und zündet die sechs Düsen des Schiffes über sechs Tasten. B löst die untere Düse aus, A die obere und die vier Richtungen auf dem Steuerkreuz die vordere, rechte, hintere und linke. Drückt man also das Steuerkreuz nach unten, dann zündet die hintere Düse und das Schiff fliegt vorwärts. Wenn man das Steuerkreuz dann loslässt, schwebt das Schiff immer weiter in die Richtung. Drückt man dann zum Beispiel noch die A-Taste, geht es gleichzeitig noch nach unten. Zusätzlich lässt sich das Schiff natürlich auch durch Bewegungen des Controllers im Raum frei drehen, was auch die Richtung beeinflusst. So manövriert man sich durch immer komplexere Umgebungen, mit beweglichen Hindernissen, Weltraumstürmen und sich drehenden Zielen und setzt am Ende jedes Levels das Teil an die Station an. Insgesamt gibt es 30 Aufgaben, verteilt auf drei Raumstationen. Damit ist dieses Spiel nicht nur das Beste, sondern auch das umfangreichste.

 

Zum Abschluss noch ein einfaches Minispiel: Bei „Eiscreme Extreme“ geht es darum, möglichst viele Kugeln in einer Waffel zu stapeln. Man hält die Wiimote senkrecht und kontrolliert damit das eigene Mii, das eine überdimensionale Eiswaffel in den Armen hält. Von oben werden dann immer mehr Kugeln drauf gepackt, so dass der Turm höher und höher wird. Der Spieler muss die Wii-Fernbedienung so bewegen, dass dieser Turm möglichst gerade bleibt und Schwankungen ausgleichen. Wenn das nicht mehr gelingt, ist das Spiel vorbei. Gute Spieler dringen vorher jedoch schon in sehr hohe Lagen der Atmosphäre ein. Daneben bietet dieses Spiel auch noch den Softeis-Modus, hier geht es darum, ein solches Eis möglichst formschön in eine Waffel zu drehen.

 

Wer mehr zu den Minispielen erfahren will, dem empfehle ich unsere beiden Videos auf 10doTV. Im Ersten Eindruck zeige ich die ersten sechs Minispiele und im Video-Test seht ihr unter anderem die weiteren.

 

 

Grafik, Sound und Steuerung

 

Technisch hat sich gefühlt seit Wii Play nicht so viel geändert. Wenn man jedoch den alten Titel noch mal einlegt, dann stellt man fest, dass sich sehr wohl einiges verändert und verbessert hat. Die neuen Spiele sind nämlich nicht nur inhaltlich abwechslungsreicher sondern an sich auch noch viel größer und vielseitiger. Man bekommt im zweiten Teil unterm Strich einfach mehr optische Abwechslung geboten. Ein wirkliches grafisches Meisterwerk ist der Titel deshalb jedoch natürlich noch nicht, es ist und bleibt eine Minispiel-Sammlung und so sieht es die meiste Zeit auch aus. Es gibt zwar keinen Grund zur Klage, denn es wurde gut programmiert und die Spiele passen trotz unterschiedlicher Entwickler wegen dem immergleichen Mii-Stil gut zusammen, aber mit einem Super Mario Galaxy kann es logischerweise nicht mithalten.

 

Die musikalische Untermalung hat mir nur teilweise gut gefallen. Gerade in den „besseren“ Minispielen „Gruselvilla“ und „Raumstation“ fand ich die Akustik sehr gelungen, auch „Auf die Rübe“ ist witzig untermalt. Bei anderen Spielen hat mich die Musik aber eher genervt.

 

Die Steuerung funktioniert die meiste Zeit gut, ist aber manchmal etwas gewöhnungsbedürftig. Bei dem Maulwurf-Spiel muss man den Arm nämlich wirklich deutlich nach links und rechts bewegen, um die äußeren Hügel zu erreichen. Gerade wenn es immer schneller wird, steht man am besten auf, um nicht den Anschluss zu verlieren. Völlig daneben finde ich die Steuerung von „Meisterschütze“. Während das Original im ersten Teil wirklich Spaß machte, da es komplett auf den Pointer gesetzt hat, wirkt diese Version einfach nur aufgesetzt. Man sieht sich nämlich durch Bewegung des Controllers um, was absolut nicht intuitiv ist und in meinen Augen darüber hinaus auch nicht gut funktioniert. Abseits dieses Klogriffs gibt es aber nur wenig, kleinere Mängel bei der Steuerung.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für das Testmuster.


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Fazit

Wii Play Motion ist ein gelungener Nachfolger, der allerdings schwer zu bewerten ist. Da man für 10 Euro ein Dutzend Spiele bekommt, die teilweise wirklich gut sind, ist eigentlich eine hohe Note gerechtfertigt. Andererseits kann es natürlich mit Spielen, die man – ohne eine Wiimote – für den insgesamt gleichen Preis bekommt, nicht vergleichen. Wichtig ist jedoch vor allem, dass es Spaß macht, besonders mit vielen Leuten vor dem Fernseher, aber im Gegensatz zum Vorgänger nun auch alleine, und dass die Abwechslung stimmt. Die 12 Spiele sind sehr vielseitig und fast alle auch wirklich spaßig. Zwar ist kein Kracher wie das Panzerspiel dabei, aber „Raumstation“ kommt da ziemlich nah ran, das spielt man allerdings am besten alleine… Von daher kann ich euch nur raten es zu kaufen, wenn ihr noch eine Wii-Fernbedienung Plus braucht oder wenn ihr Lust auf ein paar wirklich gelungene Minispiele habt, die Fernbedienung kann man ja schließlich auch weiterverkaufen. ;)

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

70%

Singleplayer

75%

Multiplayer

Release

24.06.2011

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4


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