Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


Reviews: Nintendo Wii

< zurück

Cabela's Dangeorus Hunts 2011

Ego Shooter

24.07.2011

Autor: Mario Kablau

 

 

Wo ist die PETA, wenn man sie mal braucht?

 

Killerspiele haben auf der Wii eine lange Tradition. Seit man mit dem Pointer seine Ziele ganz direkt anvisieren und sich damit wie ein wahrer Killer fühlen kann, machen solche Meuchel-Spiele einfach noch viel mehr Spaß. Aber der letzte Kick fehlte bisher, denn es fühlte sich einfach nicht echt genug an. Das mag daran liegen, dass man im realen Leben wohl niemals auf Aliens oder Soldaten des Zweiten Weltkrieges schießen können wird. Vor allem aber liegt es daran, dass die Wiimote einfach nicht wie ein Gewehr aussieht. Beide Lücken wurden nun durch das neue Jagdspiel von Activision geschlossen.

 

Zum einen darf man auf Tiere schießen, etwas das man anschließend direkt in die Realität umsetzen kann und zum anderen ist ein Gewehr dabei, mit dem das Töten von zum Teil hilflosen und ungefährlichen Kreaturen dieser Erde zu einem echten Spaß auch außerhalb der virtuellen Welt wird. Ein Traum für alle Gamer, die sich auf ihren nächsten Amok-Lauf vorbereiten...

 

Und bevor ich zum eigentlichen Test komme, eine kurze Klarstellung, damit keine Missverständnisse aufkommen: Die ersten beiden Absätze dieses Textes bedienen sich dem Konzept der Ironie!

 

In Dangerous Hunts 2011 schlüpft man in die Haut eines jungen Jägers, der zu Jugendzeiten bereits mit seinem Vater auf die Jagd gegangen ist. Doch es geht ihnen nicht (nur) um das Töten von Tieren zur Nahrungsversorgung, sondern auch um die Schlacht mit der Natur. Der Prolog erzählt dabei die Geschichte der ersten Jagd des Hauptcharakters, in dessen Haut der Spieler schlüpft. Man ist auf der Jagd nach einem (Achtung, Wortwitz) wildgewordenen Grizzlybär, der in der Umgebung schon einige Menschen auf dem Gewissen hat. Also schlägt man sich zu dritt durch die eisige Umgebung, bis plötzlich eine gewaltige Lawine die drei Familienmitglieder voneinander trennt.

 

Nun ist man also ganz alleine unterwegs, es gibt keine Hilfe mehr, man muss sich alleine durchschlagen und trifft dabei zunächst auf Wölfe und andere blutrünstige Gestalten. So folgt man der Spur des Bären und muss sich ihm an Ende stellen. Nachdem er beseitigt ist, wird man vom Bruder gefunden, nur um gleich im Anschluss von einem Rudel Wölfe überwältigt zu werden. Der Bruder stirbt. Einige Jahre später - in denen Vater und überlebender Sohn keine Worte gewechselt haben, reist der Hauptcharakter nach Afrika, um seinem Vater zur Hilfe zu kommen. Dort treibt nämlich eine Bestie ihr Unwesen, die er alleine nicht stoppen kann.

 

 

Von Jagdsinn und Monotonie!

 

Vom Grunde her ist Dangerous Hunts ein Egoshooter, nur dass man eben auf der Jagd nach Tieren ist und nicht die Welt vor Aliens oder Terroristen beschützt. Man selbst ist also ausnahmsweise mal der Jäger und nicht der Gejagte, was einige taktische Elemente mit sich bringt. Während man sich also durch den von Schnee bedeckten Wald oder später die afrikanische Steppe bewegt, muss man stets diesen taktischen Vorteil bewahren, um eine Chance zu haben. Schnelles Herumrennen oder blindes Schießen führt nur dazu, das die Raubtiere auf den Spieler aufmerksam werden und sie ihre Übermacht ausnutzen können.

 

Zum Glück hat man einen Jagdsinn, mit dem man jederzeit versteckte Gegner aufspüren kann. Die Zeit wird dann etwas verlangsamt und man sieht die Welt in komischen Formen und Farben, erkennt auch weiter entfernte Gegner aber sofort und kann sich so ein Bild von der Situation machen. Nun kann man sich entweder anschleichen oder aus der Ferne zuschlagen. Aber meistens lockt man mit einem lauten Schuss weitere Tiere an, so dass man immer die gesamte Umgebung im Auge behalten muss. Letzteres sollte man auch tun, da man einige versteckte Ziele und Trophäen finden kann, die Schießstände freischalten - dazu aber später mehr.

 

Das Problem des Spiels ist, das man trotz eigentlich abwechslungsreicher Umgebungen und Gegner die ganze Zeit dasselbe tut. Man bewegt sich durch die trotz optischer Größe sehr schlauchartig engen Levels, setzt den Jagdsinn ein um Gegner aufzuspüren und schießt sie ab. Da man sich auf Tastendruck auch immer die die Richtung drehen kann, in der das nächste Ziel liegt, gibt es absolut keinen Entdeckerdrang, es geht nur ums Schleichen und Töten.

 

Da hilft auch die gelegentliche Abwechslung, dass man durch den Jagdsinn das Herz von Tieren sehen und somit direkt angreifen kann, nicht wirklich. Es fühlt sich total monoton an. Allerdings muss ich doch gestehen, dass die Geschichte recht spannend, wenn auch teilweise extrem barbarisch ist. Am schlimmsten sind da aber die Schießstände, hier bewegt man sich nicht per Nunchuk sondern automatisch durch die Umgebungen und muss entweder möglichst viele Tiere erschießen, lange überleben oder eine bestimmte Punktzahl erreichen. Im Prinzip ist es wie Link's Crossbow Training nur eben nicht mit Zielscheiben und Krügen sondern mit Hirschen und Wölfen. Das geht dann sogar mit bis zu vier Spielern, aber auch das macht diesen Modus nicht besser.

 

 

Technik und Steuerung!

 

Die Grafik des Titels ist ein sehr zweischneidiges Schwert. Zum einen sind die Umgebungen tatsächlich abwechslungsreich und sogar glaubhaft und auch die Tiere sehen teilweise richtig gut aus - für Wii-Verhältnisse. Allerdings sind die meisten Texturen extrem matschig, vor allem wenn man nah ran geht, was ziemlich häufig vorkommt. Auch gibt es zahllose Popups und sich wiederholende Elemente. Am peinlichsten aber sind die Grasbüschel in der afrikanischen Steppe, die sehen aus wie Wände - zweidimensional und felsenfest.

 

Der Sound dagegen ist gut gelungen, das gilt nicht nur für die realistischen Geräusche der Umgebung und der Tiere. Vor allem die deutsche Sprachausgabe ist gelungen. Man kann sich so auch während der Jagd mit seinen Verbündeten unterhalten oder neue Informationen bekommen, ohne den Blick auf die Umgebung vernachlässigen zu müssen. Dazu sind die Stimmen passend und gut gesprochen. Warum kann sowas auf der Wii nicht Standard sein?

 

Die Steuerung ist allerdings wieder nur teilweise gelungen. Gut finde ist zwar, dass es eine Option für Wiimote und Nunchuk lose und eine für den Wii Zapper gibt, das mitgelieferte Gewehr auch eine Coole Idee. In dieses legt man Wiimote und Nunchuk ein und hat dann eine viel realistischere Hülle als den Zapper. Man lädt durch Zurückziehen des Laufes nach und zielt durch das angebrachte Zielfernrohr. In diesem Modus gibt es also kein Fadenkreuz auf dem Monitor, was dank eine guten Kalibrierungsmöglichkeit auch funktioniert. Allerdings darf man sich dann nicht allzu viel bewegen, sonst muss man neu kalibrieren. Aber wie schon in der Einleitung geschrieben war Töten in Videospielen nie realistischer. Aber es ist eben nur ein Spiel, allerdings kennen wir alle die Probleme, die sowas zur Folge haben kann.

 

Allerdings - und damit komme ich zu den Schattenseiten der Steuerung - ist die Bewegungserkennung nicht wirklich gelungen. Hin und wieder muss man ausweichen und dafür Wiimote und oder Nunchuk in eine bestimmte Richtung bewegen. Das wird oft nicht erkannt, was gleich zu einer großen Wunde oder gar direkt zum Tod führen kann. Dank den recht fairen Rücksetzpunkten ist das zwar nicht tragisch, aber gerade bei Endgegnern oft mehr als nervig, da man auch kurz vor dem Ziel und bei voller Energie nach einem kleinen Fehler sterben kann. Das mag zwar realistisch sein, aber der Spaß hört auf, wenn es an der Erkennung der Bewegung scheitert. Darüber hinaus ist es mit der Gewehrhülle und dem Zapper nicht immer ein Spaß, da man das Steuerkreuz auch in diesen Optionen vergleichsweise häufig braucht. Das ist nun wirklich keine gute Idee. Daher habe ich am liebsten nur mit Wiimote und Nunchuk gespielt, da hatte ich die wenigsten Probleme.

 

 

Vielen Dank an Activision für das Testmuster.


Wenn euch das Review gefällt, dann unterstützt uns via:

Fazit

Cabela's Dangerous Hunts 2011 ist auf den zweiten Blick besser als man zunächst meinen würde. Die Story ist spannend, die sehr gelungene deutsche Sprachausgabe sorgt für eine gute Atmosphäre und die im Detail schwache Grafik offenbart ihre echten Schwächen erst später. Daher ist es auf den dritten Blick dann doch nicht mehr so gut - nicht zuletzt weil es teilweise einfach nur barbarisch ist, zumindest von meinem Standpunkt aus. Die Mängel in der Steuerung und die bei genauerem Hinsehen nicht wirklich gute Grafik tun ihr übriges, so dass es am Ende nur ein mittelmäßiges Spiel ist, mit Tendenz nach unten.

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

59%

Singleplayer

49%

Multiplayer

Release

06.05.2011

Developer

Activision

Publisher

Activision

USK Freigabe

16+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4


Aktuell auf 10doTV

10do Show

Oktober-Ausgabe: Die Metroid-Reihe

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes