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Reviews: Nintendo Wii

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Könige der Wellen

Sport

25.10.2007

Autor: Nico Schoenfeldt

 

 

Wie das stetige Rauschen der Brandung, scheint es ein festgelegtes und immer wiederkehrendes Gesetz zu sein, dass zu jedem Kinder- und Jugendkinohit das passende Spiel gleich im Regal beim Händler des Vertrauens zu finden ist. Während Core-Gamer nur die Nase rümpfen können, über die zumeist sehr lieblos zusammen geschusterten Lizenztitel, erfreut sich das jüngere Publikum daran, ihre neu lieb gewonnenen Kinohelden auf dem heimischen TV Gerät steuern zu können. Wird sich die Adaption von „Könige der Wellen“ ebenfalls als kommerzielles Opfer inspirationsloser Programmierer erweisen oder gelingt der Spagat zwischen Lizenzvermarktung und innovativem Gameplay?

 

 

Auf die Bretter, fertig, los!

 

In erster Linie handelt es sich bei diesem Titel um einen Fun-Sporttitel aus der Surfabteilung. Die Geschichte des Kinofilms wird eigentlich eher am Rand behandelt und dient lediglich dazu, die einzelnen Schauplätze in das Spiel zu integrieren.

 

Bevor ihr euch in die Fluten stürzen dürft, müsst ihr erst einmal aus einem der vier Startcharaktere euren persönlichen Liebling erwählen um ihm anschließend mit einem modischen Surfbrett auszustatten. Letztere könnt ihr wahlweise noch modifizieren, so dass Muster und Farbe am Ende eurem Geschmack entsprechen und auch die Schnabelträger kommen mit coolen Accessoires daher. Sowohl die Bretter als auch Cody Maverick und seine Freunde besitzen dabei unterschiedliche Stärken und Schwächen, die es abzuwägen gilt. Habt ihr diesen Schritt hinter euch, erwartet euch eine Oberweltkarte, auf der ihr die originalgetreuen Schauplätze anwählen könnt, die mit jeweils mehreren Stages aufwarten. Den Anfang macht hierbei der arktische Heimatort Froststock, in dem Cody und Co. die Grundkenntnisse des Surfens vermittelt werden.

 

 

Drücken, drücken. Es wird glücken.

 

Wer bei diesem Spiel eine realistische Wellenphysik á la Wave Race erwartet, wird leider enttäuscht werden. Die einzige ernst zu nehmende Welle ist ein einer Halfpipe ähnelndes Gebilde, welches abwechselnd mal auf der linken oder rechten Bildschirmhälfte euch auf vorgegebener Strecke begleitet. Diese Riesenwelle ermöglicht es euch, den nötigen Schwung zu holen oder Punkte bringende Kunststücke zu vollführen. Schnell erlernt ihr das simple Tastendrücken und erlangt mit Haltetricks, bei gedrücktem B-Button, oder Fliptricks, beim betätigen des A-Buttons, ein eindrucksvolles Effektfeuerwerk auf dem Bildschirm. Neben einem ausreichend gefüllten Punktekonto dient eine festgelegte Anzahl zu durchfahrender Tore ebenfalls der erfolgreichen Beendigung einer Mission. Doch dieses Unterfangen erweist sich oft schwieriger als gedacht. Nicht immer liegen diese Tore auf direktem Kurs sondern müssen über Schanzen im Sprung erreicht oder durch zuvor durchbrochene Hindernisse erreicht werden. Ein kleines Rütteln mit der WiiMote genügt und ein Turboschub wird aktiviert um hinderliche Bretterbauten zu durchbrechen.

 

Allerdings zieht diese Aktion an eurer Spezial-Leiste, welche im völlig gefüllten Zustand durch das betätigen der C-Taste einen Trance ähnlichen Modus herauf beschwört, indem ihr in einer bestimmten Zeit ordentlich Punkte scheffeln könnt. Zwar könnt ihr auf dem virtuellen Meer nicht untergehen, doch kosten euch gerempelte Surferkollegen oder andere Hindernisse Zeit und Nerven, was für einige Frustmomente sorgt, da der Einklang zwischen der Strecke und der stetig voran treibenden Riesenwelle nicht immer 1A zusammen spielt.

 

 

Viele Boni, Marke: einfach

 

Für Sammlerfreunde ist das Spiel ein fast unerschöpflicher Quell. Über das gesamte Game sind 100 Surfertrophäen verteilt, die es zu entdecken gilt. Neben verschiedenen Kursen könnt ihr auch diverse Boni frei spielen. Darunter befinden sich weitere Filmcharaktere zum surfen, Filmausschnitte oder einfach nur weitere Accessoires, Surfbretter oder Musiktitel. Klingt erstmal nach einem Haufen Arbeit, doch bei genauerer Betrachtung stellt sich schnell die Ernüchterung ein. Denn neben der Punktejagd und dem Durchfahren der Tore gibt es auf dem doch ziemlich ähnlich ausgefallenen Kursen nicht wirklich viel Abwechslung. Also, Welle angesurft, Knöpfchen wild gedrückt für ein paar Punkte und die Tore durchfahren und schon befindet ihr euch im nächsten Abschnitt ohne auch nur eine Schweißperle auf eurer Stirn zu entdecken. Die sehr einseitigen Missionen der wenigen Kurse sind auch sehr kurzweilig ausgefallen und daher schnell durchgespielt.

 

Etwas Abwechslung vom Surfabenteuer bietet hier noch das Tube-Sliding. Hier gilt es, so viele Pinguin-Pokale wie möglich einzusammeln, während Cody auf einem Riesenblatt die Abfahrt entlang gleitet. Allerdings werden euch hier lediglich 3 Strecken angeboten und das eintönige „unterbiete deine Zeit“ sorgen ebenfalls für schnelle Ernüchterung, zumal dieser Modus nur dem Singleplayer vorbehalten ist.

 

Anders sieht es da beim Hauptabenteuer aus, wo ihr zusammen mit einem Freund gegeneinander antreten könnt. Schade hierbei nur, dass ihr auf einige Strecke aus dem Singleplayer verzichten müsst und auch die anderen Surfkameraden halten sich dezent zurück, so dass ihr es nur mit eurem menschlichen Gegner zu tun bekommt.

 

 

Solides Wellenbrechen

 

Seit der GameCube-Ära und Titeln wie Super Mario Sunshine oder Wave Race: Blue Storm, weiß eigentlich jeder Spieler, zu welch genialen Wassereffekten allein die Vorgängerkonsole in der Lage war. So ist es zwar schade, dass keine Wellenphysik im weitesten Sinne bei Könige der Wellen eingebaut worden ist, aber die Grafik kommt ansonsten sehr solide daher, ohne jedoch die Möglichkeiten der Wii voll auszuschöpfen. Auch die kleineren Ruckler sind verzeihlich. Dafür sind die Charaktere selbst sehr gut animiert und auch die filmischen Zwischensequenzen mit dem moderierenden Seelöwen Sal, der live aus den Studios des Sportsenders SPEN von den Nachwuchssurfern berichtet, haben ihren Unterhaltungswert. Leider wurden hierfür nicht die Original Synchronstimmen aus dem Film genommen, was unter den Fans des Streifens sicherlich ein paar Minuspunkte einfahren dürfte.

 

Die Steuerung beschränkt sich hauptsächlich auf das Drücken der unterschiedlichen Tasten und nutzt die Fähigkeiten der WiiMote nicht im Ansatz aus. Für jüngere Spielerdürfte das schnell erlern- und überschaubare Trick-Repertoire sicherlich förderlich für einen einfachen Einstieg sein, erfahrene Spieler fühlen sich hingegen schnell unterfordert und haben das Spiel in weniger als fünf Stunden durchgespielt. Gut ist den Machern die akustische Untermalung gelungen, so kommt der Titel mit einem fetzigen Soundtrack daher, dessen Rockstücke direkt von der letzten Highschool-Abschlussparty stammen könnten und auch die Soundeffekte passen perfekt zum Spielgeschehen.

 

Vielen Dank an Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Und auch bei diesem Lizenztitel lag der Schwerpunkt in der Produktion wohl wieder näher am schnellen Geld verdienen als bei Innovation und Gestaltung. Könige der Wellen kommt sowohl technisch als auch grafisch mit einem soliden Gerüst aus, doch unterfordern das sehr leichte und eintönige Spielkonzept die meisten Spieler. Für Einsteiger und absolute Fans des Kinofilms ist dieses Spiel empfehlenswert, doch wer eine wirkliche Herausforderung sucht, der greift wohl lieber zu Titeln aus der Tony-Hawk-Reihe. Trotz reichhaltiger Boni und Multiplayeroption für den Abenteuermodus, fesselt das Spiel nicht lang ans virtuelle Surfvergnügen, was nicht zuletzt an der kurzen Spielzeit liegt.

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

ok

Spielspaß

schwach

64%

Singleplayer

59%

Multiplayer

Release

13-09-2007

Developer

Ubisoft

Publisher

Ubisoft Montreal

USK Freigabe

6+


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