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Xenoblade Chronicles

RPG

28.09.2011

Zum Video-Test

Autor: Mario Kablau

 

 

Spiel? Meisterwerk? Lebensaufgabe?

 

Wenn man sein Geld in ein japanisches Rollenspiel investiert, dann geht man in der Regel davon aus, einiges für sein Geld geboten zu bekommen. Nicht selten bieten diese Titel Unterhaltung für 50 Stunden oder mehr. Doch es geht ja nicht nur um die reine Spielzeit, sondern um den Grad an Unterhaltung während dieser Zeit. Warum ich einen Test mit so einer komischen Einleitung beginne? Weil Xenoblade Chronicles ein wahres Monster ist, was dieses Thema angeht. Bevor ihr also weiter lest und euch vielleicht von mir anstecken lasst, solltet ihr euch bewusst sein, dass dieses Spiel euer Leben für viele Wochen, wenn nicht gar Monate beherrschen kann. Soviel nur als Warnung vorab. ;-)

 

Xenoblade Chronicles spielt auf zwei sehr eigenartigen Welten. Vor langer Zeit lebten zwei Giganten, die sich in einem scheinbar endlosen Kampf befanden: der Bionis und der Mechonis. Doch eines Tages kam es, dass sich die beiden gegenseitig erschlugen und seit jeher gibt es Leben auf ihren riesigen Körpern. Die Geschichte wird erzählt aus der Sicht der Homs, den biologischen Bewohnern des Bionis. Sie befinden sich im Krieg mit den Mechons, den Maschinen von Mechonis. Eingeleitet wird das Spiel mit einer großen Schlacht, bei der wir Dunban kennen lernen, den Träger des Monado. Dieses Schwert ist das einzige, das die Hülle der Mechons durchtrennen und somit große Mengen der Angreifer vernichten kann.

 

Mit Hilfe von Dunban kann die Schlacht gewonnen und die Mechons fürs Erste zurückgeschlagen werden. Doch leider ist die Benutzung des Schwertes für Dunban nicht folgenlos, sein rechter Arm verweigert immer mehr den Dienst. Und da das Monado sonst von keinem geführt werden kann, ist es für das Überleben der Homs essentiell, dass Dunban schnell wieder gesund wird.

 

Ein Jahr später kämpft er jedoch immer noch mit den Folgen des Monados, doch obwohl sie bei der vergangenen Schlacht in großer Zahl vernichtet wurden, sind die Mechons wieder auf dem Vormarsch und greifen die letzten beiden Kolonien der Homs erneut an. Eine Schlacht, die ohne das Monado nicht gewonnen werden kann. Wäre da nicht Shulk, ein junger Mann aus Kolonie 9, der in einem Moment großer Trauer und unglaublicher Wut feststellt, dass auch er das Monado kontrollieren kann. Die Mechons werden mit seiner Hilfe ein weiteres Mal in die Flucht getrieben und es wird eine Entscheidung getroffen.

 

Shulk macht sich, begleitet von Soldat Reyn, auf den Weg in Richtung Mechonis, um sich für eine Gräueltat an einem bestimmten Mechon zu rächen. Und so beginnt das eigentliche Abenteuer in Kolonie 9 am Fuße des Bionis. Unterwegs trifft die Gruppe auf immer neue Feinde und Verbündete und Shulk lernt nach und nach die wahre Kraft des Monado und seine Bestimmung kennen. Eine epische Reise mit vielen Überraschungen beginnt und es entfaltet sich eine Geschichte, die ihresgleichen sucht: Die Xenoblade Chronicles.

 

 

So vielseitig wie das echte Leben!

 

Auch wenn die Story das wohl am meisten tragende Element eines so umfangreichen Abenteuers ist, hilft natürlich auch die spannendste Geschichte nichts, wenn das Gameplay langweilig oder sogar schlecht ist. In diesem Fall ist zum Glück das Gegenteil der Fall, denn die Entwickler haben es tatsächlich geschafft, ein so dichtes und abwechslungsreiches Netz zu spannen, dass man auch nach Stunden immer noch voller Staunen neue Dinge entdeckt. Und so fesselt nicht nur die immer größer werdende Geschichte, sondern vor allem die stetige Herausforderung in dieser wirklich lebhaften Welt.

 

 

RPG-typisch läuft man durch die Welt, stets einem aktuellen Ziel entgegen. Erreicht man es, dann eröffnet sich der weitere Weg und so kommt man Stück für Stück dem Ziel näher. Doch Xenoblade geht einen großen Schritt weiter. Während man natürlich stur der Geschichte folgen kann, wenn man keinen Wert auf das volle Erlebnis legt, verpasst man dann jedoch den Großteil des Abenteuers. Denn es ist wirklich alles miteinander verwoben, jedes noch so kleine Detail hat irgendeine Bedeutung und jede noch so unbedeutend scheinende Aufgabe hat einen tieferen Sinn.

 

So kann man zum Beispiel den anderen Bewohnern der Welt in ihrem täglichen Leben helfen. Das fängt beispielsweise bei der Oma an, die ihrem Enkel eine Suppe gekocht hat, die nun zu ihm soll und geht über das Finden von speziellen Items bis hin zum Besiegen von bestimmten Gegnern, um schwächeren Homs einen Weg zu ebnen. Das Erfüllen dieser Missionen dient natürlich primär dazu, Erfahrung zu sammeln und seine Charaktere stärker zu machen sowie Geld zu verdienen, was man für weitere Upgrades braucht.

 

Doch es geht noch weiter. Entscheidend ist auch die Beziehung der Figuren untereinander. Wenn man Leuten hilft, dann verbessert das nicht nur die Beziehungen zu diesen Menschen, die dann neue Aufgaben für noch mehr Erfahrung vergeben, sondern auch die Beziehung innerhalb des Teams. Und diese ist zum Beispiel im Kampf von hoher Bedeutung, denn je besser das Team funktioniert, umso höher ist der Erfolg und umso eher unterstützen sich die Figuren untereinander. Eine gute Beziehung braucht man auch, um an bestimmten Orten Harmoniegespräche aktivieren zu können. Das verbessert nicht nur weiter die Verbundenheit, sondern führt auch immer wieder zu neuen Missionen und damit zu mehr Erfahrung.

 

Darüber hinaus sammelt man durch Kämpfe nicht nur klassische Erfahrungspunkte, sondern auch Technik- und Talentpunkte. Während die normalen Punkte ganz klassisch nach bestimmter Zeit für einen Levelaufstieg sorgen, bieten die beiden anderen sehr viel mehr Flexibilität. Technikpunkte werden nämlich benötigt, um die Kampftechniken der Figuren weiterzuentwickeln. Diese speziellen Fähigkeiten können in Kämpfen frei eingesetzt werden, werden aber nicht automatisch stärker, sondern müssen selbst weiterentwickelt werden. Hat man also genug Technikpunkte gesammelt, dann entscheidet man selbst, in was man die investieren will. So kann jede Fähigkeit um neun Stufen verbessert werden, jedoch nur, wenn man die entsprechenden Technikbücher bei Händlern gekauft hat.

 

 

Talentpunkte sind dagegen noch eine ganze Stufe komplexer. Jeder Charakter kann sich nämlich auf einem von drei frei wählbaren Zweigen entwickeln. Jeder Zweig hat bestimmte Vorteile, die sich im Kampf auswirken. Gesammelte Talentpunkte werden automatisch dem gewählten Zweig gutgeschrieben und nach einer gewissen Zeit, entwickelt sich die Figur dann weiter. Der Zweig kann jedoch jederzeit gewechselt werden und dann erreichte Weiterentwicklungen bleiben auch beim Wechsel bestehen. Darüber hinaus lassen sich die Talente auch zwischen den Charakteren verknüpfen, so dass auch andere Figuren davon profitieren. Doch das im Detail vorzustellen würde einer Doktorarbeit gleichkommen, daher belasse ich es dabei.

 

Abseits davon gibt es noch jede Menge mehr zu erzählen, doch auch das würde zu weit führen. Daher nur kurz noch ein paar Worte zu den anderen Besonderheiten des Spiels. Zum Beispiel lassen sich die zahllosen Waffen- und Ausrüstungsgegenstände mit Hilfe von Juwelen verstärken. Diese Juwelen kann man entweder finden, bzw. geschenkt bekommen oder selber schmieden. Dazu benötigt man Kristalle, die sich auch finden lassen. Abhängig von der Beziehung der Charaktere untereinander gelingt das Schmieden besser oder schlechter, wobei man alleine aus diesem Feature fast ein eigenes Spiel machen könnte.

 

Um seine Ausrüstung, die man nicht nur kaufen kann, sondern auch nach Kämpfen erhält, weiter zu verbessern, sind Juwelen also wichtig. Ein Weg sie zu bekommen sind Sammel-Items. Diese liegen entweder einfach in der Gegend rum oder man bekommt sie durch Kämpfe oder Unterhaltungen. Gefundene Items kann man in einer Datenbank registrieren und für vollständige Kategorien in den Gebieten bzw. komplett vollständige Gebiete bekommt man seltene Juwelen und Ausrüstungsgegenstände.

 

Damit man bei all dem nicht den Überblick verliert, gibt es eine sehr gute Karte, die stets eingeblendet ist. Auf ihr wird nicht nur das nächste Ziel grob angezeigt, sondern auch Hinweise gegeben, wo man Missionen annehmen, Händler finden oder Harmoniegespräche führen kann. Darüber hinaus dient die runde Karte auch als Uhr, man sieht also stets wie spät es im Spiel ist. Zu allem Überfluss lässt sich die Uhrzeit jederzeit völlig frei einstellen. Das ist deshalb wichtig, da manche Charaktere oder Gegner eben nur zu bestimmten Zeiten aktiv sind. Und es geht sogar soweit, dass sich Teammitglieder über die zu kurze Nacht beschweren, wenn man die Uhr einfach mal von spät abends auf Morgens vorstellt. Die Entwickler haben einfach an alles gedacht.

 

 

Und als wäre alles nicht schon genug, ist es von Anfang an im Spiel beinahe jederzeit möglich, an alle bereits besuchten Orte zurück zu reisen. Hierzu gibt es definierte Reisepunkte, zu denen man direkt aus dem Menü heraus gelangen kann. Trotz der Größe bleiben stundenlange Fußmärsche also größtenteils aus. Ein letztes Mal tief Luft holen: Für japanische RPGs untypisch lässt sich das Spiel jederzeit speichern, einfach kurz ins Menü und fertig. Keine drei Sekunden später ist das Spiel gesichert und beim nächsten Mal fängt man an exakt diesem Punkt wieder an. Das nenne ich Komfort!

 

Und damit sollte ich deutlich genug gemacht haben, wie vielseitig die Welt von Xenoblade Chronicles ist. Und dabei habe ich noch nicht einmal alle Features vorgestellt. Wie gesagt, das Spiel ist eine Lebensaufgabe! Nun aber endlich weiter zum Kampfsystem.

 

 

Fight!

 

Obwohl Xenoblade ein japanisches Rollenspiel ist, haben sich die Entwickler gegen Zufallskämpfe entschieden. Doch das ist nicht das einzige, denn es war ihr Ziel, das Beste aus östlichen und westlichen RPGs zu verbinden und das wirkt sich natürlich besonders auf das Kampfsystem aus, das im Wesentlichen in Echtzeit stattfindet, aber dennoch Elemente der klassischen rundenbasierten Systeme hat.

 

 

Trifft man auf einen Gegner, dann hat man in den meisten Fällen die freie Wahl, ob man sich dem Kampf stellen will oder nicht. Manche Gegner reagieren jedoch zum Beispiel darauf, wenn man ihnen zu nahe kommt und greifen dann selbst an. Fliehen kann man jedoch immer noch, indem man einfach weiter läuft und hoffentlich schneller ist. Entscheidet man sich für den Kampf, dann geht es direkt los, denn es wird in der normalen Umgebung gekämpft. Man visiert einfach einen Gegner an und der Charakter schlägt dann automatisch zu, wenn man nahe genug dran ist.

 

Zusätzlich verfügt jede Figur über die schon erwähnten Techniken. Diese können vom Spieler frei eingesetzt werden, benötigen nach dem Einsatz jedoch abhängig vom Level jedoch eine gewisse Zeit, bevor man sie wieder einsetzen kann. Außerdem kommt es bei vielen Schwerttechniken auf die richtige Angriffsrichtung an. So hat Shulk beispielsweise Techniken, die besonders effektiv sind, wenn man den Gegner von hinten oder von der Seite angreift.

 

Das geht aber nur, wenn sich selbiger nicht gerade auf Shulk konzentriert und da kommt Wut ins Spiel. Ein Gegner richtet seine Angriffe in der Hauptsache gegen den Charakter, der ihm gerade am meisten Schmerzen bereitet. Will man also den Rücken des Gegners attackieren, dann ist es clever, seine Wut auf einen anderen Charakter zu lenken und sich dann gemütlich hinter ihm zu platzieren. Das führt dann jedoch meistens dazu, dass er nun auf den neusten Angreifer wütend ist und somit folgende Angriffe schwerer werden. Es kommt also auf das Zusammenspiel des vom Spieler gesteuerten Charakters mit den beiden NPCs an und die hängt, wie sollte es anders sein, vor allem von der Harmonie untereinander ab.

 

Aber das ist noch lange nicht alles. Zusätzlich gibt es noch eine Gruppenleiste, die sich im Kampf durch gegenseitiges Aufmuntern, kritische Angriffe usw. füllt. Ist die Leiste voll, dann kann eine Angriffskette gestartet werden. Nun übernimmt der Spieler nacheinander die Kontrolle über alle drei Charaktere und setzt bestimmte Techniken ein. Kombiniert man hier geschickt, lässt sich großer Schaden verursachen, zum Beispiel durch Attribute. Manche Techniken lassen Gegner nämlich schwanken. Setzt man danach eine ein, die schwankende Gegner umwirft, macht man es sich schon leichter. Wenn nun der dritte auch noch umgeworfene Gegner ohnmächtig machen kann, hat man für eine gewisse Zeit danach leichtes Spiel.

 

 

Diese Attribute funktionieren natürlich auch außerhalb von Angriffsketten, sind dann jedoch ungleich schwerer. Wenn man aber sieht, dass ein Gegner schwankt, sollte man selbst drauf kommen, nun etwas einzusetzen, das ihn umwirft. Darüber hinaus hat die Gruppenleiste noch andere Funktionen. So braucht man etwa ein Drittel von ihr, um einen besiegten Charakter zurück in den Kampf zu holen. Außerhalb von Kämpfen regenerieren sich alle Figuren zum Glück automatisch, so dass man keine Heil-Items braucht.

 

Noch zwei weitere Features zum Abschluss: Je nachdem, wie ein Kampf läuft, werden die Charaktere mutiger und damit auch erfolgreicher. Mut entwickelt sich im Kampf in fünf Stufen und sollte im Auge behalten werden, damit man weiß, wann man einen Begleiter zum Beispiel aufmuntern sollte. Zuletzt gibt es auch noch Visionen, die Shulk dank des Monados hat. So erkennt er, wenn Gegner besonders starke Attacken planen und kann durch geschicktes Eingreifen den Einsatz verhindern. Doch darauf jetzt im Detail einzugehen, hätte eine erneute Doktorarbeit zur Folge.

 

Und damit schließe ich auch diesen Abschnitt, ohne alles vollumfänglich behandelt zu haben, aber mehr als einen groben Überblick kann ein Test sowieso nicht geben. Allerdings muss man hier wissen, dass das sehr komplexe Kampfsystem nicht nur Vorteile hat, dazu komme ich aber später.

 

 

Technik

 

Auch wenn ich persönlich nicht den größten Wert darauf lege, dass ein Spiel technisch gut oder sehr gut ist, gibt es natürlich nichts Schlimmeres als ein an sich gutes Spiel, das jedoch durch miese Technik Spielspaß verdirbt. Bei Xenoblade ist das nicht der Fall, aber perfekt ist leider auch nicht alles, was ich aber komplett der Leistungsfähigkeit der Wii in die Schuhe schiebe. Aber eins nach dem anderen.

 

 

Optisch ist das Spiel, vorsichtig gesagt, ein kleines Weltwunder. Es fängt bei der riesigen Welt an, eine so große quasi völlig frei begehbare Welt habe ich auf der Wii noch nicht erlebt und auch darüber hinaus gibt es nur wenige Spiele, die mit diesem Umfang mithalten können. Dazu kommt, dass die Welt wirklich am Stück zusammen hängt, was besonders auf den weitläufigen Außenarealen zum Tragen kommt. Man kann sich nämlich wirklich frei auf den Körpern bewegen und das zum größten Teil ohne Ladezeiten. Man sieht also nicht nur von bestimmten Punkten aus die gesamte Welt, man kann sie auch zu Fuß komplett durchstreifen. Besonders deutlich wird das auf dem Bein des Bionis, hier sieht man erstmals auch den Mechonis sowie die Welt die noch vor einem liegt. Dabei ist die Weitsicht so ernorm, das erst dann die wirkliche Größe des Spiels erfasst. Und dann hat man noch lange nicht alles gesehen.

 

Durch diese Entscheidung müssen natürlich bei den Details Abstriche gemacht werden, so bestehen die Charaktere nicht aus ganz so viele Polygonen wie zum Beispiel Mario in seinem neusten Spiel und auch bei den Mundbewegungen gibt es Einschränkungen. Doch das ist ein Preis den ich für dieses unglaubliche Gefühl von Größe gerne zu zahlen bereit bin. Was jedoch etwas mehr stört ist das recht starke Kantenflimmern, das vor allem auf großen Fernsehern deutlich sichtbar ist. Dennoch reicht es trotz diverser Schwächen für die Höchstwertung, denn mehr geht auf der Wii wirklich nicht mehr.

 

Ähnlich geschmeichelt werden die Ohren, nicht nur durch die wunderschöne, umfangreiche und abwechslungsreiche Orchestermusik, sondern auch durch die Sprachausgabe. Auch wenn es etwas ungewohnt ist, plötzlich einen britischen Akzent zu hören, sind die Figuren sehr gelungen vertont. Emotionen kommen gut rüber und auch die Qualität ist mehr als in Ordnung.

 

 

Musikalisch haben die Entwickler quasi alles richtig gemacht. Und dabei meine ich nicht nur, dass die reine Menge an Musikstücken mit dem Umfang des Spiels locker mithalten kann, sondern auch, dass qualitativ alles gelungen ist. Oder um es in den Worten meines Kollegen Christian zu sagen, der diesen Test vorab gelesen und die zu kurze Behandlung der Musik bemängelt hat: "Welches Spiel hat eine so intensive, mitreißende, atmosphärische, dynamische, abwechslungsreiche, teils melancholische, gefühlvolle, lebendige musikalische Untermalung? Da muss ich wirklich lange suchen, um etwas Vergleichbares ausfindig zu machen." Ich denke, das kann man so stehen lassen, denn viel besser wird es nicht mehr. Folglich gibt es auch hier die Top-Wertung.

 

Bevor ich zur Meckerecke komme, ein paar Worte zur Steuerung. Entweder per Classic Controller oder mit Wiimote und Nunchuk gehen alle Befehle gut von der Hand. Man hat zwar viele Möglichkeiten, aber die Steuerung wirkt trotzdem nicht überladen. Das einzige Manko ist die Position des Steuerkreuzes, da man es benutzt, um durch die Menüs und die Techniken im Kampf zu schalten. Da es auf dem Classic Controller unter dem Joystick liegt, kann man sich entweder bewegen oder eine Technik auswählen. Das hat mich aber nie an einem Erfolg gehindert, hätte aber geschickter gelöst werden können, zum Beispiel über die Schultertasten.

 

 

Meckerecke

 

Jedoch ist auch bei Xenoblade nicht alles perfekt, es gibt einige Dinge, die je nach Spieler das Erlebnis wirklich signifikant schmälern können, daher will ich euch diese Punkte nicht vorenthalten.

 

 

Zu nennen ist da vor allem das Kampfsystem, das durch seine Komplexität leicht erschlagen kann. Man bekommt zwar nach und nach neue Dinge erklärt und wird so gut an die Hand genommen, es gibt jedoch so viele Dinge zu beachten, dann man dennoch schnell den Überblick verlieren kann. Es wirken so viele Einzelteile zusammen, dass es wirklich schwer ist, das komplett zu durchdringen. Doch in den meisten Fällen ist das zum Glück auch gar nicht nötig, denn wer genug Nebenmissionen macht, der ist in der Regel stark genug, um auch mit gesundem Halbwissen gut durch die Kämpfe zu kommen.

 

Was mich perfekt zum zweiten Punkt führt. Der Schwierigkeitsgrad ist zwar in meinen Augen absolut perfekt, aber ich habe auch schon einige kritische Stimmen gehört, die es als zu schwer oder gar unfair einstufen. Dazu muss ich kurz ausholen: Die Entwickler haben das Spiel bewusst so aufgebaut, dass es schwer ist, wenn man sich auf den Hauptweg konzentriert. Macht man einige Nebenmissionen, wird es immer leichter bis hin zu dem Punkt, wo es wirklich einfach wird, wenn man stets alle optionalen Aufgaben erfüllt. Der Spieler hat es also selbst in der Hand, wie schwer es ist, indem man selbst eben stärker oder schwächer ist.

 

Doch das ist für einige ein Problem. Wer sich nämlich auf die zentrale Geschichte konzentrieren will, der hat es echt schwer. Dann muss man sich intensiv mit dem Kampfsystem auseinander setzen und die Charaktere optimal ausrüsten und entwickeln, um durchzukommen. Wer also einer dieser Typen ist und keine Lust auf stupides Leveln hat, der dürfte oft frustriert sein. Da man es aber selbst in der Hand hat und es ein Spiel sowieso nie jedem Recht machen kann, werte ich das nicht negativ. Man sollte sich dessen einfach nur bewusst sein.

 

 

Zum Abschluss habe ich noch einen kleinen Kritikpunkt. Ich finde es total blöd, dass man gekaufte Ausrüstungsgegenstände nicht sofort anlegen kann. Man muss nämlich immer erst den Shop verlassen, ins Menü gehen, Charakter und Kategorie wählen und kann dann das neu gekaufte Stück anlegen. Da die Ausrüstung im Spiel einen relativ hohen Stellenwert hat, gefühlt gibt es quasi hunderte verschiedene Dinge pro Kategorie, wäre diese Möglichkeit ein großer Komfortzugewinn gewesen. Ach so, da fällt mir noch ein: Die angelegten Ausrüstungsgegenstände sieht man natürlich auch bei den Charakteren, sie haben also nicht nur Auswirkungen auf den Status, sondern auch auf das Aussehen. Und das ist bei so vielen Variationen fast schon unglaublich. Passt aber perfekt hier hin, man soll ja immer positiv anfangen und aufhören und damit komme ich zum Fazit (nach Saschas Zweitmeinung).

 

 

Zweitmeinung von Sascha!

 

Ich bin großer Rollenspielfan und habe sowohl mit westlichen als auch östlichen Vertretern des Genres sehr viel Freude. In dieser Generation hat man besonders aus Japan mit wenigen Ausnahmen Spiele erlebt, die in einigen Teilaspekten sehr überzeugen (z.B. das Kampfsystem von Star Ocean 4, die Geschichte und Inszenierung von Lost Odyssey), aber nie ein perfekte Gesamtpaket abliefern konnten. Xenoblade Chronicles kommt dem verdammt nah: Die Geschichte ist toll, das Kampfsystem komplex, die Queststruktur süchtig machend, die Charakterentwicklung vielschichtig, die Beziehungen der Protagonisten untereinander interessant und technisch sowie musikalisch überzeugt der Titel auf der ganzen Linie.

 

Besonders die Freiheit ist charakteristisch für dieses RPG. Wenn man gerade gedacht hat, dass das Spiel einem das technisch, musikalisch sowie grafisch bestmöglichste und gewaltigste Areal spendiert hat, belehrt es jedes Mal eines Besseren, denn die wahnsinnig abwechslungsreich gestalteten neuen Gebiete ließen mich fast immer noch mehr staunen. Das führte dann dazu, jedes Mal alles erkunden zu wollen, wieder jede Quest lösen zu wollen und sich dann umso mehr auf das nächste Areal zu freuen. Und so ging es mir beim Durchspielen die ganze Zeit – Zockerherz, was willst du mehr? Dieses Spiel dürft ihr einfach nicht verpassen.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für das Testmuster.


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Fazit

Xenoblade Chronicles ist für mich nicht nur das beste RPG dieser Generation, es ist auch insgesamt zu meiner Nummer 1 geworden. Durch die schiere Größe der sehr lebhaften Welt, die epische und atemberaubend erzählte Geschichte, die für Wii-Verhältnisse unglaubliche Optik, das tiefgründige Kampfsystem und die tolle Akustik hat das Spiel Final Fantasy IX von meinem persönlichen Thron gestoßen. Wäre dieses Spiel vor einigen Jahren erschienen, die Wii hätte vermutlich eine andere Entwicklung genommen. Aber auch so ist es ein Spiel, das jeder RPG-Fan einfach gespielt haben muss. Sogar der Kauf der Wii lohnt sich dafür in meinen Augen, wenn man noch keine hat. Ein so umfangreiches Spiel sucht man sonst einfach vergeblich. Und da es während der gut und gerne 100 Stunden Spielzeit durchweg gut unterhält, ist es sein Geld mehr als wert. Nicht nur, damit wir auch in Zukunft solche Perlen in Europa bekommen, kann ich euch nur dazu ermuntern, Xenoblade Chronicles zu kaufen. Ihr werdet es nicht bereuen!

Grafik

super

Sound

super

Steuerung

gut

Spielspaß

super

97%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

19.08.2011

Developer

Monolith

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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