Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


Reviews: Nintendo Wii

< zurück

Williams Pinball Classics

Simulation

27.09.2011

Autor: Marc Müller

 

 

Rückkehr eines Kults aus vergangenen Tagen!

 

In den siebziger und achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts, als die Heimkonsolen gerade frisch auf den Markt kamen und noch in den Kinderschuhen steckten, tummelte sich ein Großteil der elektronischen Unterhaltung in den Spielhallen. Der Platzhirsch der noch jungen Industrie, der auch in vielen Discos und selbst in Pommesbuden zu finden war, war der Flipperautomat. Ende der Siebziger standen in Deutschland über 200.000 Automaten und die Geräte waren fester Bestandteil der Jugendkultur, was auch an der Sprache deutlich wurde. Wörter wie „flippig“, „tilt“ oder auch „Game Over“ etablierten sich zunehmend.

 

Nach dem starken Aufkommen von Arcade-Automaten und der rasant steigenden Computertechnik, durchlebte die Flipperbranche mehrere Krisen. Aus der letzten Krise, Mitte der neunziger Jahre, konnte sich die Branche nie richtig erholen. Zwar gibt es bis heute eine treue Fanscharr und viele begeisterte Spieler, der Ruhm vergangener Zeiten konnte aber nicht annähernd erreicht werden und dass, obwohl sich die modernen Flipperautomaten immer mehr in Richtung elektromechanischer Wunderwerke entwickelten. Die Tische gingen nun über mehrere Ebenen, bestimmte Effekte mussten ausgelöst werden, auf den Anzeigen gab es begleitende Videosequenzen und unzählige Soundeffekte kamen zum Einsatz. Trotz alledem: Viele große Firmen wir Gottlieb, Bally oder Stern gingen pleite, wurden aufgekauft oder positionierten sich in einem anderen Marktsegment.

 

Einer der ganz großen im Pinball-Business war Williams. Bevor sich das Unternehmen vor rund zehn Jahren aus der Flipper-Produktion verabschiedete und umbenannte, sorgte es für Meilensteine wie den ersten Flipper mit Sprachausgabe (1979) oder dem ersten Automaten mit Rampen und Spielzeugen (1984). Automaten von Williams waren so beliebt, dass sie teilweise rund 20.000 mal verkauft wurden. Zehn der beliebtesten Automaten finden wir nun auf der Sammlung Williams Pinball Classics für Nintendo Wii wieder. Der Titel verspricht ein größtmöglich detailliertes und originalgetreues Spieleerlebnis, soweit dies denn auf einem Bildschirm im Vergleich zum klassischen physischen Automaten überhaupt möglich ist.

 

Zu Beginn des Spiels befindet ihr euch in einer nachgebildeten Spielhalle. Hier stehen die verschiedenen Flipperautomaten, wobei zunächst nur zwei Geräte anspielbar sind. Die anderen müsst ihr nach und nach durch das Sammeln von Credits freischalten, allerdings gestaltet sich diese Aufgabe recht einfach, so dass ihr recht flott in den Genuss aller Geräte kommt. Neben dem freien Spiel könnt ihr auch an der „Williams Challenge“ teilnehmen. Hier kämpft ihr euch von Automat zu Automat und müsst dabei eine jeweilige Mindestpunktzahl erreichen. Die etwas dürftige Modus-Auswahl, wird von der Mehrspieler-Funktion abgeschlossen. Hierbei handelt es sich allerdings lediglich um einen „Hot-Seat“ Modus. Es wird also einfach Wiimote & Nunchuk an den nächsten weitergegeben, der nun auf seinem Zähler Punkte sammelt. Nunja, schließlich war es früher in der Spielhalle ja auch nicht völlig anders...

 

 

Wie ein echter Flipper?

 

Die Steuerung der Flipper ist intuitiv und praktikabel umgesetzt. So benutzt ihr Wiimote mit Nunchuk, wobei Z- und B-Button jeweils einen Flipperhebel aktivieren. Das Schütteln der Wii-Fernbedienung oder des Nunchuks simuliert außerdem das Rütteln am Flippertisch. Hier gilt natürlich Obacht, denn zu langes nutzen dieser Funktion wird mit Tilt, also dem Einfrieren der Flipperhebel bestraft. Während des Spiels habt ihr permanent die Möglichkeit die Kamera-Einstellung zu wechseln. Hier sind verschiedene Draufsichten und auch eine Ball-Verfolgungsperspektive möglich.

 

Visuell macht der Titel einen ordentlichen Eindruck. Die Tische sind wirklich detailliert und realistisch nachgebaut. Die Ballphysik geht in Ordnung und die verschiedenen, auswählbaren Perspektiven runden das gelungene Bild ab. Etwas kritischer sieht es beim Sound aus, denn hier wurden die Originalklänge der ursprünglichen Geräte eingespielt. Dies zeugt natürlich erst einmal von Authentizität und Atmosphäre. Spätestens nach ein, zwei Stunden wird daraus aber nur noch ein penetrantes und nerviges Gefiepse. Die Entwickler haben nun richtigerweise auch daran gedacht, die Töne durch Hintergrundmusik zu ersetzen. Dieser Punkt wurde aber in der finalen, deutschen Version nicht umgesetzt, sondern schlichtweg vergessen! Dicke Abzüge in der B-Note also für diesen Schnitzer! Ärgerlich auch deswegen, weil die Hardrock-Tracks im Menü einen stimmigen und recht gelungene Eindruck abliefern.

 

 

Vielen Dank an Koch Media für das Testmuster.


Wenn euch das Review gefällt, dann unterstützt uns via:

Fazit

Trotz kleiner Dellen in der Technik und im Umfang ist Williams Pinball Classics eine runde Sache. Die Auswahl von zehn Tischen geht in Ordnung und bietet dank guter Optik und gelungener Steuerung ein authentisches Flipper-Erlebnis. Freunde des Genres können hier bedenkenlos zugreifen, zumal der Titel bereits recht günstig zu haben ist.

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

71%

Singleplayer

68%

Multiplayer

Release

29.04.2011

Developer

FarSight Studios

Publisher

System 3 / Koch Media

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4


Aktuell auf 10doTV

10do Show

Oktober-Ausgabe: Die Metroid-Reihe

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes