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Reviews: Nintendo Wii

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Shaun White Skateboarding

Sport

06.10.2011

Brett mit Rollen?

 

Verkehrte Welt: In Tony Hawk SHRED besteigt die Skateboard Ikone auch das Snowboard, während Shaun White mit selbigem sein „Brett of Choice“ komplett an den Nagel hängt. Das Ergebnis: Shaun White Skateboarding – ein etwas andere Skateboard Spiel.

 

Zugegeben, das war etwas übertrieben, denn im Kern bleibt Shaun White dem Spielprinzip des Genres treu, das die Tony Hawk Reihe vor über 10 Jahren definiert hat. Dennoch lässt sich nicht abstreiten, dass sich die Entwickler um Innovationen bemüht haben. Das wird alleine durch den ungewöhnlichen Story-Modus deutlich, in dem es gilt einer tristen und prüden Stadt neues Leben einzuhauchen. Wenn ihr ein neues Level betretet werden euch zwar direkt zahlreiche Möglichkeiten für waghalsige Tricks geboten, doch die Level wirken grau und lassen sich ohne Übertreibung aus Tristesse bezeichnen. Das ist in diesem Fall aber nicht auf schlampige oder uninspirierte Entwickler zurück zuführen, sondern ist Teil des Konzepts. Ihr sollt als Skater mit euren Tricks die Farbe und Lebensfreude in die trostlose Stadt zurück bringen.

 

 

Farbenfreude!

 

Das erinnert in Theorie und Praxis stark an das farbige Abenteuer de Blob. Auch hier gilt es den grauen Leveln einen neuen Anstrich zu verpassen – nur eben durch Skaten. Dazu brettert ihr frei durch das Areal oder stellt euch einer von zahlreichen Herausforderungen. Da gilt es etwa in einem vorgebenden Zeitfenster eine bestimmte Punktzahl zu erreichen oder einen bestimmten Parcours zu absolvieren. Ihr seht schon, das klingt schon wieder ganz nach Tony Hawk. Doch Verglichen zu den vielen kreativen und lustigen Aufgaben, die man bei Tony absolvieren muss, bleiben die Missionen bei Shaun White blass. Ausgerechnet hier mangelt es an Kreativität.

 

Doch zum Glück findet man sie andernorts: Mit dem sogenannten „Shaping“ könnt ihr eure Umwelt verändern. So lässt sich etwa kurzfristig eine Grind-Strecke verändern und bislang unerreichbare Abschnitte des Levels stehen euch plötzlich offen. Zudem gibt es die „Flow-Anzeige“ – so eine Art Comboleiste. Gefüllt wird sie natürlich durch eine Anreihung von halsbrecherischen Tricks. Gelingt es euch die Leiste komplett zu füllen, könnt ihr für kurze Zeit neue Rampen, Pipes, Geländer und Ähnliches erscheinen lassen. Diese beiden Features bringen durchaus ein wenig frischen Wind mit sich.

 

So bringt ihr mit und mit die Farbe zurück in die Stadt und erspielt euch das Vertrauen und die Unterstützung der Bürger im Kampf gegen den Bürgermeister. Außerdem schaltet ihr mit der Zeit neue Outfits und Boards für euren Skater frei. Das kann aber nur bedingt motivieren, da die Bretter sich bloß optisch unterscheiden. Das Fahrgefühl bleibt gleich.

 

 

Mehr Spieler, mehr Spaß?

 

Neben dem Storymodus bietet euch Shaun White Skateboarding auch einen Mehrspieler-Modus in dem ihr mit bis zu drei Freunden antreten könnt. Zur Auswahl stehen euch dabei fünf unterschiedliche Spielmodi: Beim „Tagging“ müsst ihr möglichst viele Objekte im Level mit einem Trick markieren. Bei den „Luftübungen“ geht es hoch hinaus; Es gilt die besten Air-Tricks zu vollenden. Möglichst viele Satellitenschüssel müsst ihr hingegen in „Eroberung“ einnehmen, während ihr beim „Tricking“ die Flow-Leiste in die höhe treiben musst und beim „Überleben“ unter Zeitdruck die meisten Punkte sammelt. Wirklich herausragend ist das Aufgebot zwar nicht, doch ein wenig kurzweiligen Spaß bietet es durchaus. Leider aber nur im Split-Screen, einen Online-Modus gibt es nicht.

 

 

Präsentation und Steuerung

 

Der Comic-Stil kann die eher schwache Grafik nicht wirklich verbergen. Das Spiel ist weder Scharf noch Detailreich, läuft aber immerhin recht flüssig. Das Leveldesign ist ebenfalls nicht wirklich herausragend und zieht im Vergleich zu den guten alten Tony Hawk Ablegern auf dem GameCube eindeutig den Kürzeren.

 

Wenigstens der Sound kann überzeugen. Die deutschen Sprecher klingen hier und da zwar etwas übertrieben, leisten aber doch recht ordentliche Arbeit. Der rocklastige Soundtrack ist sicherlich Geschmackssache, passt aber zum Skaten wie die Faust aufs Auge. Mir persönlich haben die meisten Tracks durchaus zugesagt.

 

Die Steuerung per Wii-Remote und Nunchuk wirkt zwar leicht überladen, funktioniert aber dennoch einwandfrei, wenn man einmal den Bogen raus hat. Mehr Spaß hat man allerdings mit dem Balance-Board, auch wenn hier das Potential nicht ganz ausgeschöpft wurde. Richtung und Geschwindigkeit werden weiterhin über den Nunchuk reguliert, während ihr mit dem Balance-Board die Tricks einleitet, die ihr dann, aus einer Kombination aus Gewichtsverlagerung und Tasten-Kombination auf der Wii-Remote, absolviert. Klingt kompliziert, ist aber schnell erlernt und sehr eingängig.


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Fazit

Shaun White Skateboarding ist beileibe kein schlechtes Spiel, verschenkt aber viel von seinem Potential und muss sich somit unterm Strick den guten alten Tony Hawk Spielen deutlich geschlagen geben. Ich habe zum Vergleich direkt noch einmal Tony Hawks Pro Skater 4 in meine Wii geschmissen – und war sofort wieder an den Bildschirm gefesselt! Es fehlt Shaun White Skateboarding einfach an diesen verrückten und kreativen Missionen. Dennoch, wer dringend neues Futter im Skate Genre sucht, darf beherzt zugreifen. Allen anderen empfehle ich Tony Hawks Pro Skater 1- 4 oder Underground 1- 2.

Grafik

schwach

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

70%

Singleplayer

65%

Multiplayer

Release

1. Oktober 2010

Developer

Ubisoft Montreal

Publisher

Ubisoft

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4


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