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Reviews: Nintendo Wii

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Schlag den Raab - Das 2. Spiel

Party

09.11.2011

Zum Video-Test

Autor: Mario Kablau

 

 

Ich schlag den Raab!

 

Wer träumt nicht davon, an einem Abend 500.000 Euro oder noch mehr zu verdienen, um so auf einen exorbitanten Stundenlohn zu kommen und es sich im Anschluss so richtig gut gehen zu lassen? Schlag den Raab macht das möglich. Alles, was man tun muss, ist sich in maximal 15 Spielen Stefan Raab zu stellen und so oft zu gewinnen, dass man 61 Punkte erreicht. Aber das Spielprinzip brauche ich wohl kaum jemandem zu erklären, daher steige ich direkt ins Videospiel ein.

 

Wie schon im letzten Jahr, bringt Bandai Namco auch dieses Jahr nämlich Schlag den Raab wieder auf die Wii und verspricht mehr Umfang, mehr Spaß und weniger Fehler. Der Vorgänger hatte nämlich zum Beispiel bei einigen Fragen durch einen Bug damit zu kämpfen, dass es schnell zu Wiederholungen kam. Im zweiten Spiel wurde das ebenso behoben wie nun insgesamt 25 der bekannten Spiele integriert wurden. In den 12 Quizspielen geht es um Wissen und in den 13 Actionspielen folglich um Geschicklichkeit mit der Wiimote. Ausdauer braucht man jedoch – anders als im Original – nicht wirklich. ;-)

 

Kernstück von Schlag den Raab ist auch auf der Wii natürlich der Show-Modus. Hier tritt man in maximal 15 Spielen gegen Stefan Raab an und sammelt Punkte. Im ersten Spiel gibt es einen Punkt zu gewinnen, im zweiten zwei, im dritten drei usw. Auf diese Art werden insgesamt 120 Punkte verteilt, so dass derjenige gewonnen hat, der mindestens 61 Punkte sammelt, es müssen also wenigstens 11 Spiele gespielt werden. Anders als in der Show ist es im Videospiel jedoch so, dass auf ein Quizspiel immer ein Actionspiel folgt und dass die besonders fiesen Spiele nicht erst am Ende kommen.

 

Außerdem kann man auf der Wii mit bis zu vier Leuten gegen Raab antreten, was dann so abläuft, dass die Teilnehmer sich abwechseln, Spiel 1 wird also von Spieler 1 bestritten, Spiel 2 von Spieler 2 usw. Daneben gibt es noch den Team-Modus, in dem man mit bis zu acht Teilnehmern in zwei Teams die Show ohne Stefan Raab nachspielt. Zuletzt gibt es noch den Übungsmodus, in dem alle bereits frei geschalteten Aufgaben trainiert werden können.

 

Freischalten ist ein gutes Stichwort. Für den Sieg in der Show bekommt man 500.000 Credits, die man im Bonusmenü ebenso für neue Spiele ausgeben kann wie für weitere Charakter-Kostüme oder Fakten über die Show. Nette Idee, aber nicht wirklich fordernd.

 

 

Ich schlag den Raab – Jedes Mal!

 

Warum ist das nicht fordernd? Weil das Spiel weder schwer noch realistisch ist. Ich habe meine ersten beiden Shows mehr als deutlich gewonnen, einmal zu 6 und einmal zu 10, das ist dem echten Raab noch nie passiert. Vor allem ist mir aufgefallen, dass das Spiel nicht die Stärken und Schwächen von Stefan Raab nachbildet, sondern man einfach nur eine beliebige KI programmiert hat. Das sorgt natürlich nicht gerade dafür, dass das echte Feeling entsteht.

 

So war Raab in der echten Show zum Beispiel beim Erkennen von Länderumrissen nie wirklich gut, mal abgesehen von den offensichtlichen Vertretern. Ich hatte in der virtuellen Show teilweise Länder dabei, deren Namen ich noch nicht mal gehört hatte, der virtuelle Raab hat sie jedoch alle erkannt. Ein anderes Beispiel ist Führerschein. Stefan Raab gilt ja als guter Autofahrer, daher gehe ich mal davon aus, dass er in der Realität bei einer Frage aus der echten Führerscheinprüfung niemals die „rechts vor links“ Regel nicht kennen würde.

 

Apropos Auto: Beim Zeitfahren würgt Raab immer mal wieder sein Auto ab, das ist ihm in der Show noch nie passiert. Und noch ein letztes Beispiel: Ich habe beim Nageln noch nie jemanden gesehen, der so oft so deutlich daneben haut wie den virtuellen Stefan Raab, nicht mal einen Blinden mit Krückstock.

 

Durch die KI kommt also schon mal kein Show-Feeling auf, das entsteht eher durch die Kulisse und die Spiele, neben den schon genannten vier sind ja noch 21 andere dabei, die alle aus dem Vorbild stammen. Mit dabei sind zum Beispiel das legendäre Dosenwerfen, Shuffleboard, der fiese Superkorb, Schießen, Axtwerfen, Wo liegt was, Kopfrechnen, Wer weiß mehr, Wann war was, Stimmt’s und natürlich auch Blamieren oder Kassieren. Da fällt mir doch glatt noch was ein: Ich hatte beim Kopfrechnen mal die unglaublich schwere Aufgabe 2², aus Neugier habe ich einfach mal nichts getan, Stefan Raab hat ganze 9 Sekunden zum Buzzern gebraucht...

 

 

Technik und Steuerung

 

Da man ja nie mit etwas Negativem anfangen soll, beginne ich diesen Part nicht mit der Grafik sondern mit dem Ton. Wie schon im Vorgänger haben sich die Originale nämlich glücklicherweise selbst gesprochen. Stefan Raab wird im Spiel also vom lebenden Vorbild selbst ebenso vertont wie Elton von seiner echten Version. Blöderweise ist jedoch Matthias Opdenhövel leider nicht mehr mit von der Partie sondern nun auch im Videospiel sein untalentierter, unlustiger und unerträglicher Nachfolger Steven Gätjen. Was er schon in der Show nicht schafft, kriegt er auch im Videospiel nicht hin: vorgeschriebene Texte so vorlesen als würde er sie EBEN NICHT vorlesen. Seine Jokes, seine dummen Sprüche, jeder Kommentar wirkt wie abgelesen, was jede Stimmung sofort zerstört. Aber eigentlich wollte ich ja positiv anfangen...

 

Das kann ich aber noch retten, denn die Stimmen von Raab und Elton sind sehr gelungen, auch wenn die beiden ebenso eher weniger schauspielerisches Talent haben. In der jeweiligen Situation in der Gameshow sind Raabs Sprüche einfach noch bissiger als im Videospiel. Außerdem passen die Kommentare nicht immer perfekt, aber dazu später mehr.

 

Zunächst komme ich zur größten Frechheit des Spiels, der Grafik. Was wir hier vorgesetzt bekommen, wirkt echt wie ein schlechter Scherz. Die Entwickler haben sich zwar viel Mühe dabei gegeben, die Sets gut nachzubilden und die Charaktere so zu karikieren, dass sie wirklich lustig sind, danach haben sie jedoch scheinbar Feierabend gemacht. Um mal ein paar Schwächen kurz aufzuzählen:

 

Es gibt keine Lippenbewegungen, während man die Stimme von Raab oder Gätjen hört und ihre Gesichter im Spiel sieht, bleiben die Lippen unbeweglich. Es gibt auch keine sonstigen Gesichtsanimationen, so bleibt zum Beispiel Raabs charakteristisches Grinsen immer auf seinem Gesicht, auch wenn er gerade haushoch verloren hat und den Kopf hängen lässt. Die Umgebung ist extrem statisch, fährt man zum Beispiel bei Zeitfahren mit dem Auto durch eine Pfütze, dann fährt es über diese einfach drüber, als wäre das Wasser vereist.

 

Dazu sind die Texturen teilweise so matschig, das man nicht mal die Marke des besagten Autos erkennen kann. Klar, das Spiel bedient nur einen kleinen Markt und daher sollte es nicht zu teuer werden, um überhaupt kommerziell erfolgreich sein zu können, aber ein gewisses Mindestmaß erwarte ich einfach. Teilweise gibt es nämlich sogar Dinge, die ich nicht erwartet hätte, wie zum Beispiel die 600 eingesprochenen Namen, so dass man in der Show mit seinem eigenen Namen angesprochen werden kann, so er denn dabei ist. Stattdessen hätte ich doch lieber eine hübschere Optik gehabt, denn was die an Flair zerstört, kann auch der gesprochene Name nicht mehr retten. Okay, auch das könnte daran liegen, das Gätjen hierbei mal wieder absolut kein Talent bewiesen hat. Erinnert ihr euch noch an Interational Superstar Soccer auf dem Nintendo 64? So klingen die Namen auch bei Schlag den Raab 2...

 

Ich kann aber diesen Abschnitt zumindest positiv beenden, die Steuerung ist nämlich wirklich gut gelungen. Der Pointer kommt oft zum Einsatz, die Bewegungserkennung ist gut und mir sind kaum Mängel aufgefallen. Nur ein abgewürgtes Auto will sich bei mir partout nicht wieder anschütteln lassen. Vorbildlich ist auch, dass man bei Wo liegt was zwar den Pointer einsetzt, um die Stecknadel auf die Karte zu legen, dann jedoch mit dem Steuerkreuz noch feinjustieren kann. Warum ist das Spiel nicht überall so durchdacht?

 

 

Meckerecke

 

Bevor ich zum Fazit komme, muss ich jedoch noch etwas weiter meckern. Abseits der schon angesprochenen zahlreichen Mängel gibt es nämlich noch zwei weitere Kritikpunkte.

 

Zum einen sind gewisse Spiele nicht besonders logisch. Beim Schießen zum Beispiel hatte ich einmal in meinem letzten Durchgang den Vorsprung auf genau 50 Punkte ausgebaut. Dass bei fünf Schüssen mit jeweils maximal erreichbaren 10 Punkten Raab nur noch aufschließen konnte, wenn er immer das Bullseye trifft, hat das Spiel nicht gewusst. Schon mit dem ersten Schuss traf er nur die sieben, ich hatte damit gewonnen. Das Spiel wurde aber trotzdem bis zum Ende durchgezogen...

 

Zum anderen gibt es teilweise echt unpassende Kommentare. Beim Shuffleboard in der letzten Runde setzte Stefan seinen letzten Schuss ins Leere, danach war nur noch ich an der Reihe und konnte aufgrund meines Vorteils nicht mehr verlieren. Was sagt Stefan zu seinem Versuch? „Das war nur ein Übungsstoß!“ Ja, das macht Sinn…

 

Und da fällt mir doch glatt noch was ein, Rechtschreibung war auch nicht die Stärke der Autoren. Ich nenne auch hier gerne ein Beispiel: Blu-ray schreibt man nicht wie die Farbe, ins Spiel hat sich das falsche e aber doch eingeschlichen, vom Rest mal ganz angesehen (Blue Ray).

 

 

Vielen Dank an Namco Bandai für das Testmuster.


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Fazit

Schlag den Raab – Das 2. Spiel ist leider kein wirklich gelungenes Spiel. Die Idee finde ich nach wie vor super, da ich ein großer Fan der Show bin und keine Ausgabe verpasst habe. Es gibt jedoch so viele Mängel, dass unterm Strich nur wenig Grund zur Freude übrig bleibt. Ich kann zwar verstehen, dass ein solch regional beschränktes Spiel kein unendliches Budget hat, ein gewisses Mindestmaß an Qualität erwarte ich jedoch einfach, vor allem bei einem so großen Namen. Somit kann ich den Kauf wirklich nur echten Hardcore-Fans teilweise empfehlen, wenn sie die Original-Spiele gerne mit Freunden zocken möchten, das Duell mit Raab ist ja leider ziemlich enttäuschend. Schade!

Grafik

schwach

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

43%

Singleplayer

58%

Multiplayer

Release

19.10.2011

Developer

Sproing

Publisher

Bandai Namco

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-8


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