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Skylanders: Spyros Adventure

Action Adventure

12.11.2011

Autor: Martin Küpper

 

 

Skylanders: Spyros Adventure

 

1995 brachte Pixar mit Toy Story das Spielzeug zum Leben. 16 Jahre später verfolgen Activision und Toys for Bob einen ähnlichen Ansatz – allerdings als Videospiel. Der Spieler schlüpft in die Rolle des Portalmeisters, der mit dem beigelegten Portal Spielzeugfiguren in die virtuelle Welt transportieren kann. Mit ihnen muss der Portalmeister zahlreiche Abenteuer bestehen, um die Skylands vor dem finsteren Bösewicht Kaos zu retten. Dieses frische Spielkonzept klingt durchaus vielversprechend und konnte uns schon auf der gamescom überzeugen. Doch was taugt es tatsächlich und was hat Skylanders davon abgesehen noch zu bieten?

 

 

Das Portal in eine andere Welt

 

Bevor es los geht, müsst ihr zunächst das Portal einrichten. Schraubt dafür an der Unterseite das Batteriefach auf und legt die drei beigelegten AA Batterien ein. Steckt den USB Stick für die kabellose Verbindung in einen USB Port der Wii und synchronisiert Portal und Stick mit dem Sync Knopf auf Stick und Portal. Noch schnell das Batteriefach zugeschraubt und es kann losgehen. Ist das Portal an leuchtet es wie von Magie in den unterschiedlichsten Farben. Jetzt müsst ihr nur eine Figur auf das Portal stellen und sie wird im Handumdrehen ins Spiel transportiert. Wollt ihr euren Charakter tauschen, müsst ihr die Figur nur wieder vom Portal nehmen und gegen eine andere tauschen.

 

Mit dem Spiel kommen drei Skylanders: Trigger Happy ist vom Typ Technologie und mit zwei goldenen Schusswaffen ausgerüstet. Gill Grunt ist hingegen ein Fisch und somit natürlich vom Typ Wasser. Er trägt eine Harpune mit sich, mit der er nicht nur Pfeile, sondern auch Wasser verschießen kann. Der letzte im Bunde ist Spyro der Drache, der einzige Skylander, der schon eine Karriere als Videospielheld vorzuweisen hat. Er ist vom Typ Magie und kann, wie auch in seinen eigenen Spielen, Feuer speien und seine Feinde mit einer Ramm-Attacke angreifen.

 

Der Typ der Skylander hat im Spiel zwei Bedeutungen. In den Leveln des Spiels ist in jedem Teilbereich ein anderer Typ stärker. Außerdem gibt es bestimmte Gebiete, die ihr nur mit einem bestimmten Typ betreten könnt. Diese Bereiche sind für den Spielverlauf nicht wichtig, verbergen aber Schätze und Kopfbedeckungen, die ihr euren Skylandern aufsetzten könnt, um bestimmte Werte zu steigern. Es ist also nicht wirklich tragisch, dass die drei beigelegten Skylander nur drei der acht Typen abdecken. Wer aber wirklich alles sehen möchte, der braucht von jedem Typ allerdings mindestens einen Skylander (dazu später mehr). Neben Technologie, Wasser und Magie gibt es noch Feuer, Gespenst, Luft, Leben und Erde.

 

 

Die Skylander

 

Die Skylander haben Anfangs zwei unterschiedliche Attacken. Bei Spyro sind das wie schon erwähnt die Feuerbälle und seine Rammattacke. Mit dem Geld, das ihr im Spielverlauf sammelt, könnt ihr diese Attacken immer weiter verbessern und neue Fähigkeiten dazu lernen. So kann Spyro etwa später auch (wenige Zentimeter) über dem Boden schweben und Gegner mit einem Köpper aus der Luft attackieren. Da sich die Verbesserungen sowohl optisch und spielerisch bemerkbar machen, ist das wirklich sehr motivierend. An einem bestimmten Punkt müsst ihr euch sogar zwischen zwei Pfaden entscheiden. Außerdem braucht ihr für eine besondere Verbesserung erst einen passenden Seelenstein, den ihr in einem der Level finden müsst.

 

Hinzu kommen Charakterherausforderungen und das „normale“ Levelsystem. Jeder Gegner hinterlässt Erfahrungspunkte. Habt ihr genügend gesammelt, steigt ihr (wer hätte das gedacht) eine Stufe auf. Dadurch verbessern sich die Werte wie Leben, Stärke, Verteidigung oder Geschwindigkeit. Das alles ist wirklich zu einem äußerst motivierenden Paket zusammen geschnürt worden. Nur ein ziemlich unnötiger Designfehler hat sich leider eingeschlichen. Sobald ihr alle Fähigkeiten gekauft habt, braucht ihr logischerweise kein Geld mehr. Blöd nur, dass auch das nicht in einen Topf geworfen wird, sondern nur dem Charakter zur Verfügung steht, der es gesammelt hat. Eine Möglichkeit das Geld zu übertragen gibt es nicht. Das hat zur Folge, dass man mit dem Skylander gar nicht mehr spielen mag, wenn man ihn dann endlich komplett aufgewertet hat.

 

Besonders cool ist aber, dass der Fortschritt der Charaktere nicht im Spiel gespeichert wird, sondern auf den Figuren selbst. So könnt ihr mit euren Skylandern auch problemlos im Spielstand eines Freundes weiter spielen. Dabei spielt es auch keinerlei Rolle, ob es sich dabei um die Wii, PS3, 360 oder PC Version handelt. Ihr werdet mit euren Figuren sogar im 3DS Spiel antreten können, das am 18. November erscheinen wird und eine ganz andere Spielerfahrung bieten wird. Das ist wirklich eine tolle Sache!

 

 

Das Spiel

 

Das Spiel selber bietet hingegen nicht wirklich etwas Neues. Ihr streift durch die Level, verprügelt zahlreiche Gegner, löst einige Rätsel und meistert die eine oder andere Jump ’n Run Passage. Da es sehr viele unterschiedlichen Gegner gibt und ihr, aufgrund des angesprochenen Motivationspakets, auf Geld und Erfahrungspunkte angefixt seid, machen die Kämpfe durchaus Spaß. Ein wenig monoton fühlt sich das Ganze nach einer Weile aber dennoch an.

 

Daran können auch die Rätsel nichts ändern, die sich in zwei unterschiedliche Sorten einteilen lassen. Die Schieberätsel sind natürlich der Klassiker schlechthin und dürften niemanden mehr hinterm Ofen hervor locken. Aber wenigstens sind sie in den späteren Leveln so komplex, dass man seine grauen Zellen zumindest mal auf Sparflamme betreiben muss. Etwas frischer sind hingegen die Kipprätsel. Hier gilt es ein Schloss zu knacken, in dem man ein merkwürdiges Kopfwesen durch das Kippen des quadratischen Schlosses nach links nach rechts, an bestimmte Ziele befördern muss.

 

Da die Skylander nicht springen können, fungieren sogenannte Sprungkissen als Katapulte in luftige Gefilde. So muss man etwa Hindernissen ausweichen oder einfach höher gelegene Plattformen ausweichen.

 

Unterm Strich wäre Skylanders ohne das Portal und die Figuren kein besonderes Spiel. Aber was hier geboten wird, ist zumindest fast vollkommen fehlerfrei. Bis auf den einen Designfehler, gibt es wirklich nichts zu meckern. Außerdem werdet ihr wirklich immer gut motiviert die Level zu erkunden und euren Skylander zu stärken. Dazu trägt auch bei, dass ihr beim Abschluss des Levels eine Checkliste seht, die euch zeigt, ob ihr alle Gebiete und Schätze gefunden habt oder das Level in einem bestimmten Zeitfenster geschafft habt. Sein volles Potential entfaltet das Spiel aber erst, wenn euch ein Freund begleitet. Meldet eine zweite Wii Remote an, drückt A, stellt eine zweite Figur auf das Portal und ab geht es.

 

 

Multiplayer

 

Neben dem Koop gibt es auch noch weitere Multiplayer Modi, in denen ihr gegeneinander Antritt. Im Arena Rumble gilt es den gegnerischen Skylander zu besiegen, Sky-Edelsteinmeister wird hingegen, wer als erster fünf Klunker gesammelt hat und bei Sky-Tore gilt es einen Ball ins Tor zu tragen (10 Punkte) bzw. zu werfen (3 Punkte). Für Abwechslung sorgen dabei die Arenen, die unterschiedliche Tücken und Fallen mit sich bringen. So gibt es etwa einen Schalter, der in einem bestimmten Bereich schädliche Stacheln aus dem Boden schießen lässt oder das giftige Abwasser zum Ansteigen bringt. Der Duellmodus ist ein sehr kurzweiliger Spaß, der zwischendurch durchaus mal Spaß macht, aber langfristig niemanden vor den Fernseher fesselt. Schade ist vor allem, dass man auch hier nur zu zweit antreten kann. Aber das Chaos auf dem Bildschirm ist so vermutlich schon groß genug.

 

 

Präsentation und das große Drumherum

 

Wenn es im Story-Modus zum Chaos kommt, hat das Spiel leider mit Slowdowns zu kämpfen, insbesondere wenn man zu zweit unterwegs ist. Das ist aber durchaus zu verkraften, vor allem weil Skylanders ein wirklich hübsches Spiel ist. Es ist schön bunt, die Charaktere sind liebevoll gestaltet, die Level detailreich und die Animationen flüssig. Es ist vielleicht kein Mario Galaxy, aber ein Spiel bei dem man definitiv merkt, dass sich die Entwickler Mühe gemacht haben.

 

Auch der Sound ist im Großen und Ganzen Gelungen. Die Musik hinterlässt zwar keinen bleibenden Eindruck, passt aber doch stets zum Geschehen. Die deutsche Sprachausgabe klingt zwar nicht immer überzeugend, ist aber gerade in Anbetracht der Zielgruppe trotzdem sehr löblich. Man merkt zwar, dass die Dialoge für Kinder geschrieben wurden, aber auch ich musste hier und da mal schmunzeln. Gerade der Bösewicht Kaos ist für den ein oder anderen Lacher gut.

 

Mir hat Skylanders wirklich sehr gut gefallen und ich glaube als Kind wäre ich von dem Konzept noch viel begeisterter. Wer seinen Kindern also zu Weihnachten ein cooles Spiel schenken will, der macht mit Skylanders ganz sicher nichts verkehrt. Doch auch als Erwachsener kann man mit den Figuren und dem Spiel noch Spaß haben. Leider sind die Figuren aber verdammt teuer. Der Kauf von zusätzlichen Figuren drückt also ordentlich aufs Portmonee und wer wirklich alles sehen will, der legt locker mal eben 250€ hin. Da uns Activison freundlicherweise drei weitere Figuren zur Verfügung gestellt haben, kann ich aber zumindest bescheinigen, dass sich die Skylander alle sehr unterschiedlich spielen und das Spiel mit jeder Figur eine etwas andere Erfahrung ist. Aber ob das die ~8 Euro pro Figur wert ist? Das muss wohl jeder selber wissen. Wie gesagt, man kann das Spiel auch mit den drei beiliegenden Figuren beenden, so dass dieser Preiswahn keinen Einfluss auf die Note hat. Was ich hingegen wirklich bedenklich finde ist, dass man mit Abenteuerpacks auch neue Areale betreten kann. Der Umfang des Spiels ist nicht gerade klein, aber dennoch: Sollte man nicht wenigstens alle Level auf der Disc betreten können?

 

 

Vielen Dank an Activision Blizzard für die Bereitstellung eines Testmusters.


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Fazit

Skylanders: Spyros Adventure gewinnt vor allem durch das wirklich coole Konzept. Es ist einfach etwas völlig neues, wenn man sieht wie die Figuren im Spiel lebendig wirken. Blendet man das aus, hat man kein besonders originelles Spiel. Dafür ist das gebotene aber (fast) tadellos und alleine die zahlreichen Möglichkeiten eure Skylander zu verbessern, werden euch für das Abenteuer dicke motivieren. Einen Innovations-Award hat sich das Spiel aber trotzdem verdient. Und da das Spiel insbesondere im Koop viel Spaß macht, packe ich einen Multiplayer-Award oben drauf, auch wenn der Duellmodus nicht mehr als eine nette Dreingabe ist. Wirklich schade ist nur der fehlende Onlinemodus. Skylanders ist unterm Strich also ein wirklich gelungenes Spiel, das gerade Kinder glücklich machen dürfte. In diesem Sinne: Skylanders macht Kinder froh und Erwachsene (nicht ganz) ebenso.

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

super

Spielspaß

gut

80%

Singleplayer

85%

Multiplayer

Release

14.10.2011

Developer

Toys for Bob

Publisher

Activison Blizzard

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2


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