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Reviews: Nintendo Wii

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Go Vacation

Party

15.11.2011

Autor: Gunnar Schreiber

 

 

Sport- und Minispielsammlungen gibt es auf der Wii wie Sand am Meer. Braucht da überhaupt noch irgendwer eine weitere? Diese Frage haben sich anscheinend auch die Entwickler von Go Vacation gestellt und sie mit „ja“ beantwortet, solange das Spiel einen wirklichen Mehrwert gegenüber der Konkurrenz bietet und gerade in Sachen Umfang einen drauf setzt. Im Großen und Ganzen ist das dem Team gelungen, wenn auch mit einigen Abstrichen.

 

 

Was ist Go Vaction eigentlich?

 

Gleich vorneweg: Der Titel ist viel mehr als eine reine Mini- und Sportspielsammlung. Im Prinzip spielt alles in dem Urlaubsparadies „Kawawii-Insel“. Ein Schelm, wer jetzt denkt, das hat sich Bandai Namco von Nintendos „Wuhu-Island“ aus Wii Sports Resort abgeschaut. Im Gegensatz zu Nintendos Insel ist Kawawii aber so groß, dass sie gleich mal in vier große Resorts – See, Stadt, Schnee und Berg – aufgeteilt wurde. Der nächste große Unterschied zu den meisten anderen Spielen dieser Art ist, dass Go Vacation euch jedes Resort frei erkunden lässt. Wählt zu Anfang einfach aus, ob ihr mit eurem Mii oder einem anderen Avatar spielen möchtet und schon seid ihr mitten im See-Resort. Dieses besteht aus einem großen Strand mit Bootsstegen, Clubhäusern, einem vorgelagerten Riff und etwas Hinterland. Überall in dem Areal warten verschiedene Aktivitäten auf euch. Im See-Resort wären das zum Beispiel Jet Ski Rennen, surfen, Beach Volleyball, mit Wasserpistolen ballern, tauchen und vieles mehr.

 

Habt ihr keine Lust auf eine Aktivität, könnt ihr auch einfach das Resort erkunden. Schnappt euch zum Beispiel ein Jet Ski und brettert frei die Küste ab oder an Land ein Quad und fahrt ins Hinterland. In jedem Resort sind beispielsweise Schatztruhen versteckt, in denen sich neue Outfits für euren Charakter befinden. An anderen Stellen dürft ihr für Fotos posieren und diese danach abspeichern. Manche Urlauber haben sogar kleinere Aufgaben für euch, wie verloren gegangene Souvenirs wieder finden. Wie ihr seht, gibt es viel zu tun und viel zu erkunden. Dabei wirkt die Welt recht lebendig, da überall Avatare aus dem Spiel und Miis aus eurer Sammlung herumlaufen, sich sportlich betätigen usw.

 

Hauptaufgabe ist der Kawawii-Stempel-Sprint. Hier beauftragt euch ein Mädel nach und nach fast alle Mini- und Sportspiele im Spiel zu meistern. Wo sich die nächste Aufgabe befindet, wird auf der Karte markiert. Dann schaut ihr, wie ihr am besten dort hinkommt. Neben einer Schnellreisefunktion, die euch über eine Übersichtskarte an verschiedene Punkte im Resort teleportiert, warten je nach Areal zig verschiedene Fortbewegungsmittel auf euch, wie zum Beispiel Jet-Skis, Quads, Straßenbahnen, Inlineskates, Skateboards, Skilifte, Helikopter, Schneemobile, Pferde oder Geländewagen.

 

Für jede bewältigte Aufgabe erhaltet ihr einen Stempel. Nach einer bestimmten Anzahl an Stempeln schaltet ihr nach und nach die anderen Resorts und weitere Dinge frei. So kommt nach einiger Zeit zum Beispiel ein Villengelände dazu. Hier steht eine eigene Villa, die zu Anfang natürlich recht spartanisch und langweilig eingerichtet ist. Doch im Laufe des Spiels könnt ihr diese ausbauen und verschönern.

 

Jede Aufgabe bietet in der Regel mehrere Schwierigkeitsstufen und Levels. Wenn ihr den Kawawii-Stempel-Sprint macht, erwartet euch die leichteste Stufe, so dass viele Disziplinen überhaupt kein Problem sind. Es empfiehlt es sich aber, die Aktionen, die einem wirklich Spaß machen, erneut zu besuchen, um diese wirklich im vollen Umfang zu erleben. Außerdem erlangt ihr für besonders gute Ergebnisse silberne und goldene Schlüssel, die diverse Umzugskartons in der Villa öffnen, und ihr so immer mehr Gestaltungsmöglichkeiten bekommt. Neben den bereits genannten Mini- und Sportspielen möchte ich noch ein paar weitere der über 50 aufzählen, um einfach zu verdeutlichen wie abwechslungsreich das Spiel prinzipiell ist: Autorennen, Halfpipe mit Skateboards, Gleitschirmfliegen, Kayak fahren, Tontauben schießen, Kuchenschlacht, Tennis, Eisangeln, tanzen, Pferderennen und und und.

 

 

Wie sieht es denn mit der Steuerung aus?

 

Erst einmal ist es sehr lobenswert, dass Go Vacation nahezu alle erdenklichen Eingabegeräte nutzt: Wii-Fernbedienung, Nunchuk, Wii Wheel, MotionPlus, Zapper und das Balance Board kommen alle zum Einsatz. Letztendlich führt das aber auch zu einem Problem: Dadurch, dass alle Aufgaben auch ohne das genannte Zubehör funktionieren müssen, sind die Steuerungsmethoden eher wenig komplex und auf wenige Tasten und Schütteln ausgelegt. Auf diese Weise kann ich beispielsweise keinen großen Unterschied feststellen, ob ich beim Tennis nun MotionPlus eingesteckt habe oder nicht. Verstärkt wird das Problem durch die immense Anzahl an Disziplinen. Natürlich ist jede einzelne nicht so ausgefeilt, als wenn sich die Entwickler auf eine handvoll Sportarten konzentriert hätten, wie es etwa Nintendo bei Wii Sports Resort gemacht hat.

 

Das soll jetzt nicht heißen, dass die Steuerung in Go Vacation grundsätzlich verhunzt ist. Im Gegenteil: Eigentlich kein Mini- oder Sportspiel lässt sich mies steuern. Zumeist geht alles recht einfach und gut von der Hand. Aber ist gibt auch verdammt selten einen Aha-Effekt, wo ihr als Spieler wirklich das Gefühl habt, authentisch mit voller Kontrolle eine Aufgabe zu meistern. Aber wahrscheinlich ist das auch gar nicht der Anspruch von Go Vacation gewesen! Etwas schade finde ich es dennoch.

 

 

Die audiovisuelle Umsetzung

 

Bei der technischen Umsetzung ist Go Vacation vor allem im Einzelspielermodus überraschend gut gelungen. Wir alle kennen ja die ganzen schnell dahin programmierten Minispielsammlungen auf der Wii zu genüge, die grafisch sich allesamt auf unterem PlayStation 2 Niveau befinden. Go Vacation ist da wirklich anders. Alleine schon die großen, frei erkundbaren Areale stechen aus der Masse heraus. Ebenso die Möglichkeit, in Echtzeit und ohne Ladezeiten übers Wasser mit einem Jet Ski zu brettern, an Land zu düsen, um direkt mit einem Quad ins Hinterland zu fahren. Lediglich die Ladezeiten vor den einzelnen Aufgaben nerven etwas, sind aber in Ordnung.

 

Die Avatare und Miis wurden nett integriert und haben sogar leichte Shadereffekte, die sie plastischer und glänzender erscheinen lassen. Die Farben sind satt, die Texturen recht abwechslungsreich, wenn auch manchmal etwas zu pixelig, was vor allem auf großen HD Fernsehern auffällt. Dennoch kann man bei der Grafik den Entwicklern eher ein Lob, denn Kritik aussprechen.

 

Das Lob muss ich allerdings mit einem Blick auf den Multiplayermodus etwas revidieren. Bei den Aktivitäten selbst gibt es nicht allzu viel zu meckern. Auch dass natürlich im geteilten Bildschirm weniger Details dargestellt werden, ist normal und zu verkraften. Teilweise gar nicht geht aber die Bildwiederholungsrate, wenn ihr zu mehreren die einzelnen Resorts erkundet. Das Schnee-Resort bei Nacht im Multiplayermodus ist zum Beispiel durch die permanenten Ruckler kaum zu ertragen.

 

Der Sound sowie die Musik sind voll ok. Die fröhlichen Titelmelodien mit leichtem Ohrwurmcharakter tauchen in verschiedenen Variationen im gesamten Spiel auf. Leider gibt es keine durchgängige Sprachausgabe, obwohl zumindest zwischendurch immer wieder deutsche Wörter zur Verstärkung des Dialogs eingestreut werden. Auch gibt es in den Resorts Ansagen über Lautsprecher, die in deutscher Sprachausgabe erfolgen.

 

 

Alleine etwas dröge, zu viert durchaus spaßig

 

Natürlich macht Go Vacation mit bis zu drei Freunden mit Abstand am meisten Spaß. Ihr habt dabei die Wahl, ob ihr den Kawiwii-Stempel-Sprint inklusive dem Erkunden der Resorts mit Freunden spielen möchtet oder ob ihr lieber direkt die einzelnen Disziplinen anwählt. Letzteres empfiehlt sich natürlich für den schnellen Spaß für zwischendurch. Je nach gewählter Aktivität habt ihr unterschiedliche Steuerungsmethoden, Schwierigkeitsgrade, Arenen etc. zur Auswahl. An der Spielbarkeit ändert sich nichts gegenüber dem Einzelspielermodus. Wer solche Titel schon mal gespielt, kann sich ausmalen, was ihn erwartet.

 

Leider fehlen mir hier ein paar zusätzliche Optionen: Warum kann man nicht bestimmte Disziplinen aussuchen, in eine Liste packen und diese hintereinander wegspielen? Warum gibt es nicht so eine Art Meisterschaft mit mehreren Aktivitäten? Und warum gibt es vor allem keinen Online-Modus? Mit diesen Features hätte Go Vacation ganz schnell einen Multiplayer-Award verdient gehabt. So leider nicht.

 

 

Wir danken Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters!


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Fazit

Go Vacation sticht positiv aus der Masse der Mini- und Sportspielsammlungen heraus. Kein anderer Vertreter des Genres bietet so viel Umfang und so viel Abwechslung. Durch die Möglichkeit, die Resorts frei zu erkunden inklusive einiger Nebenaufgaben erinnert das Spiel bisweilen sogar an ein Action Adventure. Einige Macken wie eine nur selten komplett überzeugende Steuerung, technischen Problemen im Mehrspielermodus sowie eine fehlende Onlineunterstützung verhindern ein Vordringen in höhere Wertungsregionen. Wer aber von Wii Sports Resort genug hat und mehr Futter dieser Art braucht, der darf auf jeden Fall zugreifen. Zumal das Spiel schon für etwas mehr als 30 Euro zu haben ist.

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

73%

Singleplayer

79%

Multiplayer

Release

04.11.11

Developer

Bandai Namco

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4


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