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Reviews: Nintendo Wii

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Trivial Pursuit - Wetten & Gewinnen

Party

17.12.2011

Autor: Mario Kablau

 

 

Keine triviale Verfolgungsjagd?

 

Es ist etwa zweieinhalb Jahre her, dass Electronic Arts mich mit der Umsetzung eines Brettspiels auf der Wii eine Weile an die Konsole fesseln konnte. Die Rede ist von Trivial Pursuit, das ich schon immer gerne mit Freunden oder der Familie gespielt habe, aber bisher nicht selbst hatte. Nun konnten wir auch in meinem Heim gemütlich zocken. Ende 2011 hat EA nun einen Nachfolger heraus gebracht, den ich mir auch direkt wieder bestellt habe, denn neues Fragen-Futter ist nie verkehrt und außerdem sollte das Spiel ja einiges mehr bieten.

 

Einige Partien später bin ich jedoch leider ziemlich ernüchtert, denn trotz so langer Wartezeit hatten die Entwickler scheinbar keine wirklich guten Ideen, so dass Wetten & Gewinnen mich nicht vollends überzeugen konnte. Warum? Ganz einfach, weil es im Vergleich zum Vorgänger kaum Neuheiten bietet und in Teilen sogar ziemlich dreist bei sich selber klaut, doch dazu später mehr.

 

Der neue Hauptspiel-Modus hat nun kein Spielbrett mehr, sondern eine Art Glücksrad. Pro Runde dreht einer der bis zu vier Spieler das Rad und alle Teilnehmer setzen ihren Stein dann darauf ab. Nun müssen alle nacheinander Fragen beantworten, um Wissensecken zu gewinnen. Der Kniff ist, dass man nicht einfach nur richtig liegen muss, sondern auch auf seine Gegner wetten bzw. ihnen die Auswahl schwerer machen kann.

 

Wenn ich also meinen Stein zum Beispiel auf der Farbe Rosa ablege, dann habe ich anschließend die Möglichkeit, kostenlos eine Frage der Kategorie Unterhaltung zu spielen. Beantworte ich diese richtig, dann bekomme ich die gleichfarbige Wissensecke. Ich muss allerdings nicht unbedingt die rosa Kategorie wählen, sondern kann auch eine der beiden benachbarten auswählen, diese kosten jedoch Geld, von dem jeder zu Anfang 500 Einheiten hat. Doch bevor ich überhaupt eine Kategorie auswählen kann, dürfen meine Gegner selbst Geld investieren und so die beiden nicht kostenlosen Auswahlmöglichkeiten für mich teurer machen. Hin und wieder trifft man auch auf ein schwarzes Feld, hier kann man dann für 150 oder 200 Geldeinheiten direkt eine beliebige Wissensecke kaufen.

 

Wenn ich dann aber endlich eine Frage gestellt bekomme, nachdem ich mich für eine von vier Unterkategorien entschieden habe, dürfen meine Gegner zunächst auf mich wetten. In 10er Schritten darf Geld darauf gesetzt werden, ob ich wohl richtig oder falsch liegen werde. Wer recht hat, verdoppelt seinen Einsatz, wer falsch liegt, verliert ihn. Danach sehe ich dann endlich die Frage und muss antworten.

 

Wer alle sechs Wissensecken erspielt hat, muss nur noch die Masterfrage richtig beantworten, um das Spiel für sich zu entscheiden. Hier dürfen die Mitspieler allerdings zunächst eine Kategorie vorauswählen und einzig diese kann dann ohne Einsatz von Geld genommen werden, gleiches gilt für die Unterkategorie. Will man sich also die Frage möglichst genau aussuchen, dann braucht man richtig viel Kohle, denn an der Stelle wird es wirklich teuer.

 

Um das Spiel ein bisschen zu variieren, hat man noch diverse Einstellungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel die Anzahl benötigter Wissensecken. Außerdem kann man Inflation aktivieren, so dass der Kauf von Wissensecken mit der Zeit immer teuer wird. Ebenso ist ein Themen-Tausch gegen Geld aktivierbar.

 

 

Eine gelungene Variation des klassischen TP?

 

Grundsätzlich befürworte ich ganz klar, dass die Entwickler nicht einfach dasselbe Spiel mit neuen Fragen heraus gebracht haben, allerdings ist das neue Konzept nicht wirklich gut durchdacht. Das größte Problem beim Wetten ist, dass man die Fragen vorab absolut nicht einschätzen und somit auch nicht wirklich gut auf oder gegen seine Gegner wetten kann. In der Kategorie „Kunst und Literatur“ zum Beispiel habe ich schon Fragen bekommen, die man vermutlich auch als Kunst-Student im 22. Semester nur schwer beantworten kann, auf der anderen Seite werden hier manchmal Dinge gefragt, die jeder Zweitklässler weiß. Es ist also unmöglich, wirklich gut zu wetten, vor allem da sich dieses Problem durch alle Kategorien durchzieht. Es geht also leider absolut nicht darum, wie das Spiel verspricht, seinen Gegner einschätzen zu müssen, sondern einfach darum zu raten, ob die nächste Frage wohl leicht oder schwer sein wird.

 

Ebenso bekommt man ein großes Problem, wenn man sein gesamtes Geld verzockt hat, was ziemlich schnell passieren kann. Dann bekommt man nur Neues, indem man die Frage einer bereits gewonnen Kategorie erneut richtig beantwortet. Da dies jedoch damit zusammenhängt, ob man seinen Stein überhaupt auf ein solches Feld zu setzen vermag, ist auch hier wieder hauptsächlich Glück gefragt. Vom Glück, das man braucht, um eine leichte Frage zu bekommen will ich gar nicht anfangen. Somit wird hier nicht der Sieger, der am meisten weiß, sondern der der am meisten Glück hat. Keine gute Wahl für ein Wissensspiel.

 

Aber zum Glück gibt es neben dem neuen Modus ja auch noch das klassische Trivial Pursuit mit auf der Disk. Und das haben die Entwickler tatsächlich wörtlich genommen. Wählt man die Kategorie im Hauptmenü aus, dann startet man damit den Vorgänger, der einfach komplett übernommen wurde. Das finde ich nicht nur peinlich sondern einfach nur frech, wer den Vorgänger nämlich schon hat, kauft sich mit „Wetten & Gewinnen“ quasi dasselbe Spiel noch einmal. Leider befinden sich auch nirgendwo Informationen darüber, ob zumindest die Fragen ausgetauscht worden sind. Da man genau dieselben Unterkategorien wählen kann, gehe ich aber nicht davon aus, außerdem hätte EA dann sicher darauf hingewiesen, dass man hier „das klassische Trivial Pursuit Videospiel mit brandneuen Fragen“ spielen kann.

 

Da ich das schon Anfang 2009 getestet habe, gehe ich an dieser Stelle nicht mehr genau darauf ein, lest euch im Bedarfsfall einfach meinen Test von damals (LINK) durch und erfahrt, ob das Spiel etwas für euch ist, wenn ihr den Vorgänger noch nicht habt. Wenn ihr ihn schon habt, lohnt sich die Investition für den sehr glücksabhängigen neuen Spielmodus in meinen Augen leider absolut nicht.

 

 

Technik und Steuerung!

 

Grafisch brauche ich nicht viel zum Spiel zu sagen. Nach wie vor habe ich das Gefühl, dass die Entwickler an dieser Stelle nicht schludern. Sie holen einfach alles aus dem raus, was man mit so einem Spiel machen kann. Man hätte zwar auch eine Art Spielshow drum herum aufbauen und optisch mehr Abwechslung bieten können, aber das wäre die Mühe für den neuen Mini-Modus wohl echt nicht wert gewesen. Somit kann ich für die Grafik, obwohl sie sauber programmiert ist, leider keine gute Wertung geben, es sieht einfach so aus, als wäre das Spiel mal eben so in 10 Minuten programmiert worden, aber immerhin von jemandem, der etwas von seiner Arbeit versteht.

 

Musikalisch ist es auch eher unscheinbar, es werden keine Fragen vorgelesen und abseits von gelegentlichem Gekicher der Spielfiguren gibt es auch sonst keine Sprachausgabe. Auch hier fühl es sich nach „mal eben schnell“ an.

 

Die Steuerung funktioniert sehr zweckmäßig, man kann entweder den Pointer oder das Steuerkreuz nutzen, um eine Antwort auszuwählen und das Rad entweder per Bewegungssteuerung oder mit dem A-Knopf drehen. Blöd ist nur, dass wegen der gleichzeitigen Wetteinsätze nun jeder eine eigene Wiimote braucht, man kann den neuen Modus also nur noch zu viert spielen, wenn man auch vier Controller hat. Der klassische Modus geht nach wie vor auch mit einer Wii-FB.

 

 

Vielen Dank an Electronic Arts für das Testmuster.


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Fazit

An sich ist das neue Spiel rund um Trivial Pursuit eine gute Idee, die aber leider an der Umsetzung scheitert. Es spielt viel zu sehr Glück eine Rolle, da man die Fragen vorab einfach nicht abschätzen kann. Ebenso haben sich die Entwickler bei der Präsentation dazu entschieden, es minimalistisch zu halten, was den neuen Modus auch nicht gerade interessanter macht. Dazu wurde der Vorgänger einfach 1:1 mit eingebaut, ohne einen Hinweis darauf, dass das so ist. Wer den ersten Teil für die Wii also schon hat, sollte sich ganz genau überlegen, ob sich der Preis dafür lohnt. Ich finde nicht und daher fällt meine Note so gering aus. Wer der Vorgänger jedoch noch nicht hat, der kann sich die Investition durchaus überlegen, das alte Spiel ist nämlich wirklich gut.

Grafik

schwach

Sound

schwach

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

39%

Singleplayer

59%

Multiplayer

Release

17.11.2011

Publisher

Electronic Arts

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4


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