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Reviews: Nintendo Wii

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Rayman Origins

Jump 'n Run

07.01.2012

Autor: Phlipp Breß

 

 

Schluss mit den dummen Hasen!

 

Endlich! EEEEENDLICH! Ich konnte die dummen Hasen nicht mehr sehen! Die Wii wurde ja seit 2006 quasi malträtiert mit den Raving Rabbids aus dem französischen Videospiel-Schuppen Ubisoft. Doch Ende 2011 zeigte sich der Publisher gnädig und beglückte die Spieler mit einem klassischen Rayman, wie man es von früher kennt. 2D, bunt, gezeichnet und vor allem einfach absolut abgedreht. Und ohne Hasen! OHNE HAAAASEN! Wat freu ich mir! Doch was vermag Rayman Origins zu leisten in Sachen Unterhaltung?

 

 

Schnarchen – Die Wurzel allen Übels

 

Es geht ganz gemächlich los in Rayman Origins. Rayman und seine Kumpel hängen gemütlich ab und leisten sich ein mehr als ausgedehntes Mittagsschläfchen. Das machen sie sogar so gut, dass sie irgendwann im Takt schnarchen und das nimmt solch eine Lautstärke an, dass die Unterwelt sich doch glatt weg dezent gestört fühlt. Es wird also Zeit, dem faulen Pack da oben zu zeigen, wo der Hammer hängt und kurzer Hand machen sich die Bösewichte auf der Oberwelt breit und stiften allerhand Unheil. Rayman and Friends sind natürlich not amused über diese Störung der Mittagsruhe und machen sich dran, das Problem zu beseitigen.

 

Ein chaotischer Beginn, für ein noch chaotischeres Spiel. Und ich finde es gut! Zwar waren die Rabbids auch immer leicht gestört im Kopf, aber da sie es ja irgendwie nie über das Minispiel-Niveau hinaus schafften, waren sie für mich auch nicht mehr als eine Randerscheinung in der Welt von Rayman. Rayman Origins dagegen ist wieder etwas traditioneller. Etwas französischer. Einfach etwas besser. Wie es bei klassischen Jump 'n Runs so üblich ist wird wieder kräftig gehüpft, gelaufen und noch kräftiger geboxt. Gegner werden durch einen deftigen Sprung auf den Kopf oder einen Kinnhaken ins Nirvana geschickt und wenn man diverse gute gebaute Feen befreit, werden einem sogar noch Spezialfähigkeiten wie z.B. das Schweben spendiert. Man könnte fast sagen, dass es ein mehr als rustikales Gameplay ist. Bringt allerdings auch das Manko mit sich, dass es nicht all zu abwechslungsreich ist.

 

Natürlich soll auch der Sammelwahn angeregt werden und so kann bzw. muss man auf seinem Weg durch die Levels die so genannten Lums einsammeln, die in der Luft verteilt schweben und vor sich hinsummen. Normalerweise nicht der Rede wert, wenn sie nicht so gut in den Leveln platziert wären, dass man den Drang hat, auch die an den unmöglichsten Stellen zu erreichen. Zusätzlich sind mehrere Electoons in jedem Level versteckt und erst wenn man eine gewisse Anzahl an Electoons in einer Welt erlangt hat, darf man zum Endboss vorrücken. Sollte einem eine Passage mal zu schwer sein, bekommt man die Möglichkeit, den Level zu überspringen und schon mal im nächsten weiter zu machen. Hat aber die Konsequenz, dass man am ende der Welt ggf. nicht genügen Electoons in der Tasche hat, um sich mit dem Boss anzulegen. Darüber hinaus dienen die pinken Electoons quasi als Währung mit der man sich auch neue Charaktere freischalten kann. Neben Rayman kann man nämlich auch über Globox und die kleinen Teensies als spielbare Charaktere verfügen. Zwar bieten diese keine anderen Fähigkeiten, aber dank der super Animationen genau so viel wie der blonde Held.

 

Um noch mal auf die Endgegner zu sprechen zu kommen, muss ich sagen dass diese mir am wenigsten gefallen haben. In den ersten Welten sind sie einfach viel zu simpel und reagieren nicht auf den Spieler, sondern rattern einfach ihr Programm ab. In den späteren Welten wird es dann teilweise so unverschämt schwer mit so abstrusesten Rücksetzpunkten, dass ich die Wiimote gerne mal entzwei gerissen hätte.

 

 

Einfach herrlich anzusehen!

 

Warum ich meinte, das Spiel sei „französischer“? Rayman Origins präsentiert sich in bester und verrücktester französischer Zeichentrick-Manier und steckt voller liebevoller Details. Besonders das Level-Design hat es mir angetan. Mal ist man auf einer Ferieninsel und springt den betrunkenen Sangria-Trinkern auf den Bäuchen rum, dann findet man sich in einem abgedrehten Steam-Punk-Setting oder einem ruhigen See wieder. Und zwischendurch gibt's dann noch Shoot 'em Up-Einlagen auf einer zermürbten Mücke. Wenn ich durch die Welten streife, kann ich manchmal kaum glauben, dass das Spiel von gerade mal fünf Menschen entwickelt wurde. Und auch die absolut übertriebenen Animationen im Spiel bringen einen immer wieder zum schmunzeln, denn man fühlt sich oft in die 90er zurück versetzt und erinnert sich direkt an Cartoons wie Ren & Stimpy, Earthworm Jim usw. Und obwohl die Wii-Version natürlich nicht im HD-Glanz erscheint, muss sie sich hinter den Xbox- und PS-Versionen nicht verstecken. Gefällt!

 

Ganz besonders fasziniert mich aber der Einsatz bzw. die Umsetzung des Soundtracks! Egal in welchem Abschnitt, man scheint sich immer im Takt der Musik zu bewegen. Und mal wird die Melodie durch eine knartschige Tröte wieder gegeben und an anderer Stelle hört man sie in Form von gegurgelten Wasser. Und dann geht’s aber auch in gesitteten Tönen richtig zur Sache. So macht auch der Sound in einem Hüpfspielchen mal wieder richtig Spaß!

 

Gesteigert wird der Spielspaß, wenn man sich noch drei Freunde mit ins Boot holt. Vor allem kann man sich untereinander nicht nur helfen, sondern sich auch gepflegt gegenseitig die ein oder andere Backpfeifen verpassen, was zu einem ausgewachsenen, aber spaßigen Chaos führt. Der Spaß darf aber nur offline vorm Fernseher betrieben werden, da dass Spiel keinen Online-Multiplayer sein eigenen nennen darf. Zumindest eine weltweite Highscore-Anzeige wäre ein feiner Zug gewesen. Aber hier schauen sowohl HD-Konsolen- als auch Wii-Besitzer in die Röhre.

 

 

Zweite Meinung von Sascha

 

Ich habe die HD-Version von Rayman Origins auf der Xbox 360 gespielt und kann mich Philipps Lobeshymnen nur anschließen. Als Wii-Zocker haben 2D-Jump 'n Runs mit New Super Mario Bros. und Donkey Kong Country Returns eine beeindruckendes Comeback gefeiert, jedoch sind ein Großteil der Spiele in diesem Genre, die heute veröffentlicht werden, eher als Download-Spiel erhältlich. Rayman Origins zeigt, dass sie auch als Vollpreistitel mehr als nur gerechtfertigt sind (obwohl der Titel ursprünglich tatsächlich als Download angeboten werden sollte). Und es steht obiger Konkurrenz in nichts nach.

 

Gehen wir es doch einmal durch: Grafik? Detailverliebter und schöner geht es kaum. Soundtrack? Abgedreht, aber passt super zu den Umgebungen sowohl dem schrägen Humor. Gameplay? Zwar sehr klassisch, aber mit dem gewissen Suchtfaktor ("Ich will alle Lums und Electoons haben!"). Multiplayer? Macht gleich noch mal mehr Spaß als alleine, und bei einigen Levels ist es gar hilfreich, zu zweit, dritt oder viert zu sein.

 

Vielleicht findet das Spiel noch deutlich mehr Käufer findet als bisher. Trotz guter bis hervorragender Wertungen sind die Verkaufszahlen nämlich bislang außerordentlich schlecht. Bleibt zu hoffen, dass Michael Ancel, der neben Rayman auch Serien wie Beyond Good & Evil geschaffen hat, trotzdem bald wieder ein großes Projekt von Ubisoft starten darf. Denn seine Spiele sind anders, vor allem mit Herzblut und von Kreativtät nur so gespickt. Klare Kaufempfehlung!

 

 

Vielen Dank an Ubisoft für das Testmuster.


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Fazit

Rayman Origins macht verdammt viel richtig! Das rustikale Gameplay ist fein ausbalanciert und bringt richtig Stimmung, trotz der nicht all zu hohen Abwechslung. Dazu sind das Design sowie der Sound einfach nur bombe! So muss ein 2D-Hüpfer aussehen und sich anhören. Die einzigen Wermutstropfen sind zum einen die unfeinen Endbosse die zunächst zu einfach und dann abstrus schwer werden und ein fehlender Online-Modus, denn der gehört heutzutage einfach dazu. Da das Spiel ja bereits kurz nach Release für sehr kleines Geld zu haben war, möchte ich eine dringende Kaufempfehlung ausprechen!

Grafik

super

Sound

super

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

88%

Singleplayer

91%

Multiplayer

Release

25.11.2011

Developer

Ubisoft Montpellier

Publisher

Ubisoft

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4


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