Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


Reviews: Nintendo Wii

< zurück

Trauma Center - Second Opinion

Simulation

11.11.2007

Autor: Mario Kablau

 

 

Leben und Tod in deinen Händen!

 

In Trauma Center schlüpft man in die Rolle des jungen Arztes Derek Stiles, der am Hope Klinikum in Angeles Bay arbeitet. Er ist gerade mit der Ausbildung fertig und steht jetzt vor seinen ersten echten Operationen. Um in das Spiel eingeführt zu werden, steht ihm zu Beginn die sehr erfahrene Schwester Mary Fulton zur Seite, die ihm hilfreiche Tipps gibt und die verschiedenen Operations-Werkzeuge erklärt.

 

Von diesen Hilfsmitteln gibt es insgesamt acht Stück, die alle über den Stick auf dem Nunchuk ausgewählt werden. Um beispielsweise das Skalpell in die Hand zu nehmen, muss man nur kurz den Stick nach links drücken und für die Nadel nach rechts. Ebenso befinden sich dort zum Beispiel ein Laser, ein Werkzeug zum Absaugen von Blut, ein Ultraschallgerät und das Wunder bewirkende antibiotische Gel, das kleinere Wunden sofort heilt. Die Auswahl der Werkzeuge funktioniert normalerweise recht gut, in hektischen Situationen kann es aber auch mal zu Fehlgriffen kommen, vor allem, wenn man ein Werkzeug auswählen möchte, das in einer der schrägen Positionen liegt.

 

Um das gewählte Werkzeug dann einzusetzen, zeigt man mit dem Pointer einfach auf die Stelle, an der man ansetzen will und drückt den A-Knopf bzw. A und B gleichzeitig. Zu Beginn einer OP sieht man den Körper des Patienten von außen und der erste Schritt ist es immer, die vorgegebene Schnittstelle mit dem Gel zu desinfizieren und dann mit dem Skalpell zu öffnen. Danach wechselt die Ansicht in den Körper und zeigt alle relevanten Organe. Wer Angst vor Blut oder zu lebensechter Darstellung der ganzen Dinge hat, der kann beruhig aufatmen, denn alles im Spiel hat zwar die gleiche Form, wie das Original, aber die Grafik ist eher in einem comicartigen Look gehalten, so dass man sich vor nichts ekeln muss.

 

Auf diese Art und Weise operiert man sich durch das gesamte Spiel. Allerdings wäre es ohne eine Rahmenhandlung irgendwie langweilig und deshalb gibt es natürlich auch einen Gegenspieler. Und was würde hier besser passen als ein Virus? Die Krankheit, die den Namen GUILT (Generelle Utropin Immun Latenz Toxizität) bekommt, taucht erstmals im zweiten Kapitel auf und muss als Ziel des Spiels bezwungen werden. Woher das Virus kommt und was es für Folgen hat, verrate ich hier nicht, denn ich will ja die Spannung nicht kaputt machen.

 

 

Die Gabe der heilenden Hand

 

Auch durch das Virus werden die Operationen im Laufe des Spiels immer schwerer, weshalb Dereks Fähigkeit eine sehr wichtige Rolle spielt. Er verfügt nämlich über die Gabe der heilenden Hand, die er in Operationen einsetzen kann. Im Prinzip ist das nichts anderes als die Gabe, sich extrem gut konzentrieren zu können, um somit in der gleichen Zeit mehr zu schaffen. Im Spiel läuft dann einfach die Zeit langsamer, so dass man besser Maßnahmen ergreifen kann, die den Tod des Patienten verhindern. Dieses Feature kann man jedoch pro OP nur einmal einsetzen, weshalb man es sich sehr gut überlegen muss, wann es soweit ist. Der Haken an der Sache ist jedoch die Art und Weise, in der man sie einsetzt: Man hält B und Z gedrückt, zeichnet dann mit dem Pointer einen Stern auf den Bildschirm und lässt die Tasten wieder los. Wenn es geklappt hat, dann wird das Bild leicht bläulich und die Zeit läuft für ein paar Sekunden langsamer ab.

 

Was sich in der Theorie einfach anhört, ist es in der Praxis leider gar nicht. Man muss den Stern nämlich auf eine ganze bestimmte Art zeichnen und darf sich auch nicht zu viel Zeit dabei lassen, denn sonst klappt es nicht. Blöd ist das vor allem deshalb, weil während den Versuchen, die heilende Hand einzusetzen, natürlich die Zeit normal weiter läuft. Schafft man es also nicht spätestens beim zweiten oder dritten Versuch, dann ist die OP in der Regel gescheitert und man muss von vorne anfangen. Aus diesem Grund musste ich manche Operationen mehr als 10 Mal versuchen, bevor es endlich mal geklappt hat. Das ist natürlich in höchstem Maße frustrierend und fördert den Spielspaß keineswegs. Warum man nicht ein einfacheres Symbol gewählt hat, finde ich unverständlich. Ich habe ja nichts gegen einen hohen und fordernden Schwierigkeitsgrad, aber es sollte niemals daran liegen, dass man die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nicht richtig nutzen kann.

 

Neben diesem etwas nervigen Mangel ist der Schwierigkeitsgrad generell sehr hoch, denn man weiß oft nicht, was man genau tun muss. Die Schwester gibt zwar ab und an Tipps und es kommt auch vor, dass man einen Assistenzarzt hat, der unterstützend unter die Arme greift, aber das kommt eher selten vor. Wenn man also irgendwann mal gelernt hat, wie man am besten Lungenrisse näht, dann muss man das mit großer Wahrscheinlichkeit auch später noch auf Abruf bereit haben, um Leben zu retten. Das führt dann oft auch dazu, dass man OPs mehrfacht durchführen muss, da man es sich eigentlich nie leisten kann, in Ruhe auszuprobieren, was man am besten machen muss, um es dann zu tun. Wenn man zu viel Zeit vergeudet, dann sind die Vitalwerte der Patienten sehr schnell auf Null und die Operation ist gescheitert.

 

Neben der Vorgabe, dass der Patient nicht sterben darf, muss man außerdem das vorgegebene Zeitlimit einhalten. Dieses bekommt man zusammen mit den Infos über die OP in der Vorbesprechung mitgeteilt und es beträgt meistens 5 Minuten. Störend ist es höchst selten, da man sich meistens gar nicht so viel Zeit lassen darf, da der Patient sonst schon das Zeitliche gesegnet hat.

 

 

Wie in einem echten OP?

 

Wie Eingangs schon erwähnt, ist das Spiel nur in Teilen sehr realistisch. So sind die Organe alle originalgetreu geformt und angeordnet, durch die comicartigen Texturen wirken sie aber nicht realistisch, was das Spiel auch für Leute mit Hematophobie* möglich macht. Der Grafikstil passt einfach perfekt und jeder Schritt weiter in Richtung Realismus wäre auf jeden Fall ein Schritt zu viel.

 

In den Zwischensequenzen, in denen die Geschichte erzählt wird, ist die Grafik allerdings etwas enttäuschend. Jeder Raum im Krankenhaus hat genau ein starres Bild, das immer gezeigt wird. Die Figuren tauchen als Standbilder auf und man sieht immer nur die Person, die gerade spricht. Dabei bewegen sich weder die Lippen, noch gibt es sonst irgendwelche Bewegungen. Lediglich manchmal ändert sich die Haltung der Figur von einem Standbild zum anderen, zum Beispiel wenn es schockierendes passiert. Das ist auf jeden Fall zu wenig, auch wenn es nicht wirklich das Wichtigste im Spiel ist. Ein paar schicke 3D Anime-Sequenzen wäre auf jeden Fall eine feine Sache gewesen.

 

Sprachausgabe gibt es leider so gut wie gar nicht. Lediglich eine Handvoll Schlagsätze wie „Starting the Operation“, usw. wurden aufgezeichnet und wiederholen sich an den entsprechenden Stellen daher auch relativ häufig. Man muss also sehr viel lesen, um die Geschichte mitzubekommen. Die Musik ist allererste Sahne, denn die orchestralen Kompositionen sind sehr stimmungsvoll und abwechslungsreich, so dass die Situationen in denen die Rahmenhandlung erzählt wird, perfekt untermalt sind. Allerdings wiederholen sich einige Stücke ab und an, was aber kaum stört. Während einer OP gibt es natürlich keine Musik, sondern nur sehr passende Soundeffekte und natürlich das stetige *piep* *piep* des EKGs.

 

Die Steuerung funktioniert auch einwandfrei, mal abgesehen von den gelegentlich vorkommenden Fehlgriffen, weil man beim Wählen der Instrumente den Stick nicht sauber loslässt und vom Frust beim Zeichnen des Sterns. Es kann gut sein, dass man deshalb entnervt aufgibt, da man eine ganze Weile braucht, um es relativ sicher zu können, aber selbst dann geht es in hektischen Situationen gerne mal in die Hose. Der Einsatz der Werkzeuge ist dafür absolut vorbildlich, eine einigermaßen ruhige Hand natürlich vorausgesetzt.

 


*Hematophobie = Angst vor Blut


Wenn euch das Review gefällt, dann unterstützt uns via:

Fazit

Trauma Center Second Opinion ist zwar nur ein Wii-Make eines DS-Spiels, allerdings wurden ein paar Dinge hinzugefügt, um es auch für Veteranen des Vorgängers interessant zu machen. Die Grafik ist, von den Zwischensequenzen abgesehen, passend und die Musik ist einfach klasse. Die tolle Steuerung, die nur durch zwei sehr nervige Mängel zur Quälerei werden kann, sorgt für ein völlig neues Erlebnis. Der Umfang ist mit etwa 10 Stunden okay, wobei man allerdings besonders für den neuen (noch härteren) Schwierigkeitsgrad locker einige Stunden drauf rechnen kann. Das gilt allerdings nur dann, wenn man vorher nicht entnervt aufgibt, denn Trauma Center ist eines der schwersten Spiele überhaupt, was leider manchmal auch an den zwei Steuerungsmängeln liegt und daher für Frust sorgen kann. Das erfrischende Spielprinzip und die spannende Story sorgen jedoch dafür, dass Trauma Center ein gutes Spiel geworden ist.

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

75%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

10.08.2007

Developer

Atlus

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

12+


Aktuell auf 10doTV

10do Show

Oktober-Ausgabe: Die Metroid-Reihe

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes