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Reviews: Nintendo Wii

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Die Simpsons - Das Spiel

Jump 'n Run

14.11.2007

Autor: Mario Kablau

 

 

Homer’s Traumwelt!

 

Die Familie Simpsons ist zu Hause in Springfield und alles ist wie immer. Homer liegt auf dem Sofa vor dem Fernseher, Bart und Lisa streiten sich und Marge ist genervt. Doch Homer lässt sich von all dem Trubel nicht stören und schläft ein. Als er „aufwacht“, findet er sich in einer Welt wieder, die aus lauter Schokolade besteht. Ein weißer Schokohase (wobei weiße Schokolade ja eigentlich keine Schokolade ist, wie Homer natürlich weiß) ist sein Ziel. Allerdings lässt er sich nicht so einfach fangen, so dass Homer eine ganze Weile durch die leckere Welt rennt und springt, bevor er ihn endlich verputzen kann. Dieser Level ist als Grundtutorial zu sehen, denn dem Spieler wird vermittelt, dass er oder sie die Figur mit dem Joystick steuert, B zum Angreifen und A zum Springen nutzt, mit Z Ziele fixiert und über das Steuerkreuz die Kamera bedient.

 

Kaum ist der Hase gegessen, beobachten wir auf einmal wieder Homer schlafend auf seiner Couch in Springfield. Sein Mund ist mit Schokolade verschmiert und er murmelt die Worte: „Bitte lass mich nicht träumen.“ Natürlich wacht er auf und sein typisches „Nein!“ rutscht ihm über die Lippen. Verdammt, alles nur ein Traum... Von jetzt an kann man sich völlig frei im Anwesen der Simpsons bewegen. Das gesamte Haus ist begehbar und später kommt sogar noch der Garten dazu.

 

Das Haus dient zu Beginn als Ausgangspunkt, von dem aus man die verschiedenen Levels betritt. Verlässt man das Haus, dann wird eine Comic-Sequenz gezeigt, die die folgende Episode einleitet. Direkt nach dem Tutorial sieht man zum Beispiel die folgende Szene als Einleitung zu „Bartman Begins“:

 

Zum Video

 

In dieser ersten Episode wird ein weiteres Feature des Spiels eingeführt: Teamplay. Die Simpsons sind nämlich immer zu zweit unterwegs, allerdings sind die Spieler in jeder Episode vorgegeben, da sie an die entsprechenden Fähigkeiten der Familie angepasst sind. Homer zum Beispiel kann, wenn er genug Essen im Level gefunden hat, zum Homerball mutieren und in diesem Zustand besonders starke Gegner bezwingen und schwere Gegenstände umwerfen. Bart(man) setzt sein Cape zum Gleitflug ein, Lisa verfügt an bestimmten Stellen über die Hand Buddhas, mit der sie schwere Objekte bewegen kann. Marge hat ein Megaphon, mit dem sie Leute, die am Straßenrand stehen, für ihre Zwecke gebrauchen kann. Ihre Helfer bauen auf, zerstören und greifen Gegner an. Alles auf Befehl der dreifachen Mutter. Maggie trägt sie auf dem Rücken und kann sie an speziellen Stellen in besonders enge Stellen schicken. Dann krabbelt man in der Egoansicht und schießt mit dem Schnuller. ;-)

 

Die zwei Charaktere in jeder Episode können auch von zwei Spielern gesteuert werden, allerdings leider nicht online. Das Bild teilt sich dann vertikal und beide Charaktere können sich unabhängig voneinander bewegen. Es ist dabei jederzeit möglich, dass ein zweiter Spieler ein- und auch wieder aussteigt, egal an welchem Punkt des Spiels man sich gerade befindet. Wenn nur ein Spieler steuert, dann kann er mit C die Figur wechseln. Normalerweise folgt ihm der andere Simpson dann, allerdings gibt es besondere Stellen an denen die CPU gesteuerte Figur automatisch wartet.

 

Auf diese Art steuert man die Simpsons durch die insgesamt 16 Episoden und hat dabei sehr unterschiedliche Aufträge. Sei es, die Gewalt in Videospielen wie Grand Theft Scratchy zu bekämpfen, die Deutschen in Medal of Homer zu bezwingen oder mit Homer und Lisa durch ein waschechtes, japanisches RPG mit fetten Bosskämpfen zu kommen. Im Laufe der Zeit erweitern sich die Fähigkeiten der Familie immer weiter, so dass immer neue Rätsel und Geschicklichkeitspassagen möglich sind. Doch wie schon erwähnt, besticht das Spiel vor allen Dingen durch seine gute Geschichte, auf die ich deshalb auch kurz eingehen will.

 

Wie ihr im Video gesehen habt, fällt Bart die Anleitung zum Simpsons Videospiel in die Hände und so stellt die Familie fest, dass sie gar nicht real existiert, sondern nur Charaktere in einem Videospiel sind. Dummerweise geht es in dem Spiel darum, dass Aliens Springfield angreifen. Da die Simpsons schon bald alle Upgrades gesammelt haben und auch das Lösungsheft (das bekommen sie von einem Gaststar) und eine Cheat-Seite im Internet nicht weiterhelfen, müssen sie einen anderen Ausweg aus dem Dilemma suchen. Den Rest könnt ihr euch jetzt denken, da ich einige der lustigsten Wendungen in einem Videospiel nicht spoilern will.

 

 

Werde selbst zu einem Simpson!

 

Die Geschichte ist also schon mal super und an Witz und Selbstironie kaum zu überbieten. Dazu kommen ein paar gelungene Auftritte von Gaststars, die so manchem „Gamer“ die Tränen in die Augen schießen lassen. Aber eine gute Story macht noch kein gutes Spiel, denn es kommt ja schließlich auch auf das Erlebnis abseits der Cutszenen an, sonst kann man gleich ins Kino gehen.

 

Was leider direkt auffällt, ist, dass die Steuerung suboptimal ist. Kombiniert mit einer furchtbaren Kamera, zerstört das einen Teil des Spiels. Direkt in der Einleitung wird man feststellen, dass es oft zu unnötigen Todesfällen kommt (worüber sich Homer auch nicht selten beschwert), weil man nicht sieht, wo es langgeht. Die Steuerung an sich ist noch ganz okay, denn mit etwas Übung kann man mehr oder weniger zielgenau rennen und springen und findet auch alle Tasten schnell wieder. Dadurch, dass sich der Winkel der Kamera an manchen Stellen extrem ungünstig verschiebt, wird das allerdings kaputt gemacht. Am schlimmsten ist das bei den Flugszenen mit Bart, wo die Kamera ein wenig träge die Blickrichtung mit Bartman ändert. Wenn es ganz dumm kommt, führt das zu völligen Orientierungsverlust und einem weiteren Tod. An dieser Stelle ist auch unverständlich, warum die Blickrichtung eher nach oben als nach unten geht, denn schließlich gleitet man ja nur und möchte sicher an einem Punkt unterhalb von Bart landen. Da man dort aber während des Fluges nicht hinsehen kann, wird das nicht selten zum Glücksspiel.

 

Ebenso ist es in hektischen Situationen oftmals schwer, Entfernungen richtig einzuschätzen, so dass man oft abstürzt. Doch zum Glück leben wir in einer Zeit, in der es in Videospielen weder Leben noch Punkte gibt (Insider ;-)), so dass man nach einem Absturz immer sofort an der Stelle weitermachen kann, an der man sich verschätzt hatte. Ein kleines Beispiel, um das Ausmaß zu verdeutlichen: In einer Episode bin ich 129-mal gestorben...

 

Ich kann jedoch jedem nur empfehlen, sich trotz dieser Mängel durch das gesamte Spiel zu kämpfen, denn der Aufwand wird mehr als entlohnt. Es gibt jede Menge zu lachen und grandiose Ideen, die man so bisher noch nicht erlebt hat.

 

 

Gelb, gut, günstig!

 

Die Technik des Spiels ist solide. Man fühlt sich auch auf der Wii fast wie in einer Episode der Serie während man spielt, denn sowohl die Umgebungen als auch die Figuren sind durch den Comiclook sehr gut getroffen. Zwar wird das Niveau der Zwischensequenzen im Spiel nicht erreicht, aber das ist auch gar nicht nötig. Darüber hinaus läuft die Framerate die meiste Zeit konstant. Sound und Musik sind Oberklasse. Abgesehen von der komplett mit Originalstimmen eingedeutschten Sprachausgabe (die amerikanische ist auch drauf), gibt es einen komplett orchestralen Soundtrack von Hans Zimmer, der einfach umwerfend und extrem abwechslungsreich ist. Jeder der 16 Episoden hat einen eigenen Stil, der musikalisch perfekt untermalt wird.

 

Die KI ist in weiten Teilen in Ordnung, allerdings gibt es ein paar kleinere Mängel. Bei Medal of Homer zum Beispiel habe ich Homer eine ganze Weile unten auf einem Schiff alleine stehen gelassen, um mit Bart die Spitze zu erklimmen. Dann wurde Homer von Matrosen angegriffen und war kaum in der Lage, sich ohne meine Hilfe zu verteidigen, so dass er dauernd gestorben ist. Da das auf mich und Bart keinen Einfluss hatte, habe ich es nicht weiter beachtet, aber dies ist vor allem dann blöd, wenn man alle Episoden perfekt lösen will.

 

Man kann nämlich eine ganze Menge Extras freischalten, allerdings nur dann, wenn man Level komplett beendet. Dazu gehört es nicht nur, die vorgegebene Zeit einzuhalten und alle versteckten Gegenstände zu finden, sondern auch es zu schaffen, ohne zu sterben. Etwas aufgelockert wird das jedoch durch die Möglichkeit, alles der Reihe nach zu tun. Man kann also erst in aller Ruhe alle Gegenstände suchen, und dann im zweiten Versuch die Zeit zu knacken und dabei nicht zu sterben.

 

Darüber hinaus befinden sich einige waschechte Klischees in dem Spiel, die natürlich auch alle zu gegebener Zeit gesondert erwähnt werden. Zwei Beispiele: Warum gibt es immer dort Munition zu finden, wenn man sie gerade braucht und wieso gibt es in Spielen immer so viele Türen, die sich nicht öffnen lassen? In dieser Art gibt es insgesamt 31 Klischees zu finde, von denen so mancher Gamer sicherlich ein Lied singen kann.

 

Unterm Strich bekommt man also für die UVP von 40,- € eine ganze Menge Spiel geboten. Zum einfachen Durchspielen kann man etwa 10 Stunden einplanen, was für den Preis auf jeden Fall in Ordnung ist, nicht zuletzt wegen der grandiosen und exklusiven Szenen.


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Fazit

Die Simpsons – Das Spiel ist auf jeden Fall kein schlechtes Spiel. Die gewöhnungsbedürftige Steuerung und die grottige Kamera trüben das Erlebnis zwar deutlich und sorgen nicht selten für Frust, aber im Gegenzug bekommt man auch eine ganze Menge abgedrehter Story und urkomischen Humor geboten. Für Fans ist das Spiel auf jeden Fall ein Pflichtkauf und alle anderen sollten sich überlegen, Fans zu werden. Um Bart (vielleicht etwas übertrieben) zu zitieren: „ Das Simpsons Spiel ist Klasse und wird niemals veralten!“. Die 40,- € sind auf jeden Fall gut investiert.

Grafik

ok

Sound

super

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

75%

Singleplayer

75%

Multiplayer

Release

08.11.2007

Developer

Electronic Arts

Publisher

Electronic Arts

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2


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