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Reviews: Nintendo Wii

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Rayman Raving Rabbids 2

Party

16.11.2007

Autor: Mario Kablau

 

 

Rabbids auf der Erde!

 

Nachdem ihr Angriff auf Raymans Heimat fehlgeschlagen ist, versuchen die verrückten Hasen es bereits ein Jahr später erneut. Dieses Mal greifen sie jedoch direkt die Erde an und wollen keine Gnade walten lassen. Im schicken Intro-Video sieht Rayman die Nachrichten und erfährt, dass komische gelbe U-Boote überall auf der Welt gesichtet wurden. Als dann auf einmal die Nachrichtensprecherin von Rabbids überfallen und der Kameramann KO geschlagen wird, ist Rayman klar, was er zu tun hat: Er muss die Invasion stoppen. Also verkleidet er sich als Rabbid. Dazu genügen zwei Socken auf den Ohren und etwas Helium für die Stimme und schon ist er mit im Angriffskommando der Hasen. Nun kann er alles tun, um ihre Versuche, die Welt zu beherrschen zu vereiteln. Aber wird er Erfolg haben?

 

Die traurige Antwort auf diese Frage, die ich direkt an dieser Stelle geben kann, lautet: Keine Ahnung! Die Geschichte wird zwar durch das tolle Video großartig eingeleitet, aber eine weitere Handlung gibt es nicht, ganz zu schweigen von weiteren Videos oder gar einem Ende. Das Spiel dreht sich, anders als der Vorgänger nur um Minispiele und hat kein Ziel und auch keine Geschichte. Rayman begleitet die Hasen auf ihren „Reisen“ auf allen fünf Kontinenten und kämpft in Minispielen gegen sie. Abseits der dort vorhandenen 45 Spiele gibt es noch fünf Egoshooter-Passagen.

 

Jeder, der den ersten Teil sein Eigen nennt, wird jetzt schon feststellen, dass sich eine ganze Menge geändert hat. Es gibt keine Kampagne mehr, in der Rayman die Hasen in die Flucht schlagen muss und die Anzahl an Minispielen hat sich auch reduziert. Aber wie schon gesagt, will Ubisoft den Fokus eher auf den Mehrspieler-Teil legen, so dass sie sich hauptsächlich darauf konzentriert haben, die meisten Minispiele auf mehrere Spieler auszulegen. Dementsprechend wenig Spaß macht es alleine.

 

Aber mal langsam: Zu Beginn des Spiels stehen vier der fünf Kontinente zur Verfügung. Völlig egal, ob man alleine oder zu mehreren spielt, kann man diese einfach betreten und muss dann sechs Spiele der Reihe nach meistern. Insgesamt gibt es neun Spiele pro Kontinent, so dass man in einem Durchlauf nicht alle spielen kann und sich jede Runde in gewisser Weise von der vorherigen unterscheidet. Das letzte Spiel ist immer ein Musikspiel, wovon es genau eines pro Kontinent gibt. Dies gilt allerdings nicht, wenn man die vereinfachte Methode spielt, die zum Einsatz kommt, wenn man nicht für jeden Spieler einen Nunchuk hat. Das Spiel erkennt dies und wählt nur Spiele aus, die man alleine mit der Wiimote spielen kann. Dann fällt das Musikspiel weg, und die Route verkürzt sich auf fünf Stationen.

 

In allen Minispielen werden Punkte gesammelt, wobei 12.000 immer der von den Programmierern gesetzte Highscore ist, den es zu knacken gilt, wenn man einen Pokal für dieses Spiel bekommen will. Durch diese guten Leistungen schaltet man Kostüme frei, mit denen man die Rabbids und Rayman sehr individuell gestalten kann. Knackt man den Highscore einer gesamten Route (also 72.000 Punkte), dann gibt es weitere Boni. Außerdem kann man seine persönlichen Bestleistungen dank Wi-Fi Connection jetzt ganz einfach mit dem Rest der Welt vergleichen und per einfachen Klick direkt nach einem Minispiel sehen, wo man weltweit steht. Das gab es im Vorgänger nur mittels komplizierter Webcodes, die man manuell im Internet eintragen musste.

 

Nachdem man eine Route gespielt hat, schaltet man einen der fünf Shooter frei. Dort muss man wieder mit Klostampfern auf Hasenjagd gehen, diesmal allerdings nicht in der normalen Spielumgebung, sondern auf der echten Erde. Dazu hat das Entwicklerteam in Japan, Paris und New York gefilmt und diese echten Szenen dann digital überarbeitet und mit Hasen gefüllt, die man abschießen muss. Rayman bewegt sich automatisch, so dass der Spieler lediglich zielen (Pointer), schießen (B) und nachladen (A) muss. Auch hier geht es darum, möglichst viele Punkte zu holen. Die grundsätzliche Idee ist wirklich toll, denn es ist eine echte Veränderung zum Vorgänger, aber leider ist es keine wirkliche Verbesserung.

 

Erstens gibt es nur noch fünf Shooter-Passagen, wobei einer davon sogar nur ein Best-of der anderen ist. Zweitens sind sie nicht so gut, wie die aus dem ersten Teil. Zielen und schießen klappt zwar immer noch super, aber sie sind nicht so ausgewogen, wie früher. Das Nachladen dauert nun viel länger, wodurch es schnell mal hektisch werden kann. Außerdem sind generell mehr Gegner unterwegs und die meisten weichen nun auch aus. Darüber hinaus ist viel mehr Bewegung drin, weil das Bild nur selten wirklich still steht, bzw. auch bei den Bewegungen immer massig los ist. So verliert man leicht den Überblick. Positiv ist, dass man keine Lebensanzeige mehr hat, sondern Gegentreffer einfach nur Punkte kosten. An der Technik hapert es leider auch etwas, denn die Bilder sind teilweise durch Fragmente an bestimmten Stellen sehr unschön und einige nachträgliche eingefügte Objekte wirken einfach völlig deplatziert. Schade.

 

Wie schon erwähnt, wurde auch an den anderen Minispielen kräftig geschraubt, so dass das Spiel kaum wiederzuerkennen ist. Zwar sind nun fast alle Spiele zu viert gleichzeitig spielbar, allerdings geht das sehr stark auf Kosten von Einzelspielern. Doch bevor ich weiter meckere, will ich euch nun mal ein paar der Minispiele vorstellen.

 

 

Vier Feinde sollt ihr sein!

 

Grundsätzlich teilen sich die Minispiele in drei Gruppen auf: Musikspiele, Minispiele mit zwei Teams und Minispiele mit vier Einzelkämpfern. Bei den Musikspielen schnappt sich jeder Teilnehmer eins der vier Instrumente und dann wird mit Wiimote und Nunchuk auf einer der fünf Songs musiziert. Jeder Spieler hat eine eigene vertikale Linie an der langsam Wiimotes (rechts) und Nunchuks (links) herabfallen. Berühren sie das Symbol am unteren Bildschirmrand, dann muss man das jeweilige Teil nach unten bewegen, um Musik zu machen und Punkte zu bekommen. Wer am Ende des Songs die meisten Punkte hat, der gewinnt das Spiel.

 

Bei den Team-Minispielen treten immer zwei Spieler gegen die anderen beiden an. Das beste Beispiel dafür ist wohl RRR Extrem Beach Volleyball, wo man mit der Wiimote ein 15-Punkte Volleyball-Spiel gewinnen muss. Bewegt man die Wiimote von unten nach oben, dann wird gebaggert und von oben nach unten geschmettert. Die Figuren bewegen sich automatisch, so dass man „nur“ die Melone möglichst auf dem Feld des Gegners platzieren muss. Ein weiteres Beispiel ist das Fahrradrennen, wo ein Spieler durch Drehen von Wiimote und Nunchuk die Pedale antreibt und ein anderen per quer gehaltener Wiimote das Fahrrad lenkt.

 

Bei den meisten Minispielen tritt jedoch jeder gegen jeden an. Beim American Football zum Beispiel geht es darum, den Ball so lange wie möglich zu halten und auf dem Feld herumzulaufen, während die Gegner versuchen, den Ball zu bekommen, indem sie den Spieler mit der Wiimote umhauen. Ein anderes Beispiel ist Bürohase, wo man durch Schütteln der Wiimote so lange rumalbern muss, bis der Chef ins Büro kommt, um den Stand der Dinge zu checken. Erwischt er einen beim nicht-arbeiten, dann gibt’s was auf den Deckel. Dadurch ist man eine Weile KO und kann dementsprechend keine Punkte machen. Ein drittes Beispiel: Im Kino muss man telefonieren, so lange das Licht aus ist, in dem man die Wiimote ans Ohr hält. Wenn der Aufseher kommt, schnell auflegen und möglichst schnell A wiederholt drücken, damit man eine SMS an einen der anderen Spieler schickt. Ist man zu langsam, dann bekommt man selbst eine und dann vom Aufseher einen Kühlschrank oder Ähnliches auf die Rübe. Auch hier geht es darum, möglichst viele Punkte zu sammeln. Zuletzt sei noch der Klostampfer erwähnt, wo man ein Abflussrohr durch auf und ab Bewegungen mit der Wiimote freipümpeln muss. Wer das am besten macht, gewinnt das Spiel.

 

Was diese Beispiele vor allem deutlich machen sollen, ist, dass die Minispiele nun generell viel einfacher geworden sind. Die Ideen und der Humor sind zwar immer noch sehr gut, aber das Spiel ist sehr viel Einsteiger freundlicher, aber dafür auch nicht so innovativ wie Teil 1. Gepaart mit der geringeren Anzahl der Minispiele ist das Erlebnis so nicht wirklich besser als zuvor. Auch wenn Ubisoft mehrmals betont hat, dass das Spielen zu viert vor einem Fernseher am meisten Spaß bringt, ist es einfach unverständlich, warum man keinen echten Online-Modus eingebaut hat. Zumindest die Option sollte man bieten, denn wer hat schon ständig drei Freunde zu Hause, um das Spiel in vollem Umfang zu genießen. Alleine wird man nämlich schon nach sehr wenigen Stunden die Wiimote zur Seite legen, da es außer Highscores und den Kostümen nichts zu holen gibt.

 

 

Speziell für die Wii gemacht!

 

Anders als der Vorgänger kommt der zweite Angriff der Hasen nur auf Wii und DS, weshalb man eigentlich davon ausgehen sollte, dass es noch besser an die Leistungsfähigkeit der Konsolen angepasst wurde. Das ist allerdings nicht der Fall, wie ich weiter oben schon am Beispiel der wenig innovativen Minispiele erwähnt habe. Dazu kommt noch, dass die Grafik in weiten Teilen nicht besser ist, als die des Vorgängers, teilweise sogar schlechter. Das ist absolut unverständlich, vor allem weil Teil 1 schon nicht das Nonplusultra war. Gerade bei den beschränkten Umgebungen des Spiels sollte sehr viel mehr drin sein. Leider bekommen wir nur wenig polygonisierte Figuren, lieblose und wenig lebhafte Umgebungen und monotone Texturen. Diesen Eindruck hatten wir zwar schon auf der GC, aber damals noch die Hoffnung, dass es sich bessert. Das ist leider nicht passiert.

 

Sound und Musik sind da schon eine Ecke besser. Zwar wurden einige Stücke des Vorgängers recycelt, aber es gibt auch etwas Neues auf die Ohren. Die fünf Musikspiel-Songs sind gut gewählt und super umgesetzt, so dass sie sich gut uns Spiel einfügen. Die Soundeffekte sind hasentypisch, aber nicht anders, als im Vorgänger, so dass man hier schnell gelangweilt ist. Insgesamt mangelt es auch hier an Abwechslung und Klasse.

 

Vielen Dank an Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Rayman Raving Rabbids schafft es, den Vorgänger in einigen Punkten zu überbieten, baut an anderen Ecken dafür allerdings ab. Der fehlende Wi-Fi Modus ist aus heutiger Sicht ebenso unverständlich, wie die schlechte Grafik und die Innovationslosigkeit bei den Minispielen. Einzelspieler kriegen fast gar nichts mehr geboten und auch mit mehreren Leuten macht es nur genauso viel Spaß, wie beim ersten Teil, weil man nun die meisten Spiele gleichzeitig spielen kann. Die Online-Highscores sind eine nette Beigabe, aber erwartet habe ich insgesamt deutlich mehr von dem Titel.

Grafik

schwach

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

56%

Singleplayer

79%

Multiplayer

Release

15.11.2007

Developer

Ubisoft Paris

Publisher

Ubisoft

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

2-4


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