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Reviews: Nintendo Wii

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Die Sims 3

Simulation

15.03.2012

Autor: Michael Lehmenkühler

 

 

Seit mehr als einem Jahrzehnt erfreuen Die Sims mittlerweile die Zocker dieser Welt und nicht zuletzt die Geldspeicher von Electronic Arts. Worum es bei den Spielen geht, dürfte nahezu jedem Gamer ein Begriff sein: das Leben mit all seinen schönen und weniger schönen Seiten. Aufregende Erlebnisse und grauer Alltag. Man erstellt sich zu Beginn eine Spielfigur und steuert diese durch ein möglichst angenehmes Leben. Hierbei muss man sich in quasi jeder Hinsicht um das Wohlbefinden seines virtuellen Schützlings kümmern – man geht zur Toilette, kocht Gerichte, sucht sich einen Job, lernt ein Instrument, schaut Fernsehen, pflegt soziale Kontakte, schläft, liest Zeitung oder repariert das Klo. Die Möglichkeiten sind enorm.

 

Dennoch kann man bei der Wii-Variante, welches die erste Umsetzung eines der drei „großen“ Sims-Titel für eine Nintendo-Konsole ist, beim besten Willen nicht von einer vollends gelungenen Umsetzung sprechen. Eine Vielzahl an Gründen ist hierfür verantwortlich, das Spiel wirkt insgesamt einfach unfertig und unsauber, quasi „hingerotzt“. Hingerotzt, um mit einem großen Namen eine schnelle Mark zu machen.

 

Die Steuerung, welche unverständlicherweise starken Gebrauch von dem Analogstick macht, ist zwar insgesamt noch ganz okay, aber oft auch echt fummelig. Die Grafik, welche an sich schon auf biederem Wii-Durchschnitt einzuordnen ist, baut sich viel zu häufig, vor allem bei Touren durch die virtuelle Stadt, erst beim Spielen noch auf. Die Anzahl an Bugs im Spiel, welche zwar noch keinen Kammerjäger erfordert, ist trotzdem zu groß und zu nervtötend. Entweder wurde das Spiel völlig unzureichend getestet oder man hat bei EA auf gut Deutsch "gepflegt drauf gesch*ssen", dass der Titel noch einiges an Feinschliff und Ausbügelung von Fehlern gebraucht hätte.

 

Die Stadt im Spiel ist zwar sehr groß, aber viel zu leblos. Dass man auf der Arbeit seine Aktionen selbst auswählen kann, ist zwar an sich eine unterhaltsame Idee mit Potential, könnte aber noch wesentlich spannender präsentiert werden. Das Spiel verschenkt Potential an allen Ecken und Enden, aber hey - es sind immer noch Die Sims.

 

Und deshalb macht das Spiel trotzdem Spaß. Auf einem sehr unfertigen Gerüst stehen die Sims zwar äußerst wackelig, aber fallen trotzdem nicht in den Spielspaß-Abgrund.

 

Trotzdem muss man sagen, dass selbst der Serien-Erstling auf dem PC mehr Spaß macht und mehr Möglichkeiten bietet als diese Konsolen-Umsetzung. Die Möglichkeiten sind zwar immer noch durchaus groß, wurden aber dennoch gehörig beschnitten. Das fängt bei der Erstellung des Charakters an und hört bei der Auswahl an Einrichtungsgegenständen auf. Entweder ich habe etwas Elementares bei dem Spiel übersehen oder es gibt einfach viel zu wenig Gegenstände. Wer noch nie einen anderen Teil der Serie gespielt hat, mag dies vielleicht nicht bemerken, aber ich muss hier einfach permanent denken „da bot ja selbst das mittlerweile sehr alte Sims 1 wesentlich mehr Auswahl an Gegenständen“.

 

Dennoch gibt es auch bei diesem Titel einige frische Aspekte. Zum Beispiel das Festsetzen von Lebenszielen der Sims, die Karmakräfte, mit denen man allerlei Unfug anstellen kann oder einen Multiplayer-Modus für bis zu vier Spieler. Letzterer vermischt die Sims mit einer Art Kartenspiel und einigen Mario Party-artigen Spielelementen und ist für mich auf der einen Seite ganz interessant und unterhaltsam, auf der anderen Seite aber auch dann doch wieder etwas dröge. Mit einer etwas peppigeren Präsentation wäre hier noch einiges drin, die Grundidee ist nämlich ganz gut. Da man zu Beginn mehrere Sims erstellen kann, eignet sich der eigentliche Einzelspielermodus aber natürlich prinzipiell auch für ein gemeinsames Spielerlebnis vor dem TV, wenn jeder Spieler über seinen "eigenen" Sim verfügt. Meine unten vergebene Mehrspielernote bezieht sich jedoch auf den "eigentlichen" Mehrspielermodus, den ich gerade beschrieben habe.

 

Insgesamt ist das Spiel natürlich keine Katastrophe, aber, ich will es mal so sagen: das Spiel nervt. Die grafischen Unzulänglichkeiten nerven, die teilweise fummelige Steuerung nervt, die oft zu langen Ladezeiten nerven und was vor allem nervt, ist das unfassbare und quasi ununterbrochene Geratter des Wii-Laufwerkes. Die Konsole scheint mit dem Spiel irgendwie überfordert zu sein. Das sieht man nicht nur, das hört man auch überdeutlich. Deswegen weigere ich mich auch, den ansonsten akzeptablen Sound näher zu beschreiben. Ich hab eh nur das Geratter der Wii im Ohr.

 

Das Spiel ist nicht schlecht, aber für die Standards, die die Serie auf dem PC gesetzt hat, ist es schlecht.

 

 

Vielen Dank an Electronic Arts für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Kaum ein Spiel schreit so sehr „Spiel mich bitte auf dem PC“ wie Die Sims 3. Und dazu kann ich auch allen, die über die technischen Voraussetzungen verfügen, raten. Die Sims sind irgendwo ein Genre für sich und dieses Genre gehört für mich auf den Computer und nicht auf eine Konsole. Also bitte für den PC kaufen. Wenn es unbedingt für die Wii sein muss – von mir aus, das tolle Spielprinzip ist auch von einer nervigen und miesen Umsetzung nicht komplett zu erschüttern. Mittlerweile ist das Spiel auch relativ günstig zu haben.

Grafik

schwach

Sound

ok

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

75%

Singleplayer

70%

Multiplayer

Release

11.11.2010

Developer

The Sims Studio (EA Black Box)

Publisher

Electronic Arts

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4


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