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Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen

Sport

23.11.2007

Autor: Mario Kablau

 

 

Acht gegen Acht!

 

Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen ist das erste direkte Aufeinandertreffen der beiden Helden der zwei Firmen Nintendo und Sega. Doch natürlich gibt es neben Mario und Sonic noch weitere Charaktere aus beiden Welten, um eine gewisse Vielfalt zu bieten. Diese insgesamt 16 Figuren treten in knapp 20 Sportdisziplinen im Rahmen der Olympiade exklusiv auf Nintendo DS und Wii gegeneinander an. Für die Programmierung des Spiels ist Sega verantwortlich, allerdings unter Aufsicht von Nintendo, damit kein Schund mit Mario und Co. getrieben wird.

 

Nach einem schicken Introvideo, das viele Disziplinen und Charaktere vorstellt, geht es auch direkt los. Im Hauptmenü hat man die Auswahl zwischen „Einzelmatches“, „Zirkel“, dem „Missionsmodus“ und der „Galerie“. Daneben gibt es noch die Möglichkeit, sich die eigenen Rekorde und die von anderen Spielern auf der ganzen Welt per Wi-Fi Connection anzusehen. Bei den Einzelmatches geht es, wie der Name schon sagt, darum, eine bestimmte Disziplin möglichst gut abzuschließen. Im Missionsmodus hat jeder Charakter sechs Missionen zu erfüllen, wobei man in bestimmten Sportarten ein vorgegebenes Ziel erreichen muss. Bei den Zirkeln handelt es sich um Mehrkämpfe, die man wiederum mit einem beliebigen Charakter spielen kann. In den drei Schwierigkeitsgraden muss man zunächst drei, dann vier und schließlich fünf Wettkämpfe möglichst gut bestehen, um Punkte zu sammeln. Die Figur mit den meisten Punkten am Ende gewinnt den Zirkel.

 

Zu Beginn kann man nur einen Teil der Disziplinen direkt spielen, der Rest muss über die Zirkel freigeschaltet werden. Ein paar der Sportarten werde ich nun kurz vorstellen. Beim 100m Lauf geht es zum einen um einen möglichst guten Start und zum anderen um schnelles Rennen. Auf das „Fertig“ Signal lädt man den Charakter per gedrückt gehaltener B-Taste auf, um dann die Wiimote beim „Los“ Signal schnell nach unten zu reißen, damit die Figur startet. Nun bewegt man Wiimote und Nunchuk möglichst schnell, um zu laufen. Beim 110m Hürdenlauf muss man zusätzlich mit der B-Taste über Hürden springen, bei 400m darüber hinaus noch das richtige Tempo finden, damit die Kondition für das gesamte Rennen reicht. Beim Staffellauf ist es wichtig, den Stab gut zu übergeben.

 

Beim Weitsprung läuft man wie bei den Wettrennen und irgendwann gibt es eine Temposperre, so dass man nicht mehr schütteln muss. Möglichst nahe am Absprungpunkt lässt man die Figur durch Hochreißen der Wiimote abspringen und schüttelt die beiden Controller, um weiter zu springen. Ähnlich funktioniert der Dreisprung. Allerdings springt man dann mit Wiimote, Nunchuk und wieder Wiimote ab. Spielt man Skeetschießen, dann muss man zunächst auf einem EKG einen bestimmten Ruhepunkt möglichst genau treffen, damit sich das Fadenkreuz vergrößert. Nun geht es darum, die ins Bild fliegenden Tontauben per Zeiger und B-Taste zu zerschießen.

 

Daneben gibt es noch Sportarten, bei denen es nicht unbedingt nur auf Schnelligkeit ankommt, sondern auch auf Taktik und Geschick, wie zum Beispiel Tischtennis oder Fechten. Dort schlägt oder führt man per Wiimote den Schläger oder den Degen, um seinen Gegner zu schlagen. Zum Abschluss seien noch die Traumdisziplinen erwähnt, die keine offiziellen Olympischen Wettkämpfe sind, sondern leicht abgewandelt wurde. So gibt es zum Beispiel einen Wettlauf in der Art von Mario Kart mit Items, Turbos und Hindernissen oder einen Fechtkampf mit Spezialattacken.

 

Die Variation an Sportarten ist sehr groß und die wichtigsten und spannendsten Wettkämpfe sind mit dabei. Durch die recht einfache Steuerung per Wiimote und Nunchuk wiederholen sich jedoch viele der Steuerungsarten gezwungenermaßen. Das hat Sega aber meines Erachtens sehr geschickt gelöst, in dem einige Disziplinen dabei sind, die völlig anders funktionieren, so dass es eben nicht nur auf Schnelligkeit, sondern auch auf Genauigkeit ankommt. Fakt ist jedoch, dass man in der Regel nicht lange am Stück spielen kann, da viele Sportarten extrem auf die Arme gehen und Muskelkater produzieren, wie es nicht mal Rayman Raving Rabbids vor einem Jahr geschafft hat.

 

Der Schwierigkeitsgrad der Missionen ist okay, auch wenn er teilweise sehr stark schwankt. So sind manche Aufgaben locker beim ersten Mal und nach wenigen Sekunden geschafft, während andere viele Versuche brauchen, bevor es gelingt. Besonders die direkten Duelle der Konkurrenten sind sehr hart. Jeder Charakter hat nämlich einen Konkurrenten aus dem jeweils anderen Lager zugeordnet, der dann in bestimmten Sportarten geschlagen werden muss. Ein Beispiel: Als Mario muss man Sonic im 100m Lauf besiegen. Das hört sich nicht nur hart an, sondern ist es auch, denn der schnelle Igel ist wirklich sauschnell.

 

Bei den Zirkeln gestaltet es sich ähnlich. Die ersten sind noch recht locker in der Tasche. Aber später wird es teilweise richtig knackig. Schafft man es, bei einem Zirkel den Pokal zu holen, dann wird der nächste freigeschaltet und es gibt dafür zwischen einer und drei neuen Sportarten, bis dann alle verfügbar sind.

 

 

Eine gegen alle und alle gegen einen!

 

Natürlich kann man das Spiel auch mit mehreren Spielern genießen. Dazu stehen jedoch nur die Modi Einzelmatches und Zirkel zur Verfügung, die jeweils mit vier Menschen spielbar sind. Diese Möglichkeit ist ohne Frage die, die im Spiel am meisten Spaß macht. Es geht einfach nichts darüber, als mit drei Freunden zusammen vor dem Fernseher zu stehen und sich gegenseitig zu Höchstleistungen zu treiben.

 

Besonders vorbildlich von Sega ist die Tatsache, dass die meisten Spiele, für die man eigentlich Wiimote und Nunchuk braucht, um sie wirklich „realistisch“ zu spielen, auch nur mit der Wii-Fernbedienung spielbar sind. Dann vereinfacht sich nicht nur die Steuerung ein wenig, sondern man hat auch die Gelegenheit mal die Arme zu tauschen, um länger fit zu bleiben. Diese Option ist eine sehr gute Idee, weil man so auch in den Genuss von Mehrspielerwettkämpfen kommen kann, ohne dass jeder ein Nunchuk braucht.

 

Ein taktisches Element wird durch die so genannte „Herausforderung“ in den Zirkeln ergänzt. Jeder Spieler hat während eines Mehrkampfes genau einmal die Möglichkeit, seine maximal erzielbaren Punkte zu erhöhen. Nimmt man die Herausforderung an, dann bekommt man auf den Plätzen 1-3 die doppelte Punktzahl, ist man schlechter, dann gibt es dafür gar keine. So bleibt es auch bis zum Ende spannend, weil sich immer noch etwas bewegen kann. Besonders zu viert wird es richtig taktisch, weil man natürlich mit seiner Entscheidung möglichst lange warten will, um zu sehen, wie sich die anderen entschieden haben. Aber durch die begrenzte Zeit, in der man sich entscheiden kann, darf man nicht zu lange warten, sonst bleibt die Option nachher ungenutzt.

 

Wichtig zu wissen ist noch, dass man zu viert ziemlich viel Platz braucht. Vor allem bei den Schwimm- und Laufwettbewerben ist sehr viel Bewegung im Spiel, so dass man Abstand halten muss, um zu vermeiden, dass mal was ins Auge geht. Ich habe selten ein Spiel erlebt, bei dem man so extrem schnell vom Ehrgeiz gepackt wird und dementsprechend auch gerne mal ein wenig über das Ziel hinaus schießt. Doch dank Fernbedienungshülle und genug Abstand lassen sich Verletzungen sehr gut vermeiden. ;-)

 

 

Olympia 2008 mit Technik von 2008?

 

Auch wenn sich weder Grafik noch Sound vor der direkten Genre-Konkurrenz auf keinen Fall zu verstecken brauchen, so ist beides dennoch nicht überragend. Man merkt zwar schon, dass sich die Entwickler Mühe gegeben haben, denn sowohl die Stadien als auch die Figuren sind gelungen und die Animationen wirken bei jeder Sportart einigermaßen passend. Was aber absolut nicht zu verzeihen ist, sind die Outfits der Athleten, denn sie sind immer gleich, egal in welchem Sport man sich gerade befindet. Schwimmen mit Krone und in Latzhosen kommt einfach nicht gut rüber. Es ist beim besten Willen nicht nachzuvollziehen, warum die Figuren immer in ihrer normalen Kleidung herumlaufen müssen, bei Mario Strikers geht das ja auch anders.

 

Die Texturen und die Anzahl der Polygone sind nicht überragend, aber guter Durchschnitt auf der Wii. Es gibt definitiv Spiele, die sehr viel schlechter aussehen, aber eben auch einige bessere Beispiele. Für ein Sportspiel ist die Grafik aber mit Sicherheit ausreichend. Wirklich was zu meckern hab ich nur am Publikum, was irgendwie sehr leblos erscheint, da es sich meistens um eine Masse von Bitmaps handelt, die sich nur wenig bewegen und aus der Nähe auch ziemlich schäbig aussehen. Auch hier wurde das von Mario Strikers sehr viel besser gelöst.

 

Die Musik ist an sich ganz okay, allerdings ist der Umfang viel zu gering. Neben dem Hauptthema gibt es nur eine Hand voll weiterer Stücke, die teilweise auch noch sehr kurz sind. Ebenso sind die Jubelrufe des Publikums nicht sehr variantenreich. Das bisschen Sprachausgabe, was der Titel zu bieten hat, ist ganz okay, mehr als ein einen oder zwei Sprüche hat jeder Charakter jedoch nicht drauf. Allerdings ist das Menü mit Sprache versehen, was man sich aber durchaus auch hätte sparen können, da man ja lesen kann, wo man gerade drauf tippt. Dafür hätte ich lieber ein paar mehr Sätze für die Figuren gehabt.

 

Die Steuerung ist gut, allerdings wiederholen sich manche Bewegungsabläufe recht häufig. Dieser Mangel hält sich jedoch durch die vielen Sportarten in Grenzen. Dennoch ist es schon etwas hart, zum Beispiel beim 4 x 100m Freistil fast zwei Minuten lang eine bestimmte Bewegung möglichst schnell auszuführen. Da ist Muskelkater vorprogrammiert.

 

 

Und was gibt es sonst noch so?

 

Als kleines Gimmick möchte ich an dieser Stelle noch kurz die Minispiele in der Galerie vorstellen. Dort kann man sich gewisse Informationen über die Olympischen Spiele durchlesen, allerdings nur, wenn man vorher ein Minispiel bestanden hat. In den fünf Spielen gibt es jeweils sechs Level, so dass man 30 interessante Fakten freispielen kann. Bei den Minispielen geht es entweder darum, eine Anzahl bestimmter Figuren zu zählen, einer bestimmten verdeckten Karte beim Mischen zu folgen oder die Jubelrufe von ein paar Charakteren zu verfolgen und danach richtig wiederzugeben. Das ist eine nette Idee, aber besonders einfallsreich sind die Spiele leider nicht und auch die Infos findet man in Zeiten des Internets sicher dort schneller und einfacher. -)

 

Daneben gibt es noch eine Highscore-Liste, worin nicht nur für jeden Charakter alle erzielten Bestleistungen gespeichert werden, sondern auch Trophäen, Medaillen und Embleme abgelegt werden. Embleme erhält man für bestimmte Leistungen, wie einen erfolgreichen Sprintstart oder einen Welt- oder Olympia-Rekord. Ebenso kann man seine eigenen Bestzeiten per Wi-Fi Connection mit anderen Spielern auf der ganzen Welt vergleichen. Einen vollwertigen Online-Mehrspielermodus gibt es jedoch leider nicht, was auf jeden Fall ein großer Mangel in meinen Augen ist. Es wäre einfach toll gewesen, sich auch per Wi-Fi mit gegen andere Spieler messen zu können.

 

Rawiioli Wiiview: Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen

 

Vielen Dank an Sega und Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen ist genau das Spiel geworden, was man erwartet hat. Es macht Spaß und sorgt vor allem mit mehreren Mitspielern für viele lustige Stunden. Zwar könnte die Steuerung ein bisschen mehr Abwechslung vertragen und die Grafik etwas aufgebohrt werden, aber das kann man ja im nächsten Teil beheben. Wirklich schade ist es, dass es keinen Online-Modus gibt. Ansonsten macht das Spiel vieles richtig und ist damit im Bereich der „Minispiele“ auf jeden Fall eines der besten auf der Wii.

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

ok

Spielspaß

gut

72%

Singleplayer

85%

Multiplayer

Release

23.11.2007

Developer

Sega

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

2-4


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