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Reviews: Nintendo Wii

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Mario Party 9

Party

10.04.2012

Zum Video-Test

Autor: Martin Küpper

 

Änderungen sind eine heikle Sache. Jede langlebige Serie braucht hin und wieder frischen Wind. Auf der anderen Seite läuft man aber Gefahr, es sich bei hartgesottenen Fans zu verscherzen. Man kann es eben nie allen recht machen. Darum liest man auch immer wieder, dass Linkin Park nicht mehr Linkin Park ist, Two and a half Men nur 8 Staffeln hat und Skyward Sword gar kein Zelda ist.

 

Und das bringt uns zu Mario Party 9. Ein Spiel, das mit all seinen Änderungen auch nicht Jedem gefallen dürfte. Um etwaigen Enttäuschungen vorzubeugen, möchte ich euch daher in den kommenden Zeilen die wesentlichen Neuerungen des Titels näher bringen.

 

 

Die Würfel rollen wieder

 

Nach fünf Jahren gibt es endlich wieder was zu feiern: Die beste (und einzige) Party des Pilzkönigreichs ist wieder da! Mario hat mit Luigi, Yoshi, Peach und Co. wieder all seine Freunde zu einer heiteren Brettspiel-Schlacht eingeladen. All seine Freunde? Nein. Nicht ganz. Donkey Kong ist nicht spielbar und muss sich mit einem Gastauftritt begnügen. Eine unverständliche Entscheidung, schließlich war Donkey Kong Country: Returns ein großer Hit. Ist Mario etwa neidisch auf die Erfolge seines haarigen Kollegen?

 

Wie dem auch sei, die Würfel rollen jedenfalls wieder. Einmal mehr wird auf dem Brett und in zahlreichen Minispielen nach dem Party-Star schlechthin gesucht. Ganz ohne Alkohol und Jürgen Drews. Das Ziel ist es schließlich nicht, die höchste Promille zu haben, sondern die meisten Mini-Sterne zu sammeln. Die gibt es jetzt direkt auf dem Spielbrett oder als Prämie für gewonnene Minispiele. Münzen oder Shops gibt es nicht mehr. Das Ergebnis ist ein guter Vorgeschmack auf die drohende Inflation des Euros. Der Wert eines Sterns ist nämlich ungleich kleiner geworden: Schon für ein gewonnenes Minispiel bekommt man ganze fünf Stück hinterher geworfen. Konnte man bislang mit einer Hand voll Sterne gewinnen, hat der Sieger am Ende nun nicht selten um die 100 Stück gesammelt.

 

 

Sind auch alle angeschnallt?

 

Die größte Neuerung sind aber die Vehikel. Bislang ging in Mario Party jeder seiner Wege, doch jetzt sitzen alle Spieler (je nach Fahrzeug) buchstäblich in einem Boot. Im Klartext heißt das, dass man die Züge der Mitspieler mit geht. Würfelt ein Spieler also beispielsweise eine vier, dann bewegt sich das Fahrzeug mit allen Spielern an Bord um vier Felder nach vorne. Das klang auch für mich im ersten Moment ziemlich merkwürdig, doch nach ein paar Runden ergab es dann plötzlich Sinn. Da die Züge eurer Kontrahenten indirekt auch euch betreffen, ist das Spiel nun auch dann interessant, wenn ihr gerade nicht am Zug seid. Ein Beispiel: Bei einer Karte flüchtet man eine Zeit lang vor steigender Lava, die, sollte sie das Fahrzeug erreichen, dem aktuellen Spielführer die Hälfte seiner Mini-Sterne abzieht. Würfelt der Spieler, der vor euch am Zug ist, nun eine verhältnismäßig kleine Zahl, rückt die Lava näher. Nun seid ihr so richtig in Bedrängnis und könnt eurem drohenden Schicksal nur durch eine hohe Augenzahl entkommen.

 

Situationen wie diese gibt es viele. Und auch wenn sie sich leider sehr ähnlich sind (ob man nun vor der Lava oder einem Buu-Huu davon läuft ist letztlich ja egal), hat das die Brettspiel-Passagen für mich sehr viel interessanter gemacht. Ich habe die Fahrzeuge also wirklich sehr zu schätzen gelernt, aber das wird bestimmt nicht jedem so gehen. Nur um eines bitte ich euch: Verteufelt sie nicht, bevor ihr es nicht selbst einmal versucht habt.

 

 

Ich bin hier der Boss!

 

Eine weitere Neuerung sind die Boss-Gegner. Etwa in der Mitte der Spielbretter und ganz am Ende, muss man sich einem Boss stellen. Hier kämpfen alle vier Spieler gemeinsam, doch ein gewisser Zwiespalt bleibt bestehen – schließlich geht es auch hier um Mini-Sterne. Besonders deutlich wird das im Kampf gegen König Bomb-Omb. Vor den Spieler tauchen vier Bomben auf, die je nach Größe mehr Schaden anrichten (und somit auch mehr Punkte einbringen). Natürlich möchte nun insgeheim jeder die größte Bombe haben, doch wenn mehr als zwei Spieler dieselbe Bombe auswählen, laufen sie ineinander und bekommen gar nichts. Also doch lieber eine kleine Bombe auswählen? Doch was ist, wenn das auch die Anderen denken?!

 

Weniger brachial geht es bei den Spielführer-Ereignissen zur Sache. Das sind Events, bei denen der Spielführer eine gewisse Kontrolle über das Schicksal seiner Mitspieler hat. Ein Beispiel: Bei einem Tauchspiel starten alle vier Spieler mit einer gewissen Anzahl von Sternen. Sie müssen es jedoch in drei Zügen an die Wasseroberfläche kommen um ihre Beute zu behalten. Dafür stehen drei Würfel zur Auswahl: Einer von 1-6, von 1-3 und von 4-6. Der Spielführer darf entscheiden, welcher Würfel wann benutzt wird. Und da der Weg der anderen Spieler ungleich mehr Felder hat, auf denen man Sterne verliert, kann er sie mit seiner Entscheidung mitunter vor große Schwierigkeiten stellen.

 

Bislang habe ich Mario Party eigentlich fast nur wegen der Minispiele gespielt, doch mit der neuen Ausrichtung, konnte mich auch der Brettspiel-Aspekt begeistern. Zum Glück, denn in Mario Party 9 gibt es verhältnismäßig wenige Minispiele. Nein, nicht von der Anzahl her. 80 Stück sind mehr als ordentlich. Aber es ist nun nicht mehr so, dass man nach jeder Runde ein Minispiel spielt. Man muss schon auf ein entsprechendes Feld kommen um ein Spiel auszulösen. Das heißt, es kann schon mal mehrere Runden dauern, bis man wieder in einem Minispiel antritt. Das Spiel steuert zwar dagegen, da nach einer Weile auch normale Würfel-Feld ein Spiel auslösen, doch unterm Strich sind es trotzdem merklich weniger Spiele pro Brett.

 

Die Minispiele selbst sind dafür aber größtenteils gelungen. Hier und da gibt es eine Ausnahme, die mir nicht so gut gefallen hat, aber ca. 90% würde ich als gut bis sehr gut bezeichnen. Und wie immer schafft es Mario Party, dass auch Einsteiger dank guter Erklärung und einfacher Steuerung (nur per Wii-Remote) + optionaler Probe-Runde sofort mitspielen können.

 

 

Grafik, Sound und der ganze Rest

 

Neben der eigentlichen Party hat Mario Party 9 noch einiges mehr zu bieten. So kann man die Minispiele auch in anderen Spielmodi spielen. Neben der Freien Wahl, gibt es da etwa das Wolkenwürfeln. Hier bestimmen die Minispiele darüber, wie viele Felder ihr euch über ein Spielfeld bewegen könnt um Punkte zu sammeln. Wer zuerst 300 beisammen hat, gewinnt. Außerdem gibt es einen Story-Modus in dem ihr auf den bekannten Brettern die Mini-Sterne vor Bowser retten müsst. Der ist immerhin ganz nett.

 

In allen Spielmodi sammelt man zudem Party-Punkte, die man im Museum für allerhand Krimskrams ausgeben kann. Neue Musikstücke, neue Fahrzeuge und sogar zwei neue Maps.

 

Optisch gefällt mir das Spiel tatsächlich sehr! Natürlich gewinnt Mario Party 9 keine Grafik-Awards, aber die Spielbretter sind alle technisch sauber gestaltet. Ich war teils sogar überrascht, mit wie viel Liebe zum Detail die Entwickler hier gearbeitet haben. In Mario Party war es bislang wirklich keine Selbstverständlichkeit, dass man im Wasser etwa Fische beobachten kann.

 

Auch der Soundtrack macht eine gute Figur und bietet durchaus einige Melodien, die ins Ohr gehen. Auch hier erwartet einen natürlich keine Meisterleistung, aber man kann es hören – und das ist ja die Hauptsache.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für das Testmuster.


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Fazit

Die Änderungen von Mario Party 9 sagen mir ausnahmslos zu! Selbst der geringere Minispiel-Anteil hat auch sein Gutes, weil die Partien jetzt viel flotter sind. Seit dem grandiosen zweiten Teil, empfand ich Mario Party immer als äußerst zäh und langatmig. Doch die kürzere Spieldauer, die Fahrzeuge, die Bosskämpfe und die Spielführer-Ereignisse sorgen nun für mehr Abwechslung und Tempo. Schon jetzt habe ich mit meinen Freunden häufiger Mario Party 9 gespielt als Teil 8. Das will etwas heißen! Da die Neuerungen aber sicher nicht jedem gefallen werden, rate ich euch das Spiel wenn möglich einmal probeweise zu spielen, bevor ihr zuschlagt.

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

super

Spielspaß

gut

65%

Singleplayer

86%

Multiplayer

Release

02.03.2012

Developer

NdCube

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4


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