Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


Reviews: Nintendo Wii

< zurück

Super Mario Galaxy

Jump 'n Run

26.11.2007

Autor: Mario Kablau

 

 

Mario im Weltraum!

 

Was die Weltkarte und Marios Verwandlungen in Super Mario Bros. 3 waren und was die dritte Dimension in Super Mario 64 war, das ist auf der Wii nun das Setting im Weltraum und der völlig neue Einsatz von Schwerkraft. Zu Beginn des Spiels ist Mario auf dem Weg zum Schloss von Prinzessin Peach. Kurz vor dem Ziel sieht er, dass es angegriffen wird. Er eilt zur Unterstützung und schafft es auch gerade noch, auf den Teil des Bodens vor dem Schloss, der mit in die Lüfte gehoben wird. In die Lüfte? Bowser hat diesmal einen noch diabolischeren Plan als jemals zuvor und dazu braucht er gleich das gesamte Schloss, also schneidet er es kurzerhand aus dem Boden aus und zieht es mit Hilfe von Luftschiffen und UFOs in den Weltraum. Mario ist zwar zunächst noch auf dem besten Wege, direkt an Bowser dranzubleiben, jedoch kommt ihm plötzlich der Zauberer Kamek in die Quere und der Held stürzt ab...

 

Als er später auf einem kleinen Planeten aufwacht, trifft er auf einen weißen Hasen, der ihm die grundlegende Steuerung des Spiels erklärt. Nach dem Lösen der ersten Aufgabe findet Mario einen Power-Stern, der ihn an Bord eines seltsam aussehenden Himmelskörpers bringt. Dort trifft er auf eine mysteriöse Gestalt, die ihm zunächst erklärt, was eigentlich vorgefallen ist. Doch darauf will ich nicht zu detailliert eingehen. Durch den ersten großen Stern, den Mario gefunden hat, kann ein Teil der Energie des Schiffes wiederhergestellt werden. Sobald alle 6 großen Sterne aus Bowsers Gewalt zurück gewonnen worden, erhält das Schiff seine volle Kraft zurück und es kann zum Zentrum des Universums fliegen, in dem Bowser das Schloss und Peach gefangen hält, um seinen Plan in die Tat umzusetzen.

 

Zu Beginn reicht die Kraft allerdings nur aus, um einen kleinen Teil des Schiffes mit Strom zu versorgen und so kann Mario nur ein Observatorium betreten. Von dort aus reist er in verschiedene Galaxien des Universums, um die Power-Sterne zu suchen. Das Schiff ist also das, was das Schloss in Super Mario 64 war. Im Laufe des Spiels öffnen sich immer mehr Bereiche, so dass man zu neuen Galaxien vordringen kann. Insgesamt gibt es 15 Hauptgalaxien, in denen es mehrere Power-Sterne zu finden gibt. Daneben gibt es noch etwa 20 Nebengalaxien, die jeweils nur einen oder maximal zwei Sterne beherbergen.

 

Mario muss also die Galaxien bereisen und er trifft dabei auf viele bekannte, aber auch neue Feinde, die es zu bezwingen gilt, um die Power-Sterne alle zu finden. Gelingt es ihm, mindestens 60 der insgesamt 120 zu bekommen, dann kann er sich auf den Weg ins Zentrum des Universums machen.

 

 

Schwerkraft mal anders!

 

In dreidimensionalen Spielen gibt es normalerweise auch eine klare Definition von oben und unten. Das ist bei Super Mario Galaxy völlig anders. Die Planeten, die sich in den einzelnen Galaxien befinden, sind mehr oder weniger groß und haben einen eigenen Schwerkraftkern, dem Mario ohne Hilfsmittel meistens nicht entkommen kann. Es ist also möglich, komplett um die verschiedenen Objekte im Weltall herumzulaufen, da es kein oben und unten im eigentlichen Sinn gibt. Das ermöglicht natürlich völlig neue spielerische Möglichkeiten, von denen die Entwickler auch regen Gebrauch gemacht haben. Von Planet zu Planet reist man durch Sternportale. Stellt sich Mario in ein solches hinein, dann wird er durch Schütteln der Wiimote auf den nächsten Planeten geschossen.

 

Wie schon erwähnt, gibt es in den Hauptgalaxien mehrere Power-Sterne zu entdecken. Die Wege die man geht, sind dabei in jeder Aufgabe geringfügig anders, so dass man auch in ein und derselben Galaxie viele verschiedene Dinge entdecken kann. Ebenso gibt es natürlich auch dort allerhand Geheimnisse und versteckte Wege, die sich dem Spieler nicht aufdrängen, sondern die man gezielt suchen muss. Nur so kann man alle 120 Sterne erhalten. Die kleineren Galaxien sind in der Regel Geschicklichkeitsaufgaben, ähnlich den Aufgaben bei Sunshine, bei denen man auf den Dreckweg verzichten musste. Hier kommt es auf gezielte Sprünge und sichere Bewegungen an, da oft ein kleiner Fehler bereits den Absturz in ein schwarzes Loch bedeuten kann.

 

Gesteuert wird Mario über den Stick auf dem Nunchuk und gesprungen wird mit dem A-Knopf. Die Variationen der Sprünge sind natürlich wieder riesig. So kann man beim Laufen dreimal hintereinander abspringen, um einen besonders hohen und weiten Sprung zu ermöglichen. Drückt man beim Laufen den Z-Knopf auf dem Nunchuk, dann führt Mario mit der Sprungtaste einen Weitsprung aus. Hält man Z im Stand gedrückt und drückt dann A, macht er einen hohen Rückwärtssalto. Berührt man im Sprung eine Wand, dann springt er von dieser mittels A-Knopf ab, um noch höher zu kommen. Völlig neu in einem Mario Spiel ist der Einsatz des Pointers. Mit diesem kann man Sternenteile einsammeln, indem man einfach auf sie zeigt, wenn sie auf dem Bildschirm zu sehen sind. Durch einen Druck auf die B-Taste feuert man sie auf Gegner ab, um diese zu betäuben, damit sie leichter zu besiegen sind. Aber natürlich haben die Sternenfragmente noch weitere mysteriöse Funktionen... Schüttelt man die Wiimote, dann führt Mario eine Drehattacke aus, mit der man nicht nur Gegner besiegen, sondern auch höher und weiter springen kann, wenn man sie während eines Sprunges einsetzt.

 

Doch ich will hier gar nicht allzu tief in die Feinheiten der Steuerung und das Spielprinzip eingehen, denn die volle Genialität des Systems kann man sowieso nur erfassen, wenn man es selber ausprobiert, wozu ich an dieser Stelle jedem nur raten kann!

 

 

Technik aus einer fernen Galaxie!

 

Satoru Iwata hat auf einer Messe einmal gesagt: „Wenn Sie die Wii einschalten und die Grafik sehen, dann werden sie „wow“ sagen.“ Mit Super Mario Galaxy ist dieser Punkt nun endlich erreicht. An der Grafik von Super Mario Galaxy kann man sich als Wii-Besitzer sicherlich eine halbe Ewigkeit ergötzen, weil man immer wieder neue und noch bessere Effekte, Texturen, usw. entdeckt. Es ist schlicht unglaublich, was das noch recht junge Team da auf die Beine gestellt hat. Dabei setzt das Spiel sogar einige Glanzeffekte ein, die normalerweise durch Shader dargestellt werden, die man bisher auf Wii noch nicht gesehen hat und die laut vielen Entwickleraussagen in der Vergangenheit gar nicht möglich sind. Vermutlich hat das Nintendo Team in Tokio einen Weg gefunden, um die Schwäche der Hardware herum zu programmieren. Wem das nicht reicht, für den habe ich jedoch noch mehr positive Aspekte.

 

Einer der größten Kritikpunkte an Super Mario Sunshine war ja, dass sich die Welten durch das Urlaubs-Thema alle recht ähnlich waren. Dieses Problem gibt es bei Galaxy nicht mehr. Das Reichtum an Variationen, das die Entwickler in das Spiel eingebaut haben, ist schlicht unglaublich. Dabei greifen sich auch nicht nur auf bekannte Szenarien, wie Geister-, Feuer- oder Eiswelten oder sogar Kombinationen daraus zurück, sondern haben auch einige völlig neue Settings geschaffen, die man so zuvor in einem Mario-Spiel noch nicht gesehen hat. Dies gepaart mit der für Wii nahezu perfekten grafischen Darstellung, bei der es weder Fehler noch Einbrüche in der Framerate gibt, macht das Spiel zum optisch beeindruckensten Titel auf der Wii bis heute (und vermutlich wird das auch noch eine ganze Weile so bleiben).

 

Noch besser gelungen ist die Musik des Spiels, die wirklich nicht aus unserer Welt ist. Es wurden nicht nur die besten und beliebtesten Stücke aus der Welt von Mario eingebaut, sondern auch noch unzählige brandneue. Darüber hinaus wurden jede Menge Lieder von einem Orchester eingespielt, das an Qualität kaum zu überbieten ist. Eigentlich müsste man für Mario Galaxy bei unserem Wertungspunkt „Sound“ einen sechsten Punkt einführen, denn es ist nicht vorstellbar, dass es in diesem Punkt noch irgendwie besser gehen kann. Hut ab! Auch die Soundeffekte und die sehr spärlich eingesetzte Sprachausgabe wissen zu überzeugen. Den sechsten Punkt in dieser Wertung verliert das Spiel daher wieder, weil es einfach nicht nachvollziehbar ist, warum nicht mehr Figuren wirklich sprechen, sondern man immer noch massig Text zu lesen hat.

 

Die Steuerung funktioniert Mario-typisch absolut einwandfrei. Alle Bewegungen sind straff und alles spricht sehr gut an. Die Neuheiten, die die Wiimote bietet, wurden nicht sinnlos aufgezwungen, sondern sind echte Verbesserungen, die das Spiel noch natürlicher wirken lassen. Hat man eine zweite Wiimote, dann kann ein weiterer Spieler Mario unterstützen, in dem er über den zweiten Pointer Sternfragmente einsammelt, Gegner betäubt oder anhält oder sogar den Helden höher springen lässt. Letzteres geht ganz einfach, wenn Mario durch den zweiten Spieler in einem Sprung einfach angetippt wird. Dies ist eine tolle Idee und bietet viel mehr spielerische Tiefe, als man das vermutet.

 

Die Spielzeit ist mit etwa 15-20 Stunden bis zum Ende recht umfangreich. Wenn man aber alle Sterne haben will, dann sollte man etwa doppelt so viel Zeit einplanen, denn der Schwierigkeitsgrad zieht später extrem an, so dass auch Veteranen einige harte Nüsse zu knacken haben. Wer sich die Mühe macht, der wird dafür natürlich auch ansprechend belohnt. Mehr sei dazu jedoch nicht verraten.

 

 

Meckereckchen!

 

Das Spiel macht zwar so ziemlich alles richtig, was man richtig machen kann und erfüllt Erwartungen, von denen man vorher gar nicht wusste, dass man sie hat. Allerdings gibt es auch ein paar kleine Mängel, die ich euch nicht vorenthalten will.

 

So ist zum Beispiel die Kamera an manchen Stellen nicht ganz optimal. In den meisten Situationen funktioniert zwar alles perfekt und auch ohne Nachjustieren des Spielers, aber es gibt Situationen, in denen es kleine Macken gibt. Wechselt man zum Beispiel auf einem runden Planeten von „oben“ nach „unten“, dann steht Mario manchmal auf dem Kopf während sich an anderen Stellen die Kamera mit dreht. Dies passiert dann ab und zu so unglücklich, dass man sich nicht dahin bewegt, wo man eigentlich hin wollte. Ganz blöd ist das in hektischen Situationen, wenn man beispielsweise jemanden einholen muss. Ebenso komisch ist es, dass man die Kamera an manchen Stellen über das Steuerkreuz nachjustieren kann, aber an vielen Orten auch nicht. Die Entscheidung, wann man es kann und wann nicht, ist nur selten nachvollziehbar.

 

Ebenso ist es schade, dass es keinen umfangreicheren Mehrspieler-Modus oder zumindest ein paar Minispiele gibt. Super Mario 64 DS und New. Super Mario Bros. haben doch vorgemacht, wie es gehen kann. Es wäre einfach schön gewesen, auch einige Galaxien richtig zu zweit spielen zu können oder wenn es einen richtigen Mario / Luigi Koop Modus, für ein paar extra Challenges, die man freispielen kann, geben würde. Außerdem finde ich es etwas komisch, dass man schon mit 60 Sternen das Ziel erreichen kann, was den Schwierigkeitsgrad zum simplen „schaffen“ des Spiels unnötig niedrig macht. Warum nicht einfach 80 oder 90 Sternen vorgebe?

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


Wenn euch das Review gefällt, dann unterstützt uns via:

Fazit

Super Mario Galaxy ist das beste Spiel auf der Wii und mit Sicherheit auch eines der besten Mario Spiele überhaupt, für viele sicherlich auch das Beste. Der Abwechslungsreichtum ist unglaublich, die Steuerung grandios, die Technik für Wii wie nicht von dieser Welt. Dazu kommen ein großer Umfang, ein gut ansteigender Schwierigkeitsgrad und fast keine Mängel. Darüber hinaus ist das Setting unverbraucht und die Idee mit der Schwerkraft ist einfach genial umgesetzt worden. Was will man mehr? Wer das nicht spielt, der ist selber Schuld!

Grafik

super

Sound

super

Steuerung

super

Spielspaß

super

97%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

16.11.2007

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2


Aktuell auf 10doTV

10do Show

Oktober-Ausgabe: Die Metroid-Reihe

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes