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Reviews: Nintendo Wii

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Bee Movie - Das Game

Action Adventure

29.11.2007

Autor: Mario Kablau

 

 

Das Honigkomplott

 

Im neusten animierten Film vom Dreamworks geht es um die Biene Barry B. Benson. Er ist eine ganz gewöhnliche Drohne in einem großen Bienenstock. Sein Traum ist es jedoch, die Außenwelt zu sehen und auf andere Lebewesen zu treffen und eines Tages wird ihm dieser Traum tatsächlich erfüllt. Doch was er dort feststellt, wird sein Leben für immer verändern, denn die dreisten Menschen klauen den Bienen doch glatt ihren wertvollen Honig. Es wird sogar noch schlimmer: Es gibt Menschen, die Bienen extra züchten, um sie für sie arbeiten zu lassen. Das kann so nicht weitergehen! Barry schmiedet einen Plan...

 

Im Spiel wird die Geschichte von Barry selbst in einem Fernsehinterview erzählt, also nachdem alles schon vorbei ist. Ob das im Film auch so ist, kann ich jedoch (noch) nicht sagen. Die Moderatorin des Bienen TV-Senders stellt ihm gezielt Fragen und Barry erzählt so nach und nach seine Geschichte. Dabei kommt dann den Spieler zu Einsatz, in dem er die Kontrolle über die Biene übernimmt.

 

Zu Beginn des Spiels wird man zunächst mit der Steuerung vertraut gemacht. Dabei gibt es grundsätzlich drei verschiedene Kapitelarten, in denen verschiedene Dinge passieren. Meistens fliegt man frei in der Umgebung herum und muss Dinge finden, Feinde besiegen und Blumen bestäuben. Dann steuert man Barry mittels Stick und beschleunigt bzw. bremst mit den zwei Knöpfen auf dem Nunchuk. Zum Bestäuben der Blumen kommt dann noch der Pointer zum Einsatz, um damit auf bestimmte Blumen zu zielen. Trifft Barry auf Gegner, dann zielt man wieder per Pointer und feuert seinen Bestäuber mittels A-Taste ab.

 

Darüber hinaus gibt es noch Kapitel, in denen Barry von alleine fliegt und man nur Hindernissen ausweichen muss. Dazu drückt man einfach den Control-Stick in die auf dem Bildschirm angezeigte Richtung. Im direkten Kampf mit den menschlichen Endgegnern muss man diese erst durch Summen auf sich aufmerksam machen. Dies geht durch Schütteln der Wiimote, während man sich in einem bestimmten Feld auf dem Bildschirm aufhält. Es ist jedoch Vorsicht geboten, denn manchmal schlagen die Menschen nach ihm und dann sollte man besser ausweichen. Nachdem man den jeweiligen Menschen genug genervt hat, muss man ihn mit den eigenen Waffen schlagen, also dafür sorgen, dass er sich selber schlägt, das eigene Bienengift einatmet oder irgendwo gegen rennt. Die grundsätzlichen Aktionen übernimmt dabei das Spiel und der Spieler muss nur mit dem Pointer bestimmte Ziele auf dem Bildschirm rechtzeitig abschießen.

 

Vor allem die letzten beiden Spielarten hören sich nicht nur leer an, sie sind es auch. Es ist kaum fordernd, die gestellten Aufgaben zu lösen, da das Spiel einen Großteil selber macht und man nur an bestimmten Stellen eingreifen darf. So hat man eher den Eindruck einen interaktiven Film zu sehen, anstatt ein Spiel zu spielen. An sich ist das ja nichts Schlechtes, jedoch hätten die Entwickler dann auf einige andere Dinge besser achten müssen.

 

 

Präsentation

 

Die Spielegrafik ist als solide zu bezeichnen, wobei vor allem die Figuren überzeugen können. Sowohl Menschen als auch Bienen sind zwar nicht grandios dargestellt, haben aber tolle Mimik und Gestik. Die Umgebung ist dagegen etwas schwach geraten und wirkt irgendwie leblos. Dafür ist die Welt jedoch recht groß und man kann sich in den Kapiteln ohne Unterbrechung von Ladezeiten bewegen.

 

Damit es wirklich zu einem interaktiven Film wird, sind jede Menge Sequenzen nötig und diese wurden auch sehr gut eingesetzt. Vor und nach jedem Kapitel gibt es eine Szene, die erklärt, was vorher und nachher in der Geschichte passiert. Selbst in den Kapiteln gibt es immer wieder Unterbrechungen durch Videos. Diese haben dabei eine recht gute Qualität, da sie wohl größtenteils direkt aus dem Film stammen. Allerdings wurden sie ein wenig zu stark komprimiert, so dass sie etwas pixelig wirken.

 

Außerdem wurde hier ganz klar an der falschen Stelle gespart, denn die ganze Geschichte des Films bekommt man im Spiel nicht mit. Entscheidende Momente fehlen komplett, so dass man sich die ganze Story mühsam selbst zusammen reimen muss. Daher empfiehlt es sich wohl, zuerst den Film zu sehen und dann das Spiel zu spielen, damit man der Geschichte besser folgen kann. Leider gibt es auch ein paar grobe Schnitzer in der Technik. So fehlt zum Beispiel bei einigen Videos die Musik und manchmal hört der Ton komplett einfach auf. Das ist vor allem deshalb blöd, weil es keine Untertitel gibt (die ja wegen der deutschen Sprachausgabe auch eigentlich gar nicht nötig wären) und man dann nicht mitbekommt, was man zu tun hat. Darüber hinaus laufen Bild und Ton in den Videos nicht immer synchron, was man vor allem an den Lippenbewegungen der Charaktere sehr gut erkennen kann.

 

Wenn die Sprachausgabe jedoch funktioniert, dann ist sie blendend. Die Stimmen sind gut gesprochen und haben vor allem den nötigen Humor, um die verschiedenen lustigen Szenen gut zu begleiten. Musik und Soundeffekte sind grundsätzlich auch gut, allerdings wiederholt sich alles einfach viel zu oft.

 

Auch der Umfang hält sich arg in Grenzen. Wenn man sich nur auf das Hauptspiel konzentriert, dann ist man locker in unter 5 Stunden durch. Zwar gibt es eine ganze Menge zu entdecken und freizuschalten, aber da die meisten Dinge schnell gefunden sind, verlängert das die Spielzeit auch nicht wirklich deutlich. Und mehr als sie anzusehen, kann man mit den gefundenen Gegenständen dann auch leider nicht machen. Zwar kann man für Barry auch neue Klamotten und Autos kaufen, die zwar kurzzeitig lustig sind und etwas Variation ins Spiel bringen, aber das hat alles keine Auswirkungen auf die Geschichte und den geringen Umfang.

 

 

Minispiele

 

Da Barry ja in einem großen Bienenstock lebt, hält er sich abseits der Story auch dort auf. Von dort aus ist es nicht nur möglich, die verschiedenen Kapitel auszuwählen, sondern es gibt auch noch allerhand weitere Dinge zu erledigen. So gibt es an jeder Ecke der riesigen Umgebung Job-Center, in denen man verschiedene Arbeitsangebote annehmen kann.

 

Man... äh... Biene muss dann zum Beispiel in einer bestimmten Zeit eine gewisse Anzahl an Bienen per Taxi transportieren, Lieferungen zustellen oder Minispiele gewinnen. In den vielseitigen Minispielen werden die Funktionen der Wiimote gut eingesetzt. So gibt es zum Beispiel eine Art Onrail-Shooter mit drei, leider recht kurzen, Leveln, in denen man auf Plakate schießen muss, während man sich automatisch durch die Umgebung bewegt. Ebenso gibt es ein Rennspiel mit drei Rennstrecken und einiges mehr.

 

Die Minispiele sind eine gelungene Abwechslung zum Hauptabenteuer und verdoppeln die Spielzeit fast, auch wenn man alle nur einmal gespielt hat. Die Ideen sind lustig und sie sind gut umgesetzt worden. Als besonderes Gimmick kann man viele dieser kleinen Spiele mit zwei Spielern gegeneinander spielen. So ist es zum Beispiel möglich, auf den drei Rennstrecken gegeneinander anzutreten oder auf den drei Flugrundkursen um die Wette zu fliegen. Der Mehrspieler-Modus hat zwar keine eigene Geschichte, aber alleine die Minispiele sorgen für eine vollwertige Erfahrung mit viel Variation und Umfang, wovon sich andere Spiele durchaus eine Scheibe abschneiden können. Die Minispiele mit mehreren Leuten sind auf jeden Fall der beste Teil am Spiel.

 

Vielen Dank an Activision für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Bee Movie – Das Game ist eher ein interaktiver Film, als ein Videospiel, allerdings wir die Geschichte leider nur in Bruchstücken erzählt, was nicht gerade eine tolle Kombination ist. Man sollte auf jeden Fall den Film erst gesehen haben, bevor man das Spiel spielt. Die Minispiele haben fast den gleichen Umfang wie das Hauptabenteuer und sind vor allem wegen der Möglichkeit, sie mit mehreren Leuten zu spielen, eine willkommene und gelungene Abwechslung. Die Technik ist solide, aber wenig abwechslungsreich. Vor allem durch die Tonaussetzer in den Videos gehen hier einige Punkte verloren. Wenn man den Film mag, dann kann man sich das Spiel durchaus zulegen, man sollte jedoch bedenken, dass es eher für ein sehr junges Publikum gemacht wurde.

Grafik

schwach

Sound

schwach

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

59%

Singleplayer

69%

Multiplayer

Release

29.11.2007

Developer

Smart Bomb Interactive

Publisher

Activision

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2


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