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Reviews: Nintendo Wii

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Project Zero 2 - Wii Edition

Adventure

11.07.2012

Autor: Julian Richter

 

 

Ein Dorf voller Geister

 

Im Spiel Project Zero 2 folgt man den beiden Zwillingsschwestern Mio und Mayu Amakura, welche durch Zufall während eines Waldspaziergangs auf ein lange verschollen geglaubtes Dorf stoßen und dieses erkunden möchten. Die jüngere Schwester, Mio, wird dabei immer wieder von schrecklichen Visionen heimgesucht, die ihr eigenes Schicksal voraussagen. Darüber hinaus scheint es im Dorf auch noch von einer Vielzahl an Geistern zu wimmeln. Folglich streifen die beiden Mädchen durch einzelne Gebäude und Gelände, um einen Fluchtweg aus diesem „verschwundenen Dorf“ zu finden. Weil Mio dabei immer wieder von ihren Visionen geplagt Blödsinn anstellt, ist Mayu - über die man die meiste Zeit Kontrolle übernimmt – darauf angewiesen, ihre Schwester zu suchen und zu beschützen.

 

Natürlich dreht sich in erster Linie alles um die Geister, welche in dem Dorf gefangen sind. Diese sind oftmals sehr gesprächig und erhoffen sich Hilfe von Außenstehenden. Wie praktisch, dass die Zwillinge gerade zu Besuch sind. Jedoch verfallen die Geister in ihrem Wehklagen schon mal etwas in Mordlust und fassen einen unbeabsichtigt so hart an, dass man bei Unachtsamkeit auch sterben kann. Damit dies nicht geschieht, hat man drei Hilfsmittel parat: Die Taschenlampe, welche einem düstere Orte erhellt, und somit das Umfeld vergrößert; das Geisterradio, mit dessen Hilfe man Hinweise und Informationen über das Dorf und die Geschichte erhält; und das Wichtigste: Die Camera Obscura. Mit diesem Wunderwerk der Technik lassen sich die verlorenen Seelen bannen, die im Dorf umherspuken.

 

Dabei gibt es zum einen reine Geistererscheinungen, die man mit nur einem Schuss bezwingen kann, und die an den unmöglichsten Orten vegetieren, und zum anderen richtige Feindgeister, die gewillt sind, anzugreifen. Um diese zu vernichten, benötigt man mehrere gezielte Schüsse und vor Allem auch den richtigen Film. Im Verlauf des Spiels wird es immer wichtiger werden, Filmblätter zu sammeln und auch parat zu haben, denn je stärker die Geister werden, desto besser müssen auch Kamera und Filmblätter sein. Die Camera Obscura lässt sich durch Geisterpunkte, die man für das Bannen von Geisterseelen erhält, aufwerten und wird somit stärker für den Geisterkampf. Zusätzlich lassen sich noch diverse Objektive und Erweiterungen im Dorf finden, die entsprechend mit aufgewertet werden können. Doch wie gesagt: Ohne die richtigen Filmblätter, taugt die beste Kamera nichts.

 

 

Mio und Mayu

 

Was besonders ins Auge fällt, sind die beiden Protagonistinnen Mio und Mayu. Mio, welche die jüngere der beiden Schwestern ist, hat sich eine Verletzung am Bein zugezogen, und kann somit nicht so einfach raschen Fußes das Dorf erkunden. Mayu ist somit gezwungen auch etwas langsamer zu laufen, wenn man in einzelnen Parts des Spiels dazu gezwungen ist, Mio mitzuschleifen. Wirklich angetan hat es mir die Gestik von Mayu, welche vor Allem beim Laufen wunderschön heraussticht. Auch sonst sind die Mädchen ziemlich reif für ihr Alter. Wenn man bedenkt, dass beide erst fünfzehn sind, haben sie schon fast einen markant-ordinären Kleidergeschmack und einen ordentlichen Vorbau noch dazu.

 

Zudem können die Entwickler wahrscheinlich froh sein, dass sie gerade so um ein Erotik-Horror-Adventure herumgekommen sind, da die beiden Mädels jede freie Minute dazu verwenden, um sich zu berühren, zu streicheln, zu kuscheln oder Händchen zu halten. Jedoch erzeugt dieses infantile Verhalten einen regelrechten Beschützerinstinkt im Spieler (jedenfalls bei mir) und erlaubt es, überraschend schnell Empathie für die Zwillinge zu entwickeln und den Willen zu stärken sie schnell und unversehrt aus dem Dorf herauszuführen.

 

 

Gähnen statt Gruseln?

 

Was wurde das Spiel doch hoch angepriesen, von wegen es versetze einen in Angst und Schrecken, lehre einem das Fürchten und es laufe einem eiskalt den Rücken herunter. Und was war im Endeffekt? Nichts dergleichen jedenfalls. Hätte man mir dieses Spiel nun als Survival-Adventure mit vereinzelten Horrorstellen verkauft, hätte ich das ja noch geglaubt, aber sowas als echt japanischen Horror zu bezeichnen, hat mich dann doch etwas stutzig gemacht. Während des gesamten Spiels hatte ich nicht ein Mal das Gefühl von Herzklopfen, Zittern oder Schweißausbrüchen – eher ist mir teilweise richtig langweilig geworden, als ich durch die dunklen Gassen gestreift bin und versucht habe, weiterzukommen. Dafür ist der Nervenkitzel aber umso größer, wenn sich mal wieder ein Bossgeist anmeldet. Denn diese haben es faustdick hinter den Ohren und sollten nicht unterschätzt werden. Alleinig dort erfährt man ein gewisses Gefühl des Unbehagens, aber das war es dann aber auch wirklich schon gewesen.

 

Wer das Dorf so richtig auf den Kopf stellt, wird erkennen, das am Gruselfaktor ziemlich gespart wurde. Viele Gefahren sind absehbar und Intrigen sind eher auszuschließen. Zwar hat man die Option an vielen Stellen hinter Türen, Fenster oder Schränke zu schauen, doch findet man dahinter – wenn überhaupt – bloß Weihwasser oder Kräutermedizin. Keinen Schrecken also.

 

Zum Sammeln von Gegenständen eignet sich Project Zero 2 jedoch hervorragend, und das sollte man auch partout machen. (Jedenfalls, wenn man nicht, so wie ich, beim ersten Durchgang vor dem Endboss stehen will, und keine guten Filmblätter mehr zur Hand hat.)

 

 

Die Geisterstunde naht

 

Nachdem ich die Story nun beendet hatte, wollte ich mir noch mal einen richtigen Kick geben, und bin in eine Geisterhausmission gegangen. Dort wird einem noch mehr Horror und Furcht versprochen. Nun bestehen diese Missionen darin, den Ausgang aus dem Geisterhaus zu finden, ohne Angst zu zeigen. Dabei wird jede Bewegung der Remote und des Nunckucks als „Angst“ angesehen. (Wii Motion Plus wird nicht unterstützt). Jedes Mal, wenn man „Angst“ hat, bekommt man eine bestimmte Zahl an Schauerpunkten. Anhand dieser Punkte wird ein Level festgemacht und man erhält eine Einstufung des eigenen Herzens. Nun verlangt die Steuerung jedoch das Schütteln der Remote für eine Kehrtwende, und das verschafft einem auch ordentlich Schauerpunkte. Im Übrigen erhält man diese Punkte auch bei akutem Stillhalten und sogar beim Entfernen des Remote-Sensors, somit kann ich nicht genau sagen, woran das Spiel die „Angst“ erkennen will.

 

Auch im Geisterhaus-Modus bleibt das Schauern gering. Zwar ist die Chance hier minimal höher, erschreckt zu werden, da man in der Ego-Perspektive unterwegs ist, jedoch wird man jetzt auch nicht gerade so dermaßen verängstigt, dass man wild mit den Controllern um sich schlägt. Was also das Schreckenspotential angeht, bekommt das Spiel ein fettes Minus.

 

 

Ich glaub' ich habe was gehört...

 

Was ein richtiges Schauergame ist, benötigt natürlich auch Schauerklänge. Was das betrifft, hat Project Zero 2 alles richtig gemacht. An Stellen, wo es angebracht ist, schrecklichen Sound einzuspielen, wurde dies auch getan. Musikalische Untermalungen sind natürlich nicht so direkt vorhanden, aber das würde die Atmosphäre auch ziemlich herunterziehen.

 

Auch die Grafik ist viel besser, als in der PS2-Version. Die Geister haben mehr Trasparenz und die Mädchen sind um einiges hübscher. Gegenstände werden nach wie vor als leuchtende Kugeln angedeutet. Das kann nervig sein, muss aber nicht. Von der Atmosphäre her fühlt man sich in der Wii-Edition wesentlich wohler, als in der PS2-Version, da mehr Detail vorhanden ist.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für das Testmuster.


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Fazit

„Project Zero 2 – Wii Edition“ ist ein ziemlich zwiegespaltenes Spiel. Also, wenn man sich so richtig gruseln möchte, sollte man besser etwas anderes spielen. Andererseits sind die Charaktere so sympathisch und einfühlend, dass es sich allein der Story wegen lohnen würde. Außerdem bereiten einem die Kämpfe mit den Geistern jede Menge Spaß und Aufregung. Das Dorf bietet viele Möglichkeiten zu erkunden und zu forschen, denn an allen Ecken gibt es etwas zu finden, dass einem zwar meist nur Stoff zum Lesen gibt, aber trotzdem sehr interessant ist. Wenn man es so will, könnte man „Project Zero 2 – Wii Edition“ mit „Luigi's Mansion“ vergleichen. Es ist genauso gruselig, macht beim Kämpfen riesig Spaß und kann beim Erkunden teilweise langweilig werden. Also, wenn wir das mit dem Horror weglassen, ist „Project Zero 2 – Wii Edition“ ein klasse Spiel.

Grafik

gut

Sound

super

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

73%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

29. Juni 2012

Developer

Tecmo Koei

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

16+


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