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Reviews: Nintendo Wii

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Spider-Man 3

Action Adventure

06.12.2007

Author: Philipp Bress

 

 

Spass-Garant oder Totalausfall?

 

In Spider-Man 3 schlüpft man erneut in die Rolle des Fassaden-Kletterers, um New York City vor Dieben, rivalisierenden Straßengangs und Superschurken zu beschützen. Aber dieses mal kommen einige harte Prüfungen auf Spidey zu. Zum einen der Streit mit seinem besten Freund Harry Osborne, dann ein böswilliger Symbiont aus dem All, der seinen Anzug schwarz einfärbt und diverse Superschurken treiben auch noch ihr Unwesen. Ganz wie im Film, der hierzu als Vorlage diente. Ist Peter diesen Aufgaben auch wirklich gewachsen? Oder besser gefragt, sind wir es?

 

Das Spiel startet direkt durch. Ein kleines Intro zeigt kurz wie die H-Bomber in einen Skyliner einbrechen und ordentlich Unruhe stiften. Aber Spider-Man wäre ja nicht Spider-Man wenn er nicht schnell zur Hilfe eilen würde. Nun übernimmt man auch schon die Steuerung des Helden und erlernt auch eben diese in der Tutorial-Mission. Die Steuerung verleibt man sich recht schnell ein. Sie hat zwar einige Gesten, aber die sind nicht allzu kompliziert. Was dabei am besten rüber kommt ist die Art und Weise wie man durch die Schluchten der Hochhäusern schwingen kann. Hierzu simuliert man nämlich das Abfeuern der Fäden mit Nunchuk und Wiimote, ganz wie der echte Spider-Man halt! Und auch sonst kann man, besonders im Kampf, auf vielerlei Moves zurückgreifen, die man durch entsprechende Bewegungen mit der Wiimote und dem Nunchuk ausführt. Was allerdings überhaupt nicht geklappt hat, ist die Umsetzung der Kamerasteuerung. Hierzu muss man den C-Knopf gedrückt halten und den Nunchuk schwenken. Leider ist das Drehen der Kamera recht schwerfällig und unpräzise! Erwähnt werden sollte auch, dass ein Upgrade-System im Spiel vorhanden ist. Durch das erfolgreiche Absolvieren von Missionen erhält man Erfahrungspunkte, die man gegen verbesserte Fähigkeiten eintauschen kann. Da wäre z.B. eine größere Energieleiste, stärkere Angriffs-Kombos, höhere Sprungkraft und so weiter und so fort.

 

 

Schnapp sie dir, Tiger!

 

Nachdem ich nun die Grundlagen erlernt hatte, freute ich mich schon darauf endlich auf Tuchfühlung mit dem Abschaum New Yorks zu gehen. Aber hierzu muss ich erst mal eine Mission beginnen. Eine Markierung auf der Karte zeigt an, wo man den nächsten Auftrag entgegen nehmen kann. Also geht es erst einmal zum Daily Bugle, vielleicht hat Jameson ja einen Auftrag. Und dem ist auch wirklich so, denn im Central Park wurden riesige Reptilien gesichtet! Na, dämmert es euch auch schon? Das Ganze läuft nämlich auf ein Experiment von Dr. Connors zurück, der ja in den Comics zur menschlichen Echse wird! Dies ist eine der Tatsachen die Spider-Man 3 wirklich interessant machen. Man trifft nämlich nicht nur auf Die Echse sondern auch auf einige andere Fieslinge, die in den Comics und Serien verarbeitet wurden. Wenn Connors als Echse dabei ist, darf natürlich auch der Großwildjäger Craven nicht fehlen. Der Vampir Morbius gibt sich ebenfalls die Ehre, allerdings nicht allein. Im Spiel ist Shriek seine Ehefrau, die hier ebenfalls von einem außerirdischen Symbionten befallen ist. Das weicht etwas von der Original-Story von Spider-Man ab, denn Shriek taucht in der Timeline eigentlich erst auf, als Carnage aus Ravencroft flieht. Aber das ist für das Spiel auch nicht weiter wichtig. Und natürlich sind der Hobgoblin, Sandman und Venom auch mit von der Partie. Also eigentlich reichlich Stoff für eine spannende Umsetzung. Insgesamt wurde die Hauptstory in das Spiel übertragen, aber teilweise wurden Situationen leicht abgewandelt. Hierbei wurde allerdings ordentlich geschlampt. Zusammenhänge innerhalb der einzelnen Missionen versteht man kaum, wenn man den Film nicht gesehen hat oder die Comics kennt. So wird z.B im späteren Verlauf des Spieles gezeigt, wie Harry Osborne im Krankenhaus liegt. In der nächsten Szene ist er dann im Outfit des Hobgoblins zur Stelle um Spider-Man gegen Venom und Sandman unter die Arme zu greifen. Schade, dass hier nicht mehr aus der Geschichte geholt wurde.

 

Der nächste Kritikpunkt ist, dass man den Storymodus verdammt schnell abgehandelt hat. 5 Stunden zeigte mir der Zähler an, nachdem ich Venom zur Strecke gebracht hatte. Ganz schön mager, denn auch die eigens für die Wii-Version eingebauten Schurken Shriek und Morbius bringen nicht mehr Tiefe ins Geschehen! Man kann sich zwar zwischen den Missionen die Zeit damit vertreiben, die Gangs in New York zu bekämpfen, aber das ist auch nicht sehr motivierend, auch wenn in der Wii-Version eine exklusive Gang enthalten ist. Ursache hierfür ist, dass die Kämpfe gegen die Gangs immer nach dem gleichen Schema ablaufen. Infos vom Informanten holen, 3 oder 4 der immer selben Aufgaben erledigen, fertig! Sogar die Kämpfe gleichen wie ein Ei dem anderen.

 

Über die Stadt verteilt befinden sich auch noch sogenannte Herausforderungen. Wenn man diese in Angriff nimmt, ist es das Ziel einen bestimmten Parcours möglichst schnell zu bewältigen. Und damit die Motivation nicht ganz verloren geht, wenn man die Story komplett beendet hat, sind auch Meteoritensplitter und Spinnen-Embleme in der Stadt versteckt. Findet man diese, dann werden diverse Extras freigeschaltet wie z.B. dass man auch den schwarzen Anzug benutzen kann, nachdem Venom vernichtet wurde. Darüber hinaus muss man, um 100% zu erreichen auch jede Menge Fotos schießen, aber nicht irgendwelche!, sondern von jedem Schurken, dem man begegnet! Und das sind einige.

 

Ach, da hätte ich fast den schwarzen Anzug vergessen! Liegt wohl daran, dass ich fast das komplette Spiel ohne ihn absolviert habe, da er einfach nicht nötig war. Benutzt man den Anzug, macht er einen zwar stärker, aber behält man ihn zu lange an, dann wird man Ohnmächtig. Große Kraft hat halt immer auch ihre Schattenseiten. Und den Anzug auszubekommen ist auch nicht so leicht wie man denkt. Um das zu schaffen muss man nämlich die Wiimote und den Nunchuk in die vorgegeben Richtungen schwingen. Erst wenn das erfolgreich geschehen ist, reißt Peter sich den Symbionten vom Körper.

 

 

Von Bauklötzen, Sprachfehlern und Ladezeiten

 

Da schwang ich mich also mit vollem Elan durch die Straßen NYC's, nachdem der Stadt kein Unheil durch Superschurken mehr drohte. Als ich auf einem recht hohen Gebäude der Stadt eine kurze Pause einlegte, fühlte ich mich plötzlich, als sei ich in einer andere Welt gelandet. Ich sah nicht mehr auf eine Stadt hinab sondern auf einen Dschungel aus bunten Bauklötzen! Leider stellte sich heraus, dass es doch keine fremde Welt war in der ich mich befand. Die Gebäude die zu weit entfernt sind verlieren einfach ihre Details. Aber auch insgesamt gibt die Grafik nicht allzu viel her. In den Zwischensequenzen mag sie zwar noch einigermaßen überzeugen, aber im Rest des Spiels dafür nicht. Mimik scheint den Bürgern New Yorks ein Fremdwort zu sein. Ziemlich kantig sehen auch die Autos und Krankenwagen aus. Die Lichtreflexe auf Spider-Man lassen ihn zwar plastischer wirken, allerdings sehen diese teilweise auch uneben und abgehackt aus. Vom Wasser und den Bäumen möchte ich gar nicht erst reden. Aber ich möchte ja nicht alles madig reden. Auch wenn die Grafik nicht viel verspricht, so wird einem immerhin ein riesiges New York City geboten, in dem man nach Herzenslust rumspringen, schwingen und klettern kann. Außerdem wirkt die Stadt doch dynamischer und lebendiger als es sich von Screenshots vermuten ließ. Zusätzlich ändert sich auch das Aussehen der Stadt je nachdem wie man handelt. Lässt man die Straßengangs schalten und walten, wie sie wollen und benutzt man oft den schwarzen Anzug so wirkt die Stadt dreckiger und herunter gekommen. Natürlich geht das ganze auch anders herum.

 

Leider muss ich nun doch noch ein paar Sachen an den Pranger stellen. Zum einen wäre da die Tatsache, dass die New Yorker anscheinend Sprachfehler oder Ähnliches haben. So haben gerettete Menschen teilweise Stimmen die nicht zu ihrer Statur oder gar zu ihrem Geschlecht passen! So ist es mir teilweise passiert, dass ich einen wohlgenährten Mann über der Schulter liegen hatte, der mit einer Frauenstimme sprach oder eine zierliche Frau mit der tiefen Stimme eines Mannes. Da helfen auch die Synchronstimmen von Toby Maguire und Co. nicht um das zu vertuschen, trotz Spideys coolen Sprüchen. Als nächstes möchte ich auf die extrem vielen Ladezeiten zu sprechen kommen. Bei jeder Kleinigkeit gibt es eine ca. fünf Sekunden lange Ladepause. Nimmt man einen Auftrag an wird geladen, erledigt man die erste Aufgabe wird geladen, nach der zweiten ebenfalls und nach jeder anderen auch. Hier wird der Spielfluss ziemlich gestört und der Spaßfaktor sinkt abermals, da zusätzlich der Sound bei den Ladezeiten immer aussetzt.

 

Vielen dank an Activision für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

In Spider-Man 3 steckt viel verschenktes Potential. Gute Ansätze und Ideen sind zwar vorhanden, wurden aber eher schlecht bis mäßig vom Entwicklerteam Vicarious Vision umgesetzt. Schwache Grafik, schlecht erzählte und kurze Story, viele Ladezeiten und Bürger die nicht wissen ob sie Männchen oder Weibchen sind, sind die Hauptkritikpunkte am Spiel. Positiv hingegen ist die riesige und dynamische Stadt aufgefallen und die ganz gut auf die Wii zugeschnittene Steuerung, vor allem das Schwingen durch tiefe Häuserschluchten macht eine Menge Spaß. Wenn man wirklich auf Spider-Man steht und man über die hier aufgeführten Mankos hinwegsehen kann, dürfte man Spaß an dem Spiel finden. Aber auch nur dann.

Grafik

schwach

Sound

schwach

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

60%

Singleplayer

-

Multiplayer

Developer

Vicarious Vision Inc.

Publisher

Activision

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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