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Reviews: Nintendo Wii

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Schlag den Raab - Das 3. Spiel

Party

07.10.2012

Zu Marios Eindruck zum Spiel auf 10doTV

 

Autor: Mario Kablau

 

 

Ich schlag den Raab – immer noch!

 

Als ich 2010 das erste Mal virtuell gegen Stefan Raab angetreten bin, war ich nicht wirklich begeistert. Das Videospiel ist zwar an sich grundsätzlich eine gute Idee, vor allem, da ich die Sendung immer noch gerne gucke, aber das Spiel hatte einfach viel zu viele Mängel.

 

Zum einen wäre da die miese Grafik. Zwar sind die Charaktere gut, äh, karikiert, aber das war es dann auch schon. Es gibt keine Gesichtsanimationen, keine Effekte, keine wirklich beweglichen Objekte abseits der Teile, die sich aufgrund eines Spiels eben bewegen müssen und, und, und... Dazu kam die wohl mieseste Raab-KI, die man sich vorstellen kann. Statt ihn realistisch nachzubauen, was sicher kein Problem gewesen sein dürfte, schließlich kann man das ja einfach testen, ist er einfach nur eine Standard-KI, die je nach Schwierigkeitsgrad mal dumm und mal noch dümmer ist. Erklären lässt sich das natürlich ganz einfach: Die Zielgruppe beschränkt sich auf Deutschland und Österreich, daher ist einfach kein Mörder-Budget dafür da.

 

Nun, zwei Spiele später, sollte es aber doch eigentlich genug Geld und Zeit gegeben haben, das Spiel auch auf der Wii zu optimieren. Während die Versionen für PC und PS3, die es seit dem 2. Spiel schon gibt, mit HD-Grafik glänzen, hat sich auf der Wii jedoch nichts getan. Okay, Opdenhö..., äh Gätjen bewegt nun seinen Mund beim Sprechen und die Spielfiguren tun das auch. Raab bleibt aber weiter regungslos, was vor allem seine Niederlagen irgendwie ungewollt komisch werden lässt.

 

Auch die KI wurde kaum optimiert, so dass ich in meinem ersten Spiel mit sage und schreibe 66:0 gewonnen habe. Das wird es in echt wohl nicht geben. Vor allem nicht mit einem Gegner wie mir, der eigentlich vor allem in einigen Wissensbereichen niemals mit Stefan Raab mithalten könnte. Aber wieso fange ich hier eigentlich mit dem Fazit an und schreibe gar nichts zum Spiel an sich? Keine Ahnung, daher Zeit das zu ändern.

 

 

25 Spiele für bis zu acht Spieler!

 

Der Kern des Spiels ist natürlich der Showmodus. Hier spielt man genauso wie in der TV-Show in maximal 15 Spiele mit ansteigender Wertigkeit gegen Raab. Mehr als 12 Spiele habe ich jedoch noch nie zum Sieg gebraucht. Viel gelungener ist da der Multiplayer, denn man kann die Show mit bis zu acht Leuten bestreiten. Wirklich sinnvoll ist es zwar in meinen Augen nur zu zweit, schließlich ist Schlag den Raab ein Duell Mann gegen Mann und keine Tag-Team Party.

 

Die einzelnen Spiele sind dabei in zwei Gruppen unterteilt. Zum einen gibt es Wissensspiele wie „Wo liegt was?“, „Blamieren oder kassieren“, „Kopfrechnen“ und „Wer lügt?“. Hier geht es darum, sein Wissen in bestimmten Bereichen unter Beweis zu stellen. Bei „Wo liegt was?“ muss man zum Beispiel anhand eines Satzes feststellen, um welchen Ort es geht und diesen dann auf einer Europakarte (natürlich ohne Grenzmarkierungen) markieren. Wer näher dran ist, bekommt einen Punkt.

 

Zum anderen gibt es Aktionsspiele, bei denen man sein Geschick und seine Ausdauer unter Beweis stellen muss. Zwar sind Dinge wie „Bäume fällen“ oder Autoreifen digital nicht wirklich anstrengend, aber leicht ist trotzdem nicht alles. Vor allem bei den Spielen, in denen die Bewegungssteuerung der Wii-Fernbedienung zum Einsatz kommt, muss man sich schon etwas anstrengen. Oft kommen die Probleme aber von der etwas seltsamen Erkennung von Bewegungen, aber daran kann man sich gewöhnen. Fast perfekt umgesetzt ist nur das Spiel „Knöpfchen drücken“. Hier muss man nämlich im Original in einer Minute so oft wie möglich auf einen Knopf drücken, das geht natürlich auch mit einem Controller perfekt und ist echt anstrengend. Wenn da nicht ein großes Problem wäre, das sich durch das gesamte Spiel zieht: Man kriegt zu viel Information.

 

Bei „Knöpfchen drücken“ sieht man nämlich jederzeit, wie oft man selbst und wie oft der Gegner schon gedrückt hat. Das macht es natürlich leicht, auf das Umfeld zu reagieren. Im Original ist das nicht so, was für viel mehr Spannung sorgt und dafür, dass man wirklich bis zum Ende einfach alles geben muss. Dieses Problem kommt noch häufiger vor: Bei „Schätzen“ zum Beispiel sieht man was der Gegner eingibt und wenn er zuerst dran ist, kann man perfekt drauf reagieren. Das hätte man einfach besser lösen müssen, weil es das ohnehin schon zu leichte Spiel noch viel einfacher macht.

 

Insgesamt sind die Spiele aber technisch ganz gut umgesetzt, vor allem mit einem menschlichen Gegner macht es teilweise großen Spaß. Die Wissensspiele kommen so den Originalen aus der Show sehr nahe, weil man eben gegen einen echten Menschen antritt. Bei den Aktionsspielen ist es dagegen wie bei allen Videospielen: Wer besser mit dem Controller umgehen kann, gewinnt in der Regel. Das wäre im Original anders, weil dort natürlich vielfältige Dinge abverlangt werden.

 

 

Und was gibt es sonst noch so?

 

Wie schon in den beiden Vorgängern kann man ja leider beim Duell gegen Stefan Raab keine halbe Million oder noch mehr gewinnen, sondern nur Credits. Diese dienen ausschließlich dazu, im Bonusladen Dinge freizuschalten. Am wichtigsten sind da natürlich weitere Spiele zu erwähnen, insgesamt 10 der 25 lassen sich so nach einem Sieg gegen Raab kaufen. Nach nur einem Sieg? Ja, eins kostet 50.000 Credits, so dass man direkt alles abräumen kann.

 

Zwei weitere Siege später ist das auch das meiste vom Rest vermutlich gekauft, da wären zum Beispiel neue Kostüme für Raab und die fünf Spielfiguren, ein paar Fotos und Outtakes von den Audioaufnahmen zum Spiel sowie diverse Artworks. Das alles ist zwar an sich nett, aber kein Grund, allzu oft gegen Raab anzutreten. Dafür ist es einfach insgesamt zu langweilig und zu weit weg vom Original. Daran ändert auch die neue Ansicht aus der Egoperspektive des Gegners nichts, auch wenn das eine gute Idee ist.

 

Weitere Extras gibt es nicht und innovative Spielmodi sucht man auch vergeblich. Neben dem Show-Modus gibt es noch den bereits angekündigten Team-Modus für bis zum acht Leute, der in meinen Augen aber nichts taugt. Im Übungsmodus kann man die einzelnen Spiele üben, aber da das nicht wirklich nötig ist, bringt auch der Modus nicht so viel. Vor allem, da man selbst im Show-Modus jedes Spiel erstmal üben kann, bevor es richtig losgehen. So kommt natürlich umso mehr echter Druck wie im Original auf. ;-)

 

 

Technik

 

Da ich mich über die Grafik schon ausführlich ausge..., äh, ...sprochen habe, will ich jetzt nur noch auf die akustische Untermalung eingehen. Während Musik quasi nicht vorhanden ist – und es zum Glück auch keine Live-Acts gibt – ist die Sprache umso wichtiger. Nach wie vor wurden die Stimmen von Raab, Elton und Gätjen selbst eingesprochen, jedoch macht letzterer (leider) den Großteil der Sprache aus. Von Elton gibt es logischerweise nur beim „Blamieren oder Kassieren“ etwas zu hören und Raab hat nur ein paar dumme Sprüche auf Lager. Und auch wenn ich den Moderator der Show nicht ausstehen kann, finde ich es schon komisch, dass nicht er die einzelnen Fragen vorliest, sondern eine andere – unbekannte – Stimme. Auch das ist also nicht originalgetreu.

 

Leider merkt man allen Sprechern an, dass sie keine professionellen Sprecher sind, denn sie können es allesamt nicht. In der Show sind Raab und Elton ja aufgrund der Spontanität noch lustig, wenn sie ihre Sprüche ablesen, geht jegliche Lockerheit total verloren. Und wenn man schon beim freien Sprechen nicht locker ist – wie bei Gätjen der Fall – dann ist es abgelesen ganz besonders schlecht. Es sind eben diese Sprecher, die leider einen Großteil des Flairs zerstören. Somit will einfach nicht das richtige Schlag den Raab-Gefühl entstehen, dazu ist einfach zu viel falsch.

 

 

Vielen Dank an Namco Bandai für das Testmuster.

 

Noch mehr Infos gewünscht? Hier findet ihr Marios Eindruck zu Schlag den Raab – Das 3. Spiel.


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Fazit

Unterm Strich ist auch das 3. Spiel von Schlag den Raab eher schlecht geworden. Vor allem der Einzelspieler kann mich so gar nicht überzeugen. Warum? Vor allem wegen der miesen Raab-KI, wo es doch eigentlich so einfach wäre, das gescheit umzusetzen. Dazu kommt die maue Grafik und die schlechte Sprachausgabe, die vor allem von Gätjens nicht vorhandenem Vorlese-Talent nach unten gezogen wird. Aber: Zu zweit macht es doch Spaß, vor allem die Wissensspiele können da überzeugen, sofern man Fan der TV-Show ist. Wer die Show nicht mag und wer hauptsächlich alleine spielen will, der sollte einen weiten Bogen um das Spiel machen.

Grafik

schwach

Sound

schwach

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

45%

Singleplayer

65%

Multiplayer

Release

11.09.2012

Developer

Sporing

Publisher

Namco Bandai

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-8


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