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Reviews: Nintendo Wii

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Dewy's Adventure

Adventure

13.12.2007

Autor: Mario Kablau

 

 

Ein kleiner Wassertropfen!

 

Vor langer Zeit gab es ein wunderschönes Land mit kristallklaren Gewässern und grünen Flüssen. In diesem Land lebten die Eaus und versammelten sich unter dem Baum der Sieben Farben, der allen Dingen Leben spendete. Alles war friedlich, bis eines Tages das Schwarze Wasser vom Himmel herabregnete und der bösartige Don Hedron erschien. Der Baum der Sieben Farben gebar Dewy, einen kleinen Wassertropfen mit magischen Kräften, der den Eaus bei ihrem Kampf helfen sollte.

 

Nach einer langen und schweren Schlacht konnten sie das Land schließlich wieder zurück zu alter Schönheit führen. Eine lange Zeit verging, und die Namen Dewy und Don Hedron gerieten langsam in Vergessenheit. Dann, eines Tages, regnete es wieder Schwarzes Wasser, diesmal schlimmer als zuvor. Das faulige Wasser färbte das ganze Land schwarz. Der Baum der Sieben Farben nahm all seine schwindenden Kräfte zusammen, um den kleinen verzauberten Wassertropfen noch einmal herbeizurufen...

 

So beginnt das eigentliche Abenteuer von Dewy. Er muss ein weiteres Mal Don Hedron aufhalten, diesmal jedoch ohne die Hilfe der Eaus, da sie alle gefangen genommen wurden. Der Baum der Sieben Farben bezieht seine Kraft aus sieben magischen Kugeln, doch sechs davon wurden gestohlen und versteckt. Dewy’s Aufgabe ist es also, sie zurückzuholen und somit dem Baum seine alte Kraft wiederzugeben.

 

Zu Beginn des Spiels befindet man sich im Hotori-Dorf, das am Fuße des Baumes errichtet ist. Dort übernimmt der Spieler erstmals die Kontrolle über Dewy oder besser gesagt über die Umwelt. Man steuert den kleinen Helden nämlich größtenteils indirekt, in dem man die quer gehaltene Wiimote neigt. Die Umgebung neigt sich dann ebenso und Dewy rutscht bergab. Darüber hinaus kann man ihn mit der 2-Taste springen und aus der Luft mit der 1-Taste angreifen lassen.

 

Wie echtes Wasser reagiert Dewy natürlich auch auf Veränderungen der Umwelt. Wenn der Spieler über das Steuerkreuz die Temperatur nach oben oder unten ändert, dann wird der Wassertropfen zu einer Dampfwolke oder zu einem Eiskristall. Als Dampfwolke ist er in der Lage, diverse Gegner mit Blitzen anzugreifen oder zu lähmen. Da er dann jedoch in der Luft schwebt, haben Veränderungen der Neigung keinen Einfluss mehr auf ihn. Als Eiskristall sind seine Angriffe deutlich stärker und er bewegt sich schneller. Schüttelt der Spieler die Wiimote schnell hin und her, dann wird ein Erdbeben ausgelöst, das Hindernisse aus dem Weg räumen und Gegner besiegen kann. Schüttelt man schnell nach oben und unten, dann setzt starker Wind ein, der bestimmte Plattformen fliegen und Dewy weiter springen lässt.

 

Auf diese Art und Weise steuert man den Helden durch die insgesamt sechs verschiedene Welten mit je vier Leveln und einem Endgegner, der jeweils eine der magischen Kugeln in seinem Besitz hat. Auf der Reise durch die Welten muss Dewy die Eaus befreien, die dort gefangen gehalten werden. So hat jeder Gegner einen in seiner Gewalt und manchmal findet der Held sogar ganze Käfige voller Eaus. Ebenso sind nicht wenige durch das Schwarze Wasser gefangen und Dewy muss sie mit seinem reinen Wasser befreien. Insgesamt 100 Eaus befinden sich in jedem Level, wobei nicht selten einige deutlich abseits des Hauptweges liegen. In jedem Level befindet sich außerdem eine Heilscherbe, wovon man jeweils vier Stück finden muss, um Dewy’s Energie um einen Kraftpunkt zu erweitern. Auf diesem Wege kann er seine Ausdauer von Anfangs drei Punkten auf maximal neun erhöhen, was vor allem für die Endgegner nicht unwichtig ist. Ganz zum Schluss öffnet sich eine siebte Welt, in der man jedoch nur noch gegen diverse schon bekannte Endgegner kämpfen bzw. massig andere Gegner besiegen muss, um zu Don Hedron zu kommen.

 

 

Kontrolliere die Umwelt!

 

Wer schon immer die Kontrolle über Mutter Natur haben wollte, der hat nun die Möglichkeit dazu. Durch geschickte Neigungen, Temperaturänderungen, Erdbeben und den Wind hilft man Dewy durch das Abenteuer, um die Kraft des Baumes wiederherzustellen. Hauptsächlich geht es darum, die Umwelt geschickt einzusetzen, um das Ziel jeden Levels zu erreichen. Auf dem Weg dahin sollte man möglichst viele Gegner besiegen und Eaus finden, damit man eine gute Bewertung bekommt.

 

Man muss jedoch Dewy nicht einfach nur rutschen lassen. An bestimmten Stellen gibt es verschiedene Aufgaben zu bewältigen, damit man weiter kommt. Sei es, alle auftauchenden Gegner zu besiegen, einen Schlüssel zu finden, Schalter zu betätigen oder Hindernisse zu zerstören. Durch diese mehr oder weniger abwechslungsreichen Puzzle wird man ein wenig davon abgelenkt, dass sich Dewy im Laufe des gesamten Spiels nicht verändert, da man bereits von Beginn an alle Fähigkeiten einsetzen kann.

 

Natürlich kommt es auch auf die Geschicklichkeit des Spielers an, denn nicht selten muss man den Helden über enge Brücken oder tiefe Abgründe führen. Ab und zu kommt auch eine Zeitkomponente dazu, denn manche Schalter lassen zum Beispiel eine Brücke nur für wenige Sekunden erscheinen. Schafft man es durch die vier Level einer Welt, dann betritt man am Ende eine Höhle, in der es einen Boss zu bezwingen gilt. In diesen Bosskämpfen wird Dewy zwar grundsätzlich genauso gesteuert, allerdings sind das die wenigen Momente, in denen man als Spieler wirklich nachdenken muss, um die Schwachstellen zu finden. Leider macht das Spiel hier aber auch viel Potential kaputt, da man besonders am Anfang mit der Holzhammer-Methode auf die Schwachpunkte hingewiesen wird. Reicht das nicht aus, dann gibt es sogar Post an die Wii-Pinnwand, worin weitere Tipps verraten werden. Leider kann man keine dieser Hilfen ausschalten.

 

Die wohl größte Schwäche des Spiels ist jedoch die sehr seltsame Kamera, die man grundsätzlich nicht selbst steuern kann. Die Ansicht ist vorgegeben und verändert sich nur an bestimmten Punkten. Dadurch erkennt man teilweise nicht, ob ein Objekt zu hoch ist, um es per Sprung zu erreichen, wie weit ein Abgrund wirklich ist und an welcher Stelle man hochspringen muss, um eine höher liegende Plattform zu erreichen. Dies sorgt nicht selten für Frust, vor allem in späteren Leveln, in denen es nicht nur auf Geschicklichkeit, sondern auch auf gutes Timing ankommt. Es gibt einige Stellen, an denen man einfach ausprobieren muss, was geht und was nicht, damit man weiter kommt und das ist nicht gerade Spaß fördernd. Zum Glück verliert Dewy bei jedem Absturz nur einen halben Kraftpunkt, so dass man in der Regel genug Versuche hat, um es zu schaffen, ohne den Level von vorne beginnen zu müssen, aber nervig ist es dennoch.

 

 

Technik und Umfang

 

Wie schon Eledees überzeugt auch Dewy eher durch seine innovative und gut durchdachte Steuerung, als durch High End Grafikpracht und zauberhafte Effekte. Die Umwelt sieht zwar schön aus und es ist ein deutlicher Sprung nach vorne im Vergleich zur sehr leblosen wirkenden und einfarbigen Welt von Eledees, aber optimal ist es immer noch nicht. Es ist alles sehr farbenfroh und voller Leben, aber es mangelt eindeutig an Abwechslung. Obwohl die sechs Welten sehr verschiedene Themen haben (Wiese, Dschungel, Eiswelt, Höhle, Wüste und Feuerwelt), wirkt alles doch irgendwie ähnlich. Die einzigen Auswirkungen auf Dewy sind, dass er in der Eiswelt nicht zur Wolke und in der Feuerwelt nicht zum Eiskristall werden kann. Ebenso sind die starken Treppeneffekte im Progressive Scan Modus etwas nervig.

 

Von der Monotonie heben sich die Bosskämpfe etwas ab, denn hier bieten die Entwickler wirklich Abwechslung. Jeder Kampf erfordert eine andere Technik und selbst mit Tipps sind sie nicht immer leicht zu besiegen. Schade nur, dass es nur so wenige dieser Kämpfe gibt. Wirklich umfangreich ist das gesamte Spiel auch nicht gerade. Die sechs Welten kann man locker in unter 10 Stunden schaffen und dabei schon den Großteil der Eaus und Upgrades finden. Wirklich gefordert wird man selten, so dass man den Game Over Bildschirm nur (wenn überhaupt) bei Endgegnern zu sehen bekommt.

 

Den Vogel abgeschossen haben die Entwickler mit Musik und Sound, denn hier ist es wirklich schwer, Abwechslung zu finden. Die sechs Melodien der Welten sind zwar unterschiedlich, aber meistens halten sie sich so stark im Hintergrund, dass man kaum Musik wahrnimmt. Der Sound ist extrem kitschig und vor allem geprägt durch Baby artige Geräusche, die schon nach kurzer Zeit die Geduld des Spielers auf die Probe stellen.

 

So innovativ die Steuerung auch ist, habe ich auch hier leider etwas zu meckern. Man kann zwar die Sensitivität im Menü einstellen, aber das ändert nichts daran, dass sich alles sehr weich anfühlt. Neigt man die Fernbedienung leicht, dann passiert zunächst kaum etwas und plötzlich gibt Dewy dann richtig Gas. Das liegt jedoch auch an der Ansicht, denn durch die Perspektive von schräg oben erkennt man Unebenheiten im Gelände kaum, so dass es teilweise wirklich schwer ist, bestimmte Wege zu rutschen, ohne dabei abzustürzen. Im Vergleich zu sehr direkten Steuerung von Kororinpa hat man hier nie das Gefühl, wirklich alles unter Kontrolle zu haben. Doch zum Glück ist der Schwierigkeitsgrad nur selten so hoch, dass das wirklich zu einem Problem wird.

 

 

Multiplayer

 

Neben dem Story-Modus bietet das Spiel auch noch einen Modus für bis zu vier Spieler. Dazu gibt es ein paar spezielle Level, in denen man sich gleichzeitig bewegt, um vor Ablauf der Zeit, die meisten Sterne einzusammeln. Wirklich abwechslungsreich ist das nicht, aber Spaß macht es trotzdem. Besonders toll ist, dass man eigene Level dazu bauen kann, was wirklich kinderleicht ist. Man wählt einfach einen Untergrund und setzt dann Gegenstände, Gegner und Sterne auf die Umgebung. Im Laufe des Abenteuers findet man weitere Teile, Hintergründe und andere Features, die man dort verbauen kann. Selbst gebaute Arenen kann man jedoch nicht nur selbst spielen, sondern auch per WC24 an seine Freunde verschicken. Direkte Online-Matches sind dagegen leider nicht möglich.

 

Darüber hinaus kann man im Spiel Fotos schießen und sich diese dann über das Menü ansehen oder sie an Freunde verschicken. So kann man zum Beispiel Tipps geben, in dem man ein gerade gefundenes Geheimnis per Klick direkt im Spiel fotografiert und dann per WC24 verschickt.

 

Wirklich abwechslungsreich oder lange begeisternd ist der Mehrspieler-Modus jedoch leider nicht. Es macht jedoch auf jeden Fall Spaß, eigene Level zu bauen und diese dann im Anschluss zu spielen. Vor allem, wenn man zu viert vor dem Fernseher sitzt, entstehen nicht selten wirklich extrem lustige, schwere oder einfach nur verrückte Areale, die wirklich spielenswert sind.

 

 

Vielen Dank an Konami für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Dewy’s Adventure macht vieles richtig, aber leider auch einiges falsch. Die Welt ist schön lebhaft, die Steuerung grundsätzlich sehr gut durchdacht und innovativ und man bekommt etwas geboten, das sich sehr neu und unverbraucht anfühlt. Dennoch hat das Spiel einige Schwächen, wie die zu lockere Kontrolle über die Umgebung und die starre Kamera an manchen Punkten. Der Umfang ist zwar nicht wirklich riesig, aber dafür gibt es in den Welten jede Menge zu entdecken, so dass man durchaus viel Zeit mit dem Spiel verbringen kann, wenn man alles finden will. Das einfache Durchspielen ist in etwa 6-8 Stunden möglich. Der Mehrspieler-Modus besticht vor allem durch die Möglichkeit, selber Level zu bauen und mit Freunden online auszutauschen, während das Spielprinzip dort mehr Abwechslung gebrauchen könnte. Unterm Strich ist Dewy’s Adventure ein gutes Spiel, was aber sicherlich nicht jedem Spaß machen wird. Wer sich nicht sicher ist, sollte vorher auf jeden Fall selbst anspielen.

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

79%

Singleplayer

69%

Multiplayer

Release

21.11.2007

Developer

Konami

Publisher

Konami

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

2-4


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