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Guitar Hero III: Legends of Rock

Musik

25.12.2007

Autor: Mario Kablau

 

 

Bist du eine Rocklegende?

 

Wer hat nicht schon immer gerne Luftgitarre gespielt? Wer hat sich noch nie vorgestellt, als Rockstar vor einem großen Publikum auf der Bühne zu stehen? Wer würde nicht gerne 70 der besten Rockhits aller Zeiten selber spielen können? Jeder, der auch nur eine dieser drei exemplarischen Fragen auf sich selbst beziehen kann, der braucht den Test eigentlich gar nicht weiter zu lesen, sondern sollte stattdessen direkt den nächsten Elektronik-Fachmarkt oder Online-Shop besuchen und sich ein Exemplar von Guitar Hero III für die Wii sichern.

 

Guitar Hero ist ein Spiel, in dem man die Kontrolle über den Gitarristen einer Rockband übernimmt, die sich von ganz unten nach ganz oben kämpfen will und dazu die bekanntesten Hits aus dem Genre vor immer größer werdendem Publikum spielt. Da jedoch Gitarre spielen mit einem Gamepad ziemlich langweilig wäre, gibt es einen passenden Gitarren-Controller dazu. Die aktuelle Ausgabe ist eine Nachbildung der Gibson Les Paul, hat jedoch mit der Vorlage außer der Form kaum Gemeinsamkeiten.

 

Wenn man in einem solchen Spiel eine ganz normale Gitarre spielen würde, dann könnte man sich auch gleich auf den quälenden Weg begeben, das Spielen richtig zu lernen, aber das will man als Gamer ja nur in den seltensten Fällen. Deshalb ist die Nachbildung deutlich kleiner und leichter als das Original und hat keine Saiten, sondern lediglich einen Anschlag und fünf Tasten am oberen Ende des Halses.

 

Spielt man ein Lied, dann laufen auf dem Bildschirm an einem Gitarrenhals bis zu fünf verschiedenfarbige Noten entlang. Jede Farbe steht für einen Knopf auf der Gitarre. Erreicht eine Note den Taktstrich am unteren Ende des Bildschirms, dann muss man die Taste auf der Gitarre drücken und mit der anderen Hand anschlagen. So spielt man die Melodie der über 70 verschiedenen Songs in einem der vier Schwierigkeitsgrade durch und wird am Ende für seine Leistung beurteilt. Nach jeweils 3 gespielten Songs steigt die Band eine Stufe höher und wird so immer berühmter und die Lieder immer anspruchsvoller.

 

Auf der niedrigsten Stufe fängt das Spiel generell sehr gemütlich an, denn es werden nur drei der fünf möglichen Farben verwendet, so dass man recht schnell Zeige-, Mittel- und Ringfinger so sortiert hat, dass man die Noten gut trifft. In der mittleren Stufe kommen dann die vierte Farbe und damit auch der kleine Finger dazu, was schon deutlich mehr Koordination erfordert. Auf den letzten beiden Stufen muss man dann alle fünf Farben drauf haben, was also dazu führt, dass man regelmäßig umgreifen muss. Hier trennt sich die Spreu spätestens vom Weizen, denn man braucht jede Menge Geschick und Ausdauer, um diese beiden Stufen zu meistern. Allerdings ist auch die mittlere Stufe zum Ende hin schon ziemlich heftig.

 

Rechts unten auf dem Bildschirm ist eine Art Drehzahlmesser (Rock-O-Meter) abgebildet, der sich zu Beginn im neutralen Bereich bewegt. Trifft man Noten, dann geht er nach oben, verfehlt man sie, dann wandert er nach unten. Ist die Nadel ganz unten angekommen, dann ist man gescheitert und muss den Song erneut spielen. Über der Anzeige sind fünf Lämpchen, die zu leuchten beginnen, wenn man spezielle Noten trifft. Wenn mindestens drei davon an sind, dann löst man durch Hochreißen des Gitarrenhalses die sogenannte Star-Power aus, die für eine begrenzte Zeit dafür sorgt, dass man doppelt so viele Punkte sammelt, wie sonst. Hier befindet sich auch die einzige Schwäche in der Steuerung des Spiels, denn die Gitarre reagiert beim Hochziehen nicht immer sofort, was oft zu Fehlern führt, weil man unnötig abgelenkt wird. Man muss den Hals fast senkrecht aufstellen und manchmal einige Sekunden halten, bevor die Starpower ausgelöst wird.

 

Kombiniert wird das Ganze mit dem Kombozähler auf der linken Seite, der sich zwischen 1 und 4 bewegt, je nachdem wie viele Noten man hintereinander fehlerfrei gespielt hat. Je höher der Zähler, desto mehr Punkte macht man. Bei ausgelöster Star-Power verdoppelt sich die Höhe des Multiplikators. Wie auf bei echten Gitarren, gibt es auch auf der Les Paul ein Tremolo, mit dem man lang gehaltene Noten verzerren kann, um den Sound zu verändern. Macht man das bei den speziellen Noten, die die Star-Power aufladen, dann gehen die Lämpchen schneller an.

 

Durch die Kombination von Anschlag, Noten greifen, Tremolo und Star-Power hat man mit der Gitarre in der Hand schon nach kurzer Zeit fast das Gefühl, selbst auf der Bühne zu stehen. Man beginnt, den Rhythmus mit dem Fuß zu begleiten, der Oberkörper wippt im Takt mit und – eine entsprechende Matte vorausgesetzt – kommt auch der Kopf bald schwungvoll zum Einsatz. So lange die Nachbarn das nicht durch ein Fenster beobachten können und die Männer in den weißen Kitteln rufen, macht das auch riesigen Spaß, vor allem weil die, Lernkurve steil nach oben zeigt und die Songauswahl einfach grandios gut ist.

 

 

Dein Weg nach ganz oben!

 

Wie schon angedeutet, spielt man sich im Laufe der Zeit langsam nach oben, wobei die Karriere es erfordert, mindestens 32 Songs zu bestehen, die in 8 Kapitel eingeteilt sind. Jedes Kapitel besteht zunächst aus vier Titeln, von denen man drei bestehen muss, um die nächste Stufe zu erreichen. Spielt man gut genug, dann wollen die Zuschauer eine Zugabe, so dass man pro Kapitel auf 5 Songs kommt. Ab und zu taucht auch ein bekannter Gitarrist auf, gegen den man dann ein Duell spielen muss. So sind zum Beispiel Tom Morello und Slash per Motion Capturing originalgetreu eingebaut worden.

 

Für jeden Auftritt bekommt man, je nach Abschneiden, Kohle. Damit kann man im Shop neue Charaktere, Gitarren, Klamotten und auch Songs kaufen. So kommt man insgesamt auf über 70 spielbare Stücke. Man bekommt mehr Geld, je besser man spielt und desto höher die Stufe ist, in der man sich gerade befindet. Der Shop ist dabei so reichlich gefüllt, dass man eine ganze Weile spielen muss, bevor man wirklich alles gekauft hat.

 

Neben der normalen Karriere gibt es auch die Möglichkeit, zu zweit durch das Spiel zu rocken. Dazu übernimmt entweder einer den Bass der andere spielt Gitarre, oder einer spielt die Lead-Gitarre und der andere die Rhythmus-Gitarre. Wer welches Instrument spielt, kann man natürlich frei wählen. Das erfordert natürlich einen zweiten Gitarren-Controller, da es mit Gamepad nicht wirklich Spaß macht. Beide Spieler können den Schwierigkeitsgrad getrennt festlegen, so dass auch unterschiedliche begabte zusammen zocken können. Allerdings teilen sich beide dasselbe Rock-O-Meter und zum Auslösen der Star-Power müssen beide gleichzeitig den Gitarrenhals hoch reißen. Leider ist es, wie bereits erwähnt, jedoch nicht möglich, die Koop-Karriere online zu spielen. Letzteres geht „nur“ bei einzelnen Songs oder im Battle-Modus.

 

In den Battle-Modi, die ja auch in der Karriere gegen diverse Stars bestanden werden müssen, geht es darum, den Gegner vor dem Ende des Songs zu bezwingen. Man hat statt Star-Power die sogenannte Battle-Power, was nichts anderes bedeutet, als Items, die dem Gegner das Leben zur Hölle machen sollen. Sammelt man solche Items ein, dann kann man zum Beispiel dafür sorgen, dass der Verstärker des Gegners überlastet, dass ihm eine Saite reißt oder dass sein Schwierigkeitsgrad steigt. Diese Änderungen sind jeweils nur temporär und es kann vom Gegner teilweise auch beeinflusst werden, wie lange sie wirken. Auf jeden Fall aber lenken sie vom Treffen der Noten ab und nur wenn man es schafft, dass der andere mehr Fehler macht, als man selbst, hat man eine Chance auf den Sieg.

 

Spielt man ein normales Duell (oder Pro-Duell, was man später freischalten kann), dann spielen beide Spieler denselben Song und es gewinnt derjenige, der am Ende besser abgeschnitten hat. Sowohl die Duelle als auch der Battle-Modus sind online spielbar. Hierzu wählt man sich einfach in die Wi-Fi Connection ein, trifft seine Wahl über Spielart, etc. und dann wird ein passender Gegner gesucht. Zusätzlich kann man noch festlegen, wie viele Songs gespielt werden sollen und je nach Anzahl hat jeder Rocker eine bestimmte Anzahl an Stimmen, nach denen die Lieder ausgewählt werden. Über diese normalen Spiele dauert es etwa 30 Sekunden, bevor man online losrocken kann. Darüber hinaus ist es per Freundescodes auch möglich, gegen ganz bestimmte Leute zu spielen. Leider ist es nicht möglich, die Karriere gemeinsam über die Wi-Fi Connection zu spielen.

 

Die Auswahlmöglichkeiten sind okay und auch die zufällige Auswahl der Gegner, die zu einem passen, funktioniert ganz gut. Blöd ist nur, dass viele Gegner einfach aussteigen, wenn man selbst besser ist und dann bricht das Spiel mittendrin ab, so dass man wieder neu suchen muss.

 

Neben diesen Möglichkeiten, kann man natürlich auch einfach in ein schnelles Spiel einsteigen und einen bestimmten Song auf der gewünschten Stufe spielen. Ebenso gibt es ein Trainingslager, in dem man mit der Steuerung vertraut gemacht wird und alle Songs in allen Stufen trainieren kann. Man hat hier die Möglichkeit, die Spielgeschwindigkeit in vier Stufen zu reduzieren, um so besonders harte Passagen besser zu beherrschen. Im Optionsmenü findet man unter anderem den schon angesprochenen Laden, in dem es allerhand Extras zu kaufen gibt. Darunter sind auch fünf Videos, die die Stars beim MoCap zeigen und interessante Einblicke in die Entstehung des Spiels geben. Ebenso kann man dort die Gitarre für Linkshänder umstellen, so dass die Noten in umgekehrter Reihenfolge über den Bildschirm laufen.

 

 

Technik

 

Zur Grafik braucht man nicht viele Worte zu verlieren, denn als Spieler bekommt man davon im Wesentlichen gar nichts mit. Sobald man spielt, blendet man die Umwelt um sich herum komplett aus und sieht nur noch die Noten auf dem Gitarrenhals. Nichtsdestotrotz bekommen Zuschauer auch etwas geboten, denn im Hintergrund rockt die virtuelle Band auf einer Bühne perfekt abgestimmt auf den aktuellen Song. Es sind also nicht bloß 0815-Videos, sondern alles wurde für alle Songs angepasst. So singt der Sänger Lippensynchron, kloppt der Schlagzeuger im Rhythmus und reißt der Gitarrist an den Saiten. Hier hätten es sich die Entwickler auch deutlich leichter machen können, aber dass sie das nicht getan haben, spricht für die Verliebtheit zum Detail, die sich durch das gesamte Spiel zieht.

 

Musikalisch ist das Spiel quantitativ natürlich das Non-Plus-Ultra. Mehr als 70 grandiose Songs müssen erstmal getoppt werden. Dazu sind sie alle einwandfrei spielbar, die Noten liegen perfekt und die Schwierigkeitsstufen sind optimal abgestimmt. Völlig unverzeihlich ist allerdings ein Bug in der Wii-Version, der dazu führt, dass das Spiel nur ein Mono-Signal abgibt, wenn man es auf Dolby Pro Logic II umstellt. Wer die Wii an einer Dolby Anlage angeschlossen hat, dem wird das auf jeden Fall auffallen, da dann nur Ton aus der Center Box kommt. Wenigstens hat Activision hier eine Fehlerbehebung angekündigt. In nicht allzu ferner Zukunft wird es eine neue Version geben, die Käufer der alten kostenfrei bekommen können. Wann es soweit ist und ob es auch außerhalb der USA durchgeführt wird, steht allerdings noch nicht fest.

 

Toll an der Wii-Version ist, dass die Fernbedienung im Controller eingebaut wird. So kommen die schiefen Töne, wenn man eine falsche Note spielt, nicht aus dem Lautsprecher am Fernseher, wie bei den anderen Versionen, sondern direkt von der Gitarre, die den Fehler verursacht hat. Das ist besonders im Mehrspieler-Modus toll, denn man weiß immer sofort, wer gerade Mist baut. Ebenso wurde das Rumble-Feature eingesetzt, so dass die Gitarre vibriert, wenn man die Star-Power einsetzt.

 

Neben diesen, den anderen Versionen überlegenen Möglichkeiten, hat die Wii-Version allerdings auch (noch) eine Schwäche. Aktuell ist es nicht möglich, sich neue Songs per Wi-Fi herunterzuladen, wie es auf Xbox 360 und PS3 der Fall ist. Auch dies soll sich nach Aussage von Activision jedoch schon bald ändern. Als wären 70 Songs nicht schon mehr als genug, kann man dann auch noch individuelle Titel und Band Packs herunterladen, um das Spiel noch mehr zu dem zu machen, was man sich selber wünscht.

 

Der Online-Modus ist ein sehr nettes Extra, das die Spielzeit deutlich verlängert, da viele (ich eingeschlossen) spätestens zum Ende der mittleren Stufe an ihrem Limit angekommen sind. Per Online macht das Training auch nach dem Abschluss der ersten beiden Schwierigkeitsgrade noch Spaß, so dass man das Spiel nicht nach 140 gemeisterten Songs weglegen wird. Sofern man die Muße hat, auch die fünfte Taste in den Griff zu bekommen, dann wird man als Guitar Hero Neuling wohl nicht fertig sein, bevor der vierte Teil erscheint. ;) Etwas blöd sind die gelegentlichen Ruckler bei Spielen über die Wi-Fi Connection, da dies natürlich leicht Fehler verursacht. Ich meine auch, dass die Songs online einen Tick langsamer laufen, um dies zu minimieren, da ich oftmals das Gefühl hatte, mich komplett neu an Lieder gewöhnen zu müssen. Großen Spaß macht es aber dennoch, vor allem, wenn man seine Lieblingssongs gegen Freunde rocken kann.


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Fazit

Guitar Hero III auf Wii ist eine echte Offenbarung: Es ist grandios spielbar, die Songauswahl ist riesig und auch das Online-Spielen klappt beinahe einwandfrei. Einziger Wermutstropfen ist die Tatsache, dass man online nicht zusammen sondern nur gegeneinander rocken kann. Die Technik ist zweckmäßig, weil man die Grafik beim Spielen eh nicht wahrnimmt. Solange der fiese Mono-Bug nicht verbessert wurde, gibt es aber auf jeden Fall einen dicken Abzug dafür und auch die noch fehlende Möglichkeit, neue Songs herunterzuladen kostet Wertungspunkte. Beides soll aber in Zukunft verbessert werden, so dass die Note dann angepasst wird, sobald wir die neue Version testen konnten. Hobbyrocker und generell Rockmusik-Fans können mit dem Titel eigentlich nichts falsch machen. Lediglich der hohe Preis von knapp 90 Euro (plus: Zusatzgitarre kostet etwa 60 Euro) könnte abschreckend wirken. Sein Geld ist Guitar Hero III aber auf alle Fälle wert!

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

82%

Singleplayer

85%

Multiplayer

Release

30.11.2007

Developer

Red Octane

Publisher

Activision

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

1-2


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