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Reviews: Nintendo Wii

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Resident Evil: The Umbrella Chronicles

Action

05.01.2008

Autor: Gunnar Schreiber



Eigentlich kann man sich als Wii Besitzer und Fan der Resident Evil Reihe bisher kaum beklagen. Schließlich gab es im ersten Jahr der neuen Konsole gleich zwei Titel der Serie. Zugegeben, das eine war nur eine Umsetzung des vierten Teils und Umbrella Chronicles ist „nur“ ein Lightgun-Shooter. Da aber beide Spiele einen nahezu perfekten Gebrauch von den Fähigkeiten der Wiimote und Nunchuk machen, sollte man diese genießen und nicht verteufeln. Aufgrund des großen Erfolgs der Resident Evil Titel auf Wii, sind wir uns eh sicher, dass weitere in naher Zukunft folgen werden.

 

 

Die Geschichte

 

Das Spiel ist aufgeteilt in vier Kapitel, die die Teile Resident Evil Zero, Resident Evil 1 und Resident Evil 3 thematisieren. Das letzte Kapitel ist in einer geheimen Forschungsbasis in Sibirien angesiedelt und soll die endgültige Vernichtung des Umbrella Konzerns erklären. Kennern der Serie fällt auf, dass die Chronologie unvollständig ist. Die Geschehnisse von Resident Evil 2 werden nur am Rande erwähnt, ihr könnt aber nicht mit Claire und Leon spielen. Überhaupt keine Beachtung findet unverständlicherweise Resident Evil Code Veronica, was besonders schade ist, da auch in diesem Teil viele weitergehende Informationen zu Umbrella bereits erzählt wurden, die eigentlich auch in Umbrella Chronicles erwähnt werden müssten. Auch nicht dabei ist der vierte Teil, der allerdings auch deutlich nach dem Fall von Umbrella spielt und so hier tatsächlich fehl am Platz wäre.

 

Trotz der kleineren Lücken gibt Umbrella Chronicles fast die gesamte Geschichte um die Ereignisse in Raccoon City spannend wieder und ist somit ein Muss für Fans der Serie, die gerne nahezu alle Infos in einem Spiel vereint haben möchten sowie für alle Neueinsteiger, die gerne weiter in die Geschichte eintauchen möchten. Für diejenigen von euch, die sich bisher nicht so gut auskennen, hier mal eine kurze Zusammenfassung der Geschehnisse: In den thematisierten Resident Evil Teilen geht es um eine Firma namens Umbrella, die in einem geheimen Labor in der amerikanischen Stadt Raccoon City an biologischen Waffen arbeitet. Die größte Entdeckung ist dabei das so genannte T-Virus, der bei verschiedenen Lebensformen zu Mutationen führt und diese zu willenlosen Kriegern werden lässt. Da sich aber die meisten Kreaturen in ihrem Verhalten bisher kaum kontrollieren lassen, sind die Forschungen weiterhin geheim. Durch einen Unfall in dem Labor kann das Virus entweichen, was zu einer Mutation von Tieren wie Spinnen und Hunden führt. Menschen werden zu blutrünstigen Zombies, die schon bald die gesamte Stadt überrennen. Nur die Protagonisten, zumeist Mitglieder des Special Tactics and Rescue Service, kurz S.T.A.R.S., kämpfen um ihr Überleben und darum, die wahren Machenschaften des Umbrella Konzerns offen zu legen.

 

 

Das Gameplay

 

Resident Evil Umbrella Chronicles ist ein Lightgun-Shooter, d.h. das Spiel bewegt euch auf festen Bahnen durch die Level. Damit das Ganze nicht zu statisch wirkt, könnt ihr euch mittels Nunchuk ein wenig umsehen und an manchen Stellen in den Arealen eine alternative Route wählen. Außerdem sind die in Resident Evil 4 eingeführten „Quick Time Events“ zurück, d.h. sowohl während des Spiels als auch in Zwischensequenzen kann es passieren, dass ihr schnell eine bestimmte Taste drücken oder eine Bewegung ausführen müsst, um die jeweilige Situation zu meistern. In solchen Szenen, wie auch bei der Abwehr von zu nahe gekommenen Feinden, seht ihr eure Charaktere in Third Person Ansicht. Ansonsten wird alles, wie in einem Lightgun-Shooter nun mal üblich, in der Egoperspektive dargestellt.

 

Die vier Kapitel sind jeweils in drei Hauptlevels aufgeteilt. Ihr übernehmt dabei die Rolle der Charaktere, die in den Spielen, die dem jeweiligen Kapitel zugrunde liegen, die Protagonisten gewesen sind. Also spielt ihr entweder Rebecca oder Billy im ersten Kapitel oder säubert die Straßen von Raccoon City mit Jill oder Carlos. Bewaffnet seid ihr grundsätzlich mit einer Pistole mit unendlicher Munition. Zusätzlich könnt ihr vor einer Mission pro Charakter eine zweite Waffe, die ihr zuvor in einem Level entdeckt haben müsst, mitnehmen. Als Waffen stehen euch im Laufe des Spiels Shotguns, Schnellfeuergewehre und Raketenwerfer zur Verfügung. Findet ihr in einem Level Granaten oder eine dritte Waffe, so könnt ihr diese ebenfalls einsetzen. Alle anderen Waffen benötigen aber Munition, die ihr in den Leveln einsammeln könnt. Es gilt also die Wummen strategisch einzusetzen, da die Munition mit in den nächsten Level übernommen wird. Ballert ihr also eure beste Waffe leer, kann es sein, dass sie euch beim nächsten Endgegner nichts nützt.

 

An Gegner stellt sich euch alles in den Weg, was man aus den Resident Evil Spielen kennt. Freut euch auf Zombies, Licker, Hunter, Krähen, Hunde, Spinnen, Tyrants usw. Außerdem gibt es die bekannten Endgegner aus den jeweiligen Spielen. Kenner dieser werden sich freuen, dass sich die Taktiken zum Sieg nicht verändert haben.

 

Neben den Feinden könnt ihr aber auch einen Großteil der Umgebung zerballern, was den besonderen Reiz des Spiels ausmacht. Denn hinter jedem Bild, in jedem zerschossenen Blumentopf könnten sich Waffen, Heilkräuter, Erste-Hilfe-Sprays oder einfach nur eines der begehrten Sammel-Items befinden. Hierbei betreibt Capcom einen vorbildlichen Fan Service. Denn findet man zum Beispiel die versteckten Umbrella Icons, dann werden neue Infos zu den Charakteren, Gegnern oder der Geschichte freigeschaltet, die ihr euch vom Hauptmenü aus ansehen könnt. Es gibt dabei soviel zu entdecken, dass ihr jeden Level viele Male spielen müsst, bevor ihr tatsächlich alles gefunden habt.

 

Der Fan Service geht aber noch zwei Schritte weiter. So bekommt ihr erstens jede Menge Videosequenzen während des Spiels präsentiert. Manche sind schon aus den bisherigen Spielen bekannt, andere wurden neu geschnitten oder umarrangiert. Zweitens: Habt ihr die drei Hauptlevel des jeweiligen Kapitels geschafft, dann schaltet ihr sehr interessante Bonusmissionen frei. In jedem Kapitel gibt es mindestens eine Wesker Mission. Ihr übernehmt darin die Rolle vom Oberbösewicht Albert Wesker und erfahrt jede Menge Informationen über seine Beweggründe, Pläne und was er in der Zwischenzeit alles getrieben hat. Gerade all diejenigen unter euch, die nicht die absoluten Resident Evil Experten sind, werden auf diese Weise eine Menge neue Aspekte erfahren. Sehr schön ist auch die Bonusmission mit Rebecca Chambers in dem Mansion aus Teil 1. Wir erinnern uns, dass Rebecca nach den Geschehnissen in Resident Evil Zero zu dem Herrenhaus gelangt und dort von Jill und Chris entdeckt wird, als sie gerade einen verwundeten Kameraden verpflegt. In Umbrella Chronicles bekommt ihr nun erklärt, was sie in dem Mansion macht und wie es zu der Verwundung des Kameraden kam.

 

Am Ende jeden Levels wird abgerechnet. Dann bekommt ihr in Kategorien wie „Gegnerische Treffer“ oder „Kritische Treffer“ einen Rang von C bis S zugeteilt, aus dem sich dann ein Gesamtrang pro Level errechnet. Für diesen Rang bekommt ihr Sterne, die ihr wiederum verwenden könnt, um eure Waffen aufzuleveln. Ja richtig gelesen! Es gibt zwar keinen Händler wie in Teil 4, aber dennoch könnt ihr gegen Sterne eure Waffen in der Feuerkraft oder in der Munitionskapazität verbessern. Ich hoffe, es wird deutlich, dass das Spiel weitaus mehr zu bieten hat als die meisten anderen Lightgun-Shooter und auf keinen Fall als simples Ballerspiel abgestempelt werden sollte.

 

Wenn man wirklich alles freischalten, sämtliche Waffen aufleveln und alle Bonusmissionen schaffen will, dann ist man locker 20 Stunden beschäftigt, was für einen Lightgun-Shooter eine vorbildliche Spiellänge ist.

 

 

Die Steuerung

 

Wie bereits berichtet, bewegt ihr euch von alleine auf festen Bahnen. Mittels Wiimote könnt ihr das Fadenkreuz bewegen und mit B wird geballert. Das Fadenkreuz ist dabei ziemlich sensibel, so dass ihr am besten euren Arm irgendwo aufstützt, wenn ihr nicht gerade den Zapper oder eine andere Lightgun verwendet. Zombies zum Beispiel haben eine winzige Zone für kritische Treffer auf der Stirn. Trefft ihr diese, zerplatzt der Kopf. Das gibt extra Punkte für kritische Treffer und erspart euch Munition und Nerven. Diese Zone zu erwischen, ist aber ziemlich schwer und gelingt nur mit einer ruhigen Hand.

 

Die weitere Steuerung ist nun davon abhängig, ob ihr das Spiel ohne Zapper oder mit spielt. Benutzt ihr nur die Wiimote, könnt ihr mit A Items aufsammeln und mit dem Steuerkreuz die Waffe wechseln. Schüttelt ihr die Wiimote, dann lädt euer Charakter die Waffe nach und haltet ihr beim Schütteln die A Taste gedrückt, dann schnetzelt man mit dem Messer rum. Hat man den Nunchuk angeschlossen, dann kann man sich via Analogstick noch ein wenig umsehen, was vor allem das Finden mancher Items vereinfacht.

 

Verwendet ihr den Zapper, werden die Funktionen von A und dem Steuerkreuz von der Z und der C Taste übernommen. Ihr könnt aber auch ohne Zapper bei angeschlossenem Nunchuk diese Tasten verwenden, wenn euch das lieber ist. Egal für was ihr euch entscheidet. Die Steuerung ist recht intuitiv und lässt kaum Wünsche offen.

 

 

Gemeinsam Zombies plätten

 

Da man in den Hauptlevels eh die gesamte Zeit zu zweit unterwegs ist, kann man auch gleich zu zweit zocken. Das dachte sich wohl auch Capcom und hat einen sehr guten Kooperationsmodus integriert. Beide Spieler wählen einen der beiden Charaktere aus und je eine zweite Waffe zusätzlich zu der Standardpistole. Der besondere Clou ist, dass beide sich eine Energieleiste teilen. So kann ein guter Spieler einen Schlechteren schon mal mit durch den Level bringen oder umgekehrt die Lusche den Revolverheld in den Tod reißen. Der Koop-Modus hat aber auch den Vorteil, dass man gleichzeitig auf verschiedene Gegner schießen kann. Oder ein Spieler kümmert sich um die Feinde, während der andere die Umgebung zerschießt und nach seltenen Items Ausschau hält. Gemeinsam machen die Level noch eine Ecke mehr Spaß! Gut finden wir es auch, dass die Wesker Missionen (es sei denn, man schafft diese mit einem S Rang) von diesem Modus ausgespart bleiben, da man da nun mal alleine unterwegs ist und alles andere unlogisch erscheinen würde. Etwas schade ist, dass man nicht auch online kooperativ spielen kann.

 

 

Die audiovisuelle Umsetzung

 

Hier bietet das Spiel sowohl Licht als auch viel Schatten und das sowohl bei der Grafik als auch beim Sound. Die Grafik ist zum Beispiel auf einem sehr wechselnden Niveau. Manche Bereiche und Effekte sehen richtig gut aus. Zu nennen wäre die Tatsache, dass man sämtliche Lichtquellen zerschießen und so die Level verdunkeln kann, was auch der Atmosphäre sehr zugute kommt. Manche Texturen sind recht plastisch und scharf, andere hingegen sind unverständlicherweise total matschig und auf unterstem PlayStation 2 Niveau. Ähnliches gilt für die Gegner: Während die Endgegner vielfach toll inszeniert wurden, wirken manche Standardgegner eher wie grafische Standardware. Zusätzlich ruckelt das Geschehen manchmal minimal. Da wäre, besonders aufgrund der Tatsache, dass die Größe der einzelnen Areale ja sehr beschränkt ist, da man sich auf festen Bahnen bewegt, deutlich mehr drin gewesen.

 

Die Musik ist größtenteils sehr passend und aus den jeweiligen Teilen der Serie entnommen. Die Soundgeräusche sind knackig und authentisch. Nur manchmal erwartet man einen besonderen Effekt, der dann aber ausbleibt. Die Sprachausgabe ist glasklar und von hoher Qualität, auch wenn die Dialoge der guten Technik etwas hinterherhinken.

 

 

Die Meckerecke

 

Allzu viel zu meckern gibt es bei Resident Evil Umbrella Chronicles nicht. Neben der durchschnittlichen Grafik, nervt Fans vor allem die Tatsache, dass die Spiele Resident Evil 2 und Code Veronica fast gänzlich ignoriert werden. Somit hat Capcom die einzigartige Chance verpasst, tatsächlich alle frühen Resident Evil Teil in einem Spiel zu vereinen. Vielleicht hat das Weglassen aber auch was Gutes, nährt es doch die Gerüchte, dass es ein Remake des zweiten Teils für Wii geben könnte.

 

Negativ finde ich persönlich auch das letzte Kapitel, was den Fall des Umbrella Konzerns erzählen soll. Ich habe ein großes Finale erwartet, bin aber stattdessen eher von der Inspirationslosigkeit der Entwickler überrascht worden. Aber vielleicht gefällt euch das Ende ja besser als mir.

 


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Fazit

Resident Evil Umbrella Chronicles ist ein ziemlich komplexer Lightgun-Shooter geworden, der vor allem durch seinen großen Umfang, mit sehr vielen freischaltbaren Extras, überzeugt. Die Steuerung funktioniert sehr gut. Fans der Serie und solche, die es noch werden wollen, bekommen eine tolle Zusammenfassung der ersten Teile der Serie geboten. Abzüge gibt es vor allem dafür, dass Resident Evil 2 und Code Veronica im Spiel nicht behandelt werden und für die durchschnittliche Technik. Zu erwähnen ist noch, dass das Spiel nicht offiziell in Deutschland erschienen ist und somit bei Interesse importiert werden muss.

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

80%

Singleplayer

84%

Multiplayer

Release

29.11.2007

Developer

Capcom

Publisher

Capcom

USK Freigabe

keine

Anzahl Spieler (Lokal)

2


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