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Reviews: Nintendo Wii

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Smarty Pants

Party

13.01.2008

Autor: Mario Kablau

 

 

Bist du ein Klugscheißer?

 

Wer diese Frage mit „Ja“ beantworten kann, der ist bei Smarty Pants grundsätzlich schon mal nicht falsch. In diesem elektronischen Ratespiel geht es darum, zu beweisen, dass man sich in den Kategorien Kultur, Medien, Technik, Sport, Natur, Deutschland, Welt, Wissenschaft und Sport besser auskennt, als die bis zu drei menschlichen Mitspieler. Das Spiel greift dabei jedoch nicht auf ein virtuelles Spielbrett zurück, sondern setzt lediglich auf Punktekonten für die potentiellen Besserwisser.

 

Es sind Ratespiele mit bis zu vier Spielern und auf drei verschiedene Arten möglich. Ist man alleine, dann ist man gezwungen, auf den Solo-Modus zurückzugreifen. Hier geht es lediglich darum, in der vorgegebenen Zeit so viele Fragen wie möglich zu beantworten, was weder spannend noch spaßig ist. Hat man Freunde zu Besuch, dann kann man sowohl mit- als auch gegeneinander antreten. Im Familien-Modus beantworten alle Spieler nacheinander Fragen in vorgegebener Zeit, um gemeinsam möglichst viele Punkte zu erhalten. Ist ein Spieler zu langsam, dann können die anderen ihm durch Gesten mit der Wiimote wertvolle zusätzliche Sekunden beschaffen.

 

Der Kern des Spiels ist jedoch ohne Zweifel der Freunde-Modus, in dem es darum geht, am Ende des Spiels die meisten Punkte zu haben. Je nach Auswahl besteht ein kompletter Durchgang aus drei, fünf oder neun Runden, in denen jeder Spieler jeweils einmal am Rad drehen darf, um eine Kategorie festzulegen, in der dann drei Fragen gestellt werden. Das Rad zieht man auf, indem man den A-Knopf gedrückt hält und die Wiimote im Kreis dreht. Lässt man den Knopf los, dann beginnt es sich zu drehen und hält dann bei einem bestimmten Feld an. Die Spieler können das Rad jedoch durch Bewegungen mit der Wiimote anschubsen, um es dorthin zum Stehen zu bringen, wo man es gerne hätte. Wenn das vier Spieler gleichzeitig versuchen, dann wird es nicht nur chaotisch, sondern auch unmöglich, eine sichere Wahl zu treffen. Spaßig ist diese Idee auf jeden Fall, denn sie bringt ein wenig Aktion in die Kategorie-Auswahl.

 

Zusätzlich zur Kategorie bestimmt das Rad auch noch, ob der drehende Spieler eine Ereigniskarte bekommt. Diese kann man zu bestimmten Zeitpunkten im Spiel einsetzen, um zum Beispiel mehr Zeit zum Beantworten einer Frage zu haben, eine leichtere Frage zu bekommen oder die Kategorie zu wechseln. Man setzt sie ein, indem man den B-Knopf drückt und mit der Wiimote eine Wurfbewegung macht. Nach dem ganzen Vorgeplänkel geht es dann endlich an die Fragen. Am oberen Bildschirmrand taucht die Frage Stückchen für Stückchen auf und sobald sie komplett gestellt ist, läuft ein Countdown. Meint jemand, die Antwort zu kennen, dann sollte derjenige die A-Taste drücken und mit der Wiimote aufzeigen. Alle sehen dann erst die Antworten und der schnellste darf versuchen, die Frage zu beantworten. Liegt er richtig, gibt es Punkte, liegt er falsch sind die anderen dran und haben nun nur noch aus drei möglichen Lösungen zu wählen.

 

Punkte werden nach zwei Methoden vergeben: Entweder bekommt man mehr Punkte, je schneller man die Frage beantwortet oder es wird vor jeder Runde in einer Schießbude geschossen, um den Wert der einzelnen Fragen zu bestimmen. Beim Countdown gibt es maximal 500 Punkte und in der Schießbude kann man zwischen 50 und über 2.000 landen, was dem Ganzen taktische Tiefe gibt, da man abhängig von der Kategorie dafür sorgen kann, dass man unterschiedlich viele Punkte bekommt, je nachdem, ob einem das Gebiet liegt oder nicht. Hier gilt wiederum, dass es bei vier Spielern kaum mehr einen Einfluss eines Einzelnen gibt, aber lustig ist diese Methode dennoch.

 

Alle drei Runden gibt es eine Bonusrunde, in der jeder Spieler nacheinander immer weiter Fragen gestellt bekommt, bis er eine falsch beantwortet. So kann man unabhängig von seinen Gegnern auf Punktejagd gehen. Hier ist es jedoch besonders ärgerlich, wenn man zu Beginn eine für sich schlechte Kategorie bekommt und Null Punkte macht, während sich bei den Gegnern die leichten Fragen und damit die Punkte nur so türmen.

 

 

Für jeden etwas dabei?!

 

Das ein 10jähriger nicht weiß, ob Marie Curie Chemikerin oder Physikerin war und dass es ein 50jähriger vermutlich Probleme bei Jugendfragen bekommt, haben die Entwickler zum Glück berücksichtigt. Jeder Spieler hat die Möglichkeit, sein Alter einzugeben, um so speziell angepasste Fragen gestellt zu bekommen. Darüber hinaus passt sich der Schwierigkeitsgrad an den Spieler an, so dass man schwerere Fragen bekommt, wenn man in einer Kategorie in seiner Altersstufe am laufenden Band richtige Antworten gibt. Ein Abrutschen nach unten ist auch möglich, so dass sich das Spiel im Laufe der Zeit nahezu perfekt an die Spieler anpasst. Bei einem traditionellen Wissensspiel ist das kaum vorzustellen, da es selten mehr als zwei unterschiedliche Stufen gibt.

 

Allerdings hat das auch den Nachteil, dass es trotz über 20.000 Fragen in den acht Gebieten in den einzelnen Stufen zu wenig Variation gibt. Bei geschätzten 10 Stufen gibt es in jeder nur etwa 250 Fragen, so dass nach einigen Runden die Wahrscheinlichkeit steigt, dass sich die Fragen wiederholen. Da man jedoch die Option hat, sich bei Nichterraten die richtige Lösung nicht angezeigt zu bekommen, kann man mit den Fragen durchaus mehrfach Spaß haben und es fallen einem eh nur die Fragen auf, die man sowieso weiß. Vor allem, wenn man mit vielen verschiedenen Freunden spielt, dürfte das kaum jemandem auffallen.

 

Die Minispiele, die zum Einsatz kommen, wenn man eine der Ereigniskarten ausspielt, sind sehr gut gelungen. So muss man zum Beispiel bei der „Ich weiß es“ Karte mit dem Gegner Tauziehen, wenn man ihm die Frage klauen will. Zwar ist die Abwechslung hier nicht gerade hoch, aber Spaß machen die Minis auf alle Fälle.

 

 

Full HD und Dolby Digital?

 

Selbst wenn dieses Spiel auf einer der HD-fähigen Konsolen erschienen wäre, dann würde es vermutlich genauso aussehen. Die aufwändigste 3D Animation im gesamten Spiel ist das sich drehende Rad. Darüber hinaus bekommt man einige farbenfrohe und sehr passende Hintergründe geboten. Grafisch gewinnt der Titel auf jeden Fall keine Preise, aber das ist auch gar nicht nötig, geht es doch primär ums Besserwissen.

 

Beim Sound macht Smarty Pants fasst alles richtig. Die Musik ist zwar nicht sonderlich abwechslungsreich, dafür aber passend und motivierend. Man fühlt sich wie in einer Quizshow, wenn die Frage langsam auf dem Bildschirm erscheint, alle gespannt wartend auf den Fernseher starren und die Musik Nerven zum Zerreißen spannt. Die vorbildliche Sprachausgabe tut ihr übriges, um dem Spiel eines gute Sound-Note zu verpassen. Es könnte lediglich etwas schmerzen, dass die Fragen nicht vorgelesen werden, aber das ist vernachlässigbar.

 

Am Umfang kann man leider ein wenig meckern, denn zum einen gibt es weniger Fragen als gehofft und zum anderen gibt es im Hauptspielmodus auf Dauer kaum Abwechslung und keine Überraschungen. Abseits einer schnellen Reaktion und gutem Wissen braucht man nichts, um gut abzuschneiden. Etwas mehr Variation wäre auf jeden Fall ebenso wünschenswert gewesen wie die Möglichkeit, mit mehr als vier Spielern zocken zu können. Einen Online-Modus gibt es nicht, allerdings wäre der auch fehl am Platz.


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Fazit

Smarty Pants ist ein gut gelungenes Wissensspiel, das von den Spielern viel Wissen abverlangt. Die Kategorien sind gut gewählt, die Fragen abwechslungsreich und die Alterseinstufungen passend. Es mangelt lediglich an Umfang, denn 20.000 Fragen klingt zwar viel, aber wegen der vielen Altersstufen sind die schnell komplett durch gespielt. Außerdem fehlt ein wenig Abwechslung, da der Haupt-Spielmodus schon nach wenigen Runden langweilig werden kann. Dagegen helfen nur wechselnde Mitspieler oder nicht zu viele Spiele kurz hintereinander. Der Preis ist mit 50 Euro auf jeden Fall deutlich zu hoch. Wenn es 30 kosten würde, dann wäre es optimal, so ist es leider zu wenig Spiel für zu viel Geld, so dass man sich den Kauf wirklich gut überlegen sollte. Grundvoraussetzung für Spaß ist es, dass man viele Leute um sich herum hat, die gerne Wissensspiele zocken.

Grafik

schwach

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

40%

Singleplayer

70%

Multiplayer

Release

21.11.2007

Developer

EA

Publisher

EA

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

2-4


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