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Reviews: Nintendo Wii

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Skylanders Swap Force

Action Adventure

22.12.2013

Autor: Mario Kablau

 

 

Nach Giganten kommen die Teilbaren!

 

Als Activision vor zwei Jahren mit Skylanders: Spyro's Adventure quasi über Nacht eine neue Art Videospiele zu spielen erfunden hat, ist es leider wie so oft: Ein neues Konzept, das gut ankommt, wird nunmehr jährlich veröffentlicht und geradezu ausgeschlachtet, bevor es keinen mehr juckt und man die Reihe - zumindest für einige Jahre - fallen lässt. So weit ist es bei Skylanders allerdings noch nicht, wobei ich doch damit einleiten muss, dass ich mich teilweise echt in den Hintern treten musste, um das Spiel weiterzuspielen. Kein Wunder, beim Dritten innerhalb von 24 Monaten.

 

Damit sind wir aber schon zu tief in der Materie, weshalb ich erst mal einen Schritt zurück gehe. Das erste Skylanders-Spiel hat die analoge mit der digitalen Welt perfekt verbunden. Man kaufte nämlich nicht nur das Spiel sondern dazu auch keine Plastikfiguren mit einem Chip drin. Mit diesen können Kinder dann nicht nur wie gewohnt spielen, sondern sie auch auf ein mitgeliefertes Portal setzen und dann im Videospiel in ihre Haut schlüpfen.

 

Dieses Konzept schlug Ende 2011 ein wie eine Bombe - insgesamt hat es sich weltweit fast 5 Millionen Mal verkauft, den Großteil davon (2,6 Mio.) auf Nintendos Wii. Beim Nachfolger, der ein Jahr später auf den Markt kam und der mit den Riesen eine neue Art von Figur eingeführt hat, war es ähnlich: 4,35 Millionen Einheiten insgesamt, davon 2,3 Millionen auf der Wii. Deshalb wundert es kaum, dass Activision auch beim dritten Teil wieder auf Nintendos zwischenzeitlich eigentlich schon in Rente gegangene Konsole setzt, obwohl sie schon bei Teil 2 auch eine Wii U-Version gemacht haben.

 

Wie ihr an der Kategorie schon sehen könnt, haben wir die Wii-Version gekriegt, die aktuell bei ungefähr 900.000 Einheiten liegt (Wii U 140.000) und mich vor das Problem gestellt hat, mich wieder an SD gewöhnen zu müssen. Normalerweise ist das ja kein Problem, auf dem 3DS geht es ja auch. Aber auf einer nicht mehr ganz modernen Heimkonsole ein aktuelles 3D-Spiel zu spielen, ist schon irgendwie komisch, wenn man sich voll an HD gewöhnt hat. Das lasse ich aber natürlich nicht in die Wertung einfließen. Jetzt beginne ich dann aber endlich mal mit dem wichtigen Teil.

 

Nachdem in Teil 2 die Giganten neu eingeführt wurden, gibt es bei Swap Force die, äh Swap Force. Das sind eine Handvoll Figuren, die im Rahmen der Geschichte durch Magie geteilt werden und sich fortan mit ihren Teammitgliedern auf ganz besondere Art austauschen können. Jedes Beinpaar kann nämlich mit jedem belieben Oberkörper verbunden werden und so entstehen dann viele neue Charaktere, die jeweils die Eigenschaften der beiden Teile (zumindest teilweise) in sich vereinen. Für das Gameplay des Spiels, das ich gleich natürlich noch genauer vorstelle, hat das aber keine echte Konsequenz.

 

Die Geschichte ist, ähnlich wie bei den beiden Vorgängern, eher unspannend und belanglos, passt aber auf jeden Fall zur Zielgruppe von Kindern und jungen Jugendlichen: Die Magie, die die Swap Force (ob die ihren Namen auch vorher wohl schon hatte?) zu dem gemacht hat, was sie heute ist, wird gestohlen. Das ist ein Problem, da sie gebraucht wird, um alle 100 Jahre magische Wesen herbeizurufen, die für Frieden sorgen. Also muss die Swap Force zusammen mit den bereits bekannten Skylanders ein weiteres Mal die Welt retten.

 

 

Gameplay: Neue Elemente und doch gleich!

 

Die Geschichte ist in mehrere Kapitel unterteilt, die man unabhängig voneinander spielt und aus einem kleinen Dorf heraus betritt. Dieses Dorf, Holzhausen, ist also quasi das, was das Schloss bei Super Mario 64 ist. Dort gibt es ebenso einige Aufgaben zu erledigen oder man kann seine Skylanders dort auch modifizieren, aber dazu später mehr.

 

Jedes Kapitel wird durch ein Video kurz eingeführt, in dem erklärt wird, wie dieser Abschnitt der Geschichte mit dem großen Ganzen zusammenhängt. Dann schlüpft man in die Haut des Skylanders, der auf dem Portal steht. Je nachdem, wer das ist, hat man verschiedene Möglichkeiten. Die einzelnen Charaktere unterscheiden sich deutlich in ihren Attributen. Manche sind eher schnell, andere sind eher stark und wieder andere haben Waffen mit hoher Reichweit oder sind besonders widerstandsfähig. So kann jeder Spielen, wie er das gerne möchte. Will man mit einer anderen Figur spielen, dann tauscht man einfach das Spielzeug auf dem Portal aus und nach leider ein paar zu vielen Sekunden ist der neue Skylander dann im Spiel.

 

Als neues Feature - neben den neuen, nur für bestimmte Arten von Skylander erreichbaren Gebieten - können die Figuren jetzt auch springen. In den beiden Vorgängern ging das nur an speziellen Sprungplatten, jetzt kann man diese Fähigkeit jederzeit einsetzen. Das erweitert natürlich das Gameplay deutlich, da es nun verstärkt auf Geschicklichkeit ankommen könnte. Könnte? Ja, tut es nämlich nicht wirklich, da man nach wie vor auf so viele unsichtbare Barrieren trifft, dass man kaum abstürzen kann. Dazu fühlt sich dieses Feature nicht so neu an wie es im Spiel ist. Mir kam es so vor, als wäre das schon immer gegangen, weil der Action- und Jump & Run-Teil des Spiels mir schon immer sehr wichtig vor kam. Nichtsdestotrotz ist es natürlich eine super Idee, das Gameplay so zu erweitern, weshalb ich mich darüber auf keinen Fall beschweren will. Es bringt halt nur nicht so viel frischen Wind mit sich wie ich gehofft hatte.

 

Darüber hinaus ist es nämlich dasselbe wie schon in den ersten beiden Teilen - nur mit einer neuen Geschichte in einem neuen Teil der Skylands. Wenn man schon viele Figuren hat, profitiert man davon natürlich enorm - vor allem, weil das Maximallevel ein weiteres Mal um 5 Levels erhöht wurde, so dass man seine Charaktere auch dann noch weiterentwickeln kann, wenn man das in den Vorgängern schon bis zum Maximum ausgereizt hatte.

 

Zuletzt will ich hier noch erwähnen, dass die Skylander nicht nur im Level aufsteigen, man kann sie auch unabhängig davon verbessern. Im Dorf und an bestimmten Stellen in den Kapiteln kann man dazu gefundenes Geld (das pro Skylander gespeichert wird), dazu einsetzen, der Figur neue Fähigkeiten zu geben. Bei der Swap Force passiert das logischerweise getrennt nach Beinen und Oberkörper. Dazu gibt es Hüte, die auch bestimmte Attribute mit sich bringen oder verändern, wenn man sie trägt.

 

Man sieht also: Es ist nach wie vor trotz Sprung-Fähigkeit kein Jump & Run sondern eher ein Adventure, auch wenn die Lauf- und Hüpf-Passagen nun eine noch größere Rolle spielen als zuvor. Aber geändert hat sich durch die teilbaren Charaktere und die eben erwähnte neue Möglichkeit am grundsätzlichen Gameplay kaum etwas. Es fühlt sich genauso an wie die beiden Vorgänger und hebt sich somit kaum davon ab, bzw. bietet wirklich neue Erfahrungen.

 

Nach wie vor dabei ist natürlich der Koop. Hierzu schnappt sich einfach ein zweiter Spieler die beiden Controller und kann dann jederzeit ein- und aussteigen. Das macht eine ganze Ecke mehr Spaß als alleine. Dazu gibt es auch wieder die Arenamodi, in denen man direkt gegeneinander antreten kann. Nette Sache, die abseits des Abenteuers noch etwas zu tun gibt, wenn man mal mit Freunden keine Lust hat, die Geschichte weiterzuspielen.

 

 

Technik und Steuerung!

 

Grafisch ist das Spiel quasi identisch mit seinen beiden Vorgängern. Wie in der Einleitung schon geschrieben, ist das nach über einem Jahr Wii U irgendwie seltsam. Da fällt erst so richtig der Unterschied zwischen HD und SD auf. Aber gut, das kann man dem Spiel ja nicht ankreiden, die Konsole kann einfach nicht mehr.

 

Was Abwechslung angeht, gibt es keinen Grund zur Klage, es gibt zahlreiche Skylanders und daneben genug verschiedene Gegner und die Umgebungen sind auch sehr vielseitig. Für ein Wii-Spiel sieht es auch recht gut aus, störend finde ich allerdings die vielen Popups und die zahlreichen doch eher weichgezeichneten Texturen.

 

Akustisch ist es in Ordnung, die Musik ist nicht der Knaller, untermalt das Geschehen aber gut. Dazu gibt es eine umfangreiche deutsche Sprachausgabe, der man aber natürlich anmerkt, dass das Spiel für Kinder gemacht ist. Allerdings hätte es für meinen Geschmack durchaus auch weniger kindlich sein können. Bei manchen Sprechen hat man nämlich leider das Gefühl, sie würden sich für eine Rolle bei den Teletubbies bewerben... Davon unabhängig ist die Sprache aber natürlich super, da muss sich Nintendo endlich mal eine Scheibe von abschneiden, denn Activision zeigt hier, wie man auch eher belanglose Geschichten durch eine gute Erzählung und vertonte Dialoge aufwerten kann.

 

Die Steuerung ist sehr gut, hier gibt es nichts zu meckern. Mit Wiimote und Nunchuk lassen sich alle Moves gut ausführen und es gibt dank des einfachen Gameplays nicht zu wenige Tasten. Hier merkt man, dass Vicarious Visions das nun bereits zum dritten Mal gemacht haben. Einzig die neu eingeführte Sprünge sind mir persönlich zu weich, die Druckdauer hat quasi keinen Einfluss auf die Sprunghöhe, was wohl der gewollten Einfachheit geschuldet ist. Komisch ist es aber dennoch.

 

 

Meckerecke!

 

Neben den schon erwähnten Kritikpunkten gibt es noch ein paar weitere Dinge, die mich stören. Vor allem sind das die recht lange Ladezeiten im Spiel selbst und beim Wechseln der Skylanders. Ein Vergleich mit dem Vorgänger hat gezeigt, dass es deutlich länger dauert. Während normale Skylanders in ca. 5 Sekunden erkannt werden, dauert es bei der Swap Force zur Erkennung über 7 Sekunden. Vor allem bei den neuen Swap Force Charakteren ist das wirklich nervig, wie lange es tatsächlich und gefühlt dauert. Da man das aber im Spiel dauernd machen muss, zumindest wenn man versteckte Bereiche betreten will, reißt es irgendwie am laufenden Band aus der Welt raus. In den Vorgängern wurden die Figuren quasi sofort erkannt.

 

Dazu stört mich, dass man ein neues Portal zwingend braucht. Aufgrund der teilbaren Charaktere tut es das bisherige nicht mehr, da das diese wohl nicht erkennen kann. Das ist wirklich blöd, weil man damit nicht nur wieder mehr Elektroschrott produziert, man kann auch nicht einfach nur das Spiel kaufen, sondern braucht zwingend das neue Portal, egal ob man die Vorgänger hat oder nicht. Hoffentlich geht das mit der neuen Idee für 2014 nicht wieder so ab.

 

Zuletzt möchte ich mich noch über die Ausschlachtung der Reihe beschweren. Schon Teil 1 war auf Dauer recht monoton und die Änderungen in Teil 2 waren auch kaum der Rede wert. Nun, ein weiteres Jahr später, ist es wieder dasselbe wie bei so vielen anderen, jährlichen Serien. Statt sich zwei Jahre für ein neues Spiel Zeit zu nehmen und es wirklich weiterzuentwickeln, ist man lieber auf das schnelle Geld aus und macht jedes Jahr nur ein bisschen was Neues. Da hier die Zielgruppe jedoch recht schnell nachwächst, wird das wohl noch eine Weile funktionieren. Ich finde es allerdings nicht in Ordnung. Wie gesagt, ich musste mich echt oft in den Hintern treten, es weiterzuspielen.

 

 

Wir danken Activision für das Testmuster.


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Fazit

Während Martin bei Teil 1 in seinem Fazit noch das frische Konzept gelobt hat und bei Teil 2, dann das noch frische Konzept, ist das nun wahrlich kein Kaufgrund mehr. Skylanders Swap Force bietet einfach nur mehr vom bekannten Gameplay, das durch ein paar kleinere Veränderung aufgepeppt wurde. Einzig das Sprung-Feature ist dabei wirklich erwähnenswert, die Kombination von Charakteren ist irgendwie völlig überflüssig. Man kann zwar so mehr mit den Figuren rumspielen, aber einen Mehrwert liefert das im Spiel gar nicht. Dieses Jahr zu Weihnachten ist das Spiel nur denen zu empfehlen, die noch keinen Teil haben oder denen, die die Vorgänger lieben und einfach nur mehr davon haben möchten. Wer etwas anderes erleben will, der ist bei Disney Infinity besser aufgehoben!

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

75%

Singleplayer

80%

Multiplayer

Release

18.10.2013

Developer

Vicarus Visions

Publisher

Activision

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2


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